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Full text of "Abhandlungen zur geologischen Specialkarte von Preussen und den Thüringischen Staaten"

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WHITNEY LIBRARY, 


HARVARD UNIVERSITY. 


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J. D., WHLENET, 


Sturgis Hooper Professor 


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MUSEUM OF 0COMPARATIVE ZOOLOGY 


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(J. H. Neumann.) A aA 
1392. 


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Zur Beachtung! 


Diesem Hefte, welches die Fortsetzung des 
Heftes 1, Bd. IV der Abhandlungen bildet, ist ein 
Generaltitel sowie ein Alphabetisches Verzeichniss 
der in beiden Heften aufgeführten Gattungen und 
Arten beigefügt worden. 


Die Direetion 
der Kgl. geologischen Landesanstalt 
und Bergakademie. 


Abhandlungen 


der 


Königlich Preussischen 


geologischen Landesansialt. 


Neue Folge. 


Heft 5. 


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BERLIN. 
In Commission bei der Simon Schropp’schen Hof-Landkartenhandlung. 
(J. H. Neumann.) 
1892. 


Die 


Reeulären Echiniden 


der 


norddeutschen Kreide 


von 


Dr. Clemens Schlüter, 


Ord. Professor der Geologie und Palaeontologie an der Universität zu Bonn. 


Mit 21 Tafeln. 


Abgeschlossen im Jahre 1890. 


Herausgegeben 
von 


der Königlich Preussischen geologischen Landesanstalt. 


BERLIN. 
Verlag der Simon Schropp’schen Hof-Landkartenhandlung. 
(J. H. Neumann.) 
1883— 1892. 


Die 


Resulären Echiniden 


der 


norddeutschen Kreide 


von 


Dr. Clemens Schlüter, 


Ord. Professor an der Universität zu Bonn. 


IT 
Cidaridae Salenidae. 


Mit 14 Tafeln. 


Abgeschlossen im Jahre 1890. 


Herausgegeben 
von 


der Königlich Preussischen geologischen Landesanstalt. 


BERLIN. 
Verlag der Simon Schropp’schen Hof-Landkartenhandlung. 
(J. H. Neumann.) 
1892. 


Inhalt. 


Seite Tafel 
III. Cidaridae. 


Der en ek Te == 

Bene Mare el TI 8 

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ee nano, 6 leg BA 8 

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a Bolsa en RR _ 

» (Pseudocidaris?) baltica Schlüt.. . . » .....8 17 

Rhabdocidaris triangularis Schütt. . .». 2... ... N 8 

» BBOHA(SCHIONBAERE) rn: a. mann 32 $) 

» Eee N ernennen ya 17 

Lesoeilaris Saliensis Gott se. - ». -» .». 2.2... 38 = 

» We e ee  e ROO 8 

Tylocidaris vehfera Bronn $p.. . . . ..2.....00% ‚108 I 

» PERDPREDESORSERB) = cd aus 107 == 

» Ierban Boch: ED: 2. e tenumuahe LE == 

» FREE Ad Bam: 8p.: „nase aeg 10 

(Syn. T. Oliva Des.) 
» (2) Strombecki De. -. » 2... ..... 118 10 
(Syn. T. Dixoni Cott.) 

» WamSPRRSBOEm BD. © ld er 14 

» spamsfera: Schlüt,. 2.1.1 edel) 124 — 

» EReSStohen, ee Re U. _ 

» Persien Schlaf 2. voll) a ai zeryiale 126 17 
Dorocidaris vesieulosa Goldf. sp. . » - » » = 2 ...19 9 10, 15 

» BESSERE SCHlUE . 0 u 2 a A ernen ld 9y18 

» (uniformis Sorig. SP.) » -» » = 2. . 185 = 

» (spinulosa Agass. SP.) : » : : +. . 187 — 

» coronoglobus Quenst. SP. . .» = = =. . 138 10 


» ef. perornata Forb. sp. . - : = 2... 189 — 


voI 


Dorocidaris subvesiculosa d’Orb. sp. . 


» 


» 


» 


» 


ef. hirudo Sorig. . 
cf. pseudopistillum Cott. . 
(Syn. D. stemmacantha Ad. Bine 
Herthae Schlüt. 
pistillum Quenst. sp. . 


Stereocidaris ef. Carteri Forb. . 


Hannoverana Schlüt. 

subhercynica Schlüt. 

Reussi Gein. sp. . 

punctillum Sorig. sp. 

Stlesiaca Schlüt. . 

Merceyi Cott. sp. 

sceptrifera Mant. : 
(Syn. St. cretosa Mant.) > 

Darupensis Schlüt. 


Temnocidaris Danica Des. sp. . 


Porocidaris sp. n. (cretacea) 


» 


» 


> 


(rimatus Quenst. sp.) 
Baylei Cott. 


(2) lingualis Des. 


Pleurocidaris regalis Goldf. sp. 
Cidaris Faujasi Des. 


» 


» 


cf. mamillata Cott. 

gigas Schlüt. 
Verbreitung der Oidaridue i in ieh Hörddentschen 
Kreidebildungen 


IV. Salenidae. 
Peltastes stellulatus Agass. 


» 


» 


clathratus Agass. sp. . 
heliophorus Agass. . 


Goniophorus lumulatus Agass. 
Salenia petalifera Desmar. 


(Syn. $. liliputana Can)" 
granulosa Forb. 
Gehrdenensis Schlüt. 
Quenstedti Schlüt. 

Heberti Gott. Fa: 

(Syn. magnifica er 
sigillata Schlüt. : 
obnupta Sehlüt. 
anthophora Jos. Müll. . 

(Syn. Bonissenti Cott.) 
stellifera Hagen. . s 
Maestrichtensis Schlüt. . 


Seite 
139 
146 
148 


153 
156 
158 
160 
163 
166 
169 
174 
177 
182 
186 
190 
197 
201 
202 
203 
206 
208 
211 
213 
214 


215 


217 
218 
224 
227 
232 


256 
242 
248 
251 


257 
262 
264 


267 
268 


Tafel 


18, 19, 20 


18, 21 
19 
19, 20 


IX 


Seite 
Gauthieria Lamb. 273 
» radiata . 2 274 
(Syn. Phymosoma radiata.) 
Verbreitung der Salenidae in den norddeut- 
schen Kreidebildungen . . . 275 
Nachtrag: j 
Zeuglopleurus Greg. . » : . . » 277 
» pusilla Ad. Röm. sp.. 230 
Rückblick. 
Verbreitung der regulären Echiniden in der norddeut- 
schen Kreide ce a Dar ul 
Tabelle über die vertikale Verbreitung der regulären 
Echiniden in den Gliedern der Kreide Norddeutsch- 
lands ER. 236 
Erklärung der Tafeln 1 bis 7 70—72 
Erklärung der Tafeln 8 bis 21 . . . . 2 .2.2.2...805—-315 


Tafel 


III. Cidaridae. 


Vorbemerk. 


Fossile Cidariden werden in der deutschen Kreide, abge- 
sehen von dem Vorkommen vereinzelter Stacheln und Asseln, 
wie im Hils der subhercynischen Hügel, in der Tourtia von Essen 
und der Schreibkreide Rügens, nur selten beobachtet. Der Fund 
einiger noch zusammenhängender Coronal-Platten ist schon ein 
glücklicher. Die Zahl ganzer Gehäuse, welche überhaupt auf- 
gelesen und in Sammlungen gelangt sind, ist eine sehr geringe. 
Dieses Urtheil stützt sich auf die Beobachtung mehrerer Decennien, 
während welcher dem Vorkommen dieser Reste von mir eine be- 
sondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde, und ist bestätigt worden 
durch die Kenntnissnahme von dem einschlägigen Materiale, 
welches in den deutschen Museen enthalten ist }). 


!) Von den Museen und Sammlungen der deutschen Universitäten und tech- 
nischen Hochschulen haben nur vier: Berlin, Braunschweig, Breslau und Göttingen 
Beiträge für diese Arbeit geliefert; Unica nur: 

Berlin: Stereocidaris punctillum, 
Breslau: sStereocidaris Silesiaca, 
Dorocidaris Herthae, 
Göttingen: Cidaris Hilsii, und ein Gehäuse von 
Tylocidaris clavigera; 
das übrige Material ist grösstentheils von mir selbst gesammelt, und im Paläon- 
tologischen Museum der Universität zu Bonn niedergelegt worden. 


Neue Folge. Heft 5. 1 


I Vorbemerk. [74] 


Die Spärlichkeit und unvollkommene Erhaltung der Reste 
erschweren die wahre Erkenntniss derselben sehr. Sie wird noch 
erhöht durch den Umstand, dass auch die Kenntniss der Ent- 
wicklungsgeschichte der Gehäuse recenter Cidariden noch eine 
sehr unzureichende ist. Mein Bemühen zur Erlangung von re- 
centem Material, um an Entwicklungsreihen von Gehäusen einen 
festen Boden für das Studium der fossilen zu gewinnen, ist bei 
der Seltenheit auch dieser, selbst der gemeinsten Art des Mittel- 
meeres, vergeblich gewesen 1). 

Unter diesen Umständen kann der Versuch, das vorhandene 
Material zu bestimmen und zu bearbeiten, nur ein provisorischer 
sein, der hoffentlich schon bald durch neue glückliche Funde 
eine Verbesserung und Vertiefung erfährt. Gleichwohl möchte 
es nicht räthlich sein, nachdem ich lange Zeit auf Erlangung zu- 
reichenderen Materiales gehofft, noch länger die Mittheilung hin- 
auszuschieben, da mir einmal die Verpflichtung obliegt, von dem 
Vorhandenen Rechenschaft zu geben. 

Von einigen Arten (Temnoecidaris Danica, Stereocidaris Mer- 
ceyi, Dorocidaris hirudo, Tylocidaris velifera etc.) bringen die vor- 
liegenden Blätter bereits kleine Beiträge zur postembryonalen 
Entwicklung der Gehäuse. Diese ergeben resp. bestätigen, dass 
kein einheitliches Gesetz das Wachsthum der fossilen Gehäuse 
beherrschte, dasselbe demnach, auch insbesondere rücksichtlich 
der Vergrösserung und Verstärkung der Platten, jene, ob vor- 
herrschend durch randliche Ausdehnung (Ster. Merceyi), oder 
durch inneres Wachsthum ete., für jede Art gesucht werden 
muss. 

Bei der Gruppirung der Arten ist versucht, dieselben auch 
den neuerlich von POMEL?) und von DÖDERLEIN?) unterschiedenen 


!) Einen Anfang des Gesuchten bietet das lehrreiche, jüngst ausgegebene 
1. Heft der von Lupwıc Döpertery bearbeiteten »Japanesischen Seeigel«, Stutt- 
gart, Schweizerbart, welches insbesondere auch für den Paläontologen werthvolle 
3eobachtungen enthält. 

2) A. Pomer, Classification möthodique et genera des Kchinides vivants et 
fossiles. Alger, Typographie A. Jourdan, Libraire- Editeur 1883. 

21.0 


[7 5] Vorbemerk. 3 


Gattungen und: Untergattungen anzureihen. Dieselbe befriedigt 
zur Zeit noch nicht. Besonders wird man die für die obere 
Kreide so wichtigen, Stereocidaris und Dorocidaris zugefügten 
Formen an weiterem Material noch näher studiren müssen, um 
eine auf ihren wesentlichen Eigenthümlichkeiten begründete Zu- 
sammenstellung zu gewinnen. 

Es ist mir eine angenehme Pflicht, meinen verehrten Freunden 
und Fachgenossen, welche diese Studie durch Zuwendung von 
Originalen, von Vergleichsmaterial, oder den Nachweis des in 
ihrer Sammlung vorhandenen gefördert haben, — deren Namen 
im Verlaufe der Arbeit genannt sind —, auch an dieser Stelle 
meinen Dank auszusprechen. 


Bonn, im August 1890. 


Clemens Schlüter. 


1* 


ü Beschreibung der Arten. 


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48 


Gatt. Cidaris. 


Cidaris hirsuta MAarcou 1846. 
Taf. 8, Fig. 15— 18. 


Cidaris hirsuta Marcov, in Acassız et Desor, Catalogue raisonn& des Echinides, 
Ann. des Sciences 3° ser., tome VI, 1846, pag. 328. 
» > _Corrzau, Etudes sur les Echinides foss. du döpartement de l’Yonne, 
tome II, 1857, pag. 14, tab. 47, fig. 9— 12. 
» muricata Correau (non! A. Römer), ibid. pag. 133. 


» » » (non! A. Römer), Paleont. franc. terr. eret. tome VII, 
1861, pag. 195, tab. 1044. 

» » Lorror (non! A. Römer), Lorror et v. Gıtrıerox, Monogr. de 
l’etage urgonien du Landeron, 1369, pag. 56. 

» » » (non ! A. Römer), Echinologie Helvetique, tome II, 1573, 
pag. 33, tab. II, fig. 42, 58. 

» » Quessrept, Echiniden, pag. 184, tab. 68, fig. 27, 28. 

» » Lorror (non! A. Römer), Rec. d’etud. paleontol. sur la faune 


Cretaeique du Portugal, vol. II, description des 
Echin. Prem. fasc. Lisbonne 187, pag. 3, tab. I, 


fig. 1—3. 

» » Correau, Perox et GaurtuıErR, Echinides foss. de l’Algerie 1375, 
pag. 82, fig. 49, 50 et fasc. 1834, pag. 86, tab. IV, 
fig. 6 — 7. 


Cidaris hirsuta wurde durch Marcotv |. c. nach vereinzelten 
Asseln und Stacheln aufgestellt und die Stacheln ungenügend 
beschrieben: 

» Piquants eylindriques armes de fortes Epines. 

Erst Desor !) gab eine Abbildung derselben und fügte der 
Beschreibung hinzu: »epines irrequliöres implantees perpendiculaire- 
ment. Collerette assez haute. Anneau prodminent«. 


1) Desor, Synopsis des Echinides fossiles, pag. 11, tab. V, fig. 6. 


8 III. Cidaridae. [80] 


Ausführlicher ist die Darstellung von CoTTEAU in der Be- 
schreibung der Echiniden des » Yonne-Departements«. 


Er verweiset Cidaris Autissodorensis Cott. und Cidaris Sal- 
viensis unter die Synonyma von Cidaris hirsuta, bemerkend, dass 
sich die Dornen nur auf der einen Seite der Stacheln befinden, 
und sagt, dass die feinen Granula in gewissen Exemplaren: »per- 
dent de leur reqularitd et prennent un aspect rugueux et meandri- 
forme tres remarquable«. 

Während DESoR in der Synopsis Cidaris hirsuta Marc. und 
Cidaris muricata A. Röm.1) aus einander gehalten hatte, vereinte 
COTTEAU bei der zweiten Besprechung der Art, in der Paleon- 
tologie frangaise ?), beide Arten und fügte als synonym 


Cidaris variabilis Koch und Dunker °) 
hinzu, wozu auch H. von STROMBECK®) schon früher geneigt war. 


ADpoLPH RÖMER 5) selbst bezeichnet die Stacheln als »Zang, 
walzenförmig, oben zugespüzt, mit oft sehr langen Dornen und zahl- 
losen: kleinen Warzen besetzt«. 

Dies passt nun freilich nicht sonderlich auf die Stacheln von 
Cidaris hirsuta. In der That sind beide, Cidaris muricata und 
Cidaris hirsuta vecht verschieden. 

Cidaris hirsuta von mehr oder minder ausgeprägt spindel- 
förmiger Gestalt, plump gebaut, mit stumpfer Spitze; Cridaris muri- 
cata dagegen so schlank, dass man an 30— 35”"" langen Bruch- 
stücken kaum eine Verjüngung wahrnimmt; zur Spitze ganz all- 
mählich auslaufend, erreicht sie durchschnittlich nicht die Stärke 


der ersten Art. 


I) Desor, 1. c. pag. 31. 

2) Und fast gleichzeitig (oder ein wenig früher), in dem dritten Hefte der 
Echiniden des Yonne-Departements 1860, pag. 133. 

3) Koch und Dunser, Beiträge norddeutsch. Oolithgeb. pag. 54, tab. 6, 
he. 10,89; 

*# N. Jahrbuch für Mineralogie etc. 1854, pag. 651. 

°) Avouen Römer, Verstein. d. norddeutsch. Oolithengebirges, Hannover 1836, 
pag. 26, tab. 1, fig. 22. Diese Figur ist von Drsor und Corrzau copirt und 


hypothetisch ergänzt. 


[81] III. Cidaridae. 9 


Bei Cidaris hirsuta sind die Dornen unregelmässig gestellt, 
bald nah, bald fern, verschieden an Länge und Dicke, im allge- 
meinen plump und zum Theil bedeckt von einer eigenthümlichen, 
chagrinartigen, oder mäandrisch gewundenen Granulation. 

Bei (idaris muricata stehen die Dornen in ziemlich regel- 
mässigen Abständen rings um den Stachel, alle sind gleichartig, 
schlank und spitz und stets glatt. Niemals findet sich bei diesen 
jene mäandrische Runzelung. 


Bemerk. Die verwandte (idaris pustulosa A. Gras!) ist, 
von anderen Umständen abgesehen, schon durch die crenelirte 
Gelenkfacette verschieden. 

Eine ähnliche Gestalt und ähnliche Dornen zeigen die aus 
dem Jura Portugals beschriebenen Stacheln der (idaris nevescensis?) 
Loriol, aber die Oberfläche ist nicht chagrinirt, sondern trägt im 
Reihen geordnete Granulen etc. 


Vorkommen. Die Art gehört in Norddeutschland dem Hils 
an und liest vor von Achim bei Börsum, von Berklingen, aus 
der Sandgrube bei Kissenbrück, von Oesel, und der Landwehr 
bei Salzgitter 3). 

Ausserdem bekannt aus dem Neocom der Schweiz, Frank- 
reichs, Portugals und Nordafrikas. 


Cidaris muricata ADoLPH RÖMER 1836. 
Taf. 8, Fig. 20, 21. 


Cidaris muricata Anvouen Römer, die Versteinerungen des norddeutschen Oolithen- 
Gebirges 1836, pag. 26. 

»  wariabilis Kocu und Dusser, Beiträge zur Kenntniss des norddeutschen 

Oolithgebirges 1837, pag. 54. Zum Theil. 


1) Correau, Paleontol. frang. terr. eröt. tome VII, pag. 205, tab. 1042, fig. 1 
bis 10. 

2) Description de la Faune jurassigqne du Portugal. Embranchement des 
Echinodermes par P. pe Lorıor. I. Lisbonne 1390, pag. 25, tab. 3, fig. 18. 

3) Aporren Röyer nennt Cidaris punctata und Cidaris muricata, und Dusker 
und Koch Cidaris variabilis nur aus dem Hilsthon des Elligser Brinkes unweit 
Alfeld. Cidaris hirsuta ist mir von diesem Fundpunkte nicht bekannt! 


10 III. Cidaridae. [82] 


Vergleiche die Bemerkungen zu Cidaris hirsuta Marc. 

Von ApoLpH RÖMER wurden in seinem oben genannten 
Werke, aus dem damals noch zur Jura-Formation gerechneten 
Hils, zwei Arten Cidariden-Stacheln unterschieden und als Cidaris 
muricata und Cidaris punctata beschrieben. Diese beiden Arten 
wurden alsdann durch Kocn und Dunker |]. c. als Cidaris varia- 
bilis zusammengefasst, und diese Bezeichnung leider auch von 
ADOLPH RÖMER selbst in seinem Kreidewerke!) aufgenommen. 

Von Desor ?) wurde die Art aufrecht erhalten, während sie 
durch COTTEAU irriger Weise mit Cidaris hirsuta Marc. zusammen- 
geworfen wurde, worin ihm DE LoRIoL folgte. 

Anscheinend ist ein Theil derjenigen Stacheln, die CoTTEAU ?) 
als Cidaris spinigera bezeichnete, nicht verschieden. 

Vielleicht stecken unter dem vorliegenden Material noch einige 
verwandte Arten, wie 


Cidaris friburgensis Loriol ®), 
ohne Längslinien, mit sehr feiner Granulation, stark geschwollenem 
Kunopfe etc., 


Cidaris alpina Cotteau °) 
mit gedornten Längsrippen, 

Cidaris Phillipsü Agass. ©), 
Oberfläche glänzend glatt, ohne Granulation oder feine Längs- 
linien. Dornen nicht senkrecht, sondern nach oben gerichtet, mit 


verbreiterter Basis, aber der defecte Zustand der Stücke lässt 
kein befriedigendes Urtheil gewinnen. 


Vorkommen. Cidaris muricata ist neben Üidaris punctata 
die häufigste Art des Geschlechts im norddeutschen Hils; sie liegt 
vor von Achim bei Börsum, Kissenbrück, Gevensleben, Oesel, 


I) Anponeun Römer, die Versteinerungen des norddeutschen Kreidegebirges. 
Hannover 1841, pag. 29. 

2) Desor, Synopsis des Echinides fossiles pag. 31. 

3) Pal&ontol. france. terr. eret. tome VII, pag. 222, tab. 1046, fig. 14— 16. 

4) pn Lorıor, Kehinolog. Helvstique, tome II, 1873, pag. 42, tab. 3, fig. 11—13. 

5) Die Stacheln bei pw Lorror, 1. ce. pag. 38, tab. 3, fig. 1—9. 

6) Abgebildet Drsor, Synopsis lichin. foss. pag. 32, tab. 5, fig. 9. 


% 


u EP SEEN 


[83] III. Cidaridae. 11 


Berklingen, Elligser Brink, Grube Zuversicht im Sommierholze 
bei Kniestedt, Grube Marie bei Steinlah, und als Hohldruck aus 
dem Sandsteine des Teutoburger Waldes (Neuenheerse etec.). 


Cidaris punetata AnoLpHu RÖMER 1836 N. 
Taf. 8, Fig. 21. 


Cidaris punctata Apoupn Röner, die Versteinerungen des norddeutschen Oolithen- 
Gebirges 1836, pag. 26; tab. 1, fig. 15, 17 

(male!) 2) 
»  variabilis Kocn und Duxker, Beiträge zur Kenntniss des norddeutschen 
Oolithgebirges 1837, pag. 54, zum Theil. 


Nachdem von ADOLPH RÖMER selbst die für vereinzelte 
Stacheln und Asseln 1836, 1. c. aufgestellte Bezeichnung der 
Art in Anschluss an Koch und DunkErR in seinem Kreide- 
werke 1841 fallen gelassen war, wurde sie mit Recht von 
Desor?) festgehalten, und erfuhren die Stacheln später durch 
DE LORIOL*) unter Berücksichtigung norddeutscher Exemplare eine 
genauere Darstellung. 


Die im allgemeinen cylindrischen, verlängerten Stacheln sind 
in ihrem Haupttheile bedeckt von gleichmässigen, gerundeten 
Granulen, welche sich in regelmässige Längsreihen ordnen. Diese 
Reihen gehen in der Nähe des oberen Endes bisweilen in Rippen 
über. In der Tiefe zwischen den Reihen mikroskopisch kleine, 
unregelmässig und gedrängt stehende Körnchen. 


Von dem langen, längsliniirten Halse ist der granulirte Theil 
des Stachels durch einen schräg gestellten kräftigen Wulst ge- 


1) Non! Cidaris punctata Agassiz, Catalogue raisonn& des Echinides 1847, 1. c. 

2) Die nicht characteristische Figur wurde auch copirt von Desor, Synops. 
Echin. foss. tab. V, fig. 1.— Die erste gute Abbildung der Art gab pr Lorıor 
unter dem Namen 

Cidaris Salvensis 

aus dem mittleren Neocom vom Mont Saleve, in: Desceript. des animaux invort. 
foss. du Mont Salöve. Geneve et Bäle 1863, pag. 178, tab, 20, fig. 10—12. 

3) Desor, Synops. des Kchinid. foss. pag. 11. 

%) pe Lorıor, Eehinolog. Helvötique, tome II, pag. 43, tab. 3, fig. 13—15. 


12 III. Cidaridae. [8 4] 


trennt. Der untere Theil des Stachels ist gewöhnlich schlecht 
erhalten; an drei Exemplaren jedoch bemerkt man eine Crene- 
lirung der Gelenkfacette ?). 

Nahe verwandt sind die Stacheln, welche WRIGHT?) aus dem 
Sponge-gravel von Farringdon in Berkshire als Cidaris Farring- 
donensis beschrieb. 

Einige vorliegende englische Exemplare unterscheiden sich 
durch mehrere Grösse, kräftigere und gedrängter stehende Gra- 
nulen, welche an ihrer Basis gern zusammenhangen, so dass man 
geneigt sein könnte, die Reihen als gekörnte Rippen zu be- 
zeichnen ?°). 

Ob einige kleinere Exemplare mit kürzerem Hals und ohne 
den schrägen Wulst einer anderen Art, etwa 

Cidaris Lardyi Desor %) 
angehören, bleibt vorläufig zweifelhaft. 


Einige defecte Stücke vom oberen Theile kräftiger Stacheln 
könnten zu 
Cidaris Neocomiensis Marcou ?) 
gehören. 
Vorkommen. Die Art liegt in zahlreichen Exemplaren aus 
dem norddeutschen Hils vor, von Achim, Kissenbrück, Oesel, 
Elligser Brink, Berklingen, Gevensleben, Kniestedt, Gitter. 


Cidaris sp. nov. 
Taf. 8, Fig. 19. 


Vereinzelte Asseln von Cidariden sind keine seltene Er- 
scheinungen im norddeutschen Hils. Die Mehrzahl derselben hat 
etwa den Habitus von 


I) Schon vw Lorıon gab an, dass die Gelenkfacette leicht erenelirt sei, 
während Corrsau sie als glatt bezeichnete. 

?) Weicur, Brit. foss. Echinod. from the Cretac. Form. (Pal. Soc.) pag. 68, 
tab. II, fig. 8. 

3) pe Lorıor nennt Üidaris Farringdonensis aus dem Aptien der Schweiz 
von Ste. Oroix und La Presta. (Kchinolog. Helvet. tome II, pag. 51. 

#) Vergl. Corrwau in Paleont. frang. terr. eret. tome VII, pag. 190, tab. 1043, 
1049, und ps Lorror, 1. ce. pag. 45, tab. III, fig. 17 —20. 

°) Corrrau, 1. ec. pag. 208, tab. 1044, fig. 19 — 20. 


[85] III. Cidaridae. 13 


Cidaris Lardyi Des. oder 

Cidaris Farringdonensis Wright, oder 

Leiocidaris Salviensis Cott., 
lässt sich aber nicht mit befriedigender Sicherheit bestimmen. 
Ohne Zweifel stehen sie in Beziehung zu den häufiger vor- 
kommenden Stacheln, welche als 

Cidaris punctata A. Röm., 

Cidaris muricata A. Röm., 

(Cidaris hirsuta Marc.) 
bereits oben besprochen wurden. 

Fundpunkte von Asseln des bezeichneten Habitus sind: Oesel, 

Kissenbrück, Berklingen, Achim, Gevensleben, Gitter. 


Von diesen Platten unterscheiden sich sehr bestimmt einige 
seltene Asseln mit stark in die Quere ausgedehnten (fast 2:3) 
Warzenhöfen!). Ein Serobicularring tritt kaum hervor. Stachel- 
warze durchbohrt, nicht crenelirt. Siehe Taf. 8, Fig. 19. 

Einige Platten mit weniger stark ovalen Warzenhöfen schliessen 
sich an Leiocidaris? Hilsii Schlüt. an. 


Vorkommen. Die bezeichneten Asseln haben sich im mitt- 


leren Hils bei Achim gefunden. 


Cidaris striatula v. D. MARcK. 


Oidaris vesiculosa var. striatula W. v. d. Marc, Verhandl. d. naturhist. Vereins 
d. preuss. Rheinlande u. West- 
falens. 15. Jahrgang, 1858, 
pag. 62, tab. III, fig. 46. 


Es liegen nur Fragmente von Stacheln vor. 
Gestalt eylindrisch, nach unten verengt, bis zu 5,5"" Durch- 
messer. Die Oberfläche trägt schmale verlängerte, in Längsreihen 


1) Sie erinnern sehr an die Abbildung, welche px Lorıou (Echinol. Helvet. II, 
tab. III, unter fig. 2a von Cidaris alpina Cott. giebt. Das Bild scheint aber 
nicht gelungen zu sein; denn im Text werden die Serobicula als fast kreisförmig 
bezeichnet, und es wird bemerkt, die Exemplare der Schweiz stimmen völlig 
mit den Originalen von Corrzau überein. Die Abbildung Corrzau’s (Paleont. 
france. terr. Cr&t. tome VII, tab. 1049, fig. 1—4) ist recht verschieden von der 
pe Lorıors. 


14 III. Cidaridae. [86] 


(16—19) geordnete Knötchen. Nicht nur die breiteren Zwischen- 
räume, sondern die ganze Oberfläche ist mit feinen, scharfen 
Längslinien bedeckt. Der Umstand, dass diese Linien auch über 
die sehr schmalen verlängerten Knötchen laufen, giebt den Stacheln 
einen eigenthümlichen, ungewohnten Habitus. 


Da die Bezeichnung striatula bereits durch COTTEAU einer 
Cidaris aus dem Lias verliehen ist, könnte man diese Kreide- 
Stacheln, falls weiteres Material sie besser kennen lehrt, als 

Cidaris striato-nodosa 
bezeichnen. 
Vorkommen. Ich kenne die Stacheln nur aus den Kreide- 


Schichten mit Belemnitella mucronata bei Berkum und Rosenthal, 
westlich Peine unweit Hannover. 


W. v. D. MArRcK bemerkt zu denselben, dass sie häufig im 
Diluvium des Lippethals bei Hamm seien. In anstehenden Kreide- 
schichten Westfalens sind sie bisher noch nicht gesehen worden. 


Cidaris alata BoLL 1846. 


Cidaris alatus Bon, Geognosie der deutschen Ostsee-Länder 1846, pag. 146 
(non ! Münster). 


Durch BoLL wurde für gewisse Cidariden - Stacheln von 
polygonalem Querschnitt aus dem norddeutschen Diluvium und 
der Kreide Rügens obiger Name angewandt und dieselben kurz 
so characterisirt: 


»Stacheln an Grösse der Cidaris spinosa Boll gleich, aber 
prismatisch; die Kanten mit (dünnen) Leisten besetzt, welche 
sehr stark sägeartig ausgezähnt sind. Eine Längsstreifung ist 
hier kaum bemerkbar. « 

Die Stacheln erregen ausser ihrer characteristischen Gestalt 
auch wegen des Vorkommens an verschiedenen Fundpunkten auf 
dem Festlande Interesse. 

Das vorliegende Material gestattet leider nicht, das Ver- 
hältniss zu 


[87] III. Cidaridae. 15 


Cidaris Hagenowi Desor !) 
festzustellen. Bis dies geschehen, mag der Name Bour’s für sie 
angewandt werden, obwohl die Bezeichnung »alata« schon früher 
vergeben war. 


Vorkommen. Nur bekannt aus der Zone der Belemnitella 
mucronata, und zwar von der Insel Rügen, von Lüneburg und 
vielleicht von Ahlten. 


Cidaris spinosa BoLL. 


Cidaris spinosus BorLL, die Geognosie der deutschen Ostsee-Länder zwischen 
Eider und Oder. Neubrandenburg 1846, pag. 146. 


Gehäuse unbekannt. 

»Er ist dem Stachel des Crdaris mazximus Goldf. tab. 39, 
fig. 1b sehr ähnlich, aber nur halb so lang und dick. Er ist 
rund, sehr fein längs-gestreift (nur bei sehr günstiger Beleuch- 
tung unter der Lupe sichtbar) und mit runden Dornen besetzt, 
welche in Längsreihen oder auch zerstreut stehen. Häufig.« 
— Dieser Characteristik BoLL’s gestatten die wenigen mir vor- 
liegenden Stachel-Fragmente nur noch beizufügen: Hals mässig 
lang, fein gestreift; Knopf entwickelt; Ring vorspringend; von 
der Gelenkfacette der Rand nicht, aber ein Theil der Aussenseite 
(bisweilen) leicht crenelirt. 


Verwandt ist 
Cidaris spinosissima Ag., 
die von AGassız aufgestellt ?2) und von DEsor ?) und CorTTEAUu #) 
auch abgebildet wurde. Diese Stacheln sind doppelt so dick, 
leicht abgeplattet und tragen nur auf der gerundeten Seite Dornen, 


1) Desor, Synopsis des Echinides fossiles pag. 32, tab. V, fig. 16: »Prismatique 
avec des granules ou dentelures sur les carenes. Sommet e&tal& en forme de pa- 
nache anguleux. Craie blanche de Rügen. Coll. Hagenow, Michelin«, 

2) Acassız, Catal. raisonns des Echinid. 1846, 1. c. 

%) Desor, Synopsis Echinid. pag. 33, tab. V, fig. 23. 

%) Correau in Pal&ontol. franc. terr. eret. tome VII, pag. 304, tab, 1073, 
fig. 17, 21. 


16 III. Cidaridae. [88] 


während die entgegengesetzte abgeflachte Seite nur von Granulen 
bedeckt ist. Vielleicht gehören beide zusammen. 

Der Name Cidaris spinosus ist schon frühzeitig durch Acassız 
den Aelteren und Graf MÜNSTER vergeben, deshalb würde, falls 
Verschiedenheit von Cidaris spinosissima sich später mit Sicherheit 
ergeben sollte, die von BoLL gewählte Bezeichnung durch eine 
neue zu ersetzen sein. 


Vorkommen. Die Stacheln sind. bisher nur bekannt aus 
der Schreibkreide mit Belemnitella mueronata der Insel Rügen 1), 
und, wahrscheinlich aus diesen Schichten stammend, an sekundärer 
Lagerstätte im norddeutschen Diluvium. 


Cidaris (Psendocidaris ?) baltica sp. nov. 
Taf. 17, Fig. 9 — 11. 
Gehäuse unbekannt. 


Stacheln ansehnlich, gross und breit; bis zu 37”® Länge 
und 13"® Breite. 

Der Haupttheil bildet in der Breitenansicht ein längliches 
Oval, welches stumpf im Scheitel endet und abwärts langsam in 
den Keulenstiel übergeht, der etwa 1/; der Gesammtlänge aus- 
macht. 

Der Querschnitt der Stacheln ist elliptisch, aber an den meist 
im Innern hohlen und verdrückten Stacheln jetzt wohl mehr als 
ursprünglich der Fall war. So misst der Querschnitt eines kleineren 
Stachels 9"® und 41/a"". Ein anderes, nicht hohles, sondern mit 
Kalkspath völlig ausgefülltes Fragment, welches dem unteren Theile 
der Keule angehört: 10”"" und 7m, 

Die untere Partie der Stacheln ist nicht von sehr guter Er- 
haltung, gleichwohl dürfte sicher sein, dass Knopf und Ring nicht 
bedeutend entwickelt waren. 

Die Oberfläche des grössten Haupttheiles der Stacheln ist 
mit zarten, etwas verlängerten, ziemlich entfernt stehenden Körn- 
I) Von Quusstenr, Echiniden pag. 172, tab. 67, fig. 160, 161, wurden die- 
selben irrig auf Cidaris perornata Forbes bezogen. 


[89] III. Cidaridae. 17 


chen verziert, welche manchmal die Neigung erkennen lassen, sich 
in Vertikalreihen zu ordnen. An einigen Stacheln verstärken sich 
gegen den Scheitel hin die Körnchen und drängen sich allmählich 
mehr. Das Gleiche hat in erhöhtem Maasse an der unteren 
Partie statt. 


Bemerk. Diese Stacheln haben grosse Achnlichkeit mit vor- 
liegenden Stacheln von einer sehr fernen Lokalität, von Tehuacan 
in Mexico. Mehrere derselben zeigen auch die comprimirte Ge- 
stalt des Haupttheiles und dessen zarte Ornamentik, andere da- 
gegen sind drehrund. Mehrfach zeigen diese Stacheln die Nei- 
gung, gegen den Scheitel hin die gröberen Granulen zu kurzen 
Rippen zu verschmelzen. Auch ist deren untere Partie plumper 
gebaut, indem der Uebergang von der Keule zum Halse rascher 
erfolgt, und dieser kürzer ist. Endlich ist der Ring dieser Stacheln 
scharf erenelirt und der Aussenrand der Gelenkfacette grob ge- 
strahlt. — Diese mexikanischen Vorkommnisse sind schon lange 
in der Litteratur bekannt. Durch GALEoTTI !) wurden sie als 
Cidaris glandifera Goldf. aufgeführt, DE LoRIOL beschrieb sie als 
Pseudocidaris Saussurei?) und ÜOTTEAU ?) lehrte dann das zuge- 
hörige Gehäuse kennen. 


Von europäischen Vorkommnissen stehen am nächsten die 
Stacheln von Cidaris clunifera Agass. — Hemicidaris clunifera 
Desor #) aus dem Neocom Frankreichs und der Schweiz. Die 
Beziehungen dieser zu den mexikanischen sind schon von COTTEAU 
besprochen; diejenigen zu der Baltischen Art sind noch geringere. 


Vorkommen. Bisher nur aus der baltischen Schreibkreide 
(Schichten mit Belem. mueronata) bekannt. Es liegt ein Gesteins- 


1) Gateorrtı, Bull. de l’Acad. de Bruxelles 1839, tome VII, pag. 228, tab. II, 
fig. 12. 

2) pe Lorıor, M&m, de la Soc. de phys. et d’hist. nat. Geneve 1876, tome XXIV, 
pag. 17, tab. II, fig. 6—8. 

3) Correau, Echinides nouveaux ou peu connus, 1° Sörie, Paris 1858— 1880, 
pag. 219, tab. 31, fig. 1—4. 

4) Vergl. Corrzau, Pal&ontol. frang. terr. er&t. tome VII, pag. 337, tab. 1090. 

Neue Folge. Heft 5. 2 


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18 II. Cidaridae. [90] 


stückchen mit 5 Stacheln, resp. deren Abdrücken vor, welches 
von Stevnsklint auf der Insel Seeland stammt. 

Zwei Stachelfragmente sollen von der Insel Rügen stammen, 
aber ich befürchte, dass hier eine Verwechselung der Etiketten 
stattgefunden hat, und halte es für wahrscheinlich, dass auch diese 
Stücke von Stevnsklint herrühren. | 

Anscheinend waren auch schon BoLL solche Stacheln bekannt. 
Er bezieht auf Cidaris glandifer ? Goldf. 40. 3. 6. einen im Feuer- 
stein befindlichen Stachelabdruck: »In seiner vorderen Ansicht 
gleicht er in Grösse und Gestalt ganz der citirten Abbildung, 
aber er ist plattgedrückt, so dass er von der Seite gesehen eine 
lanzettförmige Gestalt hat« 1). Demnach auch im norddeutschen 
Diluvium. 


!) Borz, Geognosie der deutschen Ostsee-Länder 1846, pag. 146. 


[91] III. Cidaridae. 19 


Gatt. Rhabdocidaris Desor 1857. 


Rhabdoeidaris triangularis sp. nov. 
Taf. 8, Fig. 11 — 14. 
Gehäuse unbekannt. 


Von Stacheln liegen nur einige Bruchstücke aus der mitt- 
leren Partie, von 20”® Länge und 4”” stark, vor. Der Quer- 
schnitt derselben stellt ein fast gleichseitiges Dreieck dar. Die 
Oberfläche zeigt unter der Lupe eine feine, etwas unregelmässige 
Granulation, die gerundeten Kanten dagegen sind mit kräftigen, 
ziemlich entfernt stehenden, nach oben gerichteten Dornen von 
rundlichem Querschnitt besetzt. 


Bemerk. Während im Jura mehrfach Cidariden -Stacheln 
von dreieckigem Querschnitt gefunden sind !), scheinen aus der 
Kreide nur zwei bezügliche Formen bekannt zu sein: 

Cidaris prismatica Gras ?) 
und 
Rhabdocidaris Cortazari Cotteau ?). 


1) Schon Graf Münster (Goupruss, Petrefacta Germaniae tab. 39, fig. 4e, d) 
kannte dergleichen und bezog sie auf Cidaris nobilis. — Auch Quesstepr, Jura, 
tab. S9, zeichnete mehrere solcher Foımen und nannte sie (idaris trieuleata, 
Cidaris tricarinata, Cidaris trispinata, Cidaris trilatera ete. 

2) A. Gras, Ours. foss. de l’Isere 1843, pag. 26, tab. 3, fig. 6. Eine Copie 
gab Desor, Syn. Echin. foss. tab. V, fig. 8 und nannte sie (pag. 31) Rhabdocidaris 
prismatica. 

3) Correau, Notice sur les Echinides Urgoniens, recueillies par M. Barkoıs 
dans la province d’Oviedo (Espagne). (Ann. des Sc. Geol. 1879, pag. 3, tome X, 
pl. 1, fig. 7, 8.) 

2#r 


[#] 
"ii 


20 II. Cidaridae. [92] 


ALBIN GRAS gibt von dem einzigen, unvollständigen Stachel, 
welcher aus dem Unter-Neocom von Fontenil stammt, an: 
»sa section transversale donne un triangle isocele ü large base. 
Ce corps est herisse gü et la d’epines dirigees obligquement«. 
Wenig übereinstimmend mit der Beschreibung stellt der Quer- 
schnitt in der Abbildung ein sehr ungleichseitiges ungleichwink- 
liges Viereck dar. Eine weitere Verschiedenheit von den vor- 
liegenden Stacheln liegt darin, dass Cidaris prismatica auch auf 
den Seitenflächen vereinzelte Dornen trägt. 
Die Verschiedenheit beider Arten vergrössert sich noch mehr 
durch den Umstand, dass CorTEAU !) und DE LORIOL ?) 
Cidaris tuberosa A. Gras 


und 
Öidaris ramifera A. Gras 


als Synonyma beifügen und die Art 
Rhabdocidaris tuberosa 


nennen. Besonders die zahlreichen von DE LoRIOL abgebildeten 
Stacheln geben ein recht abweichendes Bild. 

Rhabadocidarıs Cortazari aus der Urgonien von Cap Prietro 
in Spanien unterscheidet sich durch die feine Zähnelung der 
Kanten. 

Vorkommen. Selten im mittleren Hils von Achim bei 


Börsum. 


Rhabdoeidaris sp. nov. 
Taf. 8, Fig. 7—10. 
Taf. 8, Fig. 5,6. 

Es liegen nur Fragmente von Stacheln vor, welche unten 
breit und dünn sind (bei 20"® Länge bis zu 10"® breit und nur 
2"m dick) und sich nach oben hin noch mehr verbreitern. 

Die Oberfläche fein liniirt und mit vereinzelten, kleinen, längs- 


geordneten Tuberkelchen besetzt; nur die beiden schmalen, gerun- 


') Corrwau, Pal&ontol. frang. terr. eret. tome VII, pag. 337, tab. 1081, 1088. 
?) ow Lorror, Echinol. Helvet. tome Il, pag. 57, tab. 4, fig. 16 —31. 


[93] III. Cidaridae. 91 


deten Kanten führen ziemlich entfernt stehende, rechtwinklig ge- 
stellte Dornen von kreisförmigem Querschnitt. 

Zugleich mit den Stacheln finden sich am selben Fundpunkte 
ebenso sparsam vereinzelte Coronalplatten, welche auf ein grosses, 
kräftig gebautes Grehäuse hinweisen. 

Warzenhöfe gross, oval; Scrobicularring nicht oder kaum ge- 
schlossen, seine Warzen kräftig, von feinen Körnchen umstellt; 
Stachelwarzen, auf vorragenden Warzenkegeln, durchbohrt und sehr 
stark erenelirt. Auf der Innenseite erscheinen die Asseln leicht 
sattelförmig gebogen. 

Vermuthungsweise gehören Stacheln und Asseln !) derselben 
Art an. 

Stacheln und Asseln stammen aus dem »obersten Hils der 
Eisensteingrube Zuversicht im Sommerholze bei Kniestedt«. 


Unter den Formen, welche aus dem Neocom zum Vergleiche 
herangezogen werden können, ist, was die Stacheln betrifft, 


Rhabdocidaris Thunensis 
zu nennen, ein Stachel, den DE LoRIOL ?) aus dem Neocom der 
Schweiz beschrieb. Er besitzt ebenfalls eine flache, nach oben 
hin sich verbreiternde Gestalt und zeigt eine gewisse Aehnlich- 
keit mit den vorliegenden. Aber seine Granulen sind stärker und 
bilden vollständige Längsreihen. Die beiden Seitenkanten sind 
glatt, ohne Dornen. 

Die Asseln erinnern an diejenigen von 

Rhabdocidaris tuberosa Alb. Gras sp. 

Zufolge der Darstellung bei CorrEau ?) sind jedoch die Scro- 

bieularringe derselben sämmtlich %) geschlossen. 


!) Asseln mit erenelirten Stachelwarzen sind im norddeutschen Neocom sehr 
sparsam gefunden. Ausser den oben bezeichneten kenne ich nur noch fünf 
kleinere derartige Platten. Dieselben fanden sich bei Achim, Berklingen und am 
Elligser Brink. 

2) pe Lorıor, Echinol. Helvöt. tome Il, pag. 62, tab. 5, fig. 8. 

9) Correau, Paleont. frang. terr. eret. tome 7, pag. 337, tab. 1081, fig. 1-7. 

%) pe Lorsor, 1. ce. tab. IV, fig. 16 zieht eine unvollständig erhaltene Assel 
hierher, welche anscheinend einen nicht geschlossenen Serobieularring besitzt. 


DD) III. Cidaridae. [94] 


Diese Art gehört dem tiefsten Neocom, der etage Valan- 
ginien an. 

Fasst man die vorliegenden Asseln und Stacheln als zusam- 
mengehörig auf, so steht unter den bekannten Formen eine Art 
aus dem Braunen Jura 

Cidaris praenobilis Quenstedt 1) 
am nächsten. Die Aehnlichkeit mit den angezogenen Bildern von 
QUENSTEDT ist so gross, dass man beide Vorkommnisse für ident 
halten möchte. 

Was die Fundortsangabe angeht, so kann dieselbe nicht be- 
zweifelt werden, da ich die Stücke dem verstorbenen Herrn Ober- 
Salinen-Inspector SCHLÖNBACH verdanke, der sie selbst an dem in 
der Nähe seines damaligen Wohnortes gelegenen Fundpunkte auf- 
gelesen hat. 


Es könnte dann noch die Frage aufgeworfen werden, ob die 
Stücke nicht an sekundärer Lagerstätte gefunden seien, wohin sie 
aus dem Braunen Jura verschwemmt wären. Diese Annahme ist 
wenig wahrscheinlich, denn weder habe ich selbst jemals ähnliche 
Stücke im Braunen Jura Norddeutschlands gesehen, noch sind mir 
dergleichen aus der einschlägigen Litteratur bekannt geworden. 


Auch W. Dames kennt in seinem Aufsatze: »Die Echiniden 
der nordwestdeutschen Jurabildungen« ?) keine verwandten For- 
men, ja verzeichnet aus dem gesammten Braunen Jura nur eine 
einzige Art, nämlich die Stacheln von Cidaris spinulosa Röm., 
deren Hauptlagerstätte die Coronaten-Schichten bilden. 

Demnach wird man einen genaueren Vergleich mit süddeut- 
schen Original-Stücken vornehmen müssen, da mir dieselben fehlen, 
kann ich nur angeben, dass zufolge der Abbildungen die Warzen 
ihrer Scrobicularringe weniger entwickelt sind. Wenn QUENSTEDT 
von seinen Stücken angibt: »Die Höfchen der grossen Asseln 
sind am Aussenrande gegen die Ambulacra hin deutlich radial 
gestreift. Ks zeigt sich das zwar öfter noch im Weissen Jura, 


I) Quessteor, Echbiniden, pag. 96, tab. 65, fig. 1—3, 13, 20. 
2) Zeitschr. d. Deutsch. geol. Ges. Bd. 24, Jahrg. 1872, 


[95] III. Cidaridae. 23 


aber doch nie so deutlich«, so zeigen im Gegensatze hiermit 
unsere Stücke keine Spur dieser Erscheinung. Die Beschaffenheit 
der Stachelfragmente bietet, da QUENSTEDT ausser solchen mit 
glatter Oberfläche auch abweichende mit pustulöser kennt, keinerlei 
Handhabe zur Beurtheilung beider Vorkommnisse. 

Sollten weitere Erfunde die specifische Verschiedenheit der 
Hils-Form von der des Braunen Jura bestimmt darthun, so würde 
das interessante norddeutsche Vorkommen nach dem Finder als 


Rhabdocidaris Schlönbachi 


zu bezeichnen sein. 


Rhabdocidaris cf. cometes BoLr. 
Taf. 17, Fig.5—8. 


Gehäuse unbekannt. 

Stacheln gross, flach, dornig. 

Es liegen keine vollständigen Stacheln vor, gleichwohl sind 
auch die Fragmente von so characteristischer und so ungewöhn- 
licher Gestalt, dass sie sofort die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. 

Diese Bemerkungen beziehen sich auf solche Fragmente, 
welche einer höheren Partie der Stacheln angehören. 

Diese sind flachgedrückt und verbreitern sich nach oben hin. 
So misst ein 30” Janges Fragment unten in der Breite 5"” und 
kaum 1”= in der Dicke, am oberen Ende 9"" in der Breite und 
stark 1”" in der Dicke. 

Bisweilen sind diese flachen Stachelstücke an den Seiten- 
rändern etwas verdickt. 

Vielleicht sind als tiefere Theile des Stachels Fragmente auf- 
zufassen, welche sich verschmälern und verdicken. So zeigt ein 
14"" langes Bruchstück unten 3 und 4”", oben 2 und 4!/y 

Die Oberfläche ist mit Dörnchen besetzt, deren gekrümmte 
Spitze dem Scheitel zugeneigt ist. Sie haben die Neigung, sich 
in Längsreihen zu ordnen und bisweilen sich auf kurze Strecken 


mm 
. 


rippenartig zu verlängern. 
Das untere Ende der Stacheln, welches Licht auf die syste- 
matische Stellung werfen könnte, ist zur Zeit noch unbekannt. 


24 III. Cidaridae. [9 6] 


Die vorliegenden Stücke enthalten keine Höhlung, bestehen 
völlig aus Kalkspath, verdanken also ihre Gestalt nicht einem 
späteren zufälligen Drucke. 

Aus den gleichen Schichten stehen diejenigen Stacheln am 
nächsten, welche BoLL 1) 


Cidaris cometes 


nannte. Durch die plattgedrückte Gestalt des Stachels ist aber 
ihre Oberfläche, statt mit Dornen, mit feinen Rippen bedeckt. BoLL 
beschreibt die Stacheln: »Zahlreiche Stachelabdrücke in Feuerstein. 
Sie sind 11/4 Zoll (33”®) lang, unten rund, haben eine stumpf- 
conische Spitze (Basis) einen gekerbten, scharfkantigen Gelenk- 
ring, hinter (über) welchem der sehr plattgedrückte, längsgerippte 
Stachel allmählich, bis zu fast dreifachem Durchmesser des Gelenk- 
ringes, an Breite zunimmt. Die Seitenkanten des Stachels diver- 
giren nach der oben schräg abgestutzten Spitze hin. Ausser den 
von unten nach oben divergirenden Längsstreifen ist der Stachel 
ganz glatt. — Der Stachel hat Aehnlichkeit mit einem lang- 
gestreiften Cometen.« 


Es könnte scheinen, dass die Characteristik von HAGENOW’s?): 


»Nadeln sehr zart und plattgedrückt, glatt, an den 
scharfen Kanten sägenförmig, scharf gezahnt. Allen 
Exemplaren fehlt die Warze und Spitze« 


ebenfalls hierher gehörige Stacheln bezeichnete, wahrscheinlicher 
aber ist, dass dieselben zu Porocidaris sp. n. (Cretaea) gehören. 


Bemerk. Aehnliche Stacheln, jedoch weniger breit, und lang- 
samer sich nach oben hin verbreiternd, hat MENEGHINI°) aus jung- 


1) Geognosie der deutschen Ostsee-Länder zwischen Eider und Oder. Unter 
Mitwirkung von G. A. Brückner, verfasst von E. Borz. Neu-Brandenburg 1346, 
pag. 146, tab. 2, fig. 4. 

2) Monographie der Rügen’schen Kreide-Versteinerungen, II. Abth., Radiarien 
und Annulaten von Fr. von Haczenow. Jahrbuch für Mineralogie ete. 1840, 
pag. 658. 

3) G. Mexesnuust, Sugli Echinodermi fossili neogenili di Toscana, in: Siena e 
il suo Territorio, Siena 1862, pag. 71, tab. II, fig. 3. »Radioli remiformi, a faceia 
articolare erenulata, compressi fin dalla base e superiormente pit o meno dilatati, 
ornati di numerose serie lineari longitudinali di spinette acute, 


2 2 2 ee Se 


[97] III. Cidaridae. 25 


tertiären Schichten Oberitaliens beschrieben als Rhabdocidaris owy- 
riae. — Aus älteren Formationen steht am nächsten Rhabdocidaris 
Thunensis, welchen DE LoRIOL !) aus dem Neocom der Schweiz 
beschrieb. Die Rippen desselben sind anscheinend deutlicher ent- 
wickelt, die Granulationen dagegen zarter und weniger vor- 
tretend. 


Vorkommen. Die vorliegenden Stücke entstammen der 
Schreibkreide der Insel Rügen, mit Belemnitella mucronata ?). 


1) pe Lorror, Echinologie Helvstique. II. part. Genöve 1873, pag. 62, 
tab. V, fig. 8. »... ces cötes sont tres-regulieres ... petites asperites peu sail- 
laintes«. 

2) Vielleicht kommen auch die gleichen Stacheln auf der Insel Moen vor. 
Wenigstens deutet auf Aehnliches der Holzschnitt von Puggard. Geologie der 
Insel Moen, Leipzig 1852, pag. 15, in welchem er einem, Cidaris vesiculosa Goldf. 
genannten Gehäuse, eine Anzahl Stacheln anfügt. 


26 III. Cidaridae. [98] 


Gatt. Leiocidaris Desor 1857. 


Leiveidaris Salviensis CortEAu 1851. 


Cidaris Salviensis Corrzav, Catal. m&th. Echin. neocomiens. Bull. soc. hist. nat. 
de l’Yonne, tome V, 1851, pag. 282. 

Das einzige, ziemlich vollständig erhaltene Gehäuse aus dem 
Neocom Norddeutschlands lässt sich, obwohl die feineren Sculp- 
turen der Oberfläche durch Verwitterung fast gänzlich verloren 
sind, unter den schon bekannten Formen mit ziemlicher Gewiss- 
heit nur auf Leiocidaris Salviensis beziehen. 

Das Exemplar kommt bei 27”" Durchmesser, c. 14”® Höhe 
und c. 12” weiter Scheitellücke, an Grösse nahe dem kleineren 
von ÜOTTEAU in der Paleontologie fraucaise !) und von DE LORIOL 
in der Echinologie Helvetique ?) abgebildeten Exemplare. 

Das runde Gehäuse ist gebläht und oben und unten gleich- 
mässig abgeplattet. 

Die Ambulacra schmal und stark gebogen, besetzt mit 
2 Reihen gedrängt stehender Granulen und anscheinend zwischen 
diesen noch kleinere. Porengänge eingesenkt, gebildet aus ge- 
rundeten Poren, jedes Porenpaar in einer Furche gelegen und da- 
her von dem nächstfolgenden durch einen kleinen Wall getrennt. 

Die Interambulacralfelder führen in jeder Reihe an- 
scheinend?) vier Stachelwarzen, welche durchbohrt, aber nicht 
crenelirt sind. In jedem Felde pflegt eine der Scheitellücke zu- 
nächst gelegene Warze atroph zu sein. Im Uebrigen sind die 


1) ]. e. pag. 341, tab. 1080. 
2) ]. c. pag. 64, tab. 4, fig. 34. 
») Die Umgebung des Peristoms ist nicht völlig erhalten. 


[99] III. Cidaridae. 27 


Warzen ungewöhnlich kräftig und vortretend !). Warzenhöfe gross, 
kreisförmig, wenig eingesenkt, von einem Kranze grober Granulen 
umgeben, welcher ungefähr bis zur Gränze der Asseln reicht, da- 
her die Miliärzone schwach entwickelt. 

Das Gehäuse steht nahe der Cidaris Lardyi Des., von der 
zum Vergleiche ein Exemplar aus dem mittleren Neocom von 
Gy-l’Eveque (Yonne) vorliegt. Uebereinstimmend mit CorrEAU 
finde ich, dass bei letzterem die Ambulacralfelder weniger stark 
undulirt und die Poren nicht gejocht, dagegen die beiden Poren 
eines Paares durch ein Knötchen getrennt sind, die Stachelwarzen 
einen stärkeren Kopf und weiteres Höfchen besitzen etc. 

Bedenken gegen die Zugehörigkeit des vorliegenden Stückes 
zu Leiocidaris Salviensis erregt, dass an demselben anscheinend die 
Mamelons noch stärker, dagegen die Miliärzone noch schwächer 
entwickelt sind, das Gehäuse etwas niedriger ist, und vielleicht die 
Ambulacra mehr wellig gebogen sind ?) als an den französischen 
Vorkommnissen. Vielleicht sind jene Differenzen nur veranlasst 
durch die Zeichnung oder die Erhaltungsart. 

Nachdem die Art durch CoTTEav |. c. als (idaris Salviensis 
eingeführt und von DEsoR 3) unter der gleichen Bezeichnung auf- 
genommen war, wurde sie von ÜOTTEAU in dem Werke über die 
Echiniden des Yonne-Departements #) als Rhabdocidaris erkannt 
und zum ersten Male abgebildet, und fand von demselben Ge- 
lehrten eine abermalige Darstellung in der Pal&eontologie frangaise 
l. ce. Durch pe LorIoL wurde die Art sodann in die Gattung 
Leioeidaris?) Desor®) überwiesen”), welche sich von Rhabdocidarıs 
durch ungekerbte Stachelwarzen unterscheidet. 


1) In dieser Beziehung ist die Abbildung bei pw Lorıor am meisten zutreftend. 

2) Was nur mit den Abbildungen, ohne Vergleich von Originalen, nieht wohl 
festzustellen ist. 

3) Desor, Syn. Echin. foss. pag. 444. 

4) Correau, Etudes sur les Echinid. foss. du döpart. de l’Yonne, tome II, 
pag. 16, tab. 48, fig. 1 —4. 

5) Vergl. über Leiocidaris: Dames, die Echiniden der vieentinischen und 
veronesischen Tertiärbildungen. 1877, pag. 9. 

6) 1. e. pag. 48. 

?) pe Loxıor, Echinol. Helvet. II, 1873, pag. 64, tab. IV, fig. 34. 


a ne Fe 2 


we 


Bar 


et 


28 III. Cidaridae. [100] 


Unter den vereinzelten, aus norddeutschem Hils vorliegenden 
Asseln, an denen noch Theile der Ambulacralfelder haften, ist 
ein einziges Stückchen, welches hierher gehören könnte. Hier- 
nach ist die Vermuthung HuprE’s !), es möge Cidaris muricata 
Ad. Röm. mit Cidaris Salviensis zusammenfallen, weniger wahr- 
scheinlich. Uebrigens sind die zu Leiocidaris Salviensis gehörigen 
Stacheln zur Zeit noch unbekannt. 

Vorkommen. In Norddeutschland nur ein Exemplar aus 
dem »Unteren Hils von Gross-Vahlberg«. 

In Frankreich im mittleren Neocom, Schichten mit Echino- 
lampas cordiformis des Pariser Beckens, bei St. Dizier, Auxerre etc. 

In der Schweiz nach DE LorRIoL im Valangien von Villers- 
le-lac (Doubs) und mittleren Neocom von St. Croix (Vaud). 


Leiveidaris (?) Hilsii sp. nov. 
Taf. 8, Fig. 1—4. 


Maasse: 
Höhe des Gehäuses mehr als. . . . .„ . 40'm 
Durchmesser des Gehäuses, berechnet . . c. 62 » 
Durchmesser des Peristtoms . . 2 .....2 
DurchmesserkdessPeriprocis NS) AT 5a 2’? 
Breite der Interambulacralfelder . . . ..29 » 
Breiterder>Milärzene: u mr?! Susan NSS 
Durchmesser des grössten ovalen Warzenhofes 7,5 u. 9m 
Breite. der’ Ambulaeraltelder - ... “12 n..n2 6 mn 
Breite”der Porenzonen.n5 na kr das ae 
Breite der Interporiferenzone . . . . „a 25» 


Es liegt nur ein Gehäuse in unvollständiger Erhaltung vor, 
dasselbe ist gross, etwa 1/3 so hoch wie breit; nach oben lang- 
samer eingezogen wie unten, daher im unteren Drittel am wei- 
testen ausgebaucht. — Schale dick. 

Interambulacralfelder: 41/5 mal so breit wie die Ambulacral- 


felder. 


1) Hurß, Echinodermes, 1858, pag. 478. 


[101] II. Cidaridae. 99 


Ambulacralfelder wenig vertieft, kaum gewellt. Auf eine 
Interambulacralplatte kommen am Umfange des Gehäuses 16 oder 
17 Ambulacralplättchen. Die Porengänge wenig vertieft, verhält- 
nissmässig breit. Poren oval, die der äusseren Reihe etwas aus- 
gedehnter als die der inneren Reihe. Die Poren jedes Paares 
stehen weit um die doppelte Eigenbreite von einander entfernt, 
die Paare selbst dagegen einander genähert. Poren nicht deutlich 
gejocht 1), was freilich vielleicht zum Theil durch die Erhaltungs- 
art bedingt sein mag. 

Die Interporiferenzone verhältnissmässig schmal. Jederseits 
eine randständige Reihe von mamelonirten Sekundärwärzchen, 
welche in der Nähe des Scheitels regelmässig ausgebildet sind, 
weiter abwärts durch Zwischenschieben noch kleinerer Wärzchen 
oder Granulen unregelmässig werden. Entfernter vom Scheitel 
treten zwischen diesen seitlichen Reihen noch kleinere Wärzchen 
und Granulen von verschiedener Grösse, unregelmässig, aber dicht 
gestellt auf, welche sich auf etwa 2 Reihen oder deren Raum zu- 
rückführen lassen. 

In den Interambulacralfeldern sind noch 8 oder 9 Coro- 
nalplatten in einer Vertikalreihe erhalten, es werden ursprüng- 
lich, d. h. an dem vollständigen Gehäuse, noch einige mehr ge- 
wesen sein. 

Die auf wohl entwickelten Kegeln ruhenden Warzen sind 
durchbohrt, aber nicht crenelirt. Sie nehmen mitsammt den 
Warzenhöfen vom Peristom nach aufwärts langsam an Grösse zu, 
wobei sie sich in der Nähe des Scheitels wieder etwas verengen. 

Die Warzenhöfe sind leicht elliptisch, auf der Unterseite und 
am Umfange des Gehäuses mehr, als auf der Oberseite; ziemlich 


vertieft, einander genähert, auf der Unterseite in einander über- 


1) Wodurch die Stellung zur Gattung zweifelhaft wird; doch bemerkt auch 
Döperrers (Jap. Seeigel p. 44): »die Poren sind nicht mehr bei allen hierher 
gehörigen Arten so deutlich gejocht, wie bei Rhabdocidaris; bei manchen ist die 
charaeteristische Verbindangsfurche zwischen den beiden Poren eines Paares 
kaum zu erkennen (annulifera, verticillata), so dass solche Formen bei ausschliess- 
licher Berücksichtigung dieses Characters sich kaum von Gruppen mit unge- 
joehten Poren trennen lassen«. 


30 TI. Cidaridae. [102] 


gehend, höher durch einen einfachen Scrobicularring, oben durch 
zwei benachbarte Scrobicularringe getrennt. Die Scrobicularringe 
werden von mamelonirten, gesperrt stehenden Sekundärwärzchen, 
welche an Grösse die ambulacralen übertreffen, gebildet. 

Die Hauptwarzen nehmen ziemlich die Mitte der Platten 
ein, nur um ein geringes den Porengängen genähert. 

Die Miliärzone hat ungefähr die Breite der Warzenhöfe. Sie 
ist besetzt mit kleinen und grösseren, zum Theil mamelonirten 
Granulen, welche völlis regellos und nicht gedrängt stehen und 
hin und wieder noch kleine Körnchen zwischen sich nehmen. 
Ebenso sind die schmaleren Seitenporen, welche den Ambulacral- 
feldern anliegen, verziert. 

Die Nähte der Coronalplatten sind nicht vertieft und nicht 
deutlich. 

Scheitelschild und Stacheln unbekannt. 


Bemerk. In gleichalterigen Schichten ist mir keine nahe- 
stehende Form bekannt. 

In der Gesammterscheinung, zufolge der Abbildung, steht 
Leiocidaris alta DamEs!) von Sta. Trinitä bei Montecchio maggiore 
nahe, aber die Beschreibung weist die Unterschiede nach 2): Die 
Interporiferenzone in ihrem ganzen Verlaufe mit 4 Reihen Wärz- 
chen ete. Auf der Miliärzone gleich grosse, in Reihen geordnete 
Körnchen, welche durch eingerissene Linien getrennt sind 3). 


Vorkommen. Das abgebildete Gehäuse und ein paar ver- 
einzelte Coronalplatten fanden sich im Hils bei Achim (Braun- 
schweig). — Ersteres im Museum der Universität Göttingen, mit- 
getheilt durch Herrn Prof. von KoENEN. 


1) W. Damss, die Echiniden der vicentinischen und veronesischen Tertiär- 
ablagerungen. (Palaeontographica) Cassel 1877, pag. 11, tab. 1, fig. 8. 

2) Dasselbe gilt von einer afrikanischen Rhabdocidaris, die in den Echinides 
fossiles de l’Algerie par Corrzau, Prrox et Gaurmer, Paris 1883, tab. IV, 
fig. 1,2, pag. 53 dargestellt ist. 

3) Daher von Döperreıy (pag. 43) zu Pleurocidaris Pom. gestellt. 


[103] 


II. Cidaridae. 31 


Gatt. Tylocidaris Power 1883. 


Tyloeidaris velifera BRoNnn. 
Taf. 9, Fig. 1-7. 


1835. Cidaris veliferus Bros, Jahrb. f. Mineralogie ete. pag. 154. 


1840. 
1848. 
1848. 
1852. 


1858. 
1862. 


1862. 
1864. 


1865. 


1874. 


1875. 


» pisifera Acass., Catal. syst. et typ. foss. pag. 10. 
» velifera Acass. et Desor, Catal. rais. pag. 32). 


Salenia » _ Bioxs, Index Palaeontologieus, pag. 301. 
Cidaris globiceps Quessrepr, Handbuch der Petrefactenkunde pag. 577, 


tab. 49, fig. 17. 
» velifera Desor, Syn. Echin. foss. pag. 34. 
» »  Correau, Paleont. frang. terr. eret. VII, pag. 241, tab. 1051, 
fie. 14 — 21. 
» vesiculosa Correau, ibid. tab. 1051, fig. 4— 6. 
» velifera Wrıcar, Brit. foss. Echinid. cret. form. pag. 37, tab. II, 


fig. 2 —4. 
» »  Correau, Etud. sur les Echinid. du departement de l’Yonne 
terr. cret., tome II, pag. 221, tab. 67, fig. S-10. 
» » » Soeiete geologique de France. Reunion extra- 


ordinaire a Mons (Belgique) et ü Avesnes 
(Nord) 1874, Note sur les Echinid. eret. de 
la province du Hainaut, pag. 111. 

» globiceps Quessteot, Echiniden, pag. 187, tab. 68, fig. 34 — 38. 


Bee eauses . 5 en Jam 
Durchmesser des Gehäuses . . . . .c. 31» 
Durchmesser der Mundlücke . . . . .c. 13» 
Durchmesser der Scheitellücke . . . .c. 14» 
Durchmesser eines grössten Warzenhofes . 41/g—5"" 
Breite der Ambulacral-Felder . . ... gm 
Breite des Porenganges, kaum . . . . . 1» 
Breite der Interporiferenzone, stark. . . . 2» 
der Interambulacralfelder . . -. . . . ..15» 


Es liegen 11 Bruchstücke und ein etwa halbes Gehäuse vor. 


Von diesem sind die Maasse genommen. Die Bruchstücke gehören 
zum Theil kleineren Gehäusen an; das kleinste mit einer Breite 


32 III. Cidaridae. [ 1 04] 


der Interambulacralfelder von 11” und einer Höhe des Gehäuses 
von cat 

Gehäuse von mittlerer Grösse, von kreisförmigem Umfang, 
gebläht, oben und unten ziemlich gleichmässig abgeflacht. Ober- 
fläche wie bei Oidaris clavigera, Cidaris Bowerbanki und den anderen 
verwandten Formen mit Ausnahme der Warzenhöfe und Poren- 
gänge nicht eingesenkt, in derselben Ebene gelegen. 

Ambulacralfelder nicht eingesenkt; an der Unterseite des 
Gehäuses geradlinig, höher leicht wellig. Porengänge vertieft, ge- 
bildet von rundlichen bis leicht ovalen Poren, um weniger als 
den eigenen Durchmesser einander genähert, die Porenpaare etwas 
schräg gestellt und durch eine schwache Leiste getrennt. 12 bis 
14 Poren stossen an eine grosse Interambulacraltafel. 

Interporiferenzone nicht eingesenkt, plan; jederseits nächst 
den Porengängen eine Vertikalreihe gedrängt stehender, mame- 
lonirter Granulen; unmittelbar am Mundfelde und am Scheitel 
schieben sich zwei innere Reihen etwas kleinerer Granulen ein, 
weiterhin vier Reihen, welche häufig undeutlich sind. Auf dem 
grösseren Theile des Innenraumes stehen die kleinen Granulen 
gedrängt und regellos. Bei guter Erhaltung erscheinen sie (wenig- 
stens einzeln) mamelonirt; hin und wieder nehmen sie noch ein 
Körnchen zwischen sich. 

Die Interambulacralfelder führen in der Colonne 6 Stachel- 
warzen, welche von einem sehr kleinen, stark vertieften Warzen- 
hofe umgeben sind. Der Warzenkegel niedrig, nicht gekerbt; 
Stachelwarzen selbst sehr dick, diejenigen auf der Unterseite des 
Gehäuses glatt, nicht durchbohrt, diejenigen auf der Oberseite 
des Gehäuses durchbohrt. — In jedem Interambulacralfelde ist 
eine der der Scheitellücke zunächst gelegenen Warzen sammt ihrem 
Warzenhofe verkümmert. 

Die Warzenhöfe, unten mehr oval, nach oben hin mehr kreis- 
föormig, sind von einem Kranze mamelonirter Sekundärwarzen 
umgeben. 

In der Nähe des Mundfeldes sind die Scrobicularringe ent- 
weder nicht geschlossen, oder es trennt nur eine Wärzchenreihe 
zwei benachbarte Warzenhöfe. Indem die Stachelwarzen und 


[105] II. Cidaridae. 33 


Warzenhöfe in der Richtung nach oben hin an Ausdehnung zu- 
nehmen, treten sie auch weiter auseinander, so dass die Granulen 
der breiten, nicht vertieften Miliärzone sich zwischen sie schieben 
können. Die Granulen der Miliärzone stehen regellos, sind zum 
Theil mamelöonirt und kommen an Grösse den Granulen in der 
Mitte der Ambulacralfelder ziemlich gleich. Seitenzone so schmal, 
dass neben dem Scrobicularringe kaum noch einige Granulen 
Platz finden. 

Die Interambulacralplatten schwellen in der Richtung ihrer 
verticalen Mittellinie stark an, so dass sie auf der Innenseite der 
Interambulacralfelder convex erscheinen, während die Mittelpartie 
des Feldes stark concav erscheint. Siehe tab. 9, fig. 5. In Folge 
dessen erscheinen auf den Steinkernen die Interambulacralfelder 
breit wulstartig vorspringend, während die Ambulacralfelder nur 
schmale kielartige Erhöhungen bilden. 

Dieselbe Erscheinung zeigt ein englisches Gehäuse von 
(idaris clavigera, an welchem sich ein Paar Interambulacral-Platten 
abgelöst, und dieser Character ist wahrscheinlich der ganzen Gruppe 
hierhergehöriger Formen eigen. 

Schon CorTTEAu hat einen Steinkern aus dem Cenoman von 
Havre mit den angegebenen Merkmalen abgebildet !), aber irriger 
Weise auf Cidaris vesiculosa bezogen, deren Schale eine geringere 
Dicke besitzt und nichts von den genannten Eigenthümlichkeiten 
auf der inneren Seite zeigt. ÜoTTEAU gibt an, dass DESOR jenen 
Steinkern zu seiner Cidaris Heberti gezogen habe, die aus dem 
Cenoman vom Cap de la Heve stammen soll. 

Sämmtliche vorliegende Stücke stammen aus der Tourtia von 
Essen. Die einzigen daselbst gefundenen Stacheln, welche auf 
diese Gehäuse bezogen werden können, sind diejenigen von 


Cidaris velifera Broun. 


Bemerk. Ausser den besprochenen grösseren Stücken liegen 
auch Bruchstücke kleinerer Gehäuse vor mit nur 12"" breiten 
Interambulacralfeldern (statt 15”"") und 15”" hohem Gehäuse (statt 


I) Correau, Paleont. frang. terr. er&t. tome VII, tab. 1051, fig. 3, 4, 5. 


Neue Folge. Heft 5. 3 


34 II. Cidaridae. [106] 


18"®). Diese Gehäuse führen auf den Ambulacralfeldern am Um- 


fange nur 4 Reihen von Granulen. 


Stücke von 131/,"" breiten Ambulacralfeldern zeigen schon 
die breitere Interporiferenzone mit zahlreichen, ungeordneten Gra- 
nulen. Auch bei diesen Stücken sind die auf der Unterseite des 
Gehäuses liegenden Stachelwarzen undurchbohrt, die höher gele- 
genen durchbohrt. Diese kleineren Gehäuse führen nur 5 Stachel- 
warzen in einer Colonne, wie das am vollständigsten erhaltene, 
abgebildete Interambulacralfeld erkennen lässt. 


Es sind zwei verwandte Oidariden aus dem Cenoman bekannt, 
welche ebenfalls durch 4 Reihen Granulen auf den Ambulacral- 
feldern characterisirt sind. Die erstgenannte ist 


idaris Heberti Desor 1): 
» Petite espece ü scrobicules petits et serres, mais tres gros 
surtout a la face superieure. (Quatre rangees de granules 
ambulacraires ?). 


DEsoR nennt die Art von zwei Fundpunkten, zuerst aus der 
Craie chloritee vom Cap de la Heve und zweitens aus der Kreide 
von Vendöme an der Loir. Beide Stücke in der Sammlung des 
Herrn MICHELIN. ÜCOTTEAU, welcher beide Exemplare zu unter- 
suchen Gelegenheit hatte, macht in der Paleontologie frangaise 
die unerwartete Mittheilung, dass das erstgenannte Exemplar aus 
der Craie chloritee ein Steinkern sei; es ist dies das schon oben 
erwähnte, von CoTTEAU abgebildete und irriger Weise zu Cidaris 
vesiculosa gezogene Stück; dass das zweite Exemplar aus der Craie 
blauche stamme, und dass dieses Gehäuse, welches COTTEAU eben- 
falls abbildet?), nicht von Cidaris clavigera getrennt werden könne. 


Das zweite Vorkommen ist ein kleines Gehäuse von nur 14% 
im Durchmesser und 7"" Höhe, an welchem noch 7 Stacheln an- 


1) Disor, Synops. Kchin. foss. pag. 12. 

2) Durch Corrkau 1. ec. pag. 226 erfahren wir, dass das Stück 5 Coronal- 
platten in jeder Colonne besessen habe. 

3) Corzsav, 1. ce. tab. 1071, fig. 1—4. 


[107] III. Cidaridae. 35 


haften. Es stammt aus dem Upper Greensand von Warminster 
und ist von Wricnt !) auf Grund der anhaftenden Stacheln unter 
dem Namen (idarıs velifera Bronn beschrieben und abgebildet. 
Es besitzt 5 Stachelwarzen in jeder Colonne, welche angeblich 
alle durchbohrt sind. Da WRrıcHr vorsichtig beifügt, dass nur die 
auf der oberen Seite des Gehäuses befindlichen Warzen gut erhalten 
seien, so ist die Möglichkeit gegeben, dass die Stachelwarzen an 
der Unterseite des Gehäuses undurchbohrt waren 2). 

Aus dem Dargelesten ergibt sich, dass die Tourtia und 
aequivalente Bildungen zwei verwandte hierhergehörige Cidariden 
besitzen, von denen die kleineren, von 14 bis 25"® Durchmesser 
und 7 bis 13”® Höhe, nur 4 Reihen Granulen auf den Ambula- 
eralfeldern und 5 Stachelwarzen in jeder interambulacralen Colonne 
besitzen, während die grösseren eine breitere Interporiferenzone 
mit zahlreicheren, unregelmässig gestellten Granulen und 6 Coro- 
nalplattten in jeder Colonne aufweisen. 

Die Miliärzone ist bei den grösseren Gehäusen kaum breiter 
als bei den kleineren, dagegen sind die Warzenhöfe bei jenen 
weiter; ihr Umriss ist nicht verschieden. 

Sind beide als verschiedene Species ?) zu fassen, so würde die 
kleinere als 

Tylocidaris Heberti Des. sp. 


zu bezeichnen sein, wozu auch das von WrıcnHT als Cidaris velifera 


1) Werıcur, ]. ce. pag. 37, tab. 2, fig. 2—4. 

2) Hierza möchte zu bemerken sein, dass mir Gehäuse von so geringer 
Grösse aus der Tourtia von Essen nicht bekannt sind, und dass derartig 
kugelige Stacheln, welche so spärliche und so wenig in Reihen geordnete Höcker 
tragen, mindestens für Cidaris velifera nicht typisch sind und unter mehreren 
Hundert aus der Tourtia von Essen vorliegender Exemplare kaum ihres Gleichen 
haben. Dasselbe gilt von dem mit spärlichen Höckern bedeckten, vergrössert 
dargestellten Stachel bei Corrzav, Echin. Yonne, tab. 67, fig. 10. 

5) Die sehr zahlreich vorliegenden Stacheln bieten solche Verschiedenheiten, 
wie sie wohl zwei Arten zukommen könnten. Vielleicht aber gehören die 
diekeren den höheren Coronal- Platten an, während die schlankeren mehr dem 
Mundfelde genähert ihren Platz haben. Leider hat Wrisnr versäumt, über diese, 
an seinem Exemplare beobachtbaren Verhältnisse Mittheilungen zu machen. 


3* 


36 III. Cidaridae. [108] 


bezeichnete Gehäuse gehören würde, während die grösseren den 
Namen 

Tyloeidaris velifera Bronn sp. 
führen müssten. 


Da, wenigstens für einzelne (recente) Arten von Cidariden 
der Beweis erbracht ist ), dass die Zahl der Coronalplatten durch 
Einschieben neuer Platten am oberen Scheitelende der Interambu- 
lacralfelder sich vermehren kann, ebenso die Interporiferen - Zone 
durch Breitenwachsthum der Ambulacralplättchen sich ausdehnen 
und damit die Zahl ihrer Granulen sich vermehren kann, so liegt es 
nahe, diese Erfahrung auf die vorliegenden Reste anzuwenden und 
die kleineren Gehäuse als Jugendzustände der grösseren anzu- 
sprechen. 


An diese grösseren Gehäuse schliesst sich noch ein weiteres 
Gehäuse (37"®% Durchmesser) aus dem Üenoman von Roquefort, 
welches COTTEAU ?) auf die durch AGassız ?) unter dem Namen 

Cidaris gibberula 
beschriebenen und durch DESsor #) zuerst abgebildeten Stacheln 
bezogen hat. 

Dieses Gehäuse schliesst sich im Gesammthabit durchaus den 
in Rede stehenden Formen an, speciell ist der Bau der Ambula- 
cralfelder ganz übereinstimmend mit den grossen Gehäusen von 
Essen, soweit Beschreibung und Abbildung einen näheren Vergleich 
ermöglichen. In folgenden vier Punkten verhält es sich abweichend: 


1. Die Zahl der Stachelwarzen in einer Reihe ist grösser 
und wird auf 7 bis 8 angegeben; 


2. Die Stachelwarzen resp. ihre Höfe stehen auf der Ober- 
seite näher zusammen, so dass sich die Scrobicularringe 
berühren; 


!) L. Döpernem, die japanesischen Seeigel. I. Theil. Stuttgart 1887, 
pag. 4, 21, 31 etc. 

2) Correau, Paleont. frang. 1. e. pag. 234, tab. 1051, fig. 15— 18; tab. 1054, 
fig. 1—7. 


3) Acassız et Drsor, Catal. rais. des Echin. 1. ce. 1846, pag. 329. 
4) Drsor, Synops. Echin. foss. pag. 34, tab. 6, fig. 11. 


| 
| 
| 
| 


eh A 


[109] III. Cidaridae. 97 


3. Die Stachelwarzen der Oberseite sind ebenso wenig 
durchbohrt, wie diejenigen der Unterseite; 


4. Die Miliärzone ist etwas breiter. 


Die Punkte 1 und 4 könnten in dem höheren Alter des 
grösseren Gehäuses, Punkt 3 in dem Erhaltungszustande des Ge- 
häuses ihren Grund haben. Punkt 2 bleibt als Eigenthümlichkeit 
bestehen, falls nicht eine Abnormität vorliegt. 


Die Frage der Selbständigkeit der Art wird entschieden sein, 
sobald die ihr zugeschriebenen Stacheln an derselben anhängend 
gefunden sind, wie dies mit der ebenfalls verwandten 

Tylocidaris Bowerbanki Forbes !) sp. 
aus dem cenomanen Gray-Chalk von Dover der Fall ist, die 4 
bis 6 Granulen - Reihen auf den Ambulacralfeldern und 5 bis 
6 Stachelwarzen in einer Reihe der Interambulacralfelder führt. 
Dieselbe liegt in etwas höherem Lager als Cidaris velifera ?). 


II. Stacheln. 


Der Name Cidaris velifera taucht zum ersten Male in der 
»geognostischen Beschreibung der Gegend um Goslar, zwischen 
der Innerste und Radau« von GusTAv SCHUSTER ®), auf, in 
welcher die Petrefacten-Namen durch die Redaction, durch BRONN, 
beigefügt sind. Dort heisst est) vom Fusse des Sudmerberges, 
wo zahlreiche Siphonien etc. vorkommen: 


»Sie liegen in Gesellschaft von Cidariden-Stacheln, wovon 
die einen der Cidaris vesiculosa angehören, die anderen 
mit denen nahe übereinstimmen, welche von Cidaris 
velifera Bronn (Essen) herzurühren scheinen.« 


1) Forses in Dixon, Geol. and Fossils of Sussex 1850, pag. 330, tab. 29, 
fig. 4. — Weicur, ]. ce. pag. 45, tab. 2, fig. 1a—d. 

2) Wricut, 1. c. pag. 78: »The horizon of Cidaris Bowerbanki at Folkstone 
is just above the Upper Greensand«. 

3) Jahrbuch für Mineralogie ete. 1835, pag. 125. 

4) Jahrbuch für Mineralogie ete. 1835, pag. 154. 


38 II. Cidaridae. [110] 


Auch bei AcGassız !) finden wir anfangs nur einen Namen: 
»(idaris pisiformis Ag. 
Essen an der Ruhr.« 


Erst im Catalogue raisonne des Echinides 2), wo AGassız 
und DesoR den letzteren Namen als Synonym des ersteren auf- 
führen, finden wir die erste kurze Beschreibung: 

» Petit piquant de meme forme que le precedent (Cidaris 
pleracantha Ag.); mais la surface est couverte d’asperites 
qui, vues ü la loupe, se presentent sous la forme d’epines en 


series.“ 


Nachdem dann, wie COTTEAU angibt, SORIGNET®) dieselbe Art 
Cidaris Michelini Sorig. 
genannt hatte, führte sie QUENSTEDT *) in kenntlicher, aber von 
nicht sehr characteristischer Abbildung begleiteter Weise als 
Cidaris globiceps Quenst. 
ein, mit den Worten: »Höchst zierlich sind die eierförmigen 
Stacheln aus der Kreide von Frohnhausen, welche GoLDrFuss, 
Petref. Germ. tab. 40, fig. 2K dem vesiculosus beizählt, man könnte 
sie ©. globiceps heissen, denn an ihren Extremen werden sie 
förmlich kugelrund. Die Warzenpunkte bilden Reihen«. 
Desor 5) copirt die Figur von QUENSTEDT ) und fügt auch 
der Beschreibung keine weiteren Einzelzeiten bei: 
» Petit radiole du type du Cidaris clavigera, mais plus glo- 
bulaire, couvert d’asperites qui souwvent afectent la forme 
de fines epines en series.« 


I) Acassız, Oatal. syst. Eetyp. foss. 1340, pag. 10. 

2) Ann. des sciences natur. 3. ser., tome V1, 1846, pag. 329. 

3) Sorısner, Ours. foss. de l'Eure 1850, pag. 18. 

4) Qusssvepr, Handbuch der Petrefactenkunde, 1852, pag. 577, tab. 49. 

5) Desor, Synop. Kchin. foss. pag. 34, tab. 6, fig. 12. 

6) Eine verschönte Copie hat auch die Pal&ontologie frangaise, 1, e. tab. 1054, 
fig. 20 aufgenommen. 


[111] III. Cidaridae. 39 


Die neueren Figuren von QUENSTEDT!) sind characteristischer: 


»Es sind auch hier geknotete Rippen vorhanden, aber sie 
treten nicht so deutlich hervor als wie bei (idaris Sori- 
gneti Des. aus dem Pläner von Plauen. Auch nähern sie 
sich leichter den Gurkenformen.« 


Vorkommen. Der Hauptfundpunkt für Tylocidaris velifera 
ist die Tourtia des westfälischen Kreidebeckens, insbesondere 
zwischen Essen und Mülheim an der Ruhr ?). Auch die »Synopsis 
des Echinides< kannte noch keinen anderen Fundpunkt. 


Die Paleontologie frangaise lehrte dann als Fundpunkt La 
Madelaine bei Vernon (Eure) kennen. 


Später werden auch Veuvy-Sautour (Yonne) und Saint-Parves 
bei Troyes (Aube) genannt ’°). 


Mir selbst liegt ausserdem noch ein Stachel vom Cap de la 
Heve #%) vor, welcher von Herrn SAEMANN in Paris herrührt. 


In England ist sie durch WRIGHT aus Upper-Greensand von 
Warminster bekannt geworden. 


Anscheinend kommt Cidaris velifera auch in der Meule de 
Braequegnies in Belgien), sowie bei Iroursum in Spanien) vor. 


1) Quessteor, Petrefactenkunde Deutschlands. 3. Bd. Echiniden. 1872—1875, 
pag. 187, tab. 68, fig. 34— 38. 

2) Zwischen beiden Städten liegt der in früherer Zeit als Fundpunkt oft ge- 
nannte Ort Frohnhausen, welchen die folgende Litteratur immer mit Essen zu- 
sammenfasst. Corresu, Wrıcur und Andere verlegen dieses Frohnhausen, wohl 
nach Angabe eines geographischen Lexicons nach Hessen-Cassel, was irrig ist. 
Es gibt in Deutschland wenigstens 9 Ortschaften dieses Namens. Als Fundpunkt 
für Cenoman ist immer nur diejenige in der Nähe von Essen gemeint. 

3) Correav, Etud. Echin. foss. du Döpart. de l’Yonne, tome II, pag. 222. 

% Vergl. oben die Bemerkungen über Cidaris Heberti Des. vom Cap de la 
Höve. 

5) Correav, Echinides eretaces du Hainaut. Bull. soc. g&ol. France, 1874, 
pag. 111. } 

6) Paleont. frang, 1. c. pag. 242. 


40 II. Cidaridae. [112] 


Tyloeidaris Bowerbanki FoRBEs. 


Oidaris Bowerbanki Forses in Dixon, Geology and Fossils of Sussex. London 
1850, pag. 330, tab. 29, fig. 4. 

» » Wekisur, British foss. Echinoderm. from Cretaceous Format. 
Vol. I. London 1864—18S2, pag. 45, 77, tab. 2, 
el taba lan) oa 

Durch BOWERBANK wurde ein Gehäuse mit ansitzenden 
Stacheln im Gray-Chalk von Dover aufgefunden, von welchen 
FoRBES in Dixon’s Geology of Sussex Kunde gab. Das Stück 
ist lange Zeit ein Unicum geblieben und von WRIGHT nochmals 
abgebildet und beschrieben. Es stellt sich zwischen Cidaris veli- 
fera und Cidaris clavigera. »Die Primär-Stacheln sind dicke, 
mandelförmige, umgekehrt konische Körper mit kurzem Hals, in 
welchen der Körper sich plötzlich zusammenzieht. Ring breit 
und hervorragend, Gelenkfläche mit schmalem Rande nahe bei dem 
Ringe. Oberfläche fein granulirt, mit kleinen stacheligen Punkten, 
geordnet in regelmässige Längsreihen.« 

Noch vor Vollendung seines Werkes erhielt WRIGHT ein 
zweites Stück aus dem Lower-Chalk von Southeran Pit bei Lewes 
(Sussex), sowie einzelne Stacheln aus der Nähe von Arnadel, von 
Cambridge und von Folkstone, aus dem Upper-Greensand. Diese 
geben ıhm zu folgenden weiteren Bemerkungen Anlass: 


»In dieser Species, wie in anderen der Gattung (idaris 
varıirt die Form der Stacheln nach ihrer Stellung auf der 
Schale; diejenigen am Peristom sind ziemlich eylindrisch 
mit einem spitzen Apex; diejenigen am Ambitus sind um- 
gekehrt konisch, am Apex weniger spitz, und diejenigen 
am Analrande haben den Körper gebläht und den Apex 
etwas stumpf ?). Die Peristom-Stacheln haben die Ober- 
fläche bedeckt mit gröberen Granulationen, als es der 
Fall ist bei denjenigen, welche auf der entgegengesetzten 
Seite vorkommen.« 


1) Auch auf dieser Tafel stimmt ein Theil der Nummern der Figuren nicht 
mit der Beschreibung und nicht mit der Tafelerklärung. 
2) Vergl. die in doppelter Grösse, in Holzschnitt pag. 78 dargestellten Stacheln. 


“ 


[113] II. Cidaridae. 41 


Aus dem cenomanen Pläner bei Salzgitter liegen ein paar 
Stacheln vor, welche sich leidlich an die Formen anschliessen, 
welche WRIGHT auf seiner Tafel 13 abgebildet hat; ohne diese 
würde man eher an eine Zugehörigkeit zu Cidaris asperula Röm. 
— (idaris olica DESOR gedacht haben. 

Vorkommen. Das Lager scheint das gleiche zu sein wie 
in England, woselbst Cidaris Bowerbanki in den Schichten un- 
mittelbar über dem Upper-Greensand bei Folkstone gesammelt ist. 


Tylocidaris asperula ApoLpn RÖMER. 
Tat10, Bis. 11. 


1341. Cidaris asperula AnouLru Römer, Versteinerungen d. norddeutsch. Kreide- 
gebirges, pag. 25, tab. 6, fig. 8. 
1358.  » Oliva Dssor, Synopsis des Echinides fossiles, pag. 447. 


1562. » Berthelini Corrzau, Paleontologie france. terr. eret. tome VII, 
„ pag. 243, tab. 1054?, fig. 1—5. 
1865. >» » » Etudes sur les Echinid. foss. du departement 


de l’Yonne, tome Il, terr. eret. pag. 219, 
tab. 67, fig. 6— 10. 

1568. » pleracantha Wricur (non! Acassız), Brit. foss. Echinod. Cretac. 
Form. pag. 67, tab. 11, fig.5; tab. 12, 
he. 5; tab. 13, fie. 7. 

Gehäuse unbekannt. 

Die Stacheln, durch CorTEau in bezeichnender Weise charac- 
terisirt, sind gross, gebläht, birnförmig, die ganze Oberfläche ist be- 
setzt mit kleinen, scharfen, gedrängt stehenden Granulen von ver- 
schiedener Grösse, welche in regelmässige Längsreihen geordnet sind. 

Gegen den Scheitel des Stachels hin lösen sich die linien- 
förmigen Reihen der Granulen auf und sind weniger stachelig. 
Der Zwischenraum ist chagrinirt, gänzlich bedeckt von gedrängt 
stehenden mikroskopischen Körnchen. An der Basis ist der Haupt- 
theil plötzlich eingeschnürt )). 

Die vorliegenden Exemplare haben eine Dicke bis 13"" und 
eine Höhe des Haupttheiles von 17"". Es stimmen also die 


I) Stacheln, welche sich so langsam nach unten hin verjüngen, wie in der 


Abbildung bei An. Röner, sind ungewöhnlich, doch liegen Uebergänge dahin vor. 


42 II. Cidaridae. [114] 


grösseren Stücke überein mit dem Stachel, den WRIGHT |]. c. 
tab. XI, fig. 5 abbildet. In Frankreich sind Stacheln von 15 
bis 18”"” Dicke und 30" sanzer Länge beobachtet. 


Die Stacheln aus dem Pläner sind meist schwer von dem an- 
haftenden Gestein zu reinigen. Die Angabe von Ad. RÖMER, dass 
die scharfen Körner, abgesehen vom Stiele, ohne Ordnung neben 
einander stehen, erklärt sich hieraus, bezieht sich in Wirklichkeit 
aber nur auf den Scheitel, der bald flach !), bald höher gewölbt ist. 


Die englischen Vorkommnisse hat Dixon ?) schon abgebildet, 
aber ich sehe nicht, dass er dieser Formen auch im Texte gedenkt. 
Befremdlicher Weise wurden sie durch WRIGHT mit der fast 
glatten, vielgestaltigen 

Cidaris pleracantha Agass., 
die bereits durch DEsor und CorrEAu abgebildet war, und aus- 
schliesslich aus der Kreide mit Belem. mucronata, von Meudon bei 
Paris bekannt ist, verwechselt. Aber freilich, DESOR, welcher 


die durch von STROMBECK mitgetheilten Stacheln aus dem ober- 
cenomanen Pläner von Langelsheim 


Cidaris Oliva 
nennt, bezeichnet sie als: » Radiole du type du Cidaris pleracantha, 
mars gar de fines carenes mumies de petites epines tout le long du 
radiole«. 


Vorkommen. In Norddeutschland gehört die Art dem mitt- 
leren und oberen Uenoman an). Es liegen mir Exemplare vor 
aus dem mitteleenomanen Pläner mit Ammonites varians vom Flöte- 


') An einem vorliegenden Stachel ist der fachgewölbte Scheitel sogar kantig 
gegen den Haupttheil abgesetzt. 

?) Dıxos, Geology and Fossils of Sussex. London 1850, tab. 24, fig. 23, 24. 

%) In der Eehinologie Helvetique, Deuxieme partie, Genöve 1873, führt 
os Lorsor, pag. 56 aus dem oberen Gault von Ste. Croix (Vaud) Stacheln von 
birn- bis spindelförmiger Gestalt als sehr häufig vorkommend an, welche zu 
Cidaris Berthelini zu stellen, er »keine Bedenken« trägt. Meine Bedenken hat 
die Beschreibung und Abbildung des geschätzten Autors nicht zu heben ver- 
mocht. Ich vermag in den Stacheln von Ste. Croix Cidaris Berthelin nicht zu 
erkennen. 


[115] II. Cidaridae. 43 


berge bei Salzgitter (Hannover), aus dem obercenomanen Pläner 
mit Ammonites Rotomagensis von Langelsheim, sowie aus dem 
cenomanen Pläner des Mahnerberges und des Fleischerkamps bei 
Salzgitter. Vielleicht gehört hierher auch ein Exemplar aus dem 
Cenoman von Mülheim an der Ruhr. 


In Frankreich kennt man die Art aus dem Cenoman von 
Saint-Parres bei Troyes (Aube) und aus den gleichen Schichten 
von Neuvy-Sautour (Yonne). 

In England finden sich die Stacheln im cenomanen Grey-Chalk 
von Sussex und im cenomanen Lower-Chalk von Dorking. 


Tyloeidaris (?) Strombecki Desor. 


Taf. 10, Fig. 15. 


1850. Cidaris sp. Dıxon, Geology and Fossils of the Tert. a. Cretac. Format. 
of Sussex, pag. 339, tab. 24, fig. 25; tab. 25. 
1858.  » Strombecki Desor, Synop. des Echinides fossiles, pag. 447. 


1564. » Dixoni Correau, Paleont. franc. terr. eretac. tome VII, pag. 238, 
tab. 1051, fig. 7, 8. 

1868.  » »  Weısur, Brit. foss. Echin. Cretac. Form. pag. 67, 76, tab. 11, 
fig. 14; tab. 12, fig. 6. 

a7. > »  Geistız, Elbthalgebirge, pag. 69, tab. 15, fig. 20, 21. 


Gehäuse unbekannt. 


Stacheln. Es liegt mir nur ein Exemplar vor, welches den- 
selben Durchmesser (19,5 "”) hat, wie das einzige CoTTEAU be- 
kannte und von ihm abgebildete Stück. 

Der Stachel ist gross, dick, von gebläht-eichelförmiger Gestalt. 
An der unteren Hälfte ist die Oberfläche mit breiten, ganz flachen, 
sich berührenden Tuberkeln bedeckt; meist stehen sie regellos, 
bisweilen alternirend, und dann gewähren sie das Bild von Schuppen. 
An der Basis werden die Tuberkeln kleiner; auf der oberen Hälfte 
des Stachels nehmen sie einen anderen Character an. Sie ordnen 
sich hier in radiale, dem Scheitel zustrahlende Reihen, stehen zu- 
gleich weniger gedrängt, weniger abgeplattet und erscheinen zum 


Theil leicht gewölbt. 


nn I Ve 


N 


ATI 


44 III. Cidaridae. [116] 


Hals mit Knopf und der Scheitel sind nicht erhalten. An den 
englischen Exemplaren ist letzterer zugeschärft, der Hals kurz, 
Ring wenig vorspringend und die Gelenkfacette nicht crenulirt. 

Unser Exemplar ist hohl und mit Glaukonitkörnchen aus- 
gefüllt 1). 

Vorkommen. Die Stacheln von T'ylocidaris Strombecki sind 
überall selten. Das erste und zugleich vollständige Exemplar lehrte 
Dixon aus der cenomanen Kreide von Sussex kennen. Es blieb 
lange Zeit ein Unicum, so dass WRIGHT eine Oopie der Figur 
gab, da ihm anfänglich nur ein zweites, unvollständiges Exemplar 
aus dem Lower- oder Grey-Chalk der Klippen zwischen Folkstone 
und Dover, wo sie mit Cidaris Bowerbanki und Ostrea carinata Sow. 
zusammenlagern, bekannt war. Später wurde Cidaris Strombecki 
auch in dem »Cropolitic Bed« von Cambridge, welches abgerollte 
Versteinerungen aus dem Lower-COhalk, Upper Greensand und 
Gault enthält, aufgefunden. 


Der einzige Stachel aus dem ÜCenoman Frankreichs, der 
CoTTEAU vorlag, wurde bei Havre gefunden. 

Später sammelte H. B. GEmITZz im Unteren Pläner von 
Koschütz bei Dresden zwei kleine Stacheln von 11 und 12” 
Durchmesser. 

Das vorliegende Exemplar fand sich im cenomanen Grünsande 
des Tiefbauschachtes No. II der Steinkohlenzeche Holland bei 


Wattenscheit, von wo ich es im Jahre 1876 mitgebracht habe. 


Der von Desor beschriebene Stachel fand sich bei Langels- 
heim am Harzrande, angeblich in einer Schicht zwischen Tourtia 
und Flammenmergel am Kahnstein ?). 


) Während der Correctur dieses Bogens erhalte ich durch die Gefälligkeit 
des Herrn vox Srromseck einen Gypsabguss von dem Originale der Üidaris 
Strombecki Desor. Dieser Stachel stimmt so sehr mit dem ältesten, auch von 
Weıshr copirten Bilde der Art überein, dass man ihn für das Original desselben 
halten könnte. 

2) Der Stachel ist durch Herrn Sırarmann gesammelt, dessen Sammlung zum 
Theil in den Besitz des Herrn Orrmer gelangte. Die Sammlung des Herrn 
Örrmer ging nach dessen Tode in den Besitz der Polytechnischen Hochschule 
in Braunschweig über. 


[1 17] III. Cidaridae. 45 


Tyloeidaris elavigera König 1822. 
Taf. 14, Fig. 1—5.? 
Cidaris clavigera Kösıs in Manterr, Geology of Sussex, p. 194. 


» » Forses in Dixon, Geology of Sussex, pag. 338, tab. 25. 

» » Dzsor, Syn. Echin. foss., pag. 12, tab. 6. 

» » Corrzau, Paleont. france. 1. c. VII, pag. 285, tab. 1069 — 1071. 
» » Weıc#r, Brit. foss. Echinid. Cretac. Format., pag. 48, tab. 4, 5. 


Die Art ist von zahlreichen Fundpunkten der oberen Kreide 
Englands und Frankreichs gekannt, ihre characteristische Form 
schon frühzeitig durch die Abbildungen bei DE Luc 1763, LEskE!) 
1778, PARKInSON 1811 bekannt geworden. Auch in Deutschland 
ist sie bis in die neuere Zeit von verschiedenen Fundpunkten der 
oberen Kreide namhaft gemacht. Ohne Zweifel beruhen letztere 
Angaben lediglich auf dem Vorkommen von Stacheln, wobei wieder- 
holt Verwechselungen mit anderen keulenförmigen Stacheln, als 
Cidaris Sorigneti Des., Cidaris Hardouini, Cidaris Gosae, (idaris 
squamifer, (idaris velifera Br., auch Verwechselungen von Fund- 
punkten, z. B. des Vorkommens auf der Insel Rügen ?) stattge- 
funden haben. 

Mir ist nur ein einziges (ein wenig verdrücktes) Gehäuse aus 
der deutschen Kreide bekannt, welches vielleicht auf T’ylocidaris 
clavigera bezogen werden kann °). 


Maasse: 


Bedebehinses: si. 30. een rl 
Durchmesser des Gehäuses. . -. . . . 27» 
Durchmesser des Peristtms . . . .. . 11» 
Durchmesser der Scheitellücke . . ee 
Grösste Breite des Interambulacralfeldes . 12» 


ı) Das hier abgebildete Gehäuse mit noch anhaftenden Stacheln ist von der 
Öber- und Unterseite dargestellt worden. (Kreis, natur. dispos. Echinoder- 
matum, a Leser, tab. 46, fig. 2 u. 3.) Es ist rücksichtlich der Vertheilung der 
verschieden geformten Stacheln an dem Gehäuse bis heute lehrreich, und selbst 
durch die Darstellung von Weisur nicht übertroffen worden. 

2) vos Hısexow, Jahrb. 1840, pag. 650, bemerkt schon, dass er nie eine 
Spur der Art in der Kreide Rügens gefunden habe. 

3) Vielleicht aber gehört dasselbe zu den Tylocidaris Gosae (pag. 92) ge- 
nannten Stacheln, mit denen er dieselbe Lagerstätte gemein hat. 


46 III. Cidaridae. [11 8] 


Durchmesser eines grössten Warzenhofes . 33 
Grösste Breite eines Ambulacralfeldes . . gan 
Grösste Breite eines Porenganges . . . la» 
Grösste Breite einer Interporiferenzone . 6/4 » 


Gehäuse kaum von mittlerer Grösse, von kreisförmigem 
Umfang (nur durch Verdrückung etwas oval), mässig gebläht, oben 
und unten ziemlich gleichmässig abgeplattet, Höhe ungefähr gleich 
dem halben Durchmesser. 


Die Art gehört zu derjenigen Gruppe von Formen, welche wie 
Cidaris velifera, 
» Bargesi, 
» Bowerbanki, 
» Ramondıt, 
die ganze Oberfläche der Schale in derselben Ebene haben, auf 
der nur die sehr kleinen Warzenhöfe und die Porengänge einge- 
senkt sind, und die Interambulacralwarzen vorragen. 
Mundfeld !) kreisförmig, grösser als !/; des Gehäusedurch- 
messers. Apicalfeld gerundet fünfseitig, von nahezu gleichem 
Durchmesser. 


Ambulacralfelder nicht eingesenkt, an der Unterseite und 
am Umfange gerade, auf der Oberseite leicht wellig. Porengänge 
vertieft, gebildet aus kleinen rundlichen, sehr genäherten Poren. 
10—12 Poren-Paare liegen einer grössten Interambulacralassel 
an. Die Interporiferenzone trägt am Umfange des Gehäuses 
4 Reihen Granulen. Die äusseren Reihen werden aus grösseren, 
mamelonirten, verhältnissmässig hoch vorragenden Granulen gebildet; 
die Granulen der beiden inneren Reihen sind kleiner, niedriger und 
alternirend gestellt, in der Nähe des Scheitel- und Mundfeldes all- 
mählich zu einer Reihe sich reducirend oder ganz verschwindend. 

Zwischen je zwei grösseren Granulen der äusseren Reihen 
steht an der Aussenseite sowohl wie an der Innenseite ein scharfes 
Körnchen, wodurch die ganze Ornamentik der Ambulacralfelder 
etwas sehr Zierliches erhält. 


') Im Inneren bemerkt man noch einige Stücke der »Laterne des Aristoteles«. 


[119] III. Cidaridae. 47 


Auf den Interambulacralfeldern zählt man in jeder Colonne 
niemals weniger als 6 Stachelwarzen !). Dieselben, ausgezeichnet 
durch ihre Dicke, treten weit vor, sind völlig glatt, ungekerbt und 
undurchbohrt ?). 

Die Warzenhöfe sehr eng, mässig tief, an der Unterseite der 
Schale elliptisch, an der Oberseite mehr kreisförmig, hier weiter 
getrennt, unten mehr genähert. Scrobicularringe zunächst dem 
After unvollständig, mehr aufwärts völlig geschlossen; gebildet 
von verhältnissmässig kleinen mamelonirten Granulen, welche nur 
um ein Geringes umfangreicher sind als die Miliärgranulen. Die- 
jenige Warze in jedem Ambulacralfelde, welche dem Scheitelfelde 
am meisten genähert liegt, ist in allen fünf Fällen, mitsammt 
ihrem Warzenhofe und Scrobicularringe etwas verkümmert. 

Miliärzone breit, breiter wie die Höfchen ?), nicht eingesenkt, 
bedeckt mit grösseren und kleineren Granulen, manche deutlich 
mamelonirt; zwischendurch feine Körnchen, von der Grösse der- 
jenigen auf den Ambulacralfeldern. Seitenzone schmal, da die 
Stachelwarzen excentrisch nach auswärts liegen. 


Vorkommen. Das beschriebene und abgebildete Gehäuse fand 
sich im Unter-Senon bei Bültum®) (Hannover) in Schichten, aus 
denen an fossilen Organismen angegeben werden: 


Inoceramus lobatus, 

Vola quadricostata, 

Lima canalıfera, 

Eaxogyra laciniata, 

Ostrea sulcata, 

Caratomus Gehrdenensis, etc. 


1) Corrrau, Palöont. france. 1. e. pag. 287, und Wein, 1. c. pag. 49, geben 
übereinstimmend nur 5 für jede Colonne an, obwohl ihnen noch grössere Exemplare 
vorlagen. In seinem Werke über die Echiniden des Yonne-Departement, p. 435, 
gibt Correau die Zahl auf 5 oder 6 an. 

2) Correau gibt an, einige Exemplare zeigten am Scheitel leichte Durchboh- 
rungen der Warzen. 

3) Bei sämmtlichen aus der Kreide Englands mir vorliegenden Gehäusen sind 
umgekehrt die Warzenhöfe breiter als die Miliärzone. Siehe pag. 52, Anmerk. 3. 

%) Ein zweites Gehäuse vom selben Fundpunkte besitzt Herr vos Srromsscor. 


SET. tl 


— Bau Io 


> u _— 


48 II. Cidaridae. [120] 


Aus so jungen Schichten ıst die Art bisher in Frankreich 
und England anscheinend nicht beobachtet worden. 

COTTEAU !) nennt sie aus der Kreide mit Holaster planus 
(Scaphiten-Pläner, Zone des Heteroceras Reussi), aus der Kreide 
mit Micraster cor testudinarium (Zone des /noceramus Cuvieri), und 
aus der Kreide mit Micraster cor anguinum (Emscher, Zone des 
Ammonites Margae und Inoceramus digitatus). 

Aus der Kreide Englands wird sie durch CHARLES BARROIS ?) 
aus 3 Zonen aufgeführt, nämlich aus der Zone des Micraster brevi- 
porus (Scaphiten-Pläner), aus der Zone des Micraster cor testu- 
dinarium, und aus den Schichten des /noceramus digitatus; dieser 
Autor bezeichnet jedoch die in letzteren beobachtete Form als 
Cidaris elavigera var. 

In der deutschen Litteratur wurden durch GeEINITZ ?) und 
Reuss #) Stacheln, welche im Pläner Sachsens und Böhmens ge- 
sammelt waren, als Cidaris elavigera bezeichnet. Ihre Bestimmung 
wurde später durch GEInITZ?) und durch NovAk ®) berichtigt. Sie 
wurden von diesen als (idaris Sorigneti Des.) erkannt. Ihre Lager- 
stätte ist übereinstimmend wie in Frankreich und Belgien an der 
oberen Gränze des Cenoman, Zone des Actinocamaz plenus. 

Aus turonem Pläner, und zwar aus der Galeriten-Facies der 
Zone des Jnoceramus Brongniarti und Ammonites Woolgari am 
»Fleischer - Kamp« westlich von Salzgitter (Hannover) wurde 
Cidaris clavigera auf Grund einer Bestimmung von ÜOTTEAU 
durch URBAN SCHLÖNBACH 3) aufgeführt. 


1) Corrzau, Kchin. foss. de l’Yonne, tome II, pag. 437. 

?) Cuartes Barroıs, Rech. sur le terrain eretac& superieur de l’Angleterre 
et de /’Irlande. Lille 1876, pag. 17, 18, 23, 133 ete. 

3) H.B. Geinız, Characterist. 1842, pag. 90. — H.B. Gxixırz, Quadersand- 
steingeb. in Deutschland, 1849 — 1350, pag. 218. 

#4) Reuss, Versteinerungen d. böhm. Kreideformation 1846, Bd. II, pag. 57, 
tab. 20, fig. 17—19. 

5) H. B, Gerz, das Elbthalgeb. in Sachsen, Bd. I, 1871-1875, pag. S6, tab. 15. 

6) Orromar Novak, Studien an Echinodermen der böhm. Kreideformation 1. 
Prag 1857, pag. 10. 

?) Desor, Synopsis des Echinides fossiles, pag. 446, tab. 6, fig. 16. 

9 Ursan Scunönsacn, Ueber die Re Galeriten - Schichten und 
ihre Brachiopoden-Fauna. Sitzungsber. d. K. K. Akad. d. Wissensch. zu Wien. 
1. Abth., 1868. 


[121] II. Cidaridae. 49 


Wenn A. von STROMBECK !) aus eben diesen Schichten an- 
statt der Cidaris elavigera die Cidaris Sorigneti Des. nennt, und 
Desor ?) selbst Cidaris Sorigneti aus »Pläner moyen (couches ü 
Scaphites) de Fleischer-camp pres Brunswick« nennt, so hat schon 
URBAN SCHLÖNBACH |]. c. zur ersten Angabe erläuternd und be- 
richtigend bemerkt, dass von STROMBECK’'sS Verzeichniss der in 
den Galeriten-Schichten vorkommenden characteristischen Petre- 
facten sich vorzugsweise auf Erfunde (des Herrn A. SCHLÖNBACH) 
vom Fleischerkamp bei Salzgitter gründe, und statt der daselbst 
angeführten 


Ananchytes ovatus, 
Holaster sp., 
Micraster coranguinum, 
Galerites albogalerus und subrotundus, 
Cidaris Sorigneti, 

zu lesen sei: 
Echinocorys gibba, 
Holaster planus, 
Micraster breviporus, 
Echinoconus subconieus, 
Cidaris clavigera. 


Ich kann weiter hinzufügen, dass alle diese Angaben sich 
lediglich auf das Vorkommen von Stacheln und zwar von unvoll- 
ständig erhaltenen beziehen. Es liegen mir eine Anzahl dieser von 
Desor selbst als Cidaris Sorigneti bestimmten Stacheln vor. Die 
besser erhaltenen Stücke zeigen eine Kugel oder Keule, von einem 
dicken verlängerten Stiele (keiner ist ganz erhalten) getragen. 
Kugel und Stiel mit Rippen bedeckt, welche häufig (wenn nicht 
abgerieben) gekörnt oder gezähnt erscheinen. 


1) A. vos Srromseeor, Gliederung des Pläners im nordwestl. Deutschland 
nächst dem Harze. Zeitschr. d. Deutsch. geol. Ges. 1857, pag. 416. 

2) Desor, ]. c. Suppl. pag. 446. 

Neue Folge. Heft 5. 4 


50 III. Cidaridae. [1 22] 


Aus denselben Schichten bei Graes unweit Ahaus in West- 
phalen liegen ähnliche abgerollte Stachelfragmente vor, welche, von 
noch weniger günstiger Erhaltung, nicht sowohl auf Cidaris 
Sorigneti als auf Cidaris clavigera hinweisen. 


Cidaris Sorignetil), von dem gute Exemplare aus Sachsen, 
Böhmen und Frankreich vorliegen, hat noch nicht mit Sicherheit 
im nordwestlichen Deutschland nachgewiesen werden können. 


Das Vorkommen von Cidaris clavigera in den Galeriten- 
Schichten von Salzgitter und Graes kann, obwohl daselbst noch 
keine Gehäuse, nur Stacheln beobachtet wurden, übereinstimmend 
mit dem Vorkommen in Frankreich und England, als begründet 
betrachtet werden ?). 

Seit längerer Zeit sind auch Stacheln aus Untersenon, Schichten 
des /noceramus lobatus, ım nördlichen Deutschland bekannt, welche 
in der Litteratur wiederholt als CGidaris clavigera aufgeführt sind, 
z. B. durch ADOLPH RÖMER ?) von Gehrden und Goslar, durch 
H. B. GeEInITz #) vom Sudmerberg bei Goslar und Ilseburg, durch 
H. CREDNER) von Linden, Gehrden, Adenstedt, durch Von UNGER®) 
und durch A. von GRODDECK’) aus dem Sudmerberg-Conglomerat, 


) Durch Dewaraue ist bei Tournay in Schichten, welche die Stacheln von 
Cidaris Sorigneti geliefert haben, ein unvollständiges kleines Gehäuse aufgefunden 
worden, welches von Corrzau als Cidaris Sorigneti gedeutet wird. Vergl. Bull. 
Soc. Geol. de France, 3. ser., tome Il, 1874. pag. 112 (tab. 19, fig. 1, 2.) 

2) Anscheinend stimmt hiermit die Angabe von ApoLen Römer überein, 
wenn er Cidaris clavigera aus dem Pläner von Quedlinburg und Sarstedt nennt. 
Allein diese Angabe wird durch seine, obwohl kurze Characterisirung des Ge- 
häuses der Art hinfällig, indem diese unzweifelhaft darthut, dass es nichts mit 
der wirklichen Cidaris clavigera gemein hat. 

3) Anvouren Römer, Verstein. norddeutsch. Kreidegeb., 1841, pag. 28. 

4) H. B. Gemerz, das Quadersandsteingebirge in Deutschland, 1849 — 1850, 
pag. 220. i 

5) Heınr. Crepner, Geognostische Karte der Umgegend von Hannover. Mit 
Erläuterungen. Hannover 1865, pag. 32. 

6) Beitrag zu einer geognostischen Beschreibung der Gegend um Goslar von 
Herrn Bergrath v. Unger, im Bericht des naturwissenschaftl. Vereins des Harzes 
für die Jahre 1844/45, pag. 12 — 27. 

?) Auereont von Gronpeek, Abriss der Geognosie des Harzes, mit beson- 
derer Berücksichtigung des nordwestlichen Theiles. Clausthal 1871, pag. 143. 


[123] II. Cidaridae. 51 


durch BRAUNsS aus der Umgebung von Ilsede !) und vom Salz- 
berge bei Quedlinburg ?). 

Soweit mir diese Vorkommnisse bekannt geworden sind, ins- 
besondere von Bülten und Adenstedt (bei Ilsede) und vom Sud- 
merberg bei Goslar, so können dieselben nicht sowohl mit Oridaris 
clavigera als vielmehr unter den bekannten Formen nur mit Ci- 
daris Hardouini verglichen werden. Unten (S. 52) sind dieselben 
unter der Bezeichnung 

Cidaris Gosae 
näher besprochen und ihre Verschiedenheit von COidaris Hardowini 
aus der jüngsten Kreide von Ciply und Maestricht dargelegt 
worden. 

Wenn auch zufolge der obigen Besprechung des Gehäuses 
von Bülten keine als wesentlich erscheinende Verschiedenheiten 
von der typischen Cidaris clavigera sich erkennen liessen, so wird 
man es doch der Zukunft überlassen müssen, ob sich nicht dennoch 


nähere Beziehungen zu den Stacheln der Cidaris Gosae ergeben. 


Es ist hier noch einer verwandten Form aus unter-senoner 
Kreide zu gedenken. 


Wiederholt, bis in die neueste Zeit, ist Tylocidaris clavigera 
auch aus der Kreide Schwedens angeführt worden. 


Ich habe eine Anzahl Stacheln daselbst in den untersenonen 
Trümmerkalken am Balsberge gesammelt. 


1) D. Beauss, die obere Kreide von Ilsede bei Peine. Verhandl. d. natur- 
hist. Vereins für Rheinland u. Westphalen, 1874, pag. 64. Wenn der Verfasser 
hier (pag. 60) äussert, dass Cidaris clavigera und Cidaris sceptrifera wohl zu ver- 
einen seien, so muss ein solcher Schluss stutzig machen, da er nur auf unrich- 
tiger Bestimmung fussen kann, indem die beiden Arten doch sehr verschieden sind. 

2) D. Brauss, die senonen Mergel des Salzberges bei Quedlinburg. Zeitschr. 
für die gesammten Naturwissenschaften. Bd. 46. Halle 1576, pag. 406. 

Verfasser eitirt als Abbildung Manrern, Geology of Sussex, ausser tab. 17, 
fig. 11, 14, im Anschlusse an H. B. Geistrz, Quadersandsteingeb. pag. 218, auch 
Masterr, tab. 16, fig. 17, 18. Manrernı selbst bemerkt aber zu diesen Figuren: 
»Siliceous specimens of a zoophyte of a pyriform shapes. » ..slightly furrowed 
longitudinally, and composed of flint, coated with a calcareous erust; when viewed 
through a lens, their surface exhibits a spongeous structure«, 


4* 


52 III. Cidaridae. [124] 


Schon HisinGeEr !) hat dergleichen Stacheln abgebildet und 
nennt ausser dem Balsberge auch Ignaberga und Ifö als Fund- 
punkte. 

Der Haupttheil des Stachels ist von der Gestalt einer Keule 
oder Birne; bisweilen auch nach oben hin ausgezogen und zuge- 
Spıtzt2). 

Die Eigenthümlichkeit dieser Stacheln ist nur bei frischer 
Erhaltung wahrnehmbar. Die kräftigen, hohen Rippen, welche 
sich meist in abwechselnder Länge herabziehen, erweisen sich 
nicht nur gekörnt, gezahnt — wie sie bei weniger günstiger Er- 
haltung erscheinen, sondern senden blattartige, auch nach rechts 
und links ausgedehnte Fortsätze aus, welche sich schuppenartig 
über einander legen, so dass bei vollkommenster Ausbildung die 
unterliegenden Rippen verhüllt sind, und dieser Haupttheil des 
Stachels an das Aeussere eines Tannenzapfens erinnert. 

An kemem Stücke der zahlreichen durchmusterten Typen 
aus der Kreide Englands etc. habe ich etwas Aehnliches wahrge- 
nommen; man könnte demnach diese schwedischen Stacheln als 


Tylocidaris sguamifera 


bezeichnen. 


Tylocidaris &osae SCHLÜTER. 


Gehäuse noch nicht mit Sicherheit gekannt. Vielleicht ge- 
hören hierher die Gehäuse von Bülten, welche vorläufig und frag- 
lich zu Tiylocidaris clavigera gestellt sind, wobei auf deren kleine 
Verschiedexheiten bereits hingewiesen ist ®). 


) Hısıser, Leth. suec. pag. 94, tab. 26, fig. 5b. 

2) Aehnlich wie bei Cidaris Ramondi Leym. Cotteau in Paleont. frang. terr. 
eret. tome VII, tab. 1076, fig. 13, also ähnlich einer Form, welche sich ausnahms- 
weise auch bei Cidaris elavigera finden soll. Vergl. Wricur, Brit. foss. Echin. 
Cret. Form. tab. V, fig. 15. 

-3) Siehe oben pag. 47. — Bestätigt sich die Verschiedenheit, so dürfte auch 
das bereits oben (pag. 34) erwähnte Gehäuse aus der senonen Kreide von Ven- 
döme, welches D»sor (Synops. pag. 12) zu Cidaris Heberti, Corırau (Pal. frang. 
l. e. pag. 290, tab. 1071, fig. 1) zu Cidaris elavigera stellt, hierher gehören, indem 
er hervorhebt, dass es sich von den Typen durch enge Scrobicula und breitere 
Miliärzone unterscheide. 


[125] Ill. Cidaridae. 53 


Stacheln, von einfacher Keulenform, klein. Die Länge der 
vorliegenden Exemplare variirt zwischen 10 und 14""; die Extreme 
der Dicke der Keule zwischen 3 und 6"; das untere Ende 1,5 
bis 2,5"” dick. Einige Stücke sind etwas mehr gedrungen, andere 
etwas schlanker. Stachelhals kurz, nicht deutlich gestreift. Stachel- 
knopf und Ring kaum angedeutet. 


Der Haupttheil des Stachels ist mit sehr kräftigen Rippen 
besetzt, welche nach oben hin sich durch Einsetzen einiger Rippen 
zu vermehren pflegen. Der Zwischenraum zwischen den Rippen 
ist bisweilen noch geringer, als die Rippen breit, resp. dick sind. 
Die Rippen selbst sind gekörnt. Am Scheitel und an der Basis 
verlieren sich öfter die Rippen und bleiben nur die Körner übrig. 
Die Körnelung der Rippen kommt. nicht an allen Exemplaren 
gleichmässig zum Ausdruck. An abgerollten Stücken kann sie 
völlig verschwinden. Bisweilen sind die Rippen höher als breit, 
resp. dick, und durch einen etwas breiteren Zwischenraum ge- 
trennt. Die Kerbung der Aussenkante zieht sich dann auf die 
Seiten der Rippen hinab, wodurch diese wie grob crenelirt er- 
scheinen. 


Bemerk. Die Stacheln können nur mit denjenigen von 
Cidaris Hardowini Des.) aus den jüngsten Kreideschichten von 
Ciply und Maestricht verglichen werden. Vom ersteren Fund- 
punkte liegen eine Anzahl Exemplare zum Vergleiche vor. Die 
Rippen bei Cidaris Hardouini treten so sehr zurück, dass DESOR 
nur von einer Granulation der Stacheln spricht; CorTrEau ?) gibt 
an, dass Granulen sich in Längsreihen ordnen, gegen die Basis 
hin aber zerstreut stehen. 


Im Allgemeinen sind die Stacheln von Cidaris Hardowini 
kleiner, und pflegt die Keule der Stacheln kürzer zu sein. 

Die Stacheln sind bisher gewöhnlich als Cidaris elavigera an- 
gegeben. Vergleiche die Litteraturnotizen oben bei Besprechung 
der Cidaris clavigera, S. 50. 


1) Desor, Synops. des Echin. foss. pag. 35, tab. VI. 
2) Correau, Paleont. franc. terr. er&t. tome VII, pag. 332, tab. 1077. 


54 IH. Cidaridae. [126] 


Vorkommen. Es liegen zwei Dutzend Stacheln vor aus der 
»Unteren Quadraten-Kreide«, aus den Schichten mit Inoceramus 
lobatus, Exogyra laciniata etc. der Gegend zwischen Adenstedt 
und Gross-Bülten, von Adenstedt bei Peine, und vom Sudmerberge 
bei Goslar, dessen Fuss der Gose-Fluss bespült, und vom Gehrdener- 
Berge südlich Hannover, und vielleicht von Speldorf. 


Tyloeidaris vexilifera SCHLÜTER. 
Taf. 17, Fig. 3, 4. 
Gehäuse unbekannt. 
Stacheln. Haupttheil von feigen- oder apfelförmiger Gestalt: 
g, so dass die Höhe nur selten den Durchmesser über- 
trifft, in einzelnen Exemplaren der Durchmesser grösser als die 


dick, niedri 


Höhe ist; an der Basis gewöhnlich plötzlich verengt, mit abge- 
rundeter Kante; nach dem Scheitel hin sich verjüngend, aber nie- 
mals zuschärfend.. Der zarte Stiel, obwohl immer kürzer wie 
der Haupttheil, kommt wenigstens dessen halbem Durchmesser 
gleich. 

Die untere Partie ist an keinem Exemplare recht gut er- 
halten, aber jedenfalls ist der Stachelkopf nicht besonders verdickt, 
und der Ring nicht besonders hervortretend, die Gelenkfläche aber 
eng und nicht gekerbt. 

Der Scheitel trägt an den besterhaltenen Stücken flügelartige 
Ausbreitungen, wahrscheinlich der Regel nach drei, mit der Nei- 
gung, jede ein- (oder mehr-) mal zu theilen. 

Bisweilen zeigt sich hierneben der Scheitel auch von einer 
weiten, tiefen Oeffnung durchbohrt, womit an einigen Stacheln fast 
jede Spur der Flügel verwischt ist. 

Die Oberfläche des Haupttheils pflegt kleine, runde Granulen 
zu tragen, welche nicht gedrängt und meist unregelmässig stehen, 
sich jedoch nach dem Scheitel hin bisweilen in der Richtung der 
Flügel zu Reihen ordnen und zugleich etwas stärker werden. 
Auf dem Keulen-Stiele werden die Körnchen zarter, und stehen 
mehr genähert. Bisweilen ist die Oberfläche fast glatt. — Der 
Stachelhals unentwickelt und lässt keine Streifung erkennen. 


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& 
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Aa 


[127] Ill. Cidaridae. 55 


Bemerk. Eine ähnliche plötzliche Verengung der Basis 
zeigen die Stacheln von Cidaris Ramondi Leym.!) aus dem 
»Senonien« des südwestlichen Frankreich; aber die Stacheln sind 
mehr oder weniger verlängert, ihr Scheitel ist zugeschärft und die 
Oberfläche mit kräftigeren und gedrängt stehenden Granulen be- 
deckt. 

Eine Verwechselung mit anderen Formen, wie Tylocidaris 
velifera?) und Tiylocidaris Sorigneti?), welche kürzer gestielt, diese 
oben zugeschärft, jene oben gerundet, und kräftiger granulirt sind, 
ist, auch bei nicht erhaltenen Flügeln am Scheitel, nicht zu be- 
fürchten. — Die Stacheln von T'ylocidaris elavigera *) zeigen eine 
abweichende Gestalt, und führen gekörnte oder gedornte Rippen. 

Es ist auffallend, dass ABILDGAARD >), der bereits sechs 
keulenförmige Stacheln von Stevensklint abbildete, keiner ge- 
flügelten Form gedenkt. Die Stacheln, die BoLL$) als Abdrücke 
im Feuerstein fand und Cidaris pomifera nannte, sind vielleicht 
als kleine, ungeflügelte Stacheln unserer Art aufzufassen. 

Die Vermuthung, es möchten diejenigen Stacheln, welche 
COTTEAU 7) neben Cidaris Hardowini und Cidaris perornata als 
Cidaris alata aus der dänischen Kreide aufführte, mit den vor- 
liegenden zusammenfallen, ist bestätigt worden, nachdem COTTEAU 
die Gefälliskeit hatte, ein paar Stacheln seiner Cidaris alata zum 
Vergleiche mitzutheilen. 


1) Leymeriw, Nouv. type pyreneen. M&m. Soc. Geol. de France, 2° ser., 
tome IV, pag. 192, tab. 9, fig. 11, 12. — Paleontol. france. terr. eret. tome VII, 
tab. 1076. 

2) Paleontol. france. terr. eret. tome VII, tab. 1054, pag. 241. 

3) ibid. tab. 1051, pag. 237. 

4) ibid. tab. 1069, tab. 1070. 

5) Sörery Asıupaaaro’s Beschreibung von Stevensklint (auf der Insel Seeland) 
und dessen natürlichen Merkwürdigkeiten, mit mineralogischen und chemischen 
Betrachtungen erläutert. Aus dem Dänischen übersetzt. Kopenhagen u. Leipzig 
1764, tab. III, fig. 4, pag. 27. Mit Kupfern. 

6) E. Bor, Geognosie der deutschen Ostseeländer zwischen Eider und Oder. 
Unter Mitwirkung von G. A. Brückser. Neubrandenburg 1546, pag. 145; 
tab. II, fig. 3. 

?) Congres internat. d’anthropologie et d’arch&ologie prehistoriques, session 
de Stockholm, par G. Correav. Auxerre 1874, pag. 65. 


56 = III. Cidaridae. [128] 


Diese ältere Bezeichnung von COTTEAU, welche übrigens weder 
von einer Beschreibung, noch von einer Abbildung begleitet war, 
hat hier nicht festgehalten werden können, da schon von AGassız!) 
dem Aelteren eine Art aus der Trias von St. Cassian als Cidaris 
alata bezeichnet wurde, später BoLL einen langen prismatischen 
Stachel aus der Kreide ebenfalls Cidaris alata nannte. 


Vorkommen. Bisher nur aus der baltischen Schreibkreide 
(Schichten mit Belemnitella mucronata) bekannt. 

Es liegt eine Anzahl Exemplare von Stevensklint auf der 
Insel Seeland), sowie einige Abdrücke im Feuerstein, wahrschein- 
lich aus dem norddeutschen Diluvium vor. 


1) L. Acassız, Deseript. des Echinoderm. foss. de la Suisse, part. II, 1540, 
pag. 74, tab. 21a, fig. 5. 
2) Vergl. Puccaarp, Geologie der Insel Moen. Leipzig 1852, pag. 7. 


[129] III. Cidaridae. 57 


Gatt. Dorocidaris ALex. AGassız. 


Dorocidaris vesieulosa GOLDFUSS. 
Taf. 9, Fig. 9; ? 10— 14. 
Tar- 107 Rio. 1, 2. 
Taf.)15,).Kig. 9: 


Cidaris vesiculosa Goupruss, Petrefacta Germaniae, I, 1826, pag. 120. 


I. Gehäuse. 


GoLpruss kannte nur vereinzelte Täfelchen, und auch bis 
heute scheint noch kein vollständiges, ausgewachsenes Gehäuse in 
den Kreideschichten Deutschlands aufgefunden zu sein 1). 

Der erste Umstand hat die sichere Deutung sehr erschwert 
und sie wird dadurch noch schwieriger, dass Dorocidaris vesiculosa 
nicht die einzige Art des ersten Fundpunktes, der Tourtia von 
Essen an der Ruhr ?) ist. 

Die grössere Mehrzahl?) der von Essen zahlreich vorliegenden 
Coronal-Platten und mehrere Gehäuse-Fragmente, welche minder 


I) Das von Gersırz, Characteristik III, 1842, pag. 89, tab. 22, fig. 1, abge- 
bildete, angeblich aus dem Scaphiten - Pläner von Strehlen stammende Exemplar, 
auch von Correau, Weıcnr ete. zu Öidaris vesiculosa eitirt, ist später von Geixırz 
selbst (Elbthalgebirge I, pag. 65) als Cidaris coronata Goldf. aus dem weissen 
Jura angesprochen worden. 

Das von Avorru Römer, Verstein. norddeutsch. Kreidegeb. 1841, pag. 28, 
genannte Gehäuse ist nach gefälliger Mittheilung des Bruders, des Herrn Senator 
Hermass Römer, vom 26. December 1889, leider verloren gegangen, und fügt 
derselbe bei, dass das Exemplar von ihm selbst damals bei Rethen (zwischen 
Hildesheim und Hannover) aufgefunden sei. Demnach stammte das Gehäuse 
nicht, wie nach der Angabe von Anorrn Röner scheinen könnte, von Essen selbst. 

2) Nicht Roer, nicht Roör wie Corrzau schreibt. 

3) Von einigen wenigen, vereinzelten, seltenen anderen Platten wird noch 
weiter unten die Rede sein. 


en 


green 


En. 


TE. 


55 I isandae, [130] 


oder mehr vollständige Interambulacralfelder darstellen, denen noch 
die anstossenden Ambulacralplatten anhaften, gehören zwei ver- 
schiedenen Formen an. 

Bei der einen fällt die Oberfläche der Coronalplatten von 
dem Scrobicularringe rasch ab gegen die vertieft liegenden Nähte, 
wobei diese selbst sehr deutlich sichtbar sind. Die Miliärzone ist 
nicht breit, erheblich schmaler als der Durchmesser der anstossen- 
den grössten Warzenhöfe. 

Bei der zweiten ist die Miliärzone sehr breit, breiter als die 
anstossenden grossen Warzenhöfe, der Abfall der Asseln zu den 
Nähten nicht steil, daher die Miliärzone sanft concav und nicht 
winklig eingesenkt, zugleich sind die Nähte undeutlich. . 

Von der ersten liegen Interambulacralfelder von 14 — 22 ®” 
Breite vor; ausserdem vereinzelte Platten bis zu 15 %® Breite, 
welche auf Interambulacralfelder von mindestens 30” Breite hin- 
weisen, was etwa dem Durchmesser eines Gehäuses von 65 ®” 
entspricht. 

Von der zweiten haben die schmalsten vorliegenden Inter- 
ambulacralfelder eine Breite von 15%” bei einer Höhe des Ge- 
häuses von 25% und 4 oder 5 Ooronalplatten in einer Colonne, 
wobei die fünfte nur eine verkümmerte Warze und eben solchen 
Warzenhof zeigt, die grösseren eine Breite von 23"”® und eine 
Höhe von ca. 0,28". Ausserdem erreichen vereinzelt vorliegende 
Platten eine Breite bis zu 15”", was also ca. 36 "® breite Inter- 
ambulacralfelder ergibt, oder einen Durchmesser des Gehäuses von 
etwa 70m, 

Beider Schalen nicht dick, ihre Innenseite keine Ein- und 
Vorsprünge zeigend wie das Gehäuse von Ctdaris velifera. 

Beide führen im allgemeinen am Umfange des Gehäuses 
6 Granulen-Reihen auf den Ambulacralfeldern, welche sich nach 
dem Peristom hin zu vier Reihen, nach dem Periproct hin zu 
2 Reihen vermindern. Die grössten Gehäuse von No.2 führen 
acht !) Reihen, in einem Falle auf kurze Erstreckung sogar 

) Das kleine Gehäuse, mit nur 15%% breiten Interambulacralfeldern, besitzt 


im Allgemeinen nur 4 Reihen, nur an einer ganz kurzen Stelle über dem Umfange 
der Schale 6 Reihen. 


[131] III. Cidaridae. 59 


10 Reihen Granulen. Die Granulen einer Querreihe variiren unter 
sich kaum in der Grösse; sie sind etwas kleiner als die Miliär- 
granulen. Zwischen je vier zusammenstossenden Granulen von 
2 Horizontalreihen liegt ein mikroskopisches Körnchen. 

Die Miliärgranulen nehmen an Grösse gegen den Plattenrand 
nicht, (oder kaum merklich) ab; sie haben das Bestreben sich in 
Reihen zu ordnen, was freilich nur bei No. 2 auf den grösseren 
granulirten Flächen deutlicher hervortritt. 

Die Stachelwarzen sind durchbohrt, nicht crenelirt, die 
Warzenhöfe kreisförmig und bei No. 2 auf der oberen Hälfte der 
Schale weit getrennt. 

Anscheinend bilden unter den vorliegenden vereinzelten Platten 
die zu No. 2 gehörigen Platten die Mehrzahl, die zu No.1 ge- 
hörigen die Minderzahl. 

Legt man gleich grosse Gehäuse neben einander, so fällt der 
Unterschied sehr in die Augen (vergl. tab. 9, fig. 8 und 9). 

Bei ganz kleinen Gehäusen scheint der Unterschied noch 
nicht so scharf ausgeprägt zu sein. Leider liegt nur ein einziges 
ganz jugendliches Gehäuse aus der Tourtia von Essen vor ), 
welches im Besitze des Paläontologischen Museums der Universität 


Berlin sich befindet. 


Seine Maasse sind folgende: 
nerdes (gehänses  . 2.200,09 


Durchmesser des Gehäuses . . . . 16,5" 
Durchmesser der Mundfelder . . . 8" 
Durchmesser der Scheitellücke . . . 9" 
Breite der Interambulacralfeldeer . . 8" 
Breite der Ambulacralfeldee . . . . 2,9" 
Zahl der Interambulacralasseln . . . 3—4 


Zahl der ambulacralen Granulenreihen 4 


Ausser der geringeren Zahl der Coronalplatten fällt auf, dass 
auf der Oberseite des Gehäuses mehrere Warzenkegel an der 
dem Scheitel zugekehrten Seite eine leichtere Urenelirung zeigen, 


!) Vergl. Taf. 9, Fig. 10— 14. 


60 II. Cidaridae. [1 32] 


was ich an keinem anderen Stücke beobachtet habe. Die Miliär- 
zone, schmaler als die angränzenden grossen Warzenhöfe; nicht 
sanft concav, sondern winklig eingesenkt. Diese letzten Umstände 
deuten auf die erste Form, um aber sicherer in dieser Auffassung 
zu sein, müsste man auch von der zweiten Form solch ein jugend- 
liches Gehäuse vergleichen können. 


Was die von GoLpruss abgebildeten Asseln von Dorocidaris 
vesiculosa anbetrifft, so sind dieselben entweder vom Künstler nicht 
völlig naturgetreu ausgeführt, oder die Originale sind nicht im 
Bonner Museum aufbewahrt. 


GoLpruss gibt 6 Granulen-Reihen auf den Ambulacralfeldern 
an; eins seiner mir vorliegenden: Exemplare zeigt 8 Reihen. 

Da GoLpFuss in seiner Beschreibung die Breite der granu- 
lirten Flächen auf den Grossplatten betont, so ist unter seiner 
Cidaris vesiculosa die zweite Form zu verstehen, wozu auch die von 
GoLpruss etikettirten grossen Coronalplatten gehören. 

Infolge des Verhältnisses der Interambulacralfelder wird die 
erste Form ein höheres, die zweite ein breiteres Gehäuse besessen 
haben, und für dieses die Bezeichnung 


Dorocidaris vesiculosa 


festzuhalten sein. Ihr gehört die Mehrzahl der aus der Tourtia 
von Essen vorliegenden Asseln und Stacheln an. 

Von deutschen Vorkommnissen schliessen sich an die so 
characterisirten Gehäuse an die Stücke aus dem cenomanen Pläner 
von Plauen in Sachsen, welche im Dresdener Museum aufbewahrt 
werden und von H. B. GEINITZ in seinem letzten Werke: »das 
Elbthalgebirge in Sachsen«, Bd. I, tab. 14, fig. 2, abgebildet sind, 
doch ist (die Genauigkeit der Zeichnung vorausgesetzt) das Inter- 
ambulacralfeld im Verhältniss zu seiner Höhe etwas schmaler, 
ebenso ist die Miliärzone etwas schmaler, und sind die Nähte 
deutlicher als bei den Stücken von Essen. 

Aus der Kreide Frankreichs sind in der Paleontologie frangaise 
drei abweichende Gehäuse unter der Bezeichnung Oidaris vesiculosa 
durch CorreAu abgebildet worden. 

Fig. 3—6 auf Tafel 1051 ist ein Steinkern von T'ylocidaris 
velifera, wie bei Besprechung dieser Art näher dargelegt worden ist. 


133] IT. Cidaridae. 61 


Auf Tafel 1050, ebenso m dem Werke über die Echiniden 
des Sarthe-Departements von COTTEAU und TRIGER, tab. 25, sind 
Gehäuse !) dargestellt, von denen es heisst: »Ligne suturale des 
plaques tres-prononceex (pag. 134). Hierdurch und mit der ver- 
hältnissmässig schmalen Miliärzone schliessen sich diese Gehäuse 
an die erste Form von Essen an. 

Die Fig. 1 auf Tafel 1051 der Pal&ontologie frangaise mit 
8 Reihen deutlicher Granulen am Umfange des Gehäuses anstatt 
6 Reihen, schliesst sich dagegen durch die Breite der Miliärzone 
an die Typen der Cidaris vesiculosa von Essen an, obwohl in der 
Zeichnung die Nähte der Täfelchen deutlicher erscheinen als an 
vorliegenden Originalen. Wenn CoTTEAU dieselbe als 

»variete de grande taille« 

im Gegensatze zu der besprochenen ersten Form bezeichnet, so 
kann man dem nicht beipflichten, da von beiden dargelegt wurde, 
dass sie in den verschiedenen vorliegenden Alterszuständen und 
Grössen ihren Character bewahren. Da ohne Zweifel von den 
gleich zu besprechenden und schon benannten Stacheln eine Art 
zu jener ersten Form gehören wird und bestimmt zu hoffen ist, 
dass ein glücklicher Fund die noch ausstehende Belehrung bringen 
wird, so kann man bis dahin jene Gehäuse bezeichnen als: 


Doroeidaris Essenensis ?) SCHLÜTER. 


Taf. 9, Fig. 8. 
Tan, 0Eig.s. 
Cidaris vesiculosa bei Corrzau zum Theil, Paleont. franc., tab. 1050, fig. 1 — 4. 
» » Corrzau et Trıeer, Echinid. Depart. de la Sarthe, tab. 25, 
fig. 1— 4. 


1) Ueber das Gehäuse in Etudes sur les Echin. foss du depart. de l’Yonne, 
par G. Corrzau, »tome I, 1876«, tab. 67, fig. 1, 2, siehe weiter unter Besprechung 
der Stacheln von Cidaris vesiculosa. 

2) Sollte sich eben später ergeben, dass die Stacheln von Cidaris coronoglobus 
zu dieser Art gehören, so würde diese Bezeichung an die Stelle von Cidaris 
Essenensis treten müssen. Es wären alsdann die durch häufigeres Voı kommen 
ausgezeichneten 3 Typen von Cidaris in der Tourtia von Essen nach ihren Ge- 
häusen und den zugehörigen Stacheln bekannt, nämlich: Cidaris vesieulosa, Cidaris 


eoronoglobus, Cidaris velifera. 


62 II. Cidaridae. [134] 


Aus der englischen Kreide wurde Cidaris vesiculosa erst durch 
WerıcHhr !) bekannt. Das Gehäuse, welches derselbe aus dem 
Grey Chalk von Dover abbildet und beschreibt, schliesst sich mit 
seiner breiten Miliärzone an die Typen von Essen. Wenn er 
jedoch die Granulen derselben flach nennt, so trifft das mit den 
Stücken von Essen nicht zu. Der Grund hierin kann wohl kaum 
in der Abnutzung liegen, da CorrEau ?) das Gleiche von fran- 
zösischen Gehäusen angibt. 


II. Stacheln. 


Während, wie bemerkt, vollständige Gehäuse von Cidaris 
vesiculosa in Deutschland noch nicht aufgefunden sind, liegen 
Stacheln in grosser Anzahl, allein aus der Tourtia von Essen 
gegen 3000 Stück, vor. | 

Aus diesen ergibt sich zunächst, dass die von GOLDFUSS unter 
Fig. 2h, i, k abgebildeten Stacheln anderen Arten angehören, 
nämlich: 
2h wahrscheinlich der Phymosoma Goldfussi, 
21 Dorocidaris coronoglobus, 
2k Tylocidaris vehfera. 


Ein Stachel, welcher der Fig. 2f entspräche, ist unter dem 
vorliegenden Material nicht vorhanden; ein solcher findet sich 
auch nicht im Bonner Museum, wahrscheinlich ist die Figur nach 
einem defecten, nicht von Essen, sondern von Regensburg 
stammenden Exemplare entworfen °). 

Zählt man Fig. 2d, e, & zu Dorocidaris vesiculosa, so ergibt 
sich mit dem vorliegenden Material die allgemeine Gestalt 
der Stacheln als eylindrisch, oben abgestutzt, und zwar 


) Weicar, 1. c. tab. III, fig. 1, pag. 41 (ohne die Synonyma). 

2) Corrzau, Pal. france. 1. c. pag. 224. 

3) Die Figur ist copirt von Disor, Synops. Echin. foss. tab. 5, fig. 24; 
ebenso der Stachel Fig. 2e bei Disor fig. 25, wo jedoch die untere Partie zu 
bauchig ist (wie es weder Goupruss zeichnet, noch irgend eines der zahlreichen 
vorliegenden Stücke zeigt). Aus der Synopsis (nicht aus der Originaldarstellung 
von Goupruss!) sind dann beide Bilder mit all den kleinen Differenzen in die 
Pal&ontol. frang. terr. er&t. tome VII, tab. 1050, fig. 10, 11 übergegangen. 


[135] III. Cidaridae. 63 


_ entweder etwas verengt!) oder mehr oder weniger kronenartig 
_ erweitert (circa 300 Exemplare) ?). Stacheln mit verjüngter Spitze 
haben sich unter mehreren Tausend Exemplaren nur einige wenige 
gezeigt. Collerette kurz, Knopf wenig entwickelt®). Längsrippen 
_ bald feiner, bald gröber, bald mehr, bald weniger zahlreich, daher 
der Zwischenraum bald schmaler, bald breiter als diese. 

Bei weitaus der Mehrzahl dieser vorliegenden Stacheln von 
Essen sind die Rippen glatt, nur ausnahmsweise gekörnt oder 


_ gedornt. Von letzterer wird noch weiter unten die Rede sein. 
CortEau®) bildet als 

E: Cidaris uniformis Sorig. ?) 

 Stacheln aus dem Cenoman ab, welche er einzig mit Cidaris subvesi- 
_ eulosa vergleicht, die aber vielmehr mit den kronenartig er- 
_ weiterten Stacheln von Cidaris vesiculosa übereinstimmen. Er gibt 


_ von der Gelenkfacette an: 
»lögerement crenelee«. 

Das ist freilich ein Umstand, der sich an den vorliegenden 
Stücken wegen der schlechten Erhaltung des Unterendes im all- 
_ gemeinen nicht feststellen lässt. Es zeigen jedoch vier Stacheln 
N Spuren einer Crenelirung. 

Einzelne Stacheln nähern sich so der erstbezeichneten Form 
von Cidaris vesiculosa, dass man sie ohne Wahrnehmung. der ge- 
_ kerbten Facette (vorausgesetzt, dass sie allen diesen Stücken zu- 
kommt) nicht wohl auseinanderhalten kann. Hieraus folgt jedoch 
nicht, dass nun beide Formen von Stacheln, als durch Ueber- 
‚gänge verbunden, einer Art angehören. Kommen doch auch 


1) Vergl. Gorpruss, Petr. Germ. tab. 11, fig. 2d, 2g; Quexsteor, Echiniden, 
Taf. 67, Fig. 136. 

2) Vergl. Goupruss, Petr. Germ. |. ce. fig. 2e; Brosy, Lethaea geognostica, 
tab. 29, fig. 12b (grössere Exemplare nicht bekannt!); Quessreor, Petrefacten- 

kunde, tab. 48, fig. 49. 
j #) Das Unterende der vorliegenden Exemplare ist meist angewittert! 

4) Pal&ont. franc. 1. ec. pag. 239, tab. 1054, fig. 8— 13 und Üorrrav, Ktudes 
sur les Echinides foss. du döpartement de ’Yonne, tome Il, pag. 217, tab 67, 
F - 4—5. 
| #) (Sorısser, Ours. foss. de l’Eure, 1850, pag. 13.) 


64 III. ‘Cidaridae. [136] 


2. B. bei Dorocidaris coronoglobus einzelne, aber zweifellos zuge- 
hörige Stacheln vor, welche man als einfach eylindrisch bezeichnen 
wird, da die keulenförmige Anschwellung des Oberrandes unge- 
fähr gleich Null ist. 

Sonach mag man — bis bessere, glückliche Funde endgültig 
entscheiden — die gedachten Formen (GoLpr., Taf. 40, Fig. 2e) als 


Cidaris cf. uniformis Sorig. 
bezeichnen. 


Es darf aber hierbei nicht ausser Acht gelassen werden, dass 
die Zusammengehörigkeit mit Cidaris vesiculosa höchst wahrschein- 
lich ist. Auch unter den lebenden Cidariden kennt man Gehäuse, 
bei denen ein Theil der Stacheln oben kronenartig erweitert, ein 
Theil der Stacheln oben zugespitzt ist!) etc. 

Eine geringe Anzahl Stacheln von spindelförmiger Ge- 
stalt, mit meist weniger gedrängt stehenden, aber stärker vor- 
springenden Rippen, welche meist gedornt sind, liegt ebenfalls 
von Essen vor. Sie scheinen sich nicht zu unterscheiden von den 
Stacheln, welche Acassız?) 1846 (non! KLIPSTEIN, non! RÖMER) als 

Cidaris spinulosa Agass. 
aus dem Cenoman von Le Mans beschrieb, die später 1862 
CoTTEAU ?) abbildete und mit Cidaris vesiculosa vereinte; es sind 
dies dieselben und einzigen Vorkommnisse aus dem Cenoman von 
Le Mans, welche CortEAuU 1859 in der Beschreibung der Echi- 
niden des Sarthe-Departements #) unter gleichem Namen, nämlich 
als Cidaris vesiculosa, zur Darstelluug gebracht hatte 5). Bis jetzt 


!) Vergl. Döverieın, Japanische Seeigel. 

2) Acassız et Desor, Catal. rais. des Echinid. Ann. des seiences nat. 3. ser., 
tome VI, 1346, pag. 330. 

3) Paleontol. frang. terr. eret. tome VII, pag. 223, tab. 1050, fig. 13 — 16. 

#) Corrsau, Echinides du departement de la Sarthe, pag. 133, tab. 25, fig. 4. 

>) Sehr nahe stehen auch die Stacheln, welche Wricur, Brit. foss. Echinid. 
Cret. tab. I, fig. 2, 3, aus dem oberen Gault von Folkstone als 


Cidaris Gaultiana Porb. 
abbildet. 


Anscheinend gehört auch der bauchige Stachel hierher, den Qurssrepr 
(Echinid. pag. 166, tab. 67, fig. 27) von Essen abbildet; vielleicht auch die Mehr- 


% 
u 


j 


[137] II. Cidaridae. 65 


ist der Beweis nicht erbracht, dass diese Formen zu der in Rede. 
stehenden Form gehören. Bis dies geschehen, wird man also die 
Bezeichnung 


Cidaris spinulosa Agass. 
aufrecht erhalten müssen. 


In dem Werke Echinides fossiles du departement de U’ Yonne ')' 
bildet CorrTEAu ein mit Stacheln versehenes Gehäuse als Cidaris 
vesiculosa ab, und setzt die gleichen Stacheln, welche er in der 
Paleontologie frangaise, 1. c. tab. 1054, II, fig. 9, 10, 11 als 


Cidaris hirudo Sorig. 


bezeichnet hatte, nun ebenfalls zu Crdaris vesiculosa. Stacheln von 
solcher Beschaffenheit sind niemals bei Essen beobachtet worden, 
und ich vermag sie nicht als Cidaris vesiculosa anzuerkennen 2). 


Sonach habe ich mich nicht überzeugen können, dass typische 
Stacheln von Dorocidaris vesiculosa in Frankreich gefunden 
seien ?). 


zahl der Stücke, welche Gemirz im »Elbthalgebirge« von Plauen abbildet 
(I, pag. 65, tab. 14). Ein typischer Stachel findet sich unter den abgebildeten 
nicht. Auch Quexsteopr (Echinid. pag. 169) hegte schon Bedenken gegen die 
Zugehörigkeit der sächsischen Vorkommnisse: »wenn die sächsischen zur gleichen 
Species gehören«, und bezeichnet die beiden von Plauen abgebildeten Stacheln 
als Cidaris efr. vesiculosa. 


I) pag. 212, tab. 67, fig. 2. 
2) Ebenso wenig wie das von An. Römer, Verstein. d. Kreideform, pag. 28 
tab. 6, fig. 9 als 
Cidaris vesiculosa 
abgebildete Fragment, welches Correav, Pal. frang. |. c. pag. 223 ebenfalls unter 
die Synonyma von Cidaris vesiculosa bringt. 


3) Auch Quessteor, Echinid. pag. 169, scheint zu dem gleichen Resultate 
gelangt zu sein. Wenn aber Correau noch Echin. d&part. de la Sarthe, pag. 135, 
bemerkte: 


»le veritable Cidaris vesiculosa n’a pas encore dtE rencontre en AÄngleterre«, 


so wird man nach dem oben Erwähnten, dieser Auffassung gegenwärtig nicht 
mehr beipflichten können. 


Neue Folge. Heft 5. J 


EG III. Cidaridae. [138] 


Doroeidaris coronoglobus QUENSTEDT. 
Taf. 10, Fig. 12 — 14. 
Cidaris coronoglobus Quensteor, Echiniden, 1875, pag. 178, tab. 68, fig. 14— 16. 


Gehäuse unbekannt?). 


Die Stacheln sind characterisirt durch den langen feinge- 
streiften Hals, der durch einen vorspringenden schiefen W ulst 
von dem Haupttheil des Stachels geschieden ist. Dieser schwillt 
nach oben hin mehr oder minder stark (bisweilen kaum wahr- 
nehmbar, bisweilen keulenförmig) an; sein Gipfel ist abgestutzt. 
Dieser Haupttheil ist mit feinen, striemenartigen Längslinien be- 
setzt, welche oben weiter auseinanderstehen als unten, hier aber 
oftmals die Neigung zeigen, sich knotig zu gestalten, und bis- 
weilen Zwischenrippen zwischen sich aufnehmen, welche nach 
oben hin verschwinden. Der Zwischenraum zwischen den Rippen 
ist wenig eingesenkt, ziemlich plan und erweiset sich unter der 
Lupe rauh, während die Rippen selbst glatt sind. 

Das untere Ende der Stacheln ist an allen vorliegenden 
Exemplaren mehr oder minder angewittert. Q@UENSTEDT gibt an, 
»der Gelenkring ist fein gekerbt, und ein Loch in der Gelenk- 
srube deutet auf durchbohrte Warzen«. Unter 150 vorliegenden 
Stacheln lassen nur noch 8 Spuren einer Kerbung erkennen. 
Könnte man generell von der Beschaftenheit der Gelenkfacette der 
Stacheln auf diejenige der Stachelwarzen schliessen, so würden die 
zu den Stacheln gehörigen Asseln noch unbekannt sein, da unter den 
mit vorkommenden sehr zahlreichen Coronalplatten nur zwei mit 
durchbohrten und gekerbten Warzen von mir beobachtet wurden. 


Maasse. Die kürzesten Stacheln haben eine Länge von 
15". Die längsten Stücke messen 27", Die Dicke des Oberendes 
der Stacheln ist unabhängig von der Länge. Die dünnsten Stacheln 
sind kaum 2”" im Durchmesser, die stärksten Keulen 5"", wobei 


dann der Hals 3", 


1) Vielleicht gehören die als Dorocidaris Essenensis bezeichneten Gehäuse 
hierher. 


Ex 


Le A Be m 


a a a a un Zu A aan m Hu 


N a en an he 


1 39] II. Cidaridae. 67 


Bemerk. GoLpruss (pag. 120, tab. 11, fig. 21) kannte be- 
reits einen solchen Stachel und vereinte ihn mit seiner (Hdaris 
vesiculosa, mit dem er dasselbe Lager theilt. Die angegebenen 
Merkmale lassen die Art, selbst wenn man nur ein Bruchstück 
des Ober- oder Untertheiles vor sich hat, leicht von jener unter- 
scheiden. 

Vorkommen. Die Art ist bis jetzt nur aus der Tourtia 
von Essen bekannt. 


Doroeidaris cf. perornata FORBES. 


Cidaris perornata Forses in Dixov’s Geology of Sussex, pag. 339, tab. 25, fig. 8. 
» » Wrichr, Brit. foss. Echinod. Cretac. Format. pag. 62, tab. 7, 
fig. 3, 4; tab. 7a, fig. 2. 

Aus dem Unter-turonen Pläner vom Fleischer-Camp bei Salz- 
gitter liegen einige Bruchstücke dünner, schlanker Cidariden- 
Stacheln vor, welche durch die entfernt stehenden, in Längsreihen 
geordneten Granulen, die sich auf undeutlichen Rippen oder Kanten 
erheben, zunächst an Cidaris perornata erinnern. Ihre Oberfläche 
ist in derselben Weise von feinen Längslinien bedeckt wie vor- 
liegende Stacheln der letzgenannten Art aus der englischen Kreide. 

Es soll mit dieser Angabe nur die Aufmerksamkeit auf das 
Vorkommen derartiger Stacheln gelenkt werden. 

Durch QUENSTEDT waren bereits gewisse Stacheln aus der 
Kreide Rügen’s zu Cidaris perornata gezogen worden. Dieselben 
gehören zu Cidaris spinosa Boll. 

Auf die Verwandschaft und Verschiedenheit der 

Cidaris Ratisbonnensis Gümb. 
genannten Stacheln aus den »Pulverthurmschichten der Krager- 
höhstuffe« (Scaphiten-Pläner) ist durch GÜmBEL !) selbst schon hin- 
gewiesen worden. 


Doroeidaris subvesieulosa D’ORBIGNY 1850. 


Neben Cidaris vesieulosa ist Cidaris subvesiculosa die aus der 
oberen Kreide Deutschlands am meisten genannte Art der Gattung 
1) C, W. Günser, Geognost. Beschreibung des Königreichs Bayern. tom. II, 


Gotha 1868, pag. 770, mit Holzschnitt. 
5% 


68 II. Cidaridae. [140] 


und verdient deshalb eine besondere Besprechung, obwohl mir kein 
zweifelloses deutsches Exemplar vorliegt. — Die von GOLDFuss!) 
1826 für eine Art aus der Tourtia von Essen aufgestellte Bezeichnung 
Cidaris vesiculosa war lange Zeit auch für mehr oder minder ähn- 
liche Formen aus dem Turon und Senon angewandt ?), bis D’OR- 
BIGNY ?) 1850 die jüngeren Formen Cidaris subvesiculosa nannte 
und Dersor *) 1858 die durchaus ungenügende Characteristik 
D’ÖRBIGNY’S ?) in etwas erweiterte und durch Abbildung 6) der 
Stacheln ergänzte. Ihnen folgten die eingehenderen, von zahl- 
reicheren Abbildungen begleiteten Besprechungen der Art von 
CorTTEAU im Jahre 1860 7) und besonders 1862 3). 


I) Goupruss, Petrefacta Germaniae, I, pag. 120, tab. 11, fig. 2a—h. Gorpruss 
kannte nur vereinzelte Asseln, und die von ihm zugezählten Stacheln gehören, 
wie oben (pag. 62) dargelegt, wenigstens vier scharf geschiedenen Arten an. 

2) Z.B. von Bronn, Hacenow, Forees, Quenstepr, Anporpm Römer (noch 
1565, »die neuesten Fortschritte der Mineralogie und Geognosie«, pag. 43) u. A. 

3%) p’Oreıcny, Prodrome de Paleontologie stratig. tome II, pag. 274. 

#) Desor, Synopsis des Echinides fossiles, pag. 13, tab. V, fig. 27. 

5) Espece voisine du vesieulosa, mais s’en distinguant par deux au lieu de 
trois rangees de tubercules sur la ligne ambulacraire. 

6) Desor eitirt ausserdem eine alte Abbildung von Parkınson, Organic Remains, 
tome Ill, 1811, tab. IV, fig. 3. welche ein unvollständiges Gehäuse mit 3 Inter- 
ambulacralplatten in einer vertikalen Reihe und ein paar Stachelfragmente 
zeigt. 

?) Corzwau et Trıcer, Echinides du departement de la Sarthe, pag. 250, 
tab. 41, fig. 1—9. 

®) Palaeont. france. ]. c. pag. 257—265, tab. 1859, 1060 u. 1061 und nochmals 
1376 u. 1878 in den Echinides du d&partement de l’Yonne, pag. 307 u. 428, tab. 71, 
fig. 1 u. 2; tab. 77, fig. 1. Auch Werieur, Brit. foss. Echinod. from the Creta- 
ceous formations 1863, pag. 57, tab. VIIl, zieht Cidaris subvesiculosa in den Kreis 
der Besprechung, allein schon Corrzau (in seinem Werke über die Echiniden 
des Yonne-Departement, tome II, pag. 312) bemerkt hierzu: » .. mais le savant 
professeur a commis une erreur que nous ne pouvons nous expliquer. Tout en 
reproduisant la synonymie que nous avons donnde de cette espece, il deerit et 
figure, sous ce meme nom de subvesiculosa, une espece toute diffe- 
rente, et qui n’est autre que le veritable Oidaris ceretosa Mant., parfaitement re- 
connaissable «u sa Jace superieure, presque entierement depourvue de gros tubercules.« 
Und zu den Stacheln bemerkt Corrsau weiter: »Les radioles figures par M. Wrısur 
pl. VIII, fig. 2 et 3, appartiennent bien au Üidaris subvesiculosa«, während er 
pag. 440 dieselben Stacheln zu Cidaris Merceyi Gott. zieht. Vergl. über dieselben 
die Bemerkungen bei Besprechung der Stereocidaris Merceyi. 


[ 14 1] Ill. Cidaridae. 69 


Unter dem Einflusse der beiden letztgenannten Autoren wird 
Cidaris vesiculosa alsbald auch aus deutschen Kreideabbildungen 
genannt. Herr von STROMBECK !), sich auf die Synopsis des 
Echinides fossiles stützend, bezieht Interambulacraltafen und 
Stacheln aus dem mittleren und oberen turonen Pläner nächst 
dem Harze, aus der Quadraten-Kreide von Lüneburg und aus 
der Mucronaten-Kreide der Insel Rügen auf Cidaris vesiculosa, 
versieht aber vorsichtig diese sämmtlichen Vorkommnisse mit einem 


Fragezeichen. 


Mit Bestimmtheit nennt URBAN SCHLÖNBACH ?) Cidaris sub- 
vesieulosa als »nicht selten« aus den Galeriten-Schichten des mitt- 
leren Pläners vom Fleischer-Camp, westlich von Salzgitter und 
spricht später ?) von einem kleineren und einem grösseren Gehäuse 
aus dem Grünsande der Timmergge. 


Ausser aus Norddeutschland wird die Art auch aus Kreide- 
schichten Bayern’s *), Böhmen’s 5) und Sachsen’s 6) genannt. Da 


1) Ueber die Kreide am Zeltberge bei Lüneburg. Zeitschr. d. Deutsch. geol. 
Ges. 1863, pag. 132 — 134. 

2) »Nach Bestimmungen von Herrn G. Correau.« U. SchLössacn: Ueber die 
norddeutschen Galeriten-Schichten. Sitzungsberichte d. k. k. Akad. d. Wissensch. 
IL Abth. Jan. Heft 1868, Sep. pag. 5. 

3) U. Scutössach, Beitrag zur Altersbestimmung des Grünsandes von Rothen- 
felde bei Osnabrück. Neues Jahrb. für Mineral. ete. 1869, Sep. pag. 10. 

% C. W. Gümser, Beiträge zur Kenntniss der Procän- oder Kreide-Formation 
im nordwestlichen Böhmen. Abhandl. d. k. bayer. Akad. 1868, pag. 56 (554). 
»Bei Regensburg ziemlich häufige. Uebereinstimmend bei Priesen. 

5) Correau (Paleont. france. 1. c.) bezieht Cidaris papillata Reuss (Böhm. Kr. 
tab. 20, fig. 22) auf Cidaris subvesiculosa. Nach NovAk (Studien an Echinodermen 
der böhm. Kreideform. I. Prag 1837, pag. 15) ist diese Bestimmung irrig, der 
von Reuss abgebildete Stachel vielmehr auf Cidaris Reussi Gein. zu beziehen. — 
Novak setzt aber hinzu: »Cidaris subvesiculosa kommt thatsächlich, und zwar in 
den Teplitzer und Iser-Schichten vor«. Axr. Frr& (Studien im Gebiete d. böhm. 
Kreideformation. Archiv der naturwiss. Landesuntersuchung von Böhmen. III. die 
Iserschichten. Prag 1883, pag. 129) gibt das Vorkommen von Stacheln an bei 
Chorousck und Chotzen, und neuerlich (IV. die Teplitzer Schichten, Prag 1889, 
pag. 98) auch vom Ganghofe bei Bilin. H. B. Gerserz, Elbthalgebirge in Sachsen, 
I, 1875, bildet ein Gehäuse als Cidaris subvesiculosa von Hundorf in Böhmen ab, 

%) H. B. Geistrz, 1. e. gibt das Vorkommen von Stacheln (tab. 2, fig. 3, 4) 
im Scaphiten-Pläner von Strehlen, südlich Dresden an, 


u | erde: [142] 


mir, wie schon bemerkt, keine zweifellosen Gehäuse von Cidaris 
subvesiculosa aus der deutschen Kreide vorliegen, dürften einige 
Bemerkungen zu den vorstehenden Angaben gestattet sein. 

Zum Vergleiche dienen einige Gehäuse der französischen 
Kreide von 16 bis 42”® Durchmesser, welche ich Herrn ARNAUD 
und Herrn CoTTEAU verdanke. 


l. Die einzige Abbildung, welche wir besitzen, gibt 
H. B. Gemmtz D) ]. c. nach einem Exemplare aus dem Scaphiten- 
Pläner von Hundorf in Böhmen, welches in der Sammlung der 
Bergakademie zu Freiberg aufbewahrt wird. 

Da die Abbildung des Gehäuses nebst einigen aufliegenden 
Stacheln, nur die Unterseite darstellt, so ist um so mehr zu 
bedauern, dass der Text das Gehäuse nicht näher beschreibt, 
sondern nur allgemein angibt: »das Auszeichnende für Cidaris 
subvesiculosa sind die breiten [?] Tafeln der Zwischenfühlerfelder, 
von welchen 6—7 in einer Längsreihe liegen, und die Stacheln«. 

Zufolge der vergrösserten Abbildung eines Theiles von einem 
Ambulacralfelde (1b) besitzt das Gehäuse 8 Granulen in einer 
ambulacralen Querreihe, von denen die inneren Reihen sich 
verdoppeln. Der Text bemerkt: »D’ORBIGNY hob hervor, dass 
bei Cidaris subvesiculosa nur 2 Reihen Tuberkeln auf eine jede 
Hälfte der Fühlerfelder zu liegen kommen, während nach COTTEAU 
auch bei ihr 3 Reihen die vorherrschende Zahl bilden.« 

Diese Angabe stimmt nicht zu der Abbildung. Das Exem- 
plar von Hundorf hat eine Breite von 44 ”®, die mir vorliegenden 
französischen Exemplare haben einen Durchmesser von 16—42 ®m, 
Alle diese Gehäuse zeigen nur 4 Granulen in einer Querreihe. 
Hiermit stimmen die gleichgrossen Exemplare, welche in der 
Paleont. frang. abgebildet sind. Nur ein daselbst abgebildetes, 
noch grösseres Gehäuse ?) (von 60 "® Durchmesser) zeigt 6 Reihen 
Granulen. 


1) Die Abbildung ist von Axr. Frı© copirt worden. 

2) Corrzau unterscheidet von diesem grossen Gehäuse der Oidaris subvesicu- 
losa mit 9 (einigemale 10) Stachelwarzen in einer Reihe zwei verwandte Gehäuse 
von ähnlichem oder weiterem Umfange als 


[143] III. Cidaridae. 71 


Während von DESOR und CoTTEAU die Stacheln der Cidaris sub- 
vesiculosa in Uebereinstimmung mit den beigegebenen Abbildungen 
als lang, cylindrisch und zum Theil schlank geschildert werden, 
zeigen die dem Gehäuse von Hundorf noch anliegenden Primär- 
Stacheln eine ausgesprochen spindelförmige Gestalt. 


Das Verhalten der ambulacralen Granulen-Reihen und der 
Primärstacheln lassen den Beweis nicht als erbracht erscheinen, 
dass das böhmische Gehäuse sich an die französischen Typen der 
Cidaris subvesiculosa anschliesse. 


2. Was das Vorkommen der Cidaris subvesiculosa im mittleren 
und oberen Pläner der subhereynischen Hügel betrifft, so liegen 


Cidaris perlata Sorig. (70 ®m) und 

Cidaris Vendocinensis Ag. (68 ®m), 
jene mit 9 interambulacralen Stachelwarzen in einer vertikalen Reihe und 8 
(zuweilen 10) Granulen-Reihen auf dem Ambulacrum. 

Diese besitzt ebenfalls 9 interambulacrale Stachelwarzen in einer vertikalen 
Reihe, aber nur 4 Reihen von Granulen auf dem Ambulacrum. 

Vielleieht wird eine andere Gruppirung dieser Formen erfolgen, sobald man 
von allen dreien die Entwicklungsreihen überblicken kann. Corrkau selbst äusserte 
bereits Bedenken gegen die jetzige. »Ces deux Oidaris, remarquables !un et lautre 
par la grosseur de leur test, leurs tubercules interambulacraires nombreuw et large- 
ment developpes, offrent assurement beaucoup de ressemblance avec les individus de 
grande taille de Cidaris subvesiculosa, et peut-etre, comme nous le divisions 
dga dans nos Echinides de la Sarthe, arrivera-t-on un jour a les rdunir.« 

Vielleicht schliessen sich alsdann diejenigen als Cidaris subvesiculosa be- 
zeichneten Gehäuse, welehe nur 4 Granulenreihen besıtzen, näher an Cidaris 
Vendocinensis, diejenigen mit 6 näher an Cidaris perlata an. Bei dieser Gruppi- 
rung werden auch die Formen mit runden Warzenhöfen sich vielleicht den gleich- 
grossen Gehäusen mit ovalen Warzenhöfen gegenüberstellen, wie die mit schmalerer 
denen mit breiterer Miliärzone. 

Rücksichtlich jener ist daran zu erinnern, dass Döperuern (die Japanischen 
Seeigel I, 1837, pag. 29) bemerkt: »In den frühesten Stadien sind bei allen Cidariden 
die Warzenhöfe kreisrund.... Die Warzenhöfe sind auch an den neuentstandenen 
Platten älterer Exemplare stets kreisrund. Sie nehmen entweder nur geringen 
Antheil am Flächenwachsthum der Platten, dann bleiben sie kreisrand und wer- 
den durch kleinere Wärzchen weit von einander getrennt; oder sie nehmen 
wenigstens am Höhenwachsthum der Platten lebhaften Antheil, dann sind die 
runden Höfe nur durch schmale Brücken getrennt; je nach ihrer Betheiligung 
am späteren Breitenwachsthum der Platten, werden sie auch mehr oder weniger 
stark oval. 


2 III. Cidaridae. [144] 


mir eine Anzahl Exemplare vor, auf welche sich diese Angabe 
stützt. 

Alle zeichnen sich durch eine geringere Zahl von Interam- 
bulacralplatten in einer Reihe aus. Ein Theil der Stücke musste 
zu Cidaris Reussi Gein.!) gewiesen werden; ein Theil derselben 
hat Cidaris subhereynica Schlüt. (siehe oben) beigefügt werden 
müssen; während ein übriger Theil unbestimmt bleiben musste. 

Somit habe ich keinen Beweis erlangen können, dass Doro- 
cidaris subvesiculosa sich im subhereynischen Pläner finde. 

3. Von den beiden Gehäusen der Crdaris subvesiculosa aus 
dem turonen Grünsande der Timmer-Egge bei Rothenfelde, deren 
URBAN SCHLÖNBACH gedenkt, habe ich das kleinere prüfen können. 

Ich stelle die Maasse desselben hier unter I zusammen, und 
daneben II bis V die Maasse einiger vorliegenden französischen 
Gehäuse der Cidaris subvesiculosa. 


l. IE, IH. IV. N 

Durchmesser des Ge- wa e B: Br 2 

hauseser aa 15,5 21—23 27-30 32—34 42 

Höhe des Gehäuses . 9 15 18 22 27 
Durchmesser des Pe- 

ristomst A. 8 8 Il _ c. 1.6 


Durchmesser der 
Scheitellücke . . c. 9 ce. 10 es co 15 
Breite des Interam- 


bulacralfeldes . . Cr CV 14 164, men 
Breite des Ambula- 

eralteldes» Wen 2202 76.25, 3 C. 3,9 4 
Höhe eines primären 

Warzenhofes . . 3 4—4,5 0) 5,9 6 
Breite eines primären 


Warzenhofes . . 3 4—4,5 c.9 9,9 7 


1) Eins derselben ist tab. 14, fig. 3— 10 abgebildet. — Von dritter Seite war 
dasselbe wegen der langen anliegenden Stacheln als Cidaris perornata Forb. an- 
gesprochen worden. 


[145] Ill. Cidaridae. 73 


1R 1. II. INN. N 
Zahl der ambulacra- 


len Granulenreihen 4 4 4 4 4 
Zahl der Coronalplat- 

ten in einer Reihe 4-5 5—6 5—6 5—6 7—8 
Zahl der ambulacra- 


len Platten längs 
einer Coronalplatte c. 12 18 ec. 17 — aan 


Zu der Zahl der Coronalplatten ist zu bemerken, dass bei dem 
Gehäuse der Timmer-Esge die fünfte Assel ein am Rande des 
Peristoms liegendes verkümmertes Plättchen bildet, und dass, da 
auch die der Scheitellücke zunächst gelegenen Coronalplatten un- 
entwickelt, oder atroph zu sein pflegen, sich in jeder Reihe 
nur 3, (einmal 4) von Warzenhöfen umgebene, entwickelte Stachel- 
warzen finden, während die französischen Gehäuse von circa 
21—34 ”® Durchmesser wenigstens eine vollkommene Grossplatte 
mehr besitzen. 

Diese geringere Zahl der interambulacralen Grossplatten, im 
Verein mit der erheblichen Weite des Peristoms machen es un- 
wahrscheinlich, dass in dem Gehäuse eine jugendliche Cidaris sub- 
vesiculosa vorliege, vielmehr wahrscheinlich, dass es einer anderen, aus 
gleichem Horizonte bekannten Art angehöre. Da bei den jugend- 
lichen Gehäusen die durchgreifenden Merkmale noch nicht zur Ent- 
wicklung gelangt sind, kann bei der noch mangelnden Kenntniss 
des Entwicklungsganges dieser Arten überhaupt noch nicht die 
Species bezeichnet werden, der sie zuzuweisen wäre. 

Vielleicht würde das zweite, grössere, an derselben Localität 
gefundene Gehäuse, von welchem U. ScuLönBACH meldet, dass es 
sich im Besitze des Herrn Salinen-Inspector SCHWANECKE befinde, 
die dringend erwünschte Belehrung gewähren, wenn dasselbe zu- 
gänglich wäre). 


1) Mehrfache briefliche Anfragen haben schliesslich ergeben, dass nach dem 
vor ca. 18 Jahren erfolgten Ableben des Herrn Scuwaseore, ein Theil der von 
demselben gesammelten Petrefacten zerstreut, ein Theil in das Museum nach 
Hannover gelangt, dieses aber zur Zeit nicht zugänglich sei. 


74 III. Cidaridae. [146] 


Ein paar kleine Bruchstücke von Stacheln aus dem Grün- 
sande der Timmer-Egge scheinen auf Cidaris sceptrifera und Cidaris 
punctillum hinzudeuten. — 

Somit kann an dieser Stelle das Vorkommen der vielge- 
nannten (idaris subvesiculosa in der deutschen Kreide noch nicht 
bestätigt werden. 


Doroeidaris cf. hirudo SoRIGNET 1850 1). 


Cidaris hirudo Sorıc. Correau, Paleont. france. terr. cret. tome VII, pag. 244, 
tab. 1054?, fig. 6— 16. 


Bei der letzten Besprechung?) von Cidaris hirudo bemerkt 
COTTEAU: 
»Sous le nom de Cidaris pseudohirudo?), nous avons 
separe de cette espece des radioles subfusiformes recueillis dans 
la craie blanche de Meudon [mit Belemnitella mucronata]; 
Üs ne different de lespece qui nous occupe que par leur tige 
plus sensiblement renflee au milieu et cowverte de cötes plus 
epaisses et encore moins granuleuses« 
und nennt alsdann Cidaris hirudo aus der Üraie a Belemnitella 
quadrata von Paron, und Craie & micraster cor anguinum von Sens®). 
Die vorliegenden norddeutschen Stacheln sind theils mehr 
cylindrisch, theils mehr spindelförmig; ihre schwachen Rippen 
lassen keine Granulation bemerken. Ich vermag sie nicht von den 
Varietäten zu trennen, welche ÜOTTEAU selbst zu COidaris hirudo 
zählt’), und sie bieten bei ihrer nicht vollkommenen Erhaltung 


I) Sorısner, Ours. foss. de l’Eure, pag 17. 

2) CoTTEAU, Etud. sur les Echinid. foss. du depart. de l’Yonne, tome II, 
1378, pag. 442. 

3) Corrzau, Paleont. franc. 1. e. pag. 314, tab. 1066, fig. 10— 1. 

#) In der Paleontol. frang. |. ce. pag. 246 wird Cidaris hirudo auch aus ceno- 
manen Schichten aufgeführt. 

5) »Les radioles de cette espece presentent plusieurs varietes: leur forme est 
plus ou moins allongee, plus ou moins renflee au milieu; leur surface tantöt est 
garnie de cötes fines, serrees, presque lisses; tantöt ces cÖötes s’espacent, et paraissent 
plus saillantes et plus granuleuses.« Corrsau, Pal6ont. frang. |. c. pag. 245. 


En 


[147] III. Cidaridae. 15 


keine Handhabe, das Verhältniss zu Cidaris pseudohirudo- zu er- 
örtern, zu der sie, falls die Art sicher begründet, gehören könnten. 

Sonach lassen sich die Stachelu zur Zeit nur als 

Doroeidaris cf. hirudo Sorig. 
bezeichnen. 

Was das Gehäuse betrifft, so war schon durch FORBES!) ein 
von Stacheln bedecktes Gehäuse mit der Bezeichnung 

Cidaris sceptrifera var. spinis truncatis 
abgebildet worden, welches alsdann von WRIGHT?) unter Begleitung 
verschiedener neuer Abbildungen ?) auf Cidaris hirudo Sorig. bezogen 
wurde, der er auch Cidaris sulcata Forb.*) als synonym bei- 
fügte. 

Die Ambulacralfelder führen am Aequator 6 Reihen von 
Granulen, deren Zahl sich gegen Mund und After hin vermindert. 
In jeder Querreihe nimmt die Grösse der Granulen gegen die 
Längsnaht des Feldes hin ab. — Die Ambulacralfelder führen 5 


‘oder 6 Platten in jeder vertikalen Reihe. Areolen mässig gross 


und eingesenkt, Rand vorragend und besetzt von einem Kreise 
mamelonirter Granulen; Stachelwarzen mässig gross, durchbohrt, 
nicht crenelirt. Miliärzone mässig breit, in der Mitte eingesenkt, 
bedeckt mit gleich grossen, ziemlich gedrängt stehenden Tu- 
berkeln. 

Einige, mit unseren Stacheln an gleicher Fundstelle aufge- 
lesene, theils vereinzelte, theils mehrere noch im Zusammenhange 
befindliche Platten, schliessen sich ohne Schwierigkeit an. Zu 
grösserer Sicherheit der Bestimmung würde dienen, wenn höher 
im Gehäuse gelegene Asseln zeigten, dass die Scrobicularringe 
weiter auseinander treten, so dass Miliärgranulen sich reichlich 
zwischenschieben könnten. 


!) Forses in Dixos, Geology of Sussex, pag. 338, tab. 25, fig. 32, 33. 
2) Weısur, British fossil Echinodermata from the Cretae. format. pag. 64, 
tab. IX u. X. 
%) Welche anscheinend nicht alle zu der Art gehören. 
*) Forses in Moxxıs Catalog. of Brit. Foss. 2. edit., pag. 75. 
Woopwaro, Mem. of Geol. Survey. Decade V, Tafelerkl. tab. V. 


76 III. Cidaridae. [148] 


Vorkommen. Die Stacheln und Asseln fanden sich in den 
untersenonen Schichten von Adenstedt und Bülten bei Peine in 
Hannover. 


Originale im Museum zu Bonn. 


Doroeidaris cf. pseudopistillum CorTrEAv. 


Cidaris stemmacantha An. Römer 1841. 
» pistillum Quessteor 1852. 
»  pseudopistillum Correau 1860. 


Aus jüngeren Kreidebildungen Norddeutschlands, sowohl aus 
der obersenonen Kreide der Insel Rügen, wie aus den unter- 
senonen Schichten von Gehrden (südlich von Hannover) etc. sind 
seit langer Zeit Cidariden-Stacheln mit kronenförmig erweitertem 
oberem Ende bekannt. 


ADOLPH RÖMER !) fasste beide zusammen: 

»Stacheln walzenförmig oder vielseitig, am Scheitel zu 
einem Trichter mit gezähntem Rande erweitert und aussen 
mit 10 bis 12 sehr dünnen, spitzknotigen oder gezähnten 
Längslinien, welche flache, viel breitere Zwischenräume 
haben« 

und nannte sie 

Cidaris stemmacantha Agass. ?), 


eine Art aus dem Tertiär von Chaux-de-Fonds, auf deren Ver- 
schiedenheit von den Rügener Stacheln schon QUENSTEDT °) hin- 
wies und für sie deshalb den neuen Namen 

Oridaris pistillum Quenst. 
aufstellte. 


1) Anoueu Römer, Verstein. norddeutsch. Kreidegebirge 1841, pag. 29, tab. VI, 
fig. 6. 

2) Acassız, Catal. Eetyp. foss. mus. neoc. 1840, pag. 10. — Acassız, Descript. 
des Echin. foss. de la Suisse, II, 1840, pag. 73, pl. 2la, fig. 4. — oe Lorror, 
Echin, Tert. de la Suisse (Möm. Soe. paleont. Suisse) 1875, pag. 15 stellt Oridaris 
stemmacantha Ag. unter die Synonyma von Cidaris avenionensis Desmoulins 1837 
(Tableau des Kchinides pag. 336). 

3 Quessrepr, Handbuch d. Petrefactenkunde 1852, pag. 578, tab. 49, fig. 20. 


Bi 49] III. Cidaridae. 77 


QUENSTEDT !) kannte auch bei der zweiten Besprechung das 
Vorkommen von Gehrden nicht. Auch die Characteristik von 
Ap. RÖMER scheint nur auf den Stacheln von Rügen zu fussen, 
denn sie passt nicht auf die Stacheln des Untersenon von 
Gehrden ete., welche weder »vielseitig« sind, noch »zwischen den 
gezähnten Längslinien viel breitere Zwischenräume« führen. 
Einen Theil dieser Formen von Rügen mit eckigen Stacheln 
sonderte DESOR unter der Bezeichnung 

Cidaris Hagenowi Desor ?) 

ab, behielt aber die Bezeichnung Cidaris pistillum Quenst. für 
eylindrische Stacheln von Rügen und auch von Gehrden bei 3). 
Darauf wurden durch CoTTEAU #) gewisse Stacheln aus der 
französischen Kreide, und zwar aus den Schichten mit Ostrea 
aurieularis von Saint-Paterne und Villedieu ebenfalls als Cidaris 
pistillum Quenst. angesprochen, aber später, nachdem er durch 
MicHELIN eine Anzahl Original-Exemplare der Cidaris pistillum 
Quenst. aus dem Obersenon der Insel Rügen zum Vergleiche er- 
halten hatte, für verschieden?) erkannt, und nun die französischen 
Stacheln 


) Quesstepr, Petrefactenkunde Deutschlands, tom. III, Echiniden, 1575, 
pag. 184, tab. 68, fig. 31 — 33. 

2) Desor, Synops. Eehin. foss. 1858, pag. 32, tab. V, fig. 16. »Radiole cy- 
lindrique, garni de granules en series plus ou moins requlieres. Sommet etale en 
forme de corolle, quelque fois avec un bouton au milieu«. 

®) l.e. pag. 32. »Radiole prismatique avec des granules ou dentelures sur les 
carenes. Sommet etalE en forme de panache anguleuw«. 

4) Corrrau et Trıeer, Echinid. du departem. de la Sarthe, 1860, pag. 255, 
tab. 41, fig. 10— 12: »Radiole grele, allonge, eylindrique, orne d’Epines aecerees, 
inegales, disposces en series longitudinales tres requlieres. Au sommet du radiole, 
ces Öpines sont remplacees par des cötes saillantes qui s’etalent en forme de corolle 
avec un bouton plus ou moins prodminent au centre. Collerette assez lonque, 
distinete, finement et longitudinalement stricee. Bouton developped; anneau saillant, 
marqu£ de sillons apparents, facette articulaire non crenelce«. 

5, Corrzau, 1. e. pag. 383 charaeterisirt Oidaris pistillum Quenst. von Rügen so: 
»Leur tige, au lieu d’ötre garnie d’epines longues, acerees et indgales, est pourvue 
de pustules arrondis, homogenes qui se prolongent, sur les bords de la corolle ter- 
minale, en series longitudinales tres-requlieres«. Ausführlicher in Pal&ont. franc. 
l.e. pag. 302. Daselbst auch Abbildung tab. 1060, fig. 3—9 und Quessseoe, 
Echinid. tab. 68, fig. 31 — 33. 


Br Ill. Cidaridae. [ 15 0] 


Cidaris pseudopistillum Cotteau 1) 
genannt und auf Grund eines umfangreicheren Materials AN 
die Beschreibung berichtigt und erweitert ?): 
»Stacheln schlank, cylindrisch, mehr oder weniger ver- 
längert, besetzt mit sehr kräftigen, zugeschärften, un- 
gleichen, oft comprimirten Dornen, welche in mehr oder 
weniger regelmässigen Reihen geordnet sind. Am Scheitel 
der Stacheln sind diese Dornen ersetzt durch vorspringende | 
Rippen, welche sich ausbreiten in Form einer Blumen- 
krone. Bisweilen ist das Centrum glatt, bisweilen stellt 
es einen vorragenden Knopf dar.: Meistens sind die 


I ri 


Dornen auf der ganzen Öberfläche des Stieles vertheilt, 
zuweilen jedoch zeigen sie sich nur auf der einen Seite 
des Stieles; die entgegengesetzte Seite ist nur bedeckt 
von Granulen-artigen ungleichen Rauhigkeiten, gewöhnlich 
geordnet in linearen Reihen. Hals ziemlich lang, fein F- 
gestreift. Knopf entwickelt, Ring vorspringend. Gelenk- 
facette nicht crenelırt. 

Die Stacheln bilden zahlreiche Varietäten in ihrer 
Gestalt, in der Form und der Stellung ihrer Dornen, ohne 
Zweifel je nach der Stelle, welche sie auf dem Gehäuse 
einnehmen. Die weniger langen Exemplare scheinen mit 
stärkeren Dornen besetzt und zeigen an ihrem Scheitel 
eine grössere Krone. Bei einigen Exemplaren ist die 
Krone nur rudimentär; oft sogar scheint sie gänzlich ver- 
schwunden.« 


Die von AnoLpu RÖMER aus der untersenonen Kreide der 
subhercynischen Hügel als Cidaris stemmacantha bezeichneten 
Stacheln haben auf den ersten Anblick grosse Aehnlichkeit mit 
den zahlreichen von COTTEAU aus der französischen Kreide ]. c. 
abgebildeten Stacheln von. 


Cidaris pseudopistillum : 


') Correau, 1. c. Supplement 1869, pa&. 383. 
2) Pal&ont. frang. terr. eret. tome VII, pag. 293, tab. 1073, fig. 1—3. 


ne 


[151] III. Cidaridae. 79 


theils kurze), theils lange Stacheln, mehr oder minder schlank, in 
einer Krone endend, reich mit Dornen besetzt, bis zum mässig 


langen Halse, der einem wenig entwickelten Knopfe folgt. 

In diesen Umständen stimmen beide Stacheln überein. Die 
subhereynischen Stacheln aber weichen meist dadurch ab, dass sie 
über dem Halse mehr oder minder anschwellen, daher ihre Gestalt 
(von der Krone abgesehen) im allgemeinen mehr etwas spindel- 
förmig als eylindrisch erscheint; dass kein Exemplar so lange 
(und dicke) Dornen trägt, wie sie bei den französischen gefunden 
werden, dass die Dornen immer in Längsreihen geordnet sind, 
dass sie immer gedrängt stehen, während die französischen nur 
hin und wieder Längsreihen führen, manchmal dagegen ohne 
Regel an dem einen Stücke nahe, an dem andern sehr entfernt 
stehende Dornen führen, (wie auch vorliegende Exemplare darthun, 
die ich Herrn CorrTEAu selbst verdanke). 

Die Dornen der deutschen Stücke sind ebenfalls von ver- 
schiedener Grösse; im allgemeinen plump, kurz aber spitz, und 
auch die in derselben Reihe folgenden öfters von ungleicher Grösse, 
da ausserdem ihre Spitzen bisweilen nach verschiedenen Seiten ge- 
richtet sind, gewähren sie manchmal den Anblick von ungeord- 
neter Stellung. Durch die halbspindelförmige Gestalt und den 
Anblick der Bedornung erinnern die Stacheln (die der Krone ent- 
behren?) sehr an 

Cidaris Ligeniensis Cott. ?) 
aus dem Turon, Zone des J/noceramus problematicus (Inoceramus 
mytiloides), deren Ende sich zwar sternförmig gestaltet, aber nicht 


) Diese kurzen Stacheln stehen sehr nahe der 
Cidaris Raulini Cott. 
(Echinid. des Pyr&nees, 1863, pag. 78) und 
Corrzau, Echinides noweaux ou peu conmus 

[Revue et magazin de zoologie. Juin-Aout 1863], pag. 59, tab. 12, fig. 11 —16, 
welche in den Nummuliten-Schichten von Cazerdit, südlich Dax (Landes) häufig. 

2) Es liegen meist nur untere oder obere Hälften vor, abgesehen von den 
kurzen Exemplaren. 

9) Corrsau et Trier, Echinid. du depart. de la Sarthe, pag. 220 u. 374, 
tab. 36, fig. 1—3, tab. 39, fig. 7—9. — Correau, Paleontol. frang. 1, ce. pag. 247, 
tab. 1055, fig. 3— 11. 


80 III. Cidaridae. [1 52] 


kronenförmig erweitert, und deren Dornen im allgemeinen regellos 
stehen. 

Ein Gehäuse von Cidaris pseudopistillum ist erst neuerlich 
durch ARNAUD im Senon von Meschers (Charente inferieure) mit 
ansitzendem Stachel aufgefunden und durch CorTrEAu!) abgebildet 
und beschrieben worden. 

Einige vereinzelte ?) Interambulacralplatten, welche mit den 
deutschen Stacheln gefunden sind, schliessen sich durch den Um- 
stand, dass auf der breiten Miliärzone die Granulen sich in Reihen 
ordnen, welche durch kleine Furchen getrennt werden, ziemlich 
gut an das Vorkommen von Meschers an. Da diese Erscheinung 
auch andere Arten der oberen Kreide zeigen, wird die Deutung 
erst dann mehr Sicherheit gewinnen, wenn man wenigstens auch 
die zugehörigen Ambulacralfelder kennt. 

Bis weiteres Material, besonders an den leichter zu erlangenden 
Stacheln, die Zugehörigkeit zu Cidaris pseudopistillum mehr er- 
weiset, oder die Verschiedenheit ?) bestimmter darthut, wird man 
die deutschen Vorkommnisse nur bezeichnen können als 

Cidaris cf. pseudopistillum Cott. 


Vorkommen. 
Es liegen Stacheln aus dem Unter-Senon: 

I. aus dem subhercynischen Hügellande, von Gehrden, aus 
der Gegend zwischen Bülten und Adenstedt, vom Sud- 
merberg bei Goslar, von Heneckens-Mühle bei Ocker 
am Sudmerberg, 

II. aus Westfalen, vom Hofe Althof in der Bauerschaft 
Flamsche bei Coesfeld *), 

Asseln von Bülten vor. 
Originale im Museum zu Bonn. 


1) CorrEaAu, Echinides jurassiques, erötaces, Eocenes du sud-ouest de la France. 
(Acad&mie de Belles-Lettres, Sciences et Arts de la Rochelle). La Rochelle 1883, 
pag. 12, tab. II, fig. 11— 13. 

2) Andere Platten deuten auf andere Species. 

3) Bestätigt sich dieselbe, so könnte man jone nach dem ersten Fundpunkte als 


+ Cidaris Gehrdenensis 
bezeichnen. 


4) Diese westfälischen Stacheln aus der Zone des Scaphites binodosus sind 
schlanker, mehr eylindrisch und zierlicher gebaut als die subhereynischen. 


[153] III. Cidaridae. 81 


Doroeidaris Herthae SCHLÜTER. 
Taf. 16, Fig. 1—4. 


Maasse. 
Berges Gehäuse"... . . . 27-28 mu 
Durchmesser des Gehäuses. . . ...47 » 


Durchmesser des Peristoms . . . .c. 17» 

Durchmesser des Scheitelschildes. . . . — 

Gr. Br. d. Interambulacralfeldes . . . . 23 » 

Durchmessser eines grössten Warzenhofess 8 » 

Gr. Br. d. Ambulacralfeldes BE 

ee Porenpampe » .» .. 2... 3» 
1 


Gr. Br. d. Interporiferenzone . >» 


Gehäuse von mittlerer Grösse, von kreisförmigem Querschnitt, 
ziemlich hoch, gebläht, unten abgeplattet, oben anscheinend leicht 
convex. | 

Scheitellücke grösser als Mundlücke, diese etwa gleich !/, des 
Gehäuse-Durchmessers, die Weite der ersteren wegen Schalen- 
defeetes nicht genauer bestimmbar. 

Ambulacralfelder etwas eingesenkt, wellig; Mittelnaht 
nicht vertieft. Porengänge deprimirt, Poren rundlich, genähert, die 
innere Pore grösser als die äussere; Porenpaare schräg gestellt, ein- 
ander sehr genähert, durch eine niedrige Leiste getrennt. Inter- 
poriferenzone plan, dicht gepflastert mit Granulen ). ‚Jede äussere, 
den Porengängen zunächst gelegene Vertikalreihe wird von etwas 
grösseren, mamelonirten Granulen gebildet, deren. Ausdehnung 
_ der Höhe der Plättchen entspricht. Die zwischen diesen beiden 
_ Reihen gelegenen Granulen sind kleiner, zahlreich; 5 bis 6 auf 
jedem Plättchen, zuweilen noch ein Körnchen zwischen ihnen. Im 
allgemeinen sind sie unregelmässig gestellt, bisweilen aber macht 
sich eine Gruppirung bemerkbar. Es zeigen sich dann drei Paare 
kleiner Granulen auf jedem Ambulacralplättchen ?). 


1) Durch diese beiden Umstände an die Interporiferenzone von Cidaris velifera 
erinnernd. 


2) Aehnlich wie bei Cidaris Darupensis, bei der jedoch die Mediannaht des 
Ambulacralfeldes eingesenkt ist. 


Neue Folge. Heft 5. 6 


= 


83 II. Cidaridae. [154] 


Die Interambulacralfelder besitzen in jeder Colonne fünf 
Platten mit kräftigen, durchbohrten, nicht cerenelirten Stachelwarzen, 
welche von einem vertieften Warzenhofe umgeben sind. Ueber 
diesen Asseln, dem Scheitelschilde zunächst (wenigstens bisweilen 1), 
noch eine Blindassel mit verkümmerter Warze im Warzenhofe, 
also im Ganzen sechs Platten. 

Die grossen Warzenhöfe nehmen mitsammt den Stachelwarzen 
langsam und gleichmässig an Ausdehnung zu. Sie sind kreisrund 
bis leicht elliptisch; völlig getrennt, in der Nähe des Peristoms 
nur durch den Scrobicularring, höher auch durch sich zwischen- 
schiebende Miliärgranulen. Scrobicularring aus deutlich mame- 
lonirten, flachen, geneigt stehenden Sekundärwärzchen gebildet. 
Miliär- und Seitenzone mässig breit, bedeckt von gedrängt stehenden 
Granulen, welche hin und wieder ein Körnchen zwischen sich 
nehmen. Eine Neigung der Granulen, sich in Reihen zu ordnen, 
tritt nicht deutlich hervor. 

Die Platten erscheinen etwas gewölbt, indem sie sich leicht, 
besonders gegen die vertikale Mediannaht einsenken. 

In der Mundlücke liessen sich die Auricula blosslegen. Sie 
werden aus unverbundenen, stark rückgelehnten Pfeilern gebildet, 
welche so breit wie hoch, oder etwas höher eine quadratische oder 
oblonge Form haben. 

Scheitelschild unbekannt. Stacheln unbekannt. 


Bemerk. Im Gesammthabitus erinnert Cidaris Herthae wohl 
zunächst an gewisse, in der Kreide von Royan nicht seltene Ci- 
dariden-Gehäuse, welche mit dem Namen Cidaris sceptrifera Mant.?) 
bezeichnet worden sind. 

Diese sind im Verhältniss zur Höhe niedriger; sie pflegen 
eine Interambulacraltafel weniger in der Colonne zu besitzen. 
Die Warzenhöfe verhältnissmässig grösser, und zugleich Miliär- 
und Seitenzone schmaler; die grossen Platten nicht oder kaum 


) Da der obere Rand der Corona grösstentheils abgebrochen ist, so lässt 
sich nur noch an zwei Stellen eine Blindassel direkt beobachten. 

?) Vergl. über diese Benennung oben die Bemerkungen bei Cidaris sceptrifera, 
pag. 110. 


h [155] III. Cidaridae. 83 


_ wahrnehmbar gegen die Nähte eingesenkt. Ebenso die Ambula- 
_ eralfelder nicht oder doch kaum deprimirt, nur die Porengänge 
vertieft liegend. Auf der Interporiferenzone liegen jederseits 2 
deutlich ausgeprägte Reihen von Granulen. Die beiden, ausserdem 
noch vorhandenen inneren Reihen sind nur bisweilen deutlich 
‘ ‚regelmässig ), andere sind unregelmässig, indem eine Granul in 
zwei zerfällt, oder eine etwas kleinere neben sich nimmt. 
Auch die grossen, von den französischen Typen Cortkav’s 
sehr abweichenden, von WRIGHT unter demselben Namen 2) ah- 
gebildeten Gehäuse zeigen keine näheren Beziehungen. 


Cidaris subvesiculosa d’Orb. unterscheidet sich bei gleicher 
_ Grösse 3) der Gehäuse durch zahlreichere, und daher kleinere 
 Coronal-Platten in je einer Colonne und ebenfalls durch abweichende 
 Granulation der Ambulacralfelder. 

Cidaris serrata Des.*) aus Schichten gleichen Alters von 
_Meudon bei Paris, welche von DESOR mit Cidaris sceptrifera, von 
CorreEau mit Cidaris subvesiculosa verglichen wurde, ist zierlicher 
gebaut, besitzt ein erheblich höheres Gehäuse, und engere 


Warzenhöfe: 
Cidaris Herthae Cidaris serrata?) 
Höhe des Gehäuses. . . Be DT ERER 
Breite des  mbulserälfeldes BL 2.2 17 » 
Durchmesser eines grössten Warzenhofes 8 5» 
Zahl der Asseln in einer Colonne. . 5-6 5—6 


£ Was die Granulen der fast geraden, wenig gewellten Am- 
_ bulacral-Felder von Cidaris serrata betrifft, so liegt eine Vertikal- 


1) In diesem Falle trägt ein Ambulacralplättchen 3, eine Querreihe bildende 
- Granulen, welche gegen die Mittelnaht hin langsam an Grösse abnehmen. 

2) Siehe hierüber oben. 

#) Es liegt ein solches Exemplar aus der französischen Kreide, welches ich 
- der Gefälligkeit des Herrn Corrrau verdanke, vor. 

F 4) Desor, Syn. des löchinides fossiles, pag. 450. — Corrzav, Palöontol. frang. 
terr. eröt. tome VII, pag. 306, tab. 1074, fig. I—11.— NB. die Species-Bezeich- 
mung muss durch eine andere ersetzt werden, da aus den Nummuliten-Schichten 
von Biaritz bereits eine (idaris serrata d’Arch. beschrieben ist. Vergl. Acassız 
et Desor, Catalogue raisonn& des Kchinides, 1. e. pag. 336. 

®) Maasse eines vorliegenden Exemplars von Meudon. 


6* 


84 III. Cidaridae. [156] 


reihe grösserer, mamelonirter Granulen jederseits. Diesen folgen 
nach dem Inneren des Feldes kleinere regellos gestellte Granulen, 
2—4 auf einem Plättchen, so dass in der Granulation der Am- 
bulacralfelder eine Aehnlichkeit mit Cidaris Herthae sich darthut. 

COTTEAU kennt (idaris serrata nur von Meudon. DESOR aber 
nennt sie ausserdem auch von Rügen. Mir selbst ist kein Ge- 
häuse von Rügen bekannt, welches als (idaris serrata angesprochen 
werden könnte. Dagegen liegen ein paar unvollständige Stacheln 
von Rügen vor, welche sich unschwer auf Cidaris serrata beziehen 
lassen. 

Vorkommen. Dorocidaris Herthae fand sich in der Schreib- 
kreide der Insel Rügen, welche durch Belemnitella mucronata 
characterisirt ist. 

Das abgebildete, fast vollständige Gehäuse befindet sich im 
Museum der Universität zu Breslau 1). 


Doroeidaris pistillum, QuENnsTEDT 1852. 


Cidaris stemmacantha (non Acass.) Anorpn Römer 1841, Verstein. d. norddeutsch. 
Kreidegebirges, pag. 29, z. Th., tab. VI, fie. 6. 
» » Borr, Geognosie d. deutsch. Ostsee-Länder 1846, pag. 146, 
tab. II, fig. 5. 
» pistillum Quexstepr, Handbuch der Petrefactenkunde 1852, fig. 577, 
tab. 49, fig. 20. 


> » _ Desor, Synops. Echinid. foss. 1855, pag. 32, tab. V, fig. 17—19. 

» » Correau, Paleont. franc. terr. eret. tome VII, 1862, pag. 302, 
tab. 1066, fig. 3—9. 

» » Qurssrtepr , Petrefactenkunde Deutschlands, Echiniden 1875, 


pag. 154, tab. 68, fig. 31. 


1) Im Museum der Universität zu Göttingen wird ein etwas verdrückter ' 
Feuersteinkern eimer Cidaris von 60" Durchmesser, der von der Insel Rügen 
stammen soll, aufbewahrt. Es ist ein Rollstück, an dem noch einige Spuren der 
Schale haften. Auch hier 6 Interambulacralasseln in einer Colonne; aber die 
Warzenhöfe enger als bei Cidaris Herthae; dagegen Miliär- und Seitenzone viel 
breiter. Anscheinend besitzen diese Platten rundliche Eindrücke. In diesem 
Falle würde die Gattung Temnocidaris vorliegen. Die Schalen -Verhältnisse ent- 
sprechen etwa denjenigen von 7. Baylei Cott. Pal. franc. 1. e. pag. 359, tab. 1087. 
Vielleicht ist es ein Geschiebe aus jüngsten baltischen Kreide-Schichten, der- 
gleichen auf Rügen anstehend nicht gekannt sind. 


[157] III. Cidaridae. 85 


Gehäuse unbekannt. 


Stacheln verlängert, subeylindrisch, bisweilen comprimirt, 
besetzt von kleinen, spitzen, gleichen Granulen, welche, entfernt 
stehend, bisweilen zerstreut, bisweilen in ziemlich regelmässige 
Längsreihen geordnet sind. Gegen den Scheitel hin verbreitern 
sich die Stacheln beträchtlich, und bilden eine oft sehr breite Krone 
mit gezähneltem Rande, granulirtem Inneren, und in der Mitte 
einen mehr oder weniger vorspringenden Knopf zeigend. Der 
Zwischenraum zwischen den Granulen erscheint glatt, aber er ist 
bedeckt von sehr feinen Längsreifen, welche nur unter einer 
starken Lupe sichtbar sind. Collerette lang, bestimmt. Knopf 
ziemlich entwickelt, versehen mit stärkeren Striemen als das Col- 
lerette, Artikular-Facette nicht crenelirt. 

Diese Beschreibung CoTTEAU’S stützt sich auf Stacheln von 
der Insel Rügen, welche sich in der Sammlung des Herrn MICHELIN 
befinden. Die geringen, mir vorliegenden Fragmente gestatten 
keine weitere Erläuterung. Leider gestatten sie auch kein be- 
stimmtes Urtheil über das Verhältniss dieser runden Stacheln zu 
Cidaris spinosus Boll und der eben erwähnten comprimirten Stücke 
zu Rhabdocidaris cf. cometes Boll. sp. 


Vorkommen. Die Stacheln sind nur bekannt aus der Schreib- 
kreide mit Belemnitella mucronata der Insel Rügen. 


86 II. Cidaridae. [158] 


Gatt. Stereocidaris PomEL 1883. 


Stereoeidaris cf. Carteri FORBES. 
Taf. 10, Fig. 3—6. 


Cidaris Carteri Forses, Memoirs of the Geol. Survey. Decade V, 1354, tab. V. 
» » Weicut, Brit. foss. Echinodermata. Vol. I. Echinoidea (Palaeon- 
togr. Soc.). London 1864, pag. 39, tab. 1, fig. 1. 


Maasse: 


Höhe des Gehäuses mit dem nicht hervor- 

ragenden Scheitelschilde . . . . . 23mm 
Durchmesser des Gehäuses . . . .. 31» 
Düorchmesser des Beristoms . . . ....., Lila 
Durchmesser des Scheitelschildes . . . 17m 
Grösste Breite eines Interambulacralfeldes 15 » 
Grösste Breite eines Ambulacralfeldes . 4» 
Grösste Breite eines Porenganges . . . 1» 


Gehäuse von mittlerer Grösse, gebläht, subconisch. Ambula- 
cralfelder fast geradlinig, nur am Umfange leicht gebogen. 
Porengänge in tiefer Furche gelegen, Ambulacral-Poren klein, 
rundlich, schräg gestellt und genähert; man zählt circa 18 Poren 
neben einer grossen Interambulacralplatte. Die Mediannaht der 
Ambulacralfelder tief gefurcht. Die feine Granulation der Am- 
bulacralfelder hat sich nicht vollkommen, aber doch mit einiger 
Deutlichkeit von dem anhaftenden Gestein blosslegen lassen. Hier- 
nach liegen zunächst auf jedem Felde jederseits 2 Reihen Granulen, 
von denen jede äussere, den Porengängen zunächst gelegene 
mamelonirt ist, während es zweifelhaft beibt, ob auch die 
begleitende innere Reihe von mamelonirten Granulen gebildet 


[159] III. Cidaridae. 87 


wird. Am Umfange des Gehäuses treten in dem, von diesen vier 
Reihen seitlich begrenzten mittleren Raume etwas kleinere Granulen, 
anscheinend 2 (weniger regelmässige) Reihen auf, so dass hier im 
ganzen 6 Reihen vorhanden sind. Auch glaubt man noch kleinere 
mikroskopische Granulen zwischen den grösseren Granulen zerstreut 
wahrzunehmen. 

Die Interambulacralfelder bestehen aus 4 oder 5 Asseln 
in jeder Reihe. Sie nehmen vom Peristom an an Grösse zu bis 
über den Umfang; die höher gelegenen Platten sind länger als 
breit; wenigstens eine der Endplatten jedes Feldes pflegt auch ver- 
kürzt zu sein. 

Die Warzenhöfe kreisförmig von mittlerer Grösse, ziemlich 
tief eingesenkt, und entfernt; mit vortretendem Rande, der entfernt 
stehende, mamelonirte Secundär-Warzen trägt. Die Stachelwarzen 
mässig gross, durchbohrt nicht gekerbt; die kleineren in der Nähe 
des Peristoms vielleicht undurchbohrt. Auf den oberen Platten sind 
die Warzenhöfe verkümmert, und haben, wenn noch vorhantlen, 
eine verlängerte Form. Eben daselbst erscheinen die Stachelwarzen 
als niedrige, undurchbohrte Knöpfchen, oder fehlen ganz. Die 
zickzackförmige Mediannaht ist, besonders am Umfange des Ge- 
häuses, sehr sichtbar eingesenkt. Am Umfange und der Oberseite 
des Gehäuses zeigen die Quernähte der Platten rundliche Impres- 
sionen, wie sie von COTTEAU früher schon an einzelnen Gehäusen 
der »Cidaris eretacea« etc. bemerkt waren. 

Der Apicalschild ist gross und plan; er nimmt fast den ganzen 
Scheitel des Gehäuses ein. Die Övarialplatten gross, ungefähr 
so lang wie breit, aber nach auswärts, den Coronalplatten zu, 
etwas verschmälert. Ovarial-Oeffnung excentrisch, nach auswärts 
gelegen. Ocellarplatten klein, dreiseitig gerundet, in der Be- 
rührung mit den Ambulacralfeldern etwas ausgeschnitten; einge- 
senkt in die äusseren Winkel von je zwei Övarialplatten. Am 
oberen Rande des Ausschnittes ist der »Augenpunkt« gelegen. 

Die Oberfläche der grossen Coronalplatten, sowie der Platten 
des Scheitelschildes sind mit einer ziemlich gleichartigen, nicht 
dichten Granulation bedeckt. 

Bemerk. Bisher war nur ein einziges Exemplar bekannt, 


88 III. Cidaridae. [160] 


welches von Herrn JAMES CARTER im Grey Chalk von Cambridge 
gesammelt und Herrn FORBES und WRIGHT mitgetheilt worden ist. 


Das englische Gehäuse ist !/3 kleiner als das vorliegende; 
ausserdem sind nach der Abbildung die Ovarialtafeln etwas breiter 
als lang und nach aussen spitzbogig, und nach der Beschrei- 
bung die Oberfläche der Interambulacralplatten mit dichter Gra- 
nulation, die Ovarialplatten dagegen mit spärlichen Granulen be- 
deckt. Wenn sodann von dem englischen Originale keine Sutural- 
Impressionen angegeben werden, so sind dieselben möglicher Weise 
übersehen worden. Auch tritt bei dem englischen Gehäuse der 
Scheitelschild etwas mehr hervor. 

Dass die angegebenen Abweichungen auf einen Artenunter- 
schied hinweisen, möchte kaum wahrscheinlich sein. Es schien 
aber räthlich, bis vermehrtes Material die Frage entschieden hat, 
das deutsche Exemplar mit einem cf. Carter‘ zu versehen. 

. Durch ähnliche hohe, subeonische Gestalt, ist die grosse, 
jüngeren Schichten angehörige Cidaris Merceyi Cott. verwandt, 


ebenso durch das Verkümmern der Stachelwarzen auf den oberen. 


Interambulacralplatten. In letzterem Verhalten zeigt auch » Cidaris 
cretosa Mantell« bei CortEAU Beziehungen. 

Vorkommen. In England und Deutschland wurde Stereo- 
cidaris Carteri im Cenoman gefunden. 

In Deutschland bei Rethen (Hannover), wo insbesondere die 


oberen Schichten aufgedeckt zu sein scheinen. 


Original im Museum der Universität Göttingen. 


Stereoeidaris Hannoverana SCHLÜTER. 
Taf. 11, Fig.5—9. 
Maasse: 

Höhe des Gehäuses mit dem gewölbten 

Schild Hair nn; 20, 
Höhe des Gehäuses ohne Schild . . . 17» 
Durchmesser des Gehäuses . . . ....30» 
Durchmesser des Peristoms . . . . 10-11 » 


te a 


[161] II. Cidaridae. 89 


Durchmesser des Scheitelschildes . . . 15m 
Grösste Breite der Interambulacralfelder 15 » 
Durchmesser eines grossen Warzen- 

a er 
Grösste Breite der Ambulacralfelder . c. 3l/, mm 
Grösste Breite der Porengänge . . c. 3, 


Gehäuse von mittlerer Grösse, kreisförmig bis gerundet-fünf- 
seitig, wobei die Ambulacralfelder mit den Kanten zusammenfallen; 
mässig gebläht, unten etwas abgeflacht, obere Partie mit dem ge- 
wölbten Scheitelschilde dagegen mehr aufgetrieben. 

Ambulacralfeld an der Unterseite fast geradlinig, mehr 
aufwärts gewellt; als Ganzes nicht vertieft, sondern mit den Inter- 
ambulacralfeldern in derselben Ebene; ım Einzelnen ist die Median- 
naht des Feldes eingesenkt, Porengänge mässig vertieft, diese ge- 
bildet aus gerundeten Poren; der Zwischenraum zwischen denselben 
geringer als ihr Durchmesser. Die Porenpaare, um den Durch- 
messer eines Porus oder mehr von einander entfernt, schräg gestellt, 
und durch eine niedrige Leiste getrennt. 18 bis 24 Poren stossen 
an eine grosse Interambulacralplatte. Die Interporiferenzone trägt 
jederseits eine Reihe grösserer mamelonirter Wärzchen. Zwischen 
diesen beiden äusseren Reihen ist der Zwischenraum mit kleineren 
Granulen bedeckt, welche, dicht und unregelmässig gestellt, bis- 
weilen die Neigung verrathen, sich auf jedem Plättchen in 3 Ver- 
tikalreihen zu ordnen, wobei ihre Zahl durchschnittlich 6 bis 8 

Die Interambulacralplatten besitzen in jeder Vertikal- 
reihe 4—5 Coronalplatten. Die an die Mundlücke anstossenden 
Platten sind bisweilen sehr klein (niedrig); die den Scheitelschild 
berührenden obersten Platten jeder Colonne besitzen nur eine ver- 
kümmerte Stachelwarze und desgleichen Warzenhof. Auf den 
übrigen Platten sind die nicht grossen, durchbohrten !), aber un- 
gekerbten Warzen von einem verhältnissmässig grossen, nicht stark 
vertieften Hofe umgeben. Der Scrobicularring, aus flachen, mame- 


') Auf der Unterseite des Gehäuses scheinen die Hauptwarzen nicht, oder 
doch nicht deutlich durchbohrt zu sein. 


90 III. Cidaridae. 1 62] 


lonirten Wärzchen gebildet, liegt schräg nach innen geneigt und 
fällt nicht stark ins Auge. Die sich anschliessenden Miliärwärzchen 
stehen gedrängt, nicht in Reihen geordnet, und nehmen, mit Aus- 
nahme der obersten Platten, nur einen geringen Raum auf jeder 
Assel ein, demnach ist auch die mediane Miliärzone schmal. Ihre 
Mediannaht dagegen markirt sich in Folge der Einsenkung. 


Die Quernähte zeigen minder oder mehr deutlich eine fast 
narbenartige Eindrückung, welche der Mediannaht entfernter, den 
Porengängen genähert liegt. 

Das kreisförmige, leicht fünfseitige Mundfeld zeigt ein Drittel 
des Schalendurchmessers, während das Apicalfeld dem halben 
Schalendurchmesser gleichkommt. Genitalplatten, fast so breit wie 
hoch, etwas kleiner als das Afterfeld, bilden einen geschlossenen 
Kreis, die viel kleineren, fast herzförmig gestalteten Ocellarplatten 
in den Winkel zwischen sich nehmend. Ovarialöffnung excentrisch, 
nach aussen gelegen. 

Das Afterfeld besitzt noch einen äusseren Ring von 10 After- 
platten, deren Winkelplatten sich nur durch eine etwas mehrere 
Grösse auszeichnen. Die Gruppirung dieser Platten ist so, dass 
an die Vorderporenplatten (welche weder in Grösse noch in Form 
von den übrigen Genitalplatten verschieden ist) sich nur 2 Anal- 
platten anlehnen, an die eine gegenüberliegende dagegen 4, an 
die übrigen 3 Genitalplatten dagegen 3 Analplatten anstossen. 

Die Platten des Scheitelschildes in gleicher Weise sranulirt, 
wie die anstossenden Coronalplatten. 


Stacheln unbekannt. 


Bemerk. Mit der beschriebenen Art zunächst verwandt ist 
Stereocidaris Darupensis Schlüt. 


Dieselbe unterscheidet sich durch das wulstartige Vorragen 
der Interambulacralfelder, während bei (idaris Hannoverana die 
Ambulacralfelder auf den Kanten liegen. Bei letzterer sind die 
Ambulacralfelder nicht eingesenkt, bei (Cidaris Darupensis liegen 
sie am Umfange vertieft. Bei letzterer Art ragen die Scrobicular- 


ringe vor, bei Cidaris Hannoverana nicht u. s. w. 


| 
| 
| 


Lauf un 2 


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u Du a A 


nr 


n 63] III. Cidaridae. 9] 


Vorkommen. Das prächtig erhaltene Gehäuse ist angeblich 
_ in cenomanem Pläner bei Rethen in Hannover gefunden worden. 
Es bleibt weiterer Beobachtung vorbehalten, festzustellen, ob diese 
_ Angabe richtig ist, oder ob es aus jüngeren Schichten stammt !). 


Stereoeidaris subhereyniea SCHLÜTER. 
Taf. 12, Fig. 6—9. 
Es liegt ein grosses, ziemlich vollständig erhaltenes Gehäuse 
vor. Die Maasse können wegen der erlittenen Verdrückung nur 
 theilweise und auch diese zum Theil nur annähernd angegeben 


Durchmesser etwa. . : . . .:.60-—65 ma 
Hiche etwa... . . AR RR || 


Mund- wie Schöitellneks Ans. -; Du 
Grösste Breite eines Interambulacral- 


Y 


(oder mehr) 


ns re 30 » 
Grösste Breite eines eserälfelle: 

Be a nahe: spr: } 5» 
Grösste Breite eines Enden ER 1» 
Grösste Breite der Interporiferenzone 

2 } 3» 


Höhe einer grossen a ebnkecral: 
ee een B4—15: » 
Breite einer grossen Interambulacral- 
Baar 0 Sy 16T 3 
Durchmesser des her der- 
ae ee. ann Cu 110» 


Ambulacralfelder nicht stark gewellt, am Umfange einge- 
senkt; Porengänge selbst wenig vertieft, gebildet von rundlichen, 
_ genäherten, nicht gejochten Poren, die einzelnen Paare schräg ge- 


— 


| 1) Bisher sind Formen aus derselben Cidariden - Gruppe (Stereocidaris), bei 
denen die Zahl der Granulenreihen auf dem Innern der Ambulacralfelder grösser 
ist als in den seitlichen, den Porengängen jederseits zunächst gelegenen Vertikal- 
_ reihen, noch nicht in so tiefen Schichten beobachtet worden; sie zeigten sich bis- 
her erst im oberen Turonen Pläner (Cidaris Merceyi). 


92 II. Cidaridae. [164] 


stellt, durch eine niedrige Leiste von einander getrennt. Am 
Umfange des Gehäuses trägt jedes Ambulacraltäfelchen 3 Granulen, 
von denen die äussere ein wenig grösser und mamelonirt, die 
innere bisweilen doppelt ist. Hinzutreten gern noch 2 oder 3 
Körnchen, parallel der etwas eingesenkten horizontalen Naht. So 
erscheint das Mittelfeld dicht mit Wärzchen gepflastert, von denen 
die grösseren 6 Längsreihen bildeten. Die Zahl verändert sich, wie 
immer, nach den Polen hin. i 

Ob die vertikale Mittelnaht eingesenkt sei, ist bei der Ver- 
drückung des Gehäuses nicht mit Sicherheit zu entscheiden. 

An der Peripherie stossen an eine Interambulacralplatte circa 
20 Ambulacralplättchen. 

Da bei der Verdrückung des Gehäuses und der Festigkeit 
des anhaftenden Gesteins die Apical-Seite nicht freigelegt werden 
konnte, so lässt sich auch die Zahl der Coronalplatten, welche 
in den Interambulacralfeldern eine Vertikalreihe bilden, nicht 
allgemein festsetzen. In drei Vertikalreihen zählt man je sechs 
Platten, von denen die beiden oberen keinen Warzenhof und nur 
eine verkümmerte Stachelwarze tragen, oder selbst mit einer solchen 
nicht versehen sind. Von den tiefer gelegenen Platten sind in 
sechs Vertikalreihen je 4 Platten mit einem ausgedehnten, stark 
vertieften, kreisrunden Warzenhofe versehen. In den 4 übrigen 
Vertikalreihen können die Warzenhöfe nicht gezählt werden, wei 
ein Theil dieser Platten zerstört ist. 

Die Stachelwarzen selbst sind von mittlerer Grösse, durchbohrt, 
aber nicht gekerbt, und von einem mässig entwickelten Warzen- 
kegel getragen. 

Der etwas schräg nach innen geneigte Scrobicularring tritt 
wenig deutlich hervor. Die nach auswärts sich anschliessenden 
Miliärwärzchen lassen minder oder mehr das Bestreben erkennen, 
sich in horizontalen Reihen zu ordnen, womit hin und wieder eine 
undeutliche, strichförmige Furchung der Platten-Oberfläche ver- 
bunden ist. Diese Wärzchen stehen überhaupt nicht dicht ge- 
drängt, auf den höheren Platten entfernt und zerstreut. Zwischen 
denselben bisweilen feine Körnchen. 


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er Zu A RAD RE 


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.. 


re En — 


[165] IIT. Cidaridae. 98 


Die Warzenhöfe sind sowohl von emander I), wie von den 
Porengängen durch ziemlich weite, durch diese Wärzchen be- 
deckte Zwischenräume getrennt. Breit ist auch die vertikale 
Miliärzone. 

Die grossen Interambulacralplatten sind gewölbt und fallen 
gegen die Nähte, besonders gegen die vertikale Mittelnaht ab. 

Man bemerkt keine Sutural- Eindrücke. 

Stacheln. Auf dem Gehäuse liegt noch ein dem oberen 
Theile eines Stachels angehöriges Fragment von 25 "" Länge, und 
unten von 3 ”" Durchmesser. Es verjüngt sich gleichmässig bis 
zur Spitze und lässt bei kreisförmig-polygonalem Umriss, auf 
einen pfriemförmigen Stachel schliessen. Die Kanten des Stachels 
(etwa 14) sind fein gekörnt oder gezähnt. 

Es liegt noch ein zweites Exemplar vor. Dasselbe ist etwas 
kleiner, c. 45 "" Durchmesser, und noch mehr verdrückt als das 
erstere, gleichwohl erkennt man, dass alle Verhältnisse dieselben 
sind, insbesondere 4 durchbohrte, mit weiten Höfchen umgebene 
Stachelwarzen, in jeder Colonne; die höheren Platten mit ver- 
kümmerten oder fehlenden Warzen; Platten gewölbt, daher Nähte 
vertieft liegend, insbesondere die Vertikalnaht in der Miliärzone. — 
Auch die Zahl, Bildung und Gruppirung der Granulen auf den 
Ambulacralfeldern ist die gleiche. 

Ausserdem liegen einige Bruchstücke mit weniger gut er- 
haltener Oberfläche vor, deren Zugehörigkeit nur als eine sehr 
wahrscheinliche, aber nicht als eine völlig sichere zu bezeichnen ist. 

Bemerk. Die vorliegenden Gehäuse schliessen sich zunächst 
an die englischen Typen von Cidaris sceptrifera Mantell und an 
ein Gehäuse aus der Kreide von Royan (Charente inferieure), 
welches CorTtTEAU unter der Bezeichnung (idaris cretosa Mant. 
beschrieb und abbildete. 

Beide fremdländischen Vorkommnisse besitzen eine geringere 


* ” ” [3 . 7} 
Zahl von Ambulacralplatten in einer vertikalen Reihe [vier?), oder 
') Abgesehen von den tiefst gelegenen. 
2) Correau, Pal. france. |. e. pag. 277 »Tubercules interambulacraires au 
nombre de quatre par serie«. 


94 II. Cidaridae. [166] 


vier bis fünf]; auch sind anscheinend ihre Warzenhöfe enger 
als bei sStereocidaris subhercynisa. Ferner werden die Miliär- 
granulen jener als fein und dicht bezeichnet. Letzteres Epitheton 
insbesondere ist für die deutschen Stücke nicht anwendbar. Dieses 
lässt auch keine Sutural-Eindrücke erkennen. 


Die Ambulacralfelder sind bei den fremden Gehäusen stärker 
vertieft und mit einfachen Reihen von Granulen (6—8) besetzt, 
wobei sich nur hin und wieder ein mikroskopisches Körnchen 
zwischenschiebt. 


Eine weitere Verschiedenheit bieten die Stacheln dar, deren 
typische Gestalt und Ornamentik von (idaris sceptrifera allgemein 
bekannt ist, während ÜOTTEAU über die Stacheln seiner (idaris 
cretosa nichts beibringt. 


Vorkommen. Die Art gehört dem Pläner der subhereynischen 
Hügel‘ an. 

Das grosse, zuerst besprochene und abgebildete Gehäuse fand 
sich im Brongniarti-Pläner am Gitterberge bei Salzgitter (Han- 
nover); das zweite Exemplar im Pläner bei Thale am nördlichen 
Harzrande. Das genauere Lager desselben kann nicht angegeben 
werden. 


Ein drittes, weniger vollkommenes, wahrscheinlich hierher- 


gehöriges Stück fand sich im Scaphiten-Pläner an der Bucke- 
mühle bei Suderode am Harzrande; und ein viertes Gehäuse sowie 
einen Stachel sammelte ich bei Langelsheim ebendort. 


Stereocidaris Reussi GEINITZ 1849. 
Taf. 14, Fig. $— 10. 
Taf. 12, Fig. 1-5. 
Cidaris Reussiü H. B. Geisırz, das Quadersandstein- oder Kreidegebirge in Deutsch- 
land. Fıeiberg 1849, 1850, pag. 220. 
Die Art wurde auf einen dünnen, langen Stachel aus dem 
Scaphiten-Pläner von Strehlen, der anfangs als Cidaris papillata 


1) Weıcur, Brit. foss. Echinid. Cret. form, pag. 55 »four or five large plates 
in a column«, 


” 


[167] III. Cidaridae. 95 


Mantell bezeichnet war !), begründet und ist erst ein Vierteljahr- 
hundert später nebst einem im gleichen Lager gefundenen Schal- 
stücke abgebildet worden ?). 

Mir liest ein Gesteinsstück vor, welchem fünf Stacheln und 
ein ganzes Interambulacralfeld mitsammt den seitlich anhaftenden 
Ambulacren aufliegen. 


Die Stacheln sind dünn und lang, unten mit dicken Knopf 
und scharfem Ringe, zur Spitze hin sich gleichmässig verjüngend. 
Alle Exemplare sind unvollständig; das grösste der Stücke, 
dem Knopf und Hals fehlt, hat noch eine Länge von 60", 
_ während seine grösste Dicke nur 2—3"" beträgt. Die Stacheln 
sind unten prismatisch, mit flachen Seiten, oben gerundet; die 
Kanten mit kleinen Zähnchen oder Körnern besetzt. Man zählt 
an den vorliegenden Stacheln 8 Kanten. (GEınırz gibt die Zahl 


auf 8 bis 12 an.) 


Gehäuse. Das neben den Stacheln liegende Schalstück 
weist auf ein Gehäuse hin von mittlerer Grösse, kreisförmigem 
Umriss, oben mässig gebläht, unten etwas abgeflacht, 19"" hoch. 
Poren-Gänge schmal, wenig eingesenkt, oben leicht gebogen, unten 
fast gerade, gebildet von etwas schräg gestellten Poren - Paaren 
und rundlichen Poren. 

Ambulacralfelder in gleicher Weise kaum gebogen, am Scheitel 
schmal, gegen den Umfang des Gehäuses hin sich verbreiternd, 
etwas schräg gegen ihre vertikale Mittelnaht geneigt; verziert mit 
Granulen, deren am Umfange des Gehäuses sechs in einer Quer- 
‚reihe stehen; nach dem Scheitel zu vermindert sich die Zahl der- 
selben. Die den Ambulacralporen zunächst gelegene Vertikal- 
reihe wird aus etwas stärkeren, leicht mamelonirten Granulen ge- 
bildet. Hin und wieder, aber nicht häufig, schiebt sich noch ein 
Körnchen unregelmässig zwischen. 

Die Interambulacralfelder besitzen in jeder Vertikalreihe vier 


ee — WS 


) H. B. Geisorz, Characteristik der Schichten und Petrefacten des sächsisch- 
böhmischen Kreidegebirges. Heft III. Leipzig 1842, pag. 90. 

2) H.B. Geiserz, das Elbthalgebirge in Sachsen. Cassel 1571—1875, tom. II, 
Kassel 1875, pag. 7, tab. 2, fig. 5, 6. 


96 II. Cidaridae. [168] 


bis 5 Asseln. Dieselben erscheinen (mit Ausnahme der zunächst 
am Scheitel gelegenen) leicht gewölbt, indem sie sich von dem 
Rande des Warzenhöfchens gegen die Nähte, insbesondere gegen 
die vertikale Mittelnaht einsenken. 

Die Warzenhöfe sind verhältnissmässig nicht gross, von kreis- 
förmigem Umriss, mässig tief eingesenkt, umgeben von einem 
wenig vortretenden Kranze nicht grosser, gesperrt stehender, mame- 
lonirter Granulen. Stachel-Warzen nicht gross, durchbohrt, nicht 
erenelirtt. Die dem Scheitel zunächst gelegenen Asseln führen 
keinen Warzenhof und nur verkümmerte Warzen. Diese Asseln 
sind gern höher wie breit. Miliärzone mässig breit, diese wie 
die Zwischenräume zwischen den oben weiter entfernten Höfen 
sind von gleichmässigen Granulen besetzt. 

Die Nähte der Asseln erscheinen in Folge der angegebenen 
Einsenkung überall deutlich. 

Sonach stimmt das vorliegende Stück mit dem Bilde überein, 
welches GEINITZ (Elbthalgebirge 1. c.) von Cidaris Reussi gegeben. 

Der obere deutsche Pläner birgt noch eine zweite nahe 
stehende Art. 

Das Gehäuse zeigt ähnliche Dimensionen und Verhältnisse 
wie Gidaris Reussi. 

Die Porengänge ebenso wenig gebogen, aber anscheinend 
noch weniger eingesenkt, fast plan; die Ambulacralfelder zeigen die 
gleiche Zahl von Granulen: sechs in jeder Querreihe am Umfange 
des Grehäuses, wobei ihre Zahl nach dem Scheitel zu auf vier, 
resp. zwei sich vermindert. Hier und dort schieben sich einige 
kleinere Granulen dazwischen. Die Interambulacralfelder führen 
ebenfalls vier bis fünf Asseln in jeder vertikalen Reihe. Die 
Asseln erscheinen weniger gewölbt und weniger gegen die Nähte 
eingesenkt, und die Warzenhöfe noch enger, in Folge dessen der 
von Granulen bedeckte Raum grösser I), wie bei (idaris Reussi. 
Hinzu tritt ein anderer Habitus der Stacheln. 


') Die Oberfläche der Schale ist nicht überall vollkommen erhalten, so dass 
man kein sicheres Urtheil über die Gruppirung dieser Granulen erlangt, aber 
es hat den Anschein, als ob sie sich in unregelmässige Querreihen ordneten, etwa 


ER 


[169] III. Cidaridae. 97 


Bei einem der vorliegenden Exemplare stecken noch vier 
Stacheln im Nebengestein, dieselben zeigen keine polygonale 
Gestalt, sondern einen kreisförmigen, bis ovalen Umriss, und sind 
stärker. Ein herauspräparirter Stachel erweist sich mit minder 
oder mehr gedrängt stehenden Rippen bedeckt, deren Rand leicht 
gekörnelt erscheint. 

Das Verhalten des Gehäuses stimmt mit einer (idaris, die 
von SORIGNET !) als 


Cidaris punetillum. 
Tab. 13, Fig. 9— 10. 


beschrieben, und durch CoTTEAU mit (Cidaris serrifera Forbes 
vereint wurde. Die Stacheln von (idaris punetillum sind im 
Frankreich nicht gefunden. 

Das Verhalten der deutschen Stücke scheint es räthlich zu 
machen, beide Formen vorläufig auseinander zu halten, bis ein 
umfangreicheres Material über die mögliche Zusammengehörigkeit 
entscheidet. 

GEINITZ zieht von fremden Vorkommnissen nur einen Stachel 
aus dem Uenoman von Kostitz, den KEUSS?) Cidaris papillata 
Mantell (non Young und BıRD) nannte, und den ÜOTTEAU?) zu 
Cidaris subvesiculosa gestellt hatte, zu Cidaris Reussi. 

Vorsichtig bemerkt NovAk*®), dass der Zusammenhang des aus 
dem » Unteren Pläner« (Cenoman) stammenden Stachels ganz 
zweifelhaft sei! 


wie bei Cidaris Merceyi. Diese Art hat dieselben engen Warzenhöfe, die wenig 
gebogenen, fast planen Ambulacralfelder ete., so dass erstere neben letzterer sich 
fast wie ein unentwickeltes, jugendliches Gehäuse ausnimmt. Von mittlerer Grösse 
ist ein Gehäuse, welches Corrzau, Echinides foss. du Depart. de l’Yonne, vol. II, 
tab. 77, fig. 11, als Cidaris Merceyi bezeichnet. 

I) Sorısxer, Oursins foss. de l’Eure, 1850. Mir ist dieses selten gewordene 
Werk nicht zugänglich; ich kenne nur die Darstellung des Typus von Cidaris 
Punctillum bei Correau, Pal. franc. terr. eret. tome VII, tab. 1071, fig. 13. 

2) Reuss, Verstein. d. böhm. Kreideform. II, 1846, pag. 57, tab. 20, fig. 22. 

%) Correau, Pal. france. terr. er&t. tom. VII, pag. 257. 

#) OÖ. Novix, Studien an Echinodermen der böhmischen Kreideformation. 
No.1. Prag 1837, pag. 10. 

Neue Folge. Heft 5. {| 


98 I. Cidaridae. 70] 


Beziehungen zu verwandten Formen aus dem Turon werden 
von GEINITZ nicht dargelest, nur bemerkt er: »ınehrere in 
neueren Schriften aus der Kreide Englands unter anderen Namen 
beschriebene Arten scheinen mit Cidaris Reussi identisch zu sein. 

Die zunächst hier in Frage kommende Form ist Cidaris 
serrifera, die FORBES im selben Jahre 1850, in welchem GeI- 
NITZ Cidaris Reussi aufgestellt hatte, in dem Werke Dıxon’s !) über 
Sussex aus dem White-Chalk von Lewes abgebildet und beschrie- 
ben hatte. 

Die Art ist in England so selten, dass WRIGHT ?) nur zwei 
Exemplare kannte, von denen er das eine selbst bei Lewes ge- 
sammelt hatte ?), während das zweite ganze Gehäuse vom gleichen 
Fundpunkte wahrscheinlich dasselbe ist, welches von FoRBES 1. c. 
abgebildet war, und von WRIGHT von neuem abgebildet ist. Beide 
Bilder stimmen recht gut miteinander überein; nur ist befremd- 
lich, dass in der Beschreibung FORBES bemerkt: » The sutures are 
not impressed«, während WRIGHT angibt: »The sutures are de- 
pressed and conspicuous«. 

Das Gehäuse schliesst sich nicht an Cidaris Reussi an, lässt 
dagegen keine Verschiedenheiten von denjenigen des oben als 
Cidaris punctillum Sorig. beschriebenen aus dem deutschen Pläner 
erkennen. Gleichwohl ist die Identität beider durch das Verhalten 
der Stacheln zur Zeit noch zweifelhaft. FORBES gab von denselben 
an: »The spines are long, slender, cylindrical, few — (seven or so) 
ridged; ridges coarsely serrated, the interspaces granulated.«. 

WRIGHT sagt dasselbe und fügt noch einige nähere Angaben 
hinzu. So nennt er die Rippen zusammengedrückt, also hoch, 
bezeichnet die Thäler zwischen den Rippen als concav und ihre 
Oberfläche als sehr fein granulirt. 


1) Dıxon, Geology and Fossils of the Tertiary and: Cretaceous Formations 
of Sussex. London 1850, pag. 338, tab. 24, fig. 15 — 19. 

2) Wricrr, British fossil Echinodermata (rom the Cretaceous Formations, 
vol. I, Echinoidea. London 1864 —1882, pag. 51, tab. XT, fig. 1, 6. 

>) Dieses Exemplar befindet sich wahrscheinlich in der Universitäts- Samm- 
lung in Strassburg. 


na 


sici 


3 [171] III. Cidaridae. 99 


Der einzige bis jetzt aus dem Nebengestein herauspräparirte 

Stachel von (Cüidaris punctillum zeigt gedrängter stehende, anschei- 
nend nicht hohe Rippen, deren Ränder jedenfalls nicht grob ge- 
 zähnt sind. 
Grösser stellt sich die Verschiedenheit der vorliegenden 
_ deutschen Stacheln der Cidaris Reussi dar. Dieselben zeigen keine 
_ Rippen und lassen keine Granulation, überhaupt keine Sculptur 
_ der Seiten erkennen. Wenn letzteres auch auf Rechnung der 
 Erhaltungsart zu setzen sein wird, so gibt doch GEINITZ von 
seinen Stacheln an, dass sie mit sehr feinen Längslinien ver- 
sehen seien. 


Ausserdem zeigen diejenigen Gehäuse aus der oberen engli- 
_ schen Kreide, welche in England als (idaris hirudo Sorienet (ce. f. 
Cidaris sceptrifera, var. spinis truncatis Forbes in Dixon, Geol. of 
Sussex) bezeichnet werden, einige Uebereinstimmung in den Ver- 
hältnissen der Schale, wie nachstehende Zahlen von 4 Gehäusen, 
_ welche ich der gefälligen Mittheilung des Herrn GREGORY in 
_ London verdanke, darthun. 


Maasse einiger Gehäuse von (üdaris hirudo aus der eng- 
lischen Kreide in Millimetern I— IV; Maasse von 
Cidaris Reussi V. 


T. 19% II. IV, W 
Durchmesser des Ge- 2 Mr = > “i 
2 ee 18 c. 26 _ 35 — 
Höhe des Gehäuses . 10 ib 70.18 c.18?1) 19 
Breite des Ambula- 
eralfeldes . . . _ Der _ Er a 
Breite der Porengänge _ _ —_ Bl -- 
’ »  Interpori- 
ferenzone . . . = — _ 0,09 — 
Breite der Interambu- 
lacralfeldee . . . 9 c.13 14,5 17 15 


I) Verdrückt. 
7 = 


100 II. Cidaridae. [1 7 2] 


IE II. II. IV. V. 
Breite der grössten FE a <- 7 F 
Interambulacralplatte c. 5 BEAT 8 10 8 
Höhe der grössten 
Interambulacralplatte c. 5 CEIM. 78 c10 8 
Höhe ihres Warzen- 
Botesm ne 3 0) 5 6 5 
Breite ihres Warzen- 
hotesv ner ee Date 26.39 5 6 5 


Durchmesser der 
Mundluckeresn ee 8 ee en Bei En 
Durchmesser des 


Scheitelschildes . ?e. 8 = — ce. 16 — 
Zahl der Coronalplat- 

ten in einer Reihe !) 4 5 5-Al A—)5 5 
Zahl der ambulacralen 

Granulenreihen . . ?4 ?4 6 6 6 


Hinzu tritt die gleiche Wölbung der Interambulacralplatten, 
die gleiche Tiefe der Warzenhöfe, die gleiche Einsenkung der 
Miliärzone und Deutlichkeit aller Nähte. 

Abweichend sind die englischen Gehäuse von Cidaris hürudo 
gleicher Grösse dadurch, dass sie in jedem Felde eine Platte mit 
vollkommen entwickeltem Warzenhofe und Warzen mehr, und zu- 
gleich eine obsolete weniger zu besitzen pflegen, dass die höher 
gelegenen Stachelwarzen an der dem Scheitelschilde zugewandten 
Seite eine leichte Kerbung zeigen, dass ihre Miliärgranulen kräf- 
tiger sind und gedräugter stehen wie an den deutschen Gehäusen 
von Cidaris Reussi, falls bei letzteren nicht die beginnende Ver- 
witterung beeinflussend gewirkt hat, und zuletzt durch die sehr 
in die Augen fallende Verschiedenheit der Stacheln beider Arten. 

Unsere Stacheln von Cridaris Reussi stimmen überem mit 
einem Stachel aus der Kreide mit Micraster cor testudinarium des 


') Eine oder beide obersten Platten in jedem Interambulacralfelde haben 
verkümmerte Warze und Höfchen, oder dieselben fehlen. 


4 173] III. Cidaridae. 101 


© onne-Departement, den CoTTEAu!) als Cidaris Merceyi bezeich- 
Doch fügt CorrEAu bei, dass derselbe sehr wenig den Stacheln 
ihnlich sei, welche von WRIGHT und BucAiLLe der Cidaris Mer- 
ceyi zugeschrieben seien. Während das Werk von BucatLue 2) 
u ir nicht vorliegt, möchte darauf hinzuweisen sein, dass WrıGHT ®) 
1 eine Stacheln von Cidaris Merceyi beschreibt, über dieselben nur 
aibt: »The spines have not been found in relation with the test.« 


Diejenigen Stacheln aber, welche er in der Tafelerklärung 
nur irrig zu Cidaris Merceyi stellt, sind in der Beschreibung (p. 59) 
der Cidaris subvesiculosa d’Orb. zugewiesen, was von ÜOTTEAU 
übersehen wurde. 

Zufolge der Abbildungen scheint auch Cidaris dissimilis Forbes 
us dem Grey-Chalk Englands ähnlich, aber die Stachelwarzen sind 
a onelirt und es characterisirt sich die Art ausserdem auffällig 
durch eine so grobe Granulation der Interambulacralfelder, wie 
mir von keiner anderen Art der oberen Kreide bekannt. Auf den 
Ambulacralfeldern wird jede den Porengängen zunächst gelegene 
Reihe von mamelonirten Granulen ‚gebildet, welche an Grösse 
den Granulen der Interambulacralfelder gleichkommen. Die Gra- 
nulen der beiden inneren vertikalen Reihen sind viel kleiner und 
ehen zu den ersteren alternirend. Die Stacheln sind allerdings 
fein längsgestreift und mit ziemlich nahe stehenden Rippen, deren 
Ränder gekörnelt, versehen. 


Vorkommen. Das beschriebene Exemplar von Stereocidaris 

Reussi stammt aus dem oberen Scaphiten — oder unteren Öuvieri- 

Pläner des Hackelnberges bei Steinlah (Hannover). 

Von einem zweiten Exemplar habe ich nachträglich durch 

die Gefälligkeit des Herrn Prof. KLoos in Braunschweig Kennt- 

niss erhalten. Dasselbe stammt angeblich aus dem Turon von 
Wolfenbüttel und ist Taf. 12, Fig. 1—5 abgebildet. 


. 


ı) Correau, Etudes sur les Echinides fossiles du departement de l’Yonne, 
2. Paris 1857— 1878, pag. 440, tab. 77, fig. 11, 13. 

#) Bucaue, Eehinides foss. du departement de la Seine Infer, 1873, pag. 53. 
3) ]. c. pag. 61. 


102 IE. One > [174] 


Originale von mir im Museum zu Bonn niedergelegt. 

Von Cidaris punctillum Sorig. besitzt das Museum der Uni- 
versität zu Berlin zwei Exemplare aus dem Oberen Pläner des 
Galgenberges bei Quedlinburg. 


Stereoceidaris Silesiaca SCHLÜTER. 
Taf. 11, Fig. 1—4. 


Gehäuse ziemlich gross, kreisförmig, mässig gebläht; ob- 
wohl etwas verdrückt, scheinen Ober- und Unterseite ziemlich 
gleichmässig abgeplattet zu sein. 

Ambulacralfelder gebogen, wenig deprimirt, mit einge- 
senkter Längsnaht !) und vertieft liegenden Porengängen, diese 
gebildet aus rundlichen, kleinen, genäherten Poren. Die Inter- 
poriferenzone trägt jederseits zwei Reihen von verhältnissmässig 
kräftigen Granulen, welche ziemlich gleich gross, nicht oder nur 
undeutlich mamelonirt sind und dicht gedrängt stehen. Gegen 
den Umfang des Gehäuses schieben sich noch zwei mittlere 
Reihen ein, welche von etwas kleineren Granulen gebildet werden. 
Zwischen je vier der seitlichen Granulen schiebt sich ein mikro- 
scopisch kleines Körnchen ein. Der Boden der eingesenkten mitt- 
leren Partie des Feldes ist anscheinend glatt. Wegen der schwie- 
rigen Präparation ist dies nicht völlig sicher. 

Die Interambulacralfelder besitzen in jeder Colonne 
5 oder 6 Asseln. Sechs in sieben Reihen, fünf in drei Reihen. 
Bei zwei der letzteren ist schon am oberen Ende ein sechstes 
Täfelchen in der Bildung begriffen. Die Asseln sind minder oder 
mehr gewölbt, ihre Nähte deutlich, die winklige Mittelnaht stark 
eingesenkt. Die Warzenhöfe eingesenkt, ziemlich gross, nur auf 
den obersten Täfelchen verkümmert, oder fehlend; auf der Unter- 
seite leicht oval, am Umfange und oben kreisförmig; ihr Umfang 
leicht wellig, völlig eingefasst von mamelonirten Granulen. Ihre 


1) Wie z. B. auch bei »Oidaris eretosa« bei Corrrau: » Ambulacres ... forte- 
ment deprimes a la suture mediane des plaques«, aber 6—8 Reihen Granulen, da- 
gegen nur 4 Interambulacraltuberkeln in einer Reihe und ihre Granulation wird 
als fein und gedrängt angegeben, 


[175] II. Cidaridae. 103 


Grösse nimmt vom Mundrande an langsam zu. Der Warzenkegel 
ist stark entwickelt, so dass er im Profile vortritt; der Warzen- 
knopf von mittlerer Grösse, durchbohrt; auf der obersten Platte 
meist verkümmert. Der Intermediär-Raum zwischen den Warzen- 
höfen bedeckt von groben, nicht dicht gedrängt stehenden Gra- 
nulen, welche hier und dort ein mikroscopisches Körnchen zwi- 
schen sich nehmen. — Auf der Oberseite des Gehäuses zeigen 
die horizontalen Nähte der Asseln wenig deutlich Impressionen, 
wie sie auch bei einigen anderen Arten, als »Cidaris cretosax, 
Cidaris Carteri, bekannt sind. 

Die Gitterstructur der Platten ist so deutlich, dass man sie 
schon bei geringer Vergrösserung wahrnimmt. 


Stacheln unbekannt. 


Maasse: 

Höhe des Gehäuses (welches durch Druck 
Bssrselutten bat). 2 . . 0... 21m 

Durchmesser des Gehäuses . . . ...4 » 


Durehmesser des Peristoms . . . . ..16» 
Durchmesser des Scheitelschildes . . . «.16 » 
Grösste Breite eines Interambulacralfeldes 24 » 
Grösste Breite eines Ambulacralfeldes 51/—6 » 
Grösste Breite eines Porenganges . . . 11a » 
Grösste Breite der Interporiferenzone . . c. 3 » 


Bemerk. Das Gehäuse erinnert im Gesammthabitus und in 
der eingesenkten Mediannaht zunächst an »Cidaris cretosa Mantell« 
bei CoTTEAuU!) und an (idaris sceptrifera Mantell?); es wird aber 
durch die geringe Zahl der ambulacralen Granulen-Reihen, durch 
_ die grössere Zahl von Stachelwarzen in einer Vertikal-Reihe und 
die gröberen Miliärgranulen, sowie besonders durch den Umstand 
fern gerückt, dass es von jenen beiden heisst: 


» Appareil apical beaucoup plus grand que le peristome«, 


1) Vergl. die Abbildung in Paleont. franc. terr. eret. VII, tab. 1067, pag. 276. 
2) Weisur, Brit. foss. Echin. tab. 5— 7. 


104 III. Cidaridae. [176] 


während bei vorliegendem Stücke Mund- und Scheitellücke gleich 
gross sind. In dieser Beziehung steht Cidaris subvesiculosa 
d’Orh. N): 

» Appareil apical un peu plus grand que le peristome« ?) 
näher, aber die Zahl der interambulacralen Asseln in je einer 
vertikalen Reihe ist grösser (7”—10); diese Asseln sind am Um- 
fange der grösseren Gehäuse erheblich breiter als hoch; auch sind 
die Asseln von feinen, gedrängt stehenden, sich in regelmässige 
horizontale Reihen ordnenden Granulen bedeckt; zwischen den- 
selben sind kleine horizontale Furchen, welche mit den Nähten 
der Ambulacralfelder correspondiren. 


Rücksichtlich der Art der Granulation der Interambulacral- 
felder, welche auffällig grob ist, steht Cidaris dissimilis Forbes ®) 
aus dem Grey-Chalk von Dover, nahe; aber abgesehen davon, 
dass das Gehäuse kleiner, nur 4—5 Interambulacralasseln in einer 
Colonne zählt, sind deren Stachelwarzen nicht nur durchbohrt, 
sondern auch crenelirt. Auch stehen auf den Ambulacralfeldern 
in der jederseits befindlichen Reihe stärkere, undeutlich mamelo- 
nirte Granulen; diese stehen getrennt und alterniren mit den er- 
heblich kleineren Granulen der beiden inneren Reihen. 


Der Intermediär-Raum zwischen den Stachelwarzen bei Cidarss 
cretosa sowohl, wie bei Cidaris sceptrifera wurde dagegen von 
CorTTEAU, Paleontol. france. 1. c. pag. 278 und 253 bezeichnet als 
»garnie de granules fins, serres etc.« 

Desor #) nennt aus der Craie blanche inferieure von Limery 
und der Craie marneuse von Kouen eine grosse (Cidaris Mantelli, 


1) Palsont. france. ibid. tab. 1059 — 1061, pag. 256. 

2) Corrzau zieht in seinem Werke über die Echiniden des Yonne- Departe- 
ment ein Gehäuse, von dem es gleichfalls heisst: » Appareil apical un peu plus 
grand que la peristome« zu Cidaris sceptrifera, indess weicht dasselbe auch noch 
anderweitig ab, z. B. durch die engeren Warzenhöfe,. 

3) Ursprünglich von Forews (in Drxon’s Geology of Sussex) zu Oidaris scep- 
trifera gestellt. Vergl. Wrisnt, Brit. foss. Eehin. Cret. pag. 46, tab. III. — Ein 
gutes Exemplar mit einigen Stacheln besitzt die Universität Strassburg, welches 
Herr Professor Bessere die Güte hatte, mir mitzutheilen. 

%) Dusor, Synopsis des Kchinides fossiles, pag. 449. 


[177] III. Cidaridae. 105 


welche sich ebenfalls durch die Grösse der Granulen auszeichnet. 
Die kurze Charakteristik: 


»Belle et grande espece voisine du Cidaris subvesiculosa, 
mars a granules miliaires sensiblement plus gros. (Quatre 
rangees de granules ambulacraires,« 
reicht nicht zum genaueren Vergleiche aus. CorrEau !) deutet 
sie als eine Varietät von Cidaris vendocinensis. 

Vorkommen. Das einzige bekannte Exemplar wurde im 
turonen Scaphiten-Pläner bei Oppeln in Schlesien gefunden und 
befindet sich im Paläontologischen Museum der Universität zu 
Breslau, von wo ich es der gefälligen Mittheilung des Herrn 
Geheimrath Professor FERD. RÖMER verdanke. 


Stereocidaris Merceyi COTTEAU sp. 
Taf. 13, Fig. 1—8. 


Cidaris Merceyi Corresu, Pal. franc. terr. eret. tome VII, pag. 281, tab. 1068. 
» » Waıcur, Brit. foss. Echinod. pag. 60, tab. 8. 

Es liegen zwei Gehäuse vor. Das eine steckt verdrückt in 
einem festen Plänerkalk, so dass nur mühsam ein Interambulacral- 
feld nebst einem Theile des anhaftenden Ambulacralfeldes heraus- 
präparirt werden konnte. Das Stück verräth noch trotz der Ver- 
drückung die, die Art characterisirende, hohe, subconische Gestalt 
des Gehäuses. 

Die Interambulacralplatten gross, gewölbt und gegen die Nähte, 
besonders die Mittelnaht, geneigt, daher die Nähte deutlich. Die 
Warzenhöfe tief, nur von mittlerer Grösse, daher die Warzen 
weit von einander abstehend und der von Granulen bedeckte 
Theil der Platten ausgedehnt. In der einen Reihe folgen sich drei 
mit ausgebildeten Warzenhöfen und Stachelwarzen versehene Platten 
und über denselben noch zwei Platten (eine dritte scheint ausge- 
fallen zu sein) ohne Stachelwarzen und Höfchen, lediglich mit 


Granulen bedeckt. 


N) Corrsau, Paleont. franc. terr. er&t. tome VII, pag. 272. 


106 | II. Cidaridae. [1 78] 


In der anderen Reihe finden sich nur zwei grosse Stachel- 
warzen mit Höfchen, eine verkümmerte am Rande des Peristoms 
und sodann oberhalb noch drei Platten, von denen nur die grösste, 
tiefere ein flaches Warzenknöpfchen mit unentwickeltem Höfchen, 
die beiden obersten Platten nur Granulen führen, so dass das Ge- 
häuse von oben gesehen, fast gänzlich ohne Stachelwarzen er- 
scheint. | 

In Folge der schwierigen Präparation des Stückes hat dessen 
Oberfläche gelitten, und man sieht deshalb insbesondere den die 
Warzenhöfe umgebenden Ring mamelonirter Wärzchen nicht 
deutlich. Dagegen bemerkt man noch mehrfach, dass die die 
Platten bedeckenden Granulen das Bestreben haben, sich ın Rich- 
tung auf die Längsnähte in Reihen zu ordnen, die von kleinen, 
unregelmässigen Furchen begleitet werden. An den Seiten des 
Feldes correspondiren dieselben mit den Suturen der kleinen Am- 
bulacralfelder. 

An den Ambulacralfeldern erkennt man, dass sie sehr wenig 
gebogen sind, sowie auch den wichtigen Umstand, dass zunächst 
den Porengängen jederseits eine Reihe von Granulen sich befindet, 
welche mamelonirt sind, und durch Grösse hervorragen, während 
zwischen diesen beiden Reihen zahlreiche kleinere und weniger 
geordnete Granulen sich finden. 

Das zweite Exemplar ist von einem, der weissen Schreibkreide 
ähnlichen Gesteine umschlossen. Ein grosser Theil der Asseln 
sitzt noch ungestört in seiner natürlichen Verbindung, doch sind 
verschiedene Platten ausgefallen, namentlich in der Nähe des 
ebenfalls ausgefallenen Scheitelschildes. Die Sculptur der Ober- 
fläche ist besser erhalten, als bei dem ersten Stücke, und zeigt 
deshalb auf den Interambulacralplatten die die Art characterisi- 
renden kurzen, minder oder mehr unregelinässigen, mit den Nähten 
der Ambulacralplättchen correspondirenden Furchen, zwischen 
denen die Granulen sich in entsprechende Reihen ordnen. Ebenso 
die nicht grossen, aber stark vorspringenden Warzen durchbohrt, 
aber nicht gekerbt; drei, (vielleicht auch vier) in einer Vertikal- 
Reihe; auf den zwei oder drei höher gelegenen Platten Warzen und 
Warzenhöfe verkümmert. Die Beschaftenheit der Ambulacralfelder 


[179] III. Cidaridae. 107 


wie angegeben, jedoch auch an diesem Stücke nicht sicher beob- 
achtbar, ob die Mittelpartie derselben von Granulen frei und 
glatt ist. 

Im Inneren steckt noch der Kauapparat, und an der Aussen- 
seite liegen noch einige Primärstacheln, wodurch dieses Exemplar 
von besonderer Wichtigkeit ist. 

Die noch anhaftenden drei Primärstacheln sind unvollständig, 
indem allen das obere Ende fehlt. Diese Fragmente sind schlank, 
eylindrisch, erreichen eine Länge von 40 "® und haben einen 
Durchmesser von 21/3 bis 3 ””. Gelenkfläche glatt, Stachelknopf 
mässig geschwollen, Stachelhals fein — Ring gröber — gestreift. 

Der Haupttheil des Stachels bedeckt von Körnchen, welche 
in nahestehenden Längsreihen geordnet sind. An dem höheren 
Theile des längsten Stachels erscheinen dieselben (auf der vom 
Gestein befreiten Seite) als gekörnte, zarte Rippen, welche zu- 
gleich etwas weiter gestellt sind. Im Uebrigen zeigt die Ober- 
fläche des Stieles feine Längslinien, welche weniger deutlich er- 
schemen, als diejenigen des Halses. An dem längsten erstge- 
nannten Stachel bemerkt man in dem oberen Theile in dem 
Zwischenraume zwischen den Rippen ausser den zarten Längslinien 
mikroscopisch kleine Körnchen. Anscheinend liegen letztere den 
ersteren auf. 

Nach "dieser Darlegung schliessen sich die vorliegenden 
deutschen Stücke gut an die l. c. beschriebenen französischen und 
englischen Gehäuse an. Das nachträglich von CoTTEAu !) aus 
dem Yonne-Departement beschriebene Gehäuse ist erheblich kleiner 
und stellt sich der äusseren Erscheinung nach zwischen diese 
Stücke und die oben, Seite 97, beschriebene (idaris punetillum 
Sorig., deren Stacheln, soweit ihre Erhaltung einen Vergleich 
gestattet, kaum von denjenigen der vorliegenden Cidaris Merceyi 
verschieden sind. — Ueber die Beschaftenheit eines an dem Ge- 
häuse aus dem Yonne-Departement anhängenden Stachels war be- 
reits Seite 101 die Rede. 


1) Correav, Eitudes sur les Echinides fossiles du de@partement de l’Yonne, 
vol. II, pag. 437, tab. 77, fig. 10 — 12. 


108 III. Cidaridae. [1 80] 


Ueber die Beziehungen der Cidaris Merceyi zu Cidaris cretosa 
Mant. und zu Cidaris Carter: hat CoTrEAu in der Paleontologie 
frangaise gesprochen. 


Maasse einiger Gehäuse von (rdaris Merceyi in Millimetern. 
I und II aus England, III aus Frankreich. 


1 11 III 
Durchmesser des Gehäuses — — 60 
Höhe des Gehäuses . . . 25 c. 35) 45 
Breite der Ambulacralfelder 4,5 4,5 c286 
Breite dersBoreneange, . .vce-1 el cal 
Breite der Interporiferen- 
ZONEN MD ie E12, ea 285 6) 
Breite der Interambulacral- 
telder* sv lErgeaene Me. .: 20 25_ c. 30 
Breite der grössten Interam- 
bulacralplattene ra 12 15 16 
Höhe der grössten Interam- 
bulacralplatte . . . . il 14 ka 
Höhe ihres Warzenhofes el 6— 6,5 
Breite ihres Warzenhofes . 6 es 6--6,5 
Breite der Milärzone . . c. 4 & 8,5 
Breite der Seitenzone . . ce. 15 ur ec. 4 


Durchmesser der. Stachel- 

Warzen REN EN Ne. 1,7 2 _ 
Zahl der Coronalplatten in 

einer "heihen ar ar. 5 5—6 6—7 
Zahl der gut entwickelten 

Warzen und Höfchen in 

einer BReiher. m. 3—31/a 3—31/a 3—31/a 
Zahl der Ambulacralplättehen 

längs einer grössten In- 


terambulacralplatte . . 16 19 19— 20 
Zahl der ambulacralen Gra- 
nulenreihen!. VW... « 2) 32) = 


1) Etwas verdrückt. 2) Die inneren stellenweise verdoppelt. 


f1s1] II. Cidaridae. 109 


Diese Maasse bezeugen, dass die Zahl der Interambulacral- 
Platten im Alter mässig zunimmt, dass der Warzenhof sich kaum, 
dagegen die Asseln selbst sich erheblich bei weiterem Wachsthum 
vergrössern. Demnach gehört Cidaris Merceyi zu derjenigen Gruppe 
von Cidariden, deren Platten sich durch Juxtaposition vergrössern, 
nicht durch Intusception oder beide. 


Vorkommen. Die Art ist anscheinend überall sehr selten, 
und in Frankreich, England und Deutschland nur in wenigen 
Exemplaren aufgefunden. 


Was die Lagerstätte anbetrifit, so nannte COTTEAU sie zu- 
nächst aus dem Somme-Departement von Faloise bei Breteuil, 
und zwar aus der Etage Senonien, in welche nach deutscher Auf- 
fassung bekanntlich sowohl senone, wie oberturone Schichten be- 


griffen werden. 


Auch die Angabe bei WRIGHT ist nicht genauer, indem er 
nur den Withe-Chalk als Bett der Art nennt. 


Erst CHARLES BARROIS !) nennt sie aus der englischen Kreide 
zusammen mit Micraster cor anguinum. 


Durch LAMBERT?) wurde sodann bei Rosoy im Yonne-Depar- 
tement das erwähnte kleinere Gehäuse in der Craie “a Micraster 
cor testudinarium gefunden. 


In Deutschland sammelte ich das erste Exemplar in der Zone 
des /noceramus Cuvieri und Epiaster brevis bei Paderborn. 


Ein zweites Exemplar fand sich bei Lüneburg in einem der 
weissen Schreibkreide ähnlichen Gestein. Dieses Stück befindet 
sich im Museum der Universität Göttingen ?). 


') Cuartes Bareoıs, Terr. eretace sup. de l’Angleterre 1570, pag. 24. 

2) Vergl. Corrzau, Etudes sur les Echinides fossiles du departement de 
l’Yonne, vol. II, pag. 440. 

') Ausserdem befindet sich im Paläontologischen Museum der Universität zu 
Berlin eine grosse Interambula-ralplatte mit sehr kleinem Warzenhofe, welche 
zu der vorliegenden Art gehören könnte. Sie wurde zusammen mit Cidaris 
punctillum Sorignet im Turon-Pläner des Galgenberges bei (Quedlinburg ge- 
sammelt. 


110 III. Cidaridae. [182] 


Stereoeidaris sceptrifera MANTELL 1822. 


Taf. 14, Fig. 6—7 (?). Aus dem Ober-Turon von Salzgitter. 
Taf. 16, Fig. 5— 6 (?). Aus dem Ober-Senon von Rügen. 


1811. — — Parkınsox, Organic Remains of a Former World, vol. III, 2. Aufl. 
; London 1833, tab. 1V, fig. 2 stellt die Unterseite 
eines Gehäuses mit zwei Stacheln dar. 

1811. — — Parkınsos, ibid. tab. I, fig. Il stellt die Oberseite eines Ge- 

häuses dar. 

1822. Cidaris sceptrifera Köxıc in Masters, Geology of Sussex, pag. 194, tab. XVII, 
fig. 12 stellt einen Stachel dar. (Mater ge- 
denkt hier keiner Abbildung von Parkınson.) 

1828. »  crelosa ManterLn, Organic Remains of the county of Sussex (Read 

June 6th. 1828) Transact. Geolog. Society 
of London, Sec. ser. vol. III, 1. Abth., 1829, 
pag. 2059. — Nur Name unter Hinweis auf 
die Figuren bei Parkmson tom. Ill, tab. IV, 
fig. 3; tab. 1, fig. Il, von denen erstere von 
Correau (Pal. frang. 1. c. pag 257) und Wrrent 
l. ce. pag. 57) auf Cidaris subvesiculosa d’Orb. 
bezogen wird. # 
1862. » sceptrifera Corzeau, Paleontol. frang. 1. c. tab. 1058, Gehäuse mit \ 
Stacheln aus der englischen Kreide. non! 
tab. 1057 2). 
1862. »  cretosa ? Corrrau ibid. tab. 1067, fig. 1 —7. 
1804. » sceptrifera Waıcur, Brit. foss. Echin. Cret. Form. pag. 54, tab. V, 
lo U 


Da unter dem vorliegenden Material nur an den Stacheln 
keine Zweifel haften, sind zuerst die Stacheln, dann das Gehäuse 


zu betrachten. 
Die Stacheln hat schon PARKINSON ?) abgebildet; der Name 


I) Manterr gedenkt in diesem Verzeichnisse nicht der Species-Namen für 
Stacheln, welche in der Geology of Sussex aufgeführt waren: Cidaris clavigera 
König, Cidaris sceptrifera König, Cidaris papillata Mantell, sondern führt sie 
unter Hinweis auf seine tab. 17, fig. 12—14, und Parkısson, Org. Rem. II (lies II), 
tab. 4, fig. 19, 20 nur allgemein als »Spines belonging to four or more species« 
an, wobei zu bemerken ist, dass fig. 19 bei Parkınsox den Belemnites verus Mill., 
fig. 20 Hemicidaris erenularis, Gehäuse mit anhängenden Stacheln, darstellt. 

2) Die auf tab. 1057 abgebildeten »Typen von Royan« sind sehr abweichend 
von den englischen Typen und neu zu benennen. Man könnte sie etwa nach 
ihrem Fundpunkte als Cidaris Royanensis bezeichnen. 

3) Parkınsox, Organie Remains, tome Ill, 1811, tab. IV, fig.2. Stück eines 
Gehäuses mit ein und einem halben Stachel, 


ER N REN rn 


el 


—- r 


>= 
a 


Ba - 
2 


II. Cidaridae. 111 


von MANTELL!) her, welcher ebenfalls einen Stachel abbil- 
‚ bei dem die characteristische spindelförmige Gestalt deut- 
T hervortritt. Beide Abbildungen werden überholt durch die 
rstellungen von FORBES?). Diesen folgen noch die Bilder von 
u) und WRIGHT *) mit vergrösserten Darstellungen der 
rfläche. 
Die Stacheln mit kreisförmigem Querschnitt sind lang, von 
sp indelförmiger Gestalt, indem das untere Drittel am meisten 
wollen ist, während der Stachel nach oben hin sich etwas 
‚verdünnt. Die Oberfläche ist mit gedrängt stehenden, gleich- 
_artigen Dörnchen besetzt, welche sich in regelmässige Längs- 
_ reihen ordnen5). Die Zahl dieser Längsreihen vermindert sich nach 
‚oben hin. Der Scheitel selbst ist an keinem vorliegenden Stachel 
| n6). Der Zwischenraum zwischen den Dornen-Reihen ist 


ıh, chagrinirt, auch an vorliegenden englischen Exemplaren. 
ve 
letzteren ist der Zwischenraum bisweilen fein längslinürt ?). 
4 s kurz, fein gestreift, Ring vorspringend, gröber gestreift; 
Knopf von mittlerer Stärke. 
Die vorliegenden Stacheln erreichen in ihrem dickeren, unteren 


Theile einen Durchmesser von 7 "=. Mehrere Stücke sind 45 "m 
. lang, obwohl die obere Partie abgebrochen. Nach COTTEAU er- 
_ reichen die Stacheln eine Länge von 70 "", 

Verwandt sind die Stacheln von Cidaris flamentosa Agass. °); 


%) Master, Geology of Sussex 1822, pag. 194, tab. 17, fig. 12. 
9) Foress in Dıxos, Geology of Sussex 1854, pag. 338, tab. 25, fig. 6, 7 
 (Stachelo). 

3) Corrzav, Paleontol. france. terr. cröt. tome VII, pag. 251, tab. 1058, fig. 1. 
Unvollständiges Gehäuse mit Stacheln. — Etud. sur les Echin. foss. du depart. 
Yon 1872, pag. 430, tab. 77, fig. 6. 

4 Weisur, Brit. fuss. Echinod. Cret. Form. tab. 6, fig. 3, 4. 

5) Diese Dornen gehen bisweilen verloren und lassen nicht einen Kalkspath- 
3 uch, sondern eine Narbe zurück, wie die abgebrochenen Dornen an einem 
e L eige. 

r %) Gleichwohl ist erkennbar, dass sich unter den vorliegenden Stacheln keine 
Er abgestatzten Exemplare fanden, wie Correau Pal&ont. frang. 1. ec. tab. 
i, fig. 14 und 15 abbildet. 

Re 7 Diese Sculptur scheint nach der Hinwegnahme jener zu Tage zu treten, 
_ and bängt wohl mit der Mikrostructur der Stacheln zusammen. 

u #) Acassız et Dssor, Catal. rais. les Echin. 1. c. 1846, pag. 330. — Desor, 


Synops. Echin, foss. pag. 32, tab. V, fig. 22. 


112 | I. Cidaridae. [184] 


die Aehnlichkeit erhöht sich, wenn von den Dornen der Cidaris 
sceptrifera die scharfen Spitzen verloren gegangen sind. 

Man wird erst dann das Verhältniss der beiden nahestehenden 
Stacheln befriedigend feststellen können, wenn der bis jetzt unbe- 
kannte Fundort von Cidaris jilamentosa genauer festgestellt sein 
wird. 

Gehäuse. Aus Schichten gleichen Alters ist mir nur ein 
Gehäuse und das Bruchstück eines solchen bekannt geworden, 
welche sich auf Cidaris sceptrifera deuten lassen. 

An ersterem ist die untere Hälfte stark verdrückt, während 
die natürliche Wölbung der Oberseite leidlich erhalten ist. 

Das Gehäuse ist klein, ce. 30 ®® Durchmesser. Ambulacral- 
felder etwas vertieft, leicht gewellt. Am Umfange des Gehäuses 
auf jedem Ambulacralplättchen 3 Granulen, welche regelmässige 
Quer-Reihen bilden, im Ganzen 6 Vertikalreihen, diejenigen jeder 
äusseren Reihe ein wenig grösser und mamelonirt. Hier und dort 
tritt ein Körnchen hinzu. 

Die grossen Platten der Interambulacralfelder gewölbt, die 
Nähte deutlich, vertieft. In jeder Reihe nur 3 von einem ziem- 
lich stark vertieften Warzenhofe umgebene, gut entwickelte, durch- 
bohrte, nicht gekerbte Stachelwarzen; ausnahmsweise noch ein 
unentwickeltes Wärzchen am Peristom; nach oben hin folgen 
noch 1 oder 2 Platten mit verkümmerten oder ganz fehlenden 
Stachelwarzen und Höfen. 

Die Höfe von einem Kranze wenig vorragender, mamelonirter 


Sekundärwärzchen umgeben. Miliärgranulen mässig gross, auf 


den tieferen Platten etwas dichter gestellt, als auf den letzten 
Platten jeder Reihe. — Miliärzone sowohl wie Seitenzone verhält- 
nissmässig schmal. 

Der Scheitelschild ist gross, besonders gegenüber der engen 
Mundlücke. Die Grösse und das ungefähre Verhältniss der das 
Scheitelschild zusammensetzenden Platten ist aus der Abbildung 
ersichtlich. Ihre Oberfläche ist in derselben Weise granulirt wie 
die anstossenden Ooronal-Platten. Die Ovarial-Oeflnungen ge- 
hören dem äusseren Drittel der Platten an. Die feine Durch- 


bohrung der Ocellar-Platten liegt am äussersten Rande derselben. 


>- 


a a an re u en 


III. Cidaridae. 113 


[185] 


In dem von den Genital-Platten gänzlich umschlossenen Anal- 
 felde liegen noch drei Analplatten. Auffällig ist die Grösse der- 
_ selben, da sie für sich allein fast das halbe Analfeld bedecken. 


Uebereinstimmend mit den englischen Gehäusen von Cidaris 
sceptrifera ist das Grössen-Verhältniss zwischen Mund- und Scheitel- 
lücke, sowie im allgemeinen die Zahl der Interambulacral-Platten, 
welche bisweilen um eine steigt. Dass die Miliärzone schmaler 
und damit die Warzenhöfe etwas grösser erscheinen, die Ambu- 
lacral-Felder nur 6 Reihen Granulen, statt 6—8, wie die eng- 
lischen Gehäuse führen, dürfte auf den jugendlichen Zustand des 
Gehäuses zurückzuführen sein. 


Bemerk. Da unser turoner Pläner noch andere Cidariden- 
Gehäuse von ähnlicher Grösse und verwandtem Habitus birgt, so 
werden dieselben noch kurz zu betrachten sein. Es sind Cidaris 

_ punectillum von c. 27”" Durchmesser und Cidaris Reussi von c. 
24 "= Durchmesser. 

Die Zahl der Ambulacral-Granulen ist bei Cidaris punectillum 
die gleiche. 

Bei Cidaris punctillum ist die Vierzahl der entwickelten 
Stachelwarzen bestimmter ausgeprägt; diese treten bisweilen an 
die Scheitellücke hinan. Die Zahl der Platten mit verkümmerter 
oder fehlender Stachelwarze in jeder Colonne ist = 1 oder — 0. 


Erheblicher ist der Unterschied im Bau der Interambulacral- 
platten selbst. Bei Cidaris punctillum sind die Warzenhöfe kleiner, 
weniger tief, und der Scrobicular-Ring noch weniger deutlich, zu- 
gleich die Miliärzone breiter, und die Warzenhöfe sowohl von 
einander, wie von den Porenzonen durch weitere, von Miliär- 
wärzchen bedeckte Zwischenräume getrennt. Auch sind die Am- 
bulacralplatten weniger gewölbt und somit weniger zu den Nähten 
abfallend. 

Bedeutsam ist das Verhalten der Mundlücke zum Scheitel- 
schilde, indem bei Cidaris punerillum die Scheitellücke nur um ein 
geringes grösser erscheint als die Mundlücke. 

Demgemäss kann das fragliche Stück nicht zu Cidaris pune- 
tillum gehören. 


Nene Folge. Heft 5. 8 


114 | III, Cidaridae. [186] 


Ueber das noch nicht endsültig festgestellte Verhältniss von 
Cidaris punctillum zu Cidaris Reussi ist oben die Rede gewesen. 

Die Artbezeichnung und Synonymie erfordert noch eine kurze 
Besprechung. 

Was den Namen Cridaris cretosa anbetrifit, so ist darüber 
folgendes zu bemerken. 

PARKINSON hatte schon in der ersten Auflage!) seines Werkes 
Organic Remains of a Former World, 1811, tom. I, zwei Cida- 
riden abgebildet, unter Figur 9 ein Gehäuse aus Oxfordshire, 
unter Figur 11 ein Gehäuse »(Cidaris papillata conoidea«, aus 
Kent. 

Zu der ersteren, die er als Cidaris papillata bezeichnet, be- 
merkt GIDEON MANTELL im Jahre 18222), dass sie im Upper-Chalk 
bei Lewes und Brighton vorkomme und zieht den auf der eigenen 
Tafel 17, Fig. 13 abgebildeten Stachel zu derselben Art, während 
die Figur 11 hier noch unberücksichtigt bleibt. 

Sechs Jahre später ?) weiset GID. MANTELL nochmals auf Ab- 
bildungen von Cidariden bei PARKINSON hin und bezeichnet nun 
Tafel 4, Figur 3 und Tafel 1, Figur 11 als Cidaris eretosa mit 
der Angabe des Vorkommens bei Lewes und Northfleet %). 

Der Name Cidaris eretosa fällt gleich der Vergessenheit an- 
heim; selbst Werke wie der Catalogue raisonn& von AGAssız und 
DesoR, die Synopsis des Echinides fossiles von DESOR und der 
Catalogue of British Fossiles sec. Ev. von MORRIS, kennen den- 
selben nicht. 

Nur BRONN in seinem Index palaeontologicus nennt Cidaris 
cretosa, er citirt dafür den von MANTELL, tab. 17, fig. 13 abge- 


I) Mir liegt die zweite Ausgabe vom Jahre 1833 vor. 

?) Gipson Manserrt, The Fossils of the South Downs or, Illustrations of the 
Geology of Sussex. London 1822, pag. 159. 

3) Tabular Arrangement of the Organie Remains of the County of Sussex. 
Read Juni 6th. 1328. Transactions of the Geological Society of London. Second 
series. Volume III, pag. 205. 

4) Oidaris papillata wird daselbst nicht mehr aus der Kreide genannt, son- 
dern zu Oidaris eretosa nur beigefügt: »/t differs essentially from Cidaris papillata 
of the oollites«. 


rn. 


[187] III. Cidaridae. 115 


bildeten Stachel, den ManterL 1822 Cidaris papilata nannte, 
1828 aber mit anderen Stacheln lediglich als » Echinus Spines 
_ belonging to four or more species« bezeichnete. BRoNN führt die 
von MANTELL citirte Abbildung bei Parkınson, Tafel I, Fig. 11 
nur mit einem Fragezeichen, die von MANTELL in erster Reihe 
_ eitirte Figur Tafel IV, Fig. 3 gar nicht an. Mithin stimmt das 
 Citat bei BRoxN nicht mit der Angabe des Autors selbst überein 
_ und ist als falsch zu bezeichnen. 


Uebrigens laufen hier bei MANTELL noch einige Irrthümer 
unter. Er citirt von PARKINSON, Band II, statt Band III; und 
es stellt die angezogene Figur 19 keinen Stachel eines Seeigels, 
sondern den Actinocamax verus Miller, und Figur 20 anscheinend 

eine Hemicidaris dar. 

| Erst durch CorrEAuU wurde im Jahre 1862 die Bezeichnung 
_ Cidaris eretosa wieder aufgenommen und hierfür nur die Abbil- 
dung bei PARKINsoN, tom. III, tab. 1, fig. 11, citirt 1), während 
MANTELL den Namen in erster Reihe auf die spätere Figur bei 
Parkınson, tab. IV, fig. 3, stützt, welche ein Gehäuse mit Sta- 
cheln darstellt, und erst in zweiter Reihe auch die frühere Figur 
PARKINSoN, tab. I, Fig. 11 anführt. 

Es ist dies nicht zufällig, denn CorrEAU bezieht die beiden 
Abbildungen auf verschiedene Arten. Er?) nennt?) die Fig. 3 auf 
Tab. IV bei Parkınson: Cidaris subvesiculosa d’Orb.*). Da diese 
Figur, weil zuerst genannt den Typus der Cidaris eretosa bei 
 Manteır bildet), so war die Bezeichnung von D’ÖRBIGNY unter 


1) Ausserdem wird auf eine alte Abbildung von Leske, Jacosı Tueonorı 
Kreis: Naturalis dispositio Echinodermatum, Lipsiae 1778, tab. 41, fig. 4 hinge- 
wiesen, von der der Autor pag. 133 selbst angibt, dass er sie copirt habe von 
Waren, Delie. nat. tom. II, 1768, tab. E, fig. 3, pag. 175. 

2) Pal. franc. 1. c. pag. 257. 

3) Worin Drsor, Synops. Echin. foss. pag. 13 ihm vorangegangen war. 

#) Ebenso den von Masterı selbst unter den Namen Cidaris papillata ab- 
gebildeten Stachel. 
°) Es ist deshalb ein Irrthum, wenn Corrsau ]. e. pag. 263 schreibt: »En 1835 
Dies 1828] Masrerı. designe, sous le nom de eretosa, un Cidaris represente par 
Parkıssox (Organic Remains, t, III, pl. I, fig. 11), et lui rdunit la figure 3 de la 
planche IV du m&me owerage, qui sert de type ü notre espece [Cid. subvesiculosa]«, 


gr 


116 | III. Cidaridae. [1 88] 


die Synonyme von Cidaris cretosa zu bringen, und es wäre für die 
Park. tab. I, fig. 11 eine neue Bezeichnung zu wählen ge- 
wesen 1). 

Die angezogene Fig. 3, Taf. 4 bei PARKINSON war früher, 1846 
durch Acassız und DESOR im Catologue raisonne, pag. 328, als 
Cidaris vesiculosa Gldf. bezeichnet worden. Diesem Vorgange 
folgte FORBES in Morris Catalogue of British fossils, sec. edit. 
1854. 

Die Bezeichnung Cidaris cretosa ist von den neueren englischen 
Paläontologen nicht wieder aufgegriffen worden. Auch bei WRIGHT 
finde ich weder den Namen, noch auch die Figur 11, Tafel I bei 
PARKINSON gedeutet. Dagegen nimmt er im Anschlusse an die 
schweizer und an die französischen Paläontologen die Fig. 3, Taf. IV 
bei PARKINSON als Cidaris subvesiculosa d’Orb., und nimmt die ganze 
Synonymie der Art von CoTTEAU wörtlich mit über. Nichts desto 
weniger fand sich COTTEAU zu der Erklärung?) genöthigt, dass die 
beiden von WRIGHT abgebildeten Gehäuse nicht der Cidaris sub- 
vesiculosa angehören, sondern die Uidaris eretosa Mant. darstellen. 

Nur die von WRIGHT abgebildeten Stacheln will CoTTEAu als 
Cidaris subvesiculosa gelten lassen, wogegen ich meine Bedenken 
schon geäussert habe. 

Cidaris cretosa wird sonst kaum noch genannt, auch nicht von 
CHARLES BARROIS in seinem Werke über die englische Kreide. 

Wenn URBAN SCHLÖNBACH®) (idaris ceretosa Mantell aus 
dem Galeriten-Pläner am »Fleischercamp« bei Salzgitter nennt, so 
ist zu dieser Angabe zu bemerken, dass das betreffende, mir vor- 
liegende Exemplar ein so geringes und schlecht erhaltenes Frag- 


Befremdlicher Weise schliesst sich Wrıenr 1. ce. wörtlich diesem Irrthume an: 
»In 1822 [lies 1828] Manrern described, under the name OÖ, cretosa, a Cidaris 
represented by Parkınson (Organic Remains, Vot. III, Pi. I, fig. 11) and united to 


fig. 9, Pl. IV, of the same work, which served as the type of Cid. subvesiculosa«. 


) In dieser Schrift wird die Figur li auf Tab. I als die Oberseite, die 
Figur 2, Tab. IV als die Unterseite von Cidaris sceptrifera aufgefasst, wie schon 
bemerkt wurde. 

2) Corrwau, Kehin. foss. du depart. de l’Yonne, tom. II, pag. 312. 

3 U, Scuwöngaon, Ueber d. nordaeutsch. Galeriten-Schichten ete. Sitzungs- 
berichte d. k. k. Akad. d. Wissenschaften. 1. Abth. Wien 1868. 


[189] III. Cidaridae. 117 


ment ist, dass es eine befriedigende Sicherheit der Bestimmung 
nicht ermöglicht. 

Vorkommen. Stereoeidaris sceptrifera ist in Deutschland 
selten. ADOLPH RÖMER kannte sie noch nicht aus unserem Pläner. 
Die charakteristischen Stacheln habe ich nur im oberen Pläner 
mit /noceramus (wvieri und Epiaster brevis bei Paderborn in West- 
phalen beobachtet. Trotz ausgedehnten Steinbruchbetriebes wurden 
daselbst in einer langen Reihe von Jahren nur 6 vereinzelte, 
Stacheln und eine Platte mit 4 Stacheln beobachtet. 

Das abgebildete Gehäuse fand sich im COwvieri-Pläner des 
Windmühlenberges bei Salzgitter, Hannover, das genannte Frag- 
ment im Cwvieri-Pläner bei Paderborn. 

Auch in Böhmen scheint das Vorkommen das gleiche zu 
sein. Reuss !) bildete einen Stachel aus dem Pläner-Mergel von 
Luschitz unter dem Namen Cidaris vesiculosa Goldf. ab. 

Nach den Beobachtungen CHARLES BARROIS ?) ist das Vor- 
kommen in England übereinstimmend: in der Zone des Micraster 
cor testudinarium. Ausserdem wird Cidaris sceptrifera von ihm auch 
aus der nächst jüngeren Zone des Micraster cor anguinum ange- 
führt. 

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass URBAN SCHLÖNBACH ®) 
die Cidaris sceptrifera auch aus einem tieferen Niveau, aus dem 
sogenannten Scaphiten-Pläner (Zone des Heteroceras Reussi) und 
dem gleichalterigen Grünsande von Rothenfelde angeführt hat. 
Die mir aus beiden vorliegenden Fragmente von Stacheln lassen 
keine genaue Bestimmung zu. 

Was das weitere Vorkommen von Stereocidaris sceptrifera 
in der deutschen Kreide betrifft, so habe ich tab. 16, fig. 5—7 
den Wachsabguss eines Gehäuses abgebildet, welcher sich im 
Paläontologischen Museum der Universität in Berlin befindet, und 
dessen Original aus dem Öbersenon der Insel Rügel stammen 


1) Reuss, Verstein. Böhm. Kreide tab. 20, fig. 15, pag. 57. 

2) Cuarıes Barroıs, Terr. erst. sup. de l’Angleterre et de ’Irlande. Lille 
1871. 

3), U. Scuuössacn, Beitrag zur Altersbestimmung des Grünsandes von Rothen- 
felde. Neues Jahrbuch für Mineralogie etc. 1369. 


118 III. Cidaridae. [190] 


soll). Dieses Stückes ist bereits oben gedacht worden, und es 
wird noch bei Cid. Darupensis von demselben die Rede sein; hier 
ist von ihm nur zu bemerken, dass 

1) bei der (soweit die bisherigen Erfahrungen reichen) im 
allgemeinen auffallenden Kurzlebigkeit der Cidariden ?) ein angeb- 
liches Hinaufreichen der Art aus dem Turon durch den Emscher 
und durch die verschiedenen Zonen des Unter-Senon bis in’s 
Ober-Senon Bedenken erregt; 

2) dass unter den zahlreichen Stacheln, welche mir von der 
Insel Rügen vorgelegen haben, kein Stück sich fand, welches als 
Cidaris sceptrifera anzusprechen gewesen wäre; 

3) dass wiederholt Verwechselung der Fundpunkte von Ver- 
steinerungen aus der turonen Kreide der Insel Wollin mit solchen 
aus der senonen Kreide der Insel Rügen stattgefunden haben. 

Unter diesen Umständen wird man das angebliche Vorkommen 
auf der Insel Rügen noch im Auge behalten und besonders stu- 
diren müssen ?). — 


Stereoeidaris Darupensis SCHLÜTER. 
Taf. 15, Fig. 1—7. 


Maasse: 
1. Il. II. IV. V. 
Höhe des Gehäuses . 161/a 20 — STB 22 
Durchmesser des Ge- 
Hauses, 29 33 _ — — .— 
Durchmesser des Pe- 
ristorns He. 22202 39 — 12 _ —_ — — 
Durchmesser des 
Scheitelschildes . c. 14-15 15-16 — — == == 


Grösste Breite der In- 
terambulacralfelder 13 15-16 18 20 20 19 


ı) Wahrscheinlich ist Fig.9, 10, Taf. 1067 bei Corrkau einem zweiten Abgusse 
desselben Originals entnommen. 

2) Vergl. die Bemerk. bei Crd. clavigera. 

3) Eine verwandte Form aus der Zone der Bel. mucronata habe ich unten 
als Cidaris Darupensis beschrieben. 


ze Ba 2 a6. 


EB UNE: ED 


Feet, 


a a EHER 


ee: 


Msn .n.; Een ae > 


Ps 
[191] III. Cidaridae. 119 
1% IT: 11. 1y, N 
Durchmesser eines 
grössten Warzenhofes 6 7 {! 8 8 8 
Grösste Breite der Am- 
bulacralfeldeer . . . 3a 4 Chad Bere 
Grösste Breite der Po- 
BRanDe 2.2... — 1 — kei = ER 
Grösste Breite der In- 
terporiferenzone . . — 2 _ ._ Er ee 


Gehäuse von mittlerer Grösse, deutlich fünfseitig gerundet, 
wobei die Mediannaht der Interambulacralfelder mit den Kanten 
zusammenfällt, während die Ambulacralfelder die Seiten halbiren ; 
gebläht, Unterseite etwas mehr abgeplattet als die Oberseite. 


Ambulacralfelder wellig; am Umfange eingesenkt, in der 
Nähe der Scheitellücke nicht, oder kaum vertieft. Die Median- 
naht des Feldes etwas eingesenkt, die Porengänge etwas mehr 
vertieft. 

Der äussere Porus scheint weiter zu sein, als der innere, die 
Poren eines Paares liegen enger zusammen, als ihr Durchmesser. 
Auch die Poren-Paare selbst liegen etwa um den halben Poren- 
Durchmesser von einander entfernt. Die Zahl der Ambulacral- 
plättchen, welche an eine Interambulacraltafel stossen, ist bei 
rasch wechselnder Grösse derselben sehr verschieden. An einer 
grössten den Umfang berührenden Platte zählt man 27; an der 
darunter liegenden, ebenfalls den Aequator berührenden Platte 17, 
an der hierunter folgenden, der vorletzten vom Buccalfelde aus, 
nur 8. 

Der Interporiferenraum führt jederseits neben den Poren- 
gängen eine Vertikalreihe von maielonirten Granulen, deren jede 
der Höhe eines Ambulacralplättchens entspricht. Die zwischen 
diesen beiden Reihen gelegenen Granulen sind erheblich kleiner. 
Am Umfange des Gehäuses führt jedes Plättchen 6 dieser kleineren 
Granulen, welche sich paarweise zu drei schrägen Reihen ordnen, 
so dass jedes Ambulacralfeld 8 Reihen von Granulen besitzt. Nach 
den Polen hin vermindert sich die Zahl der Reihen, wie immer. 


120 III. Cidaridae. [192] 


Die Interambulacralfelder führen in jeder Reihe 4 oder 
5 Coronalplatten. Drei oder vier dieser Platten sind mit wohl 
entwickelter, durchbohrter, nicht erenelirter Stachelwarze und stark 
vertieftem Warzenhofe versehen. 


Die oberste Platte, in einigen Fällen die beiden höchsten 
Platten jeder Colonne besitzen nur eine verkümmerte Warze und 
einen verkümmerten Warzenhof, oder beide fehlen gänzlich. Hier- 
durch erscheint die Oberseite des Gehäuses fast nackt. 


Unter den tieferen Platten zeichnen sich drei (in einzelnen 
Fällen nur zwei) in jedem Felde durch Grösse und weite Warzen- 
höfe aus. Die näher am Mundfelde gelegenen Platten nehmen 
rasch an Grösse ab. Der Rand der Warzenhöfe mit dem Scrobi- 
cularringe ragt in auffallender Weise vor, wodurch die Warzen- 
höfe noch mehr vertieft erscheinen, und zugleich das ganze Ge- 
häuse einen eigenartigen Habitus erhält. Von dem aus deut- 
lichen mamelonirten Secundärwarzen gebildeten Scrobicularringe 
an senken sich die Coronalplatten gegen die stark vertieften Nähte. 
Bei der grossen Ausdehnung der Warzenhöfe ist die Miliär- und 
die Seitenzone sehr schmal, so dass eine Anordnung der Granulen 
in Reihen nicht in die Erscheinung tritt. 


Die Innenseite der Coronalasseln ist nicht gebogen, sondern 
plan, wie das als Steinkern sich präsentirende, Taf. 15, Fig. 6, 
abgebildete Exemplar darthut. 


Auf einigen Horizontal- Nähten bemerkt man einen undeut- 
lichen Eindruck. 


Es verdient noch ausdrücklich hervorgehohen zu werden, dass 
bei allen, in verschiedener Grösse vorliegenden Exemplaren die 
Zahl der Interambulacralplatten dieselbe ist, dass aber die Grösse 
der Platten und der Durchmesser der Warzenhöfe mit der Grösse 
der Gehäuse zunimmt; anscheinend wächst auch mit der ver- 
mehrten Ausdehnung der Ambulacralfelder die Zahl der Längs- 
reihen der feinen Granulen. 

Bei einer Breite eines Interambulacralfeldes von 13”" haben 
die grössten Warzenhöfe einen Durchmesser von 6””, von 15—18: 


o 


um, von 19—20:788; 


[193] III. Cidaridae. 121 


Stacheln. Auf einem Gehäuse liegt noch das 15”" Jange, 
2=m dicke obere Ende eines Primärstachels. Derselbe ist polygonal; 
auf den Kanten gekörnte Rippen; die Flächen zwischen denselben 
fein granulirt. 

In denselben Schichten habe ich noch eine Anzahl Stachel- 
Fragmente, zum Theil bis zu 45"" Länge, gesammelt, welche 
sehr wahrscheinlich ebenfalls hierher gehören. Der Querschnitt 
ist kreisförmig oder leicht oval; am dickeren Ende bis 5"" stark, 
sich langsam verjüngend. Die Oberfläche mit geperlten Längs- 
rippen besetzt, welche nicht alle die obere Partie des Stachels 
erreichen, sondern zum Theil früher oder später enden, womit 
jener leicht eine polygonale Gestalt annimmt. 

Der Stachelknopf ist nicht dick, die Gelenkfläche glatt, der 
nicht scharf ausgeprägte Ring mittelfein gekerbt, der kurze Stachel- 
hals fein gestreift. 

Obwohl keine vollständigen Stacheln vorliegen, so hat es doch 
nach den verschiedenen Bruchstücken den Anschein, als ob ihre 
Gestalt eine verlängert spindelförmige gewesen sei. Sie erinnern 
an die Stacheln von Cidaris sceptrifera, deren Oberfläche jedoch 
mit scharfen Dornen besetzt ist, welche Längsreihen bilden. 


Die Sekundärstacheln, welche zwei Gehäusen in einer 
Mehrzahl von Exemplaren aufliegen, sind klein, 3 bis 4"" lang, 
von keilförmiger Gestalt, fein längsgestreift. 

Bemerk. Das Verhältniss zu der, unter den einheimischen 
Formen zunächst verwandten 

Stereocidaris Hannoverana Schlüt. 
ist bei dieser erörtert worden. 

Unter den Cidariden, welche aus angeblich gleichem Niveau 
angeführt sind, steht »Cidaris cretosa Mant.« ') in der Auffassung, 
wie dieselbe von COTTEAU 2) genommen wird, am nächsten, und 
sind somit deren Beziehungen darzulegen. 


) Was die Artbezeichnung angeht, so sind meine Bemerkungen oben bei 
Besprechung der Cidaris sceptrifera pag. 115 zu vergleichen. 
2) Paleontol. frang. terr. er&t. tom, VII, pag. 276, tab. 1067. 


Nor: | III. Cidaridae. [194] 


‘ Die Art in dieser Auffassung scheint sehr selten zu sein; ich 
finde sie bei Durchsicht der einschlägigen Litteratur nicht wieder 
genannt, insbesondere auch nicht in der für die obere Kreide 
Englands bahnbrechenden Arbeit von CHARLES BARROIS, welche 
uns sonst über das genauere Lager der Art die dringend wün- 
schenswerthe Belehrung gebracht haben würde. 

Einem Briefe CoTTEAU’s entnehme ich, dass auch ihm selbst 
seit der ersten Besprechung der Art, seit 1862, keine weiteren 
Exemplare bekannt geworden sind. 

Es lagen ihm damals 3 Exemplare vor: ein Gehäuse von 
Royan aus der Sammlung der Sorbonne, ein Fragment aus dem 
Somme-Departement und ein Gypsabguss, dessen Original von 
der Insel Rügen stammen soll, in der Sammlung des Herrn 
MICHELIN. 

Das erste und das letztgenannte!) Stück sind von COTTEAU 
abgebildet worden. 

Der Abguss wird von Herrn von HAGENow, dem Mono- 
graphen der fossilen Reste der weissen Kreide Rügens stammen, 
von welchem dergleichen Absüsse seltener und gut erhaltener 
Stücke an befreundete Fachgenossen mitgetheilt worden sind. Ein 
solcher Abguss befindet sich auch in Berlin und wurde freund- 
licher Weise von Herrn Geheimrath BEYRICH mitgetheilt. Ich 
gebe von demselben eine neue, nicht »restaurirte« Abbildung, 
Taf. 16, Fig. 5—7. 

Von dem an zweiter Stelle genannten Exemplare, welches sich 
in der Sammlung des Herrn CorrEAU befindet, habe ich durch 
dessen Liebenswürdigkeit nähere Kenntniss erhalten. Es ist nur 
ein Interambulacralfeld mit noch ansitzenden Ambulacren, welches 
aus einem, im Innern schwarzen Feuersteine vorragt. Dessen 
obere und untere Partie ist ebenfalls von Feuerstein verdeckt. 

Die Verschiedenheiten der »(idaris cretosa« von Stereocidaris 
Darupensis, welche trotz der Verwandtschaft besonders bei den 
grösseren von ÜOTTEAU abgebildeten Gehäusen in die Augen 
fallen: 


') Dieses »restaurirt«, und anscheinend nicht aus dem Spiegel gezeichnet. 


1 95] III. Cidaridae. 123 


das weniger deutliche Hervortreten des fünfseitigen Schalen- 
umrisses, 

die stärkere Wölbung der Interambulacralplatten N), 

die grössere Breite, besonders der Blindasseln 1), 

die verhältnissmässig geringere Ausdehnung der Warzenhöfe, 

die langsamere und gleichmässigere Grössenzunahme der- 

selben vom Peristom zum Aequator, 

die grössere Breite der Miliär- (und Seiten-)Zone, 

das weniger markirte Vorspringen des Scrobicularringes ?) 
könnte man möglicher Weise geneigt sein, auf Rechnung der 
mehreren Grösse dieser Gehäuse zu setzen; man wird aber diese 
Möglichkeit nicht ausdehnen wollen auch auf den abweichenden 
Bau der Ambulacralfelder ; diese führen 6 bis 8 Reihen Granulen. 
Sechs Reihen zeigt das oben erwähnte zweite, kleinere, in einem 
Feuerstein steckende Exemplar; 8 Reihen vermag man auch bei 
dem von der Insel Rügen stammenden Abgusse an einer Stelle 
wahrzunehmen. Sie ordnen sich zu einfachen Querreihen, so dass 
ein Ambulacralplättchen eine Reihe von 4 Granulen besitzt, wo- 
bei die innerste sich zuweilen zu verdoppeln scheint. Die ein- 
zelnen Plättchen markiren sich deutlich durch Vertiefung ihrer 
@Quernähte. 


Wenn auch die Scheitelschilde der beiden Arten bis jetzt 
nicht verglichen werden können, so ist doch darauf hinzuweisen, 
dass bei Cidaris eretosa die verhältnissmässig grosse, die Ovarial- 
platten durchbohrende Genitalöffnung dicht am Aussenrande liegt, 
während sie bei der früher besprochenen Stereocidaris Carteri und 
Stereoeidaris Hannoverana, wenn auch ebenfalls excentrisch, doch 
mehr nach innen liegt. 

Die angegebenen Umstände, unter diesen vorzugsweise das 
abweichende Verhalten der Ambulacralfelder, nöthigen, die Cida- 
riden der Insel Rügen 3) und die Westphalens, welche beide den 


1) Diese tritt auch schon in den alten, von Correau eitirten, Figuren bei 
Waren, Leske, Parkıssox (siehe oben pag. 115) deutlich hervor. 

2) Wenn dies nicht etwa durch die Erhaltungsart bedingt ist. 

3) Vergl. über die Fundortsangabe die Bemerkungen unter Cidaris sceptrifera. 


124 | II. Cidaridae. [1 96] 


Schichten mit Belemnitella mucronata angehören, auseinander zu 
halten. 

Vorkommen. Sechs Gehäuse und eine Anzahl Stacheln 
wurden in der Zone des Ammonites Coesfeldiensis Schlüt., Micraster 
glyphus Schlüt. und der Lepidospongia rugosa Schlüt. im mittleren 
Westphalen, bei Darup, und ein paar Stacheln auch bei Coesfeld 
beobachtet, und von mir im Museum der Universität Bonn nieder- 
gelegt. 

Vielleicht gehören auch einige Stachel- Fragmente. aus den 
Schichten mit Belemnitella mucronata zwischen Berkum und 
Schwiechelt hierher. 


[197] III. Cidaridae. 125 


Gatt. Temnocidaris CoTTEAu 1863. 


Temnoeidaris danieca DESoR sp. 


Taf. 17, Fig. 1, 2, von Faxe. 
Taf. 17, Fig. 11—13. Nach einem Feuerstein -Hohldrucke. 
Cidaris danica Desor, Syn. Echin. foss. pag. 15. 
»  rimosus Quessteot, Epochen pag. 52 ? 


Maasse einiger Gehäuse. 


Höhe der Schale . . . 12 04 cAl «50 «54 
Breite der Schale . . .  — —_ — — — 
Breite des Peristoms . . — — = —_ er 
_ Breite des Periprocts. . — — en —_ —_ 
Breite der Interambula- 

Bader . : .. . 12 15 33 38 45 
Breite der Ambulacral- 
2 Or 5 6 7 8 
Breite der Porengänge . c.34 ca «1a ec. 13 2 
Zahl der Coronalplatten 
_ imeiner Reihe . . . 5 6  6(oder7) 7 [| 
Höhe eines primären War- 
4.1, 5 9 a a an 1 
Breite desselben . . . c.4 5 9 11 11 
Zahl der ambulacralen 
Granulenreihen . . . 4 A.(-6):) „8 8 
Breite der Miliärzone incl. 
 Serobieularring, schräg- 
_ über gemessen . . . 3 4 10 12 8.14 


Gehäuse gross, von kreisförmigem Umfange, fast doppelt so 
n reit als hoch, anscheinend im allgemeinen oben und unten leicht 


126 III. Cidaridae. [1 98] 


und ziemlich gleichmässig gewölbt, einzelne Exemplare unten 
rascher verengt wie oben. 

Porengänge ziemlich breit, vertieft, leicht gewellt und zwar 
oben etwas mehr als unten, gebildet von einander genäherten 
Porenpaaren. Die Poren (nur an einer kleinen Stelle deutlich 
sichtbar) der äusseren Reihe sind elliptisch und nach innen zu 
zugeschärft. 

Der Interporiferenraum trägt am Umfange junger Gehäuse 4, 
bei grösseren Gehäusen 8 Reihen regelmässig geordneter Gra- 
nulen, deren Grösse von aussen nach innen nur um ein geringes 
abnimmt. Gegen das Peristom und Periproct verringert sich die 
Zahl derselben, wie die Regel ist. 

Anscheinend besitzt der Interporiferenraum (längs-der Mittel- 
naht) einige Impressionen, wie die Typen der Gattung. Die 
Glacirung sämmtlicher vorliegenden Stücke durch eine leichte 
Kalkspathdecke verhindert eine scharfe Beobachtung dieser Er- 
scheinung. 

Interambulacralplatten finden sich in einer Reihe bei jugend- 
lichen Gehäusen 5, bei mehr erwachsenen 6, bei allen grösseren 7. 

Die Stachelwarzen sind kräftig, durchbohrt, nicht crenelirt, 
umgeben von grossen, stark vertieften Warzenhöfen, welche bei 
jungen Gehäusen kreisförmig sind, diese Gestalt nur an der Ober- 
seite bewahren, während die dem Peristom näher gelegenen Höfe 
eine leicht elliptische Gestalt erlangen. 

Die Stachelwarzen wie ihre Höfe nehmen vom Peristom an 
langsam und gleichmässig an Grösse zu. Auf allen letzten, dem 
Scheitelschilde zunächst gelegenen Coronalplatten sind Stachel- 
warze und Warzenhof minder oder mehr verkümmert. 

Der Scrobicularrng, von grösseren mamelonirten Granulen 
gebildet, erscheint schon bei den kleinsten vorliegenden Gehäusen 
geschlossen. An der Unterseite des Gehäuses bleiben die Scrobi- 
cularringe in jedem Alter in Berührung, während die hochge- 
legenen durch Miliärgranulen getrennt sind. 

Die Miliärzone vertieft, den ziekzackförmigen Verlauf der 
Nähte deutlich erkennen lassend; an jugendlichen Gehäusen mässig 


breit, so dass die Entfernung zwischen zwei alternirenden Höfen 


[199] III. Cidaridae. 127 


dem Durchmesser der Höfe selbst ziemlich gleichkommt. Später 


‚schreitet das Wachsthum der Miliärzone rascher voran als das- 


jenige der Warzenhöfe, so dass nunmehr die alternirenden Höfe 
weiter auseinander treten. 

Die Miliärzone ist bedeckt von ziemlich kräftigen und ziem- 
lich gleichmässigen runden Granulen. 

Durch die erwähnte Glacirung der Oberfläche erscheinen die 
Granulen meist verzerrt, verlängert, und lassen nicht wohl eine 
Gruppirung erkennen. 

An einem der grossen Gehäuse ist eine der grossen, hoch- 
gelegenen Coronalplatten fast ganz von dem secundären Kalk- 
spathüberzuge frei, und hier erkennt man ihre runde Gestalt und 
ihre Anordnung in Querreihen, oder in ausstrahlende Reihen. 
Es hat den Anschein, — aber es kann nicht mit Bestimmtheit 
angegeben werden — dass diese Reihen hin und wieder durch 
schwache Furchen getrennt werden. 

Granulen, von der gleichen Beschaffenheit wie auf der Miliär- 
zone, trennen seitlich die Warzenhöfe von den Porengängen, auf- 
wärts Streifen von zunehmender Breite auf den Interambulacral- 
feldern bildend. 

Wie bei den übrigen Arten des Geschlechts sind die Miliär- 
zone und die Seitenzonen mit zahlreichen, zerstreut stehenden 
rundlichen »Impressionen« versehen. 

Ueber Peristom und Scheitelschild kann nichts beigebracht 
werden, da keine vollständigen Gehäuse vorliegen, doch verdient 
erwähnt zu werden, dass jede an den Scheitelschild anstossende 
Interambulacralplatte des grössten vorliegenden Gehäuses eine 
breite rundliche Einbuchtung zeigt. 

Bemerk. Die Gattung wurde auf 3 aus der oberen Kreide 
des südwestlichen Frankreich stammenden (rehäusen, einem grösse- 
ren, von 88"” Durchmesser bei 50"” Höhe, und zwei kleinen, 
von 64”® Durchmesser bei 42"” Höhe, von ÜOTTEAU !) errichtet 
und jenes Temnocidaris magnifica, diese Temnocidaris Baylei ge- 


nannt. 


') Paleont. Franc. |. e. 1863, pag. 355. 


128 III. Cidaridae. [200] 


Beide, welche man für Entwicklungsstufen halten könnte, 


unterscheiden sich von den vorliegenden Gehäusen auf den ersten ° 


Blick durch die gänzlich abweichende Bildung der Granulen auf 
dem Interporiferenraume der Ambulacralfelder, welche mit in die 
Gattungsdiagnose aufgenommen wurde: 


» Aires ambulacraires ... garnis de granules fins, abondants 
et disposes sans ordre, a l’exception des rangees externes 
qui s’etendent regulierement sur le bord des zones poriferes.« 


Auch wurde von ÜOTTEAU eine schon bekannte Art aus der 
oberen baltischen Kreide 


Cidaris Danica Desor !) 


mit zu der Gattung gezogen, besprochen, und ein Fragment der- 
selben abgebildet 2). 


DesoRr charakterisirte die Art kurz so: 
»Assez grande espece, a scrobicules circulaires, profonds et 
relativement petits. Üercle scrobiculaire peu accuse, les gra- 
nules ne faisant pas sailliee Largeur considerable de la 
zone müliaire. (Quatre rangees de granules dans les ambu- 
lacres. — Danien de Fawe. Museum de Copenhagen . .< 


Da die mir vorliegenden Exemplare, welche ich der zuvor- 
kommenden Gefälligkeit des Herrn Collegen JOHNSTRUP in Copen- 
hagen verdanke, ebenfalls von Faxe stammen, so ist nicht zu 
zweifeln, dass sie ident sind mit den von DESOR besprochenen 
Vorkommnissen. Wenn DEsoR gleichwohl von 4 Reihen Gra- 
nulen spricht, so möchte dies kaum darin begründet sein, dass er 
nur jugendliche Gehäuse vor Augen gehabt, da er sie als assez 
grande bezeichnet, als vielmehr darin, dass er entweder durch 
stärkere Incrustation undeutlicher gewordene Gehäuse vor sich 
gehabt, oder nur zerfallene Gehäuse, wie sie gewöhnlich gefunden 
werden, geprüft hat, welche am Umfange nur 4 Granulenreihen 
(d. i. auf jeder Hälfte eines Ambulacralfeldes) zeigen. 


I) Desor, Syn. des Iüchinid. foss. 1855, pag. 15 (ohne Abbildung). 
2) Corırau, Pal. frang. 1. c. pag. 362, tab. 10872, fig. 7, 7° 


[201] IIT. Cidaridae. 129 


Auch das von COTTEAU zur Darstellung gebrachte Fragment 
soll angeblich von Faxe stammen. Wenn hier keine Verwechse- 
lung der Fundorte vorliegt, so lassen sich die Abweichungen, 
welche ein Vergleich ergiebt, vielleicht aus einer geringeren Cor- 
reetheit der Zeichnung erklären. Befremdlich bleibt immerhin, 
dass COTTEAU in der ausführlichen Besprechung des Stückes nicht 
der Incrustation gedenkt. Mir ist keine Echinide von Faxe, ob 
regulär oder irregulär bekannt, die nicht incrustirt wäre. 

Von DESoR waren auch vereinzelte Coronalplatten aus den 
der jüngsten Kreide angehörigen »Baculiten-Schichten« von Con- 
tentin zu (idaris danica gezogen worden; COTTEAU hat dieselben 
zu Cidaris Faujasi gestellt, welche in den Maestricht-Schichten 
nicht selten ist, dagegen andere vereinzelte Asseln von Maestricht 
zu Temnocidaris danica gestellt. 

Vorkommen. Cidariden-Reste vom Habitus der T’emnoeidaris 
danica sind in dem norddeutschen Diluvium mehrfach gesammelt 
worden. So bewahrt das paläontologische Museum der Univer- 
sität in Berlin einen solchen Abdruck in Feuerstein !) von nicht 
mehr bekanntem Fundpunkt. (Er führt die Etikette Cidaris perlata.) 

Im Museum zu Tübingen befindet sich ein Feuersteinabdruck 
von Radegast bei Satow in Mecklenburg, von dem QUENSTEDT in 
seinen Epochen?) einen Holzschnitt gab und 

Cidaris rimatus 
nannte. 

Desselben Stückes gedenkt QUENSTEDT nochmals in seinen 
Echiniden ?) und setzt jetzt, vielleicht aufmerksam gemacht durch 
die Paleontologie frangaise, hinzu, dass auf dem Abdrucke »neben 
der Nahtleiste zwischen den Rippen [d.i. den Abdrücken der 
feinen Furchen zwischen den Granulen der Miliärzone] kleine er- 
habene Pusteln [also den Abdrücken der rundlichen »Impressions«] 
vorhanden sind, welche in der neuen Abbildung wiederum unbe- 
rücksichtigt geblieben sind. 


') Abgebildet tab. 17, fig. 11— 13. 

2) Quesstepr, Epochen der Natur, Tübingen, Laupp. 1861, pag. 52. 

%) Quessteor, Petrefactenkunde Deutschlands. 3. Band. Echiniden. Leipzig. 
Fuess. 1872—1875, pag. 173, tab. 65, fig. 1. 

Neue Folge. Heft 5. y 


130 III. Cidaridae. [202] 


Das von QUENSTEDT abgebildete Fragment gehört der oberen 
Hälfte des Gehäuses!) an. Die erste Abbildung stellt die Stachel- 
warzen nicht nur durchbohrt, sondern auch crenelirt dar, und 
noch in der zweiten Besprechung ist von einer schwachen Ker- 
bung die Rede. Da meine Stücke nur Durchbohrung, keine 
Crenelirung zeigen, könnte dieser Umstand über einer Zuweisung 
von Cidaris cinosus zu Temnocidaris danica Bedenken erregen. 

COTTEAU stellte in der Paleontologie frangaise ein paar Asseln 
aus dem Maestricht-Tuff zu Temnocidaris danica, und führte in 
der Beschreibung der Echiniden des Hainaut auch ein paar Platten 
aus gleichem Niveau von Ciply auf dieselbe Art zurück. — Ich 
selbst habe bei Maestricht einige Coronalplatten gesammelt, welche, 
von ungünstiger Erhaltung, undeutliche Spuren von subcirculären 
Eindrücken zeigen, aber nicht näher bestimmbar sind. 

Auch in den Schichten des Schneeberges mit Belemnitella 
mucronata, unweit Aachen, haben sich einige Coronalplatten von 
Temnocidaris gezeigt. Dieselben scheinen auch wegen der weniger 
regelmässig gestellten Ambulacralgranulen nicht zu Temnocidaris 
danica, wahrscheinlicher zu Temnocidaris Baylei Cott. zu gehören. 


) Das in Berlin befindliche Exemplar gehört dem unteren Theile des Ge- 
häuses an. In demselben Gesteinsstückchen liegt auch der 30 @m lange Abdruck 
eines cylindrischen Stachels von 3 “m Dicke, welcher die in genäherten Längs- 
reihen geordneten Abdrücke kleiner Körnchen oder Zähnchen zeigt. Der Hals 
führt eine feine Längsstreifung. 


III. Cidaridae. 131 


Gatt. Porocidaris Desor 1858. 


Poroeidaris sp. nov. 


Es liegt nur ein!) geringes Fragment eines Stachels vor, 
gleichwohl ist es wegen seiner Lagerstätte von Interesse und hier 


zu erwähnen. 


Der Stachel ist flach, die eine Seite ein wenig mehr gewölbt 
als die andere. Die beiden scharfen Seiten des Stachels tief säge- 
förmig ausgeschnitten und zwar so, dass die obere Kante der 
scharfen Zähne fast rechtwinkelig zur Achse des Stachels steht. 
Auf der mehr gewölbten Seite des Stachels finden sich ein paar 
niedrige, entfernt stehende Höckerchen. Es scheint, dass auch 
v. HAGENOW ?) diese Stacheln bereits gekannt hat, wenn er schreibt: 
»Stacheln sehr zart und platt gedrückt, glatt, an den scharfen 
Kanten sägeförmig, scharf gezahnt. Allen Exemplaren fehlt die 
Warze und die Spitze«. 

Die eigenartige Gestalt schliesst den Stachel an jene Formen 
unbekannter Herkunft, die 1778 schon LeskE und KuEın ?), 
1793 ScHmiEDEL #), 1811 Parkınson 5) abbildeten, welche dann 
von GoLDruss 6) 

Cidaris Schmidelii 


genannt und in den braunen Jura von Dischingen versetzt wurde. 


ı) Ein zweites ist verloren. 

2) Jahrb. für Mineral. etc. 1840, pag. 658. 

3) Leske, Kreis, Anpıranenta, tab. 52, fig. 18. 

4) Scumiever, Vorstellung einiger merkwürd. Verstein. pag. 40, tab. 25, 
fig. 3—5). 
®) Parkıssos, Org. Rem. tom. III, tab. 4, fig. 12. 
%) Gorpruss, Petr. Germ. I, pag. 120, tab. 40, fig. 4. 


9% 


133 : III. Cidaridae. [204] 


Bedenken gegen dieses Vorkommen wurde schon von DEsoRr }) 
erhoben, bestimmter ausgesprochen von QUENSTEDT?), und als wahr- 
scheinlicher Fundort das Tertiär von Verona bezeichnet °). 


Die verwandten fossilen Formen, welche auch DESoR in der 
»Synopsis des Echinides« neben Cidaris Schmidehü*) abbildet: Cidaris 
Veronensis Mer. 5), Cidaris serrata d’Arch. 6) gehören ebenso, wie 
Cidaris serraria Bronn 7) und Cidaris pseudoserrata Üott. ®) (diese 
weit verbreitet: in Frankreich, der Schweiz?), Italien 1%), Ungarn 11) 
sämmtlich dem Tertiärgebirge an. 

Betreftend die erstgenannte Art: COridaris Schmidelüi, so geht 
Dames 12) noch einen Schritt weiter, indem er Cidaris Veronensis 
und (idaris serrata, welche unzweifelhaft aus dem Tertiär 1) 
stammen, nur als Synonyma jener betrachtet. 

Durch DEsoR wurde ].c. auf jene Stacheln und einige bei 
Verona gefundene Asseln die Gattung 


Porocidaris 
errichtet. 
Später sind auch einige lebende Formen der Gattung bei- 
gefügt worden, purpurata Thomps., elegans A. Ag., Sharreri A. Ag.., 


!) Desor, Synop. des Echinid. foss. pag. 47. 

2) Quensrept, Echiniden. 

3) Wie schon von Parkınson und Schmieoer angegeben. Dieser nannte das 
Valle Dominica in der Gegend von Verona als Fundpunkt und bemerkt, dass 
auch Srana, Catalogus lapidum Veronensium (drei Ausgaben, die erste Verona 
1739) pag. 32, No. 27 diese Stacheln bereits gekannt habe. 

4) Desor, Synop. chin. foss. pag. 47, tab. 7, fig. 22. 

5) Desor, ibid. tab. I, fig. 7. 

6) p’Arcurac, Mem. Soc. geol. France, 2.ser., vol. III, pag. 419, tab. X, 
fig. 6. — Desor, 1. c. pag. 47, tab. 7, fig. 23. 

‘) Bross, Ital. Tert.-Geb. pag. 132. — Acassız, Des. Catal. raisonne, 1. ce. 
pag. 335 (sep. 31). — Desor, Synop. Kchin. pag. 48. 

8) Corrzau, Echin. foss. des Pyrendes 1863, pag. 75, tab. 2, fig. 17—22. 

®») Lorıor, Oursins tertiaires de la Suisse, pag. 12, tab. I, fig. 6. 

!0) Lause, Kchinoideen des Vicentin-Tertiärgeb. Wiener Akad. 1868, pag. 10. 

Il) Pavar, die fossilen Seeigel des Ofener Mergels 1374, pag. 67, tab. 8. 

12) Dames, die Echiniden der Vicentinischen und Veronesischen Tertiärab- 
lagerungen 1877, pag. 13. 

13) Auch im Tertiär Aegyptens nachgewiesen. Zırrer, Handb. pag. 490. 


[205] II. Cidaridae. 133 


graeilis Död.; doch besteht die Uebereiustimmung nur in der 
Gestalt der Stacheln, während den Höfchen die strahlenden 
Furchen und den Stachelwarzen die Kerbung fehlen, und die Poren 
nicht gejocht sind, so dass für dieselben wohl ein neuer Name 
aufzustellen ist. 

Am wenigsten bekannt geworden ist (idaris serraria Bronn, 
welche auch MENEGHINL!) nach dem Vorgange DESor’s?) zu Poro- 
eidaris stellte und zuerst durch eine Anzahl Abbildungen er- 
läuterte. 

Der vorliegende deutsche Stachel steht diesen am nächsten, 
doch sind seine Zähne gestreckter und schärfer. Genauere Bezie- 
hungen lassen sich erst nach weiteren vollständigeren Erfunden 
feststellen. Dass beide sich als verschiedenen Arten angehörig 
bestimmter erweisen werden, macht der Umstand wahrscheinlich, 
dass Porocidaris serraria der jugendlichen Subapennin-Formation 
angehört. 

Da bisher Arten der Gattung von höherem Alter als Tertiär 
nicht nachgewiesen sind, so verdient noch ein Umstand, der Be- 
denken gegen die Zugehörigkeit zur Gattung Porocidaris erregt, 
erwähnt zu werden. Es sind nämlich emige recente Cidariden 
(Cid. japonica Död., Guniacidaris clypeata Död.) bekannt, welche 
in der Nähe des Mundfeldes Stacheln von Porocidaris-ähnlicher 
Gestalt besitzen, während die übrigen Stacheln eine sehr ab- 
weichende Form zeigen. 


Andererseits ist das geologische Vorkommen des in Rede 
stehenden Stachels ein solches, dass es sich unmittelbar an die 
genannten Formen aus dem Eocän anschliesst, indem es aus der 
oberen Kreide ?) stammt. 


Vorkommen. Das besprochene Stück fand sich in einer 
Sammlung kleiner, fossiler Reste aus der obersenonen, durch das 


) G. Mexesurst, Sugli Echinodermi fossili neogenico di Toscana, in Siena e 
il suo Territorio. Siena 1865, pag. 68, tab. I, fig. 3—5; tab. Il, fg. 1—2 

2) Desor, Synop. Echin. foss. pag. 48. 

%, Man könnte hiernach, sobald besseres Material vorliegt. Porocidaris eretacea 
als Bezeichnung wählen, 


134 Ill. Cidaridae. [206] 
Vorkommen von Belemnitella mucronats bezeichneten Schichten 
der Insel Rügen. 


Original im Museum zu Bonn. 


Poroeidaris (?) lingualis Desor. 
Cidaris lingualis Desor, Synopsis des lchinides fossiles 1856, pag. ?, tab. VI, 
fig. 17. 
Gehäuse unbekannt. 


Stacheln von mittlerer Grösse, verlängert, comprimirt, spatel- 
förmig, 
flach ‘gewölbt, bedeckt von zarten Längsrippen, welche durch 


die Seitenkanten fast schneidig, Vorder- und Hinterseite 


glatte, flacheoncave Zwischenräume getrennt werden. Nach den 
Seitenkanten hin stehen die Rippen genähert. 

Collerette undeutlich und kurz oder fehlend. Knopf wenig 
entwickelt, nicht comprimirt; Ring minder oder mehr vorspringend, 
grob gestreift. (Gelenkfacette nicht deutlich erhalten, anscheinend 
nicht crenelirt. | 

Schon DESoR hat l. c. einen Stachel von Rügen abgebildet, 
aber ich finde keine zugehörige Beschreibung. 

Durch CoTrTEAU sind in der Paleontologie francaise einige 
verwandte Formen aus tieferen Schichten beschrieben worden: 


(yphosoma dimidiatum Gott. 1) 

aus dem Cenoman, Zone des Scaphites aequalis, von Le Mans, und 
Cyphysoma remus Cott. ?) 

aus dem Ober-Turon von Royan (Charente-Inferieure). 


Sie unterscheiden sich durch mehr entwickelten Kopf und 
Hals, theils crenelirte Gelenkfacette etc. 

Die Gestalt der Stacheln stimmt insbesondere mit derjenigen 
von Porocidaris überein, wenn man davon absieht, dass bei den 


bisher beschriebenen ®) die seitlichen Kanten sägeförmig sind. 


 ]. e. pag. 690, tab. 1170, fig. 7—9. 
2) ]. c. pag. 694, tab. 1170, fig. 20—22. 
3) Siehe Porocidaris sp. pag. 131. 


[207] III. Cidaridae. 135 


Man kennt ähnlich geformte Stacheln bei lebenden Cidariden 
nicht allein als Sekundärstacheln von Ambulacralfeldern und Scro- 
bieularringen, sondern auch als Primärstacheln aus der Nähe des 
Buccalfeldes, während sonst andere Formen von Stacheln auf dem- 
selben Gehäuse vorherrschen, z. B. lange cylindrische Stacheln mit 
gekörnten Rippen bei Stereocidaris Japonica '). 

Dieser Umstand erregt Bedenken gegen die Selbständigkeit 
von (idaris linyualis?) um so mehr, als grosse, zu Stereocidaris 
gehörige Gehäuse, auch am gleichen Fundpunkt beobachtet werden. 

Vorkommen. Cidaris lingualis fand sich selten in der ober- 
senonen Kreide mit Belemnitella mucronata ?) auf der Insel Rügen, 
kommt nach Bosquer *) auch im Maestrichtien Limburgs vor. 

Das Bonner Museum besitzt einige Stachel-Fragmente aus 
der Limburger Kreide von Kaenraed. Dieselben führen ähnliche 
zarte, entfernte Längsrippen, sind aber schmaler und zeigen vor- 
herrschend einen ovalen Querschnitt, wodurch die Uebereinstim- 
mung vermindert, wenngleich die Zugehörigkeit nicht gänzlich 
verneint wird. 


') Döperreıs, Japanesische Seeigel, I, 1837, pag. 6, tab. Ill; vergl. auch 
Stereocidaris grandis, ibid. pag. 3. 

2) Deren Stacheln freilich 3mal so gross sind wie die in Vergleich ge- 
stellten lebenden Formen. 

®) Einen ähnlichen aber gleichmässig abgeplatteten Stachel mit abgerundeten 
Seitenkanten, Oberfläche mit feinen, gedrängten Linien bedeckt, sammelte ich in 
der gleichen Zone bei Köpinge in Schweden. 

*#) Bosquer in Dewalque, Prodrome d’une deseript. geologique de la Belgique 
1868, pag. 380. 


136 III. Cidaridae. [208] 


Gatt. Pleurocidaris PomEL 1883. 


Pleuroeidaris regalis GoLDFUSsS sp. 


Cidaris regalis GouLpruss, Petref. Germ. I, 1326—1833, pag. 166, tab. 39, fig. 2. 


Maasse: 
Durchmesser der Schale (berechnet) . . c. 70mm 
Höohezdersschale se na... .- 20.000. 2 
Breite der Ambulacralfelder . . ...c 9 
» Ir Borenoänge: . ... -....% ..n as 
» > einterporiterenzone,. . ©... Lucas 
» » Interambulacralfelder . . . . c. 35 
» der grössten Interambulacralplatte . . 17,5 
Elonea er TEE ER EIN) 
Höhe eines primären Warzenhofess . . . . ? 
Breite 


u 8 
Durchmesser der Stachelwarzen . . . .c. 2 
Zahl der Coronalplatten in 1 Reihe . 5) 
Zahl der Ambulacralplatten längs 1 Coronal- 

platte seen nr 2 ne Po 


Das Gehäuse ist gross, circulär, hoch, anscheinend oben etwas 
abgeplattet, mit sehr vertieft gelegenen Ambulacralfeldern und 
wölbig vortretenden Interambulacralplatten. 


Porengänge breit, nicht gebogen, von geradlinigem Ver- 
laufe, gebildet von gerundeten Poren, welche in der äusseren 
Reihe deutlich oval sind. Die Poren eines einzelnen Paares 
stehen verhältnissmässig weit auseinander, während die Porenpaare 
selbst bei der geringen Höhe der Ambulacralplättchen einander 


genähert stehen. 


F [209] TI: Cidaridae. 137 


Anscheinend sind die Poren gejocht; aber vielleicht wird 
_ dieser Anschein nur hervorgerufen durch eine eigenthümliche Ver- 
_ witterung, die das Gehäuse an dieser Stelle angriff. 

Ä Der Interporiferenraum erscheint bedeckt von zahlreichen, 
_ feinen, regellos gestellten Körnchen, auf jedem Plättchen an der den 
Poren anliegenden Seite von einer verlängerten Granul begleitet. 

Am Umfange des Gehäuses liegen 14—16 Ambulacralplatten 
längs einer Interambulacralplatte, bei den höher gelegenen höheren 
_ Platten steigt die Zahl auf etwa 19. 
| Interambulacralplatten gewölbt, 9 in jeder Reihe. Sie fallen 
auf durch grosse Breite gegenüber der geringeren Höhe. Z. Th. 
_ beträgt das Verhältniss 1:2. Bei den dem Scheitelschilde näher 
gelegenen Platten ändert sich dasselbe allmählich durch stärkere 
Zunahme der Höhe. 

Die Stachelwarzen mässig gross, durchbohrt, nicht erenelirt, 
auf stark vortretenden Warzenkegeln ruhend, umgeben von kreis- 
_ förmigen bis leicht ovalen, nur um geringes eingesenkten Höfen. 

Der Umfang der Höfe wellig, nicht umgeben von einem 

Kranze grösserer Granulen. Auf den tiefer gelegenen Platten 
berühren sich die Höfe; höher hinauf werden sie der Höhe der 
Platten gegenüber kleiner und treten somit weiter auseinander, 
so dass Miliärgranulen mehr und mehr zwischen treten können. 
| Die Interambulacralplatten sind mehr oder minder stark gegen 
die Nähte geneigt, die Nähte deutlich. 
k Die Miliärzone sehr breit, in Folge der Neigung der Platten 
deprimirt, bedeckt von ganz ungewöhnlich feinen !), gleichmässigen, 
‚gedrängt stehenden Granulen, welche sich in reguläre Querreihen 
‚ordnen '); die Granula zugleich etwas in die Quere ausgedehnt, 
und die Reihen durch feine Furchen getrennt. Gleiche Granulen 
bilden ein schmales Band an den Seiten der Felder, nächst den 
 Porengängen. 

Eigenthümlich ist das Verhalten der Zickzacknaht in der 
Mitte der Felder; ob dieselbe, nicht bedeckt von Granulen, nackt 
war, wie bei der recenten Goniocidaris Desor, und der jurassischen 


ee — 


N) Gut in der Abbildung bei GoLpruss angedeutet. 


138 III. Cidaridae. [210] 


Polycidaris Quenstedt lässt sich bei der gegenwärtigen Erhaltungs- 
art nicht feststellen. Man bemerkt bei dem angefressenen Zu- 
stande der Oberfläche an dieser Stelle nur Zuwachsstreifen der 
Platten. Dabei ist die Grenze des granulirten Theiles der Asseln 
eine durch Schärfe sich auszeichnende. 


Die Beschreibung stützt sich auf das schon von GOoLDFUss 
abgebildete Gehäuse; es scheint bis jetzt kein zweites gefunden 
zu sein. Auch die Synopsis des Echinides fossiles und die Pale- 
ontologie frangaise bringen nichts näheres bei. — BRIART und 
CoRNET !) nennen die Art auch aus den Poudingue de la craie 
superieure du Hainaut in Belgien, aber COTTEAU ?) in seiner Ab- 
handlung über die Kreide-Echiniden des Hainaut nennt den 
Namen nicht. | 

Das Gehäuse von Pleurocidaris regalis bietet so ausgeprägte 
Eigenthümlichkeiten dar, dass es unter, den Cidariden der Kreide 
eine Sonderstellung einnimmt, sich erst weiter an Rhabdocidaris 
venulosa Cott. von unbekannter Herkunft und Rhabdocidaris Tou- 
jannei Cott. aus dem Turon, auf welche POMEL die Gattung 
Plewrocidaris gründete, anschliessend. 

Auch die Leiocidariden, welche durch DAmszs°®) und LAUBE®) 
aus den älteren Tertiärschichten am Südabfalle der Alpen bekannt 
und durch DÖDERLEIN bereits zu Pleurocidaris gezogen worden 
sind, bieten keine näheren Beziehungen. 

Leiocidaris alta Dames führt eine gleiche Zahl von ÜCoronal- 
platten in einer Reihe. 

Leiocidaris merzeana Laube sp. und Leiocidaris pseudojurassica 
Laube sp. zeigen eine feine Granulation der ebenfalls breiten, aber 


!) In Dewargue, Prodrome d’une description geologique de la Belgique, 1868, 
pag. 179. " 

2) Corrzau, Note sur les lichinides erötaces de la province du Hainaut. 
Bull. Soc. geol. France 1874. 

3) W. Dames, die Echiniden der vicentinischen und veronesischen Tertiär- 
ablagerungen. Cassel 1577. Aus der Palaeontographica. 

% G. Lauer, Beitrag zur Kenntniss des vicentinischen Tertiärgebietes. Wien 
1568. Aus den Denkschriften der K. K. Akademie der Wissenschaften. 


Ei, 


& j [211] 1ll. Cidaridae. 139 


nicht vertieften Ambulacralplatten; jene auch ein Fehlen des Scro- 
 bieularringes etc. 
r Aus den gleichen Schichten liegen kräftige Stacheln bis zu 
 63=® Länge vor, stabförmig, mit dem dicken, runden Knopfe, 
langsam sich verjüngend, mit gekörnten, gedrängt stehenden Rippen. 
Dieselben sind nicht selten; schon Fausas!) kannte sie und 
Desor ?) nannte sie 
Cidaris Faujasi 
» Baguette cylindrique cowerte de granules en series regu- 
lieres. Difere du Cidaris sceptrifera, en ce que les granules 
sont moins epineux; la collerette est aussi plus longue.« 
Auch sind die Stacheln minder spindelförmig und minder dick. 
DESOoR ist geneigt, diese Stacheln auf Pleurocidaris regalis 
Goldf. zu beziehen, falls sie nicht zu Temnocidaris danica gehören. 
E CorTEau ?) dagegen zieht dieselben zu einem anderen kleinen 
Gehäuse #). 
Wenn man erwägt, dass Pleurocidaris regalis äusserst selten 
ist, die als Cidaris Faujasi bezeichneten Gehäuse meines Wissens 
aber überhaupt noch nicht bei Maestricht beobachtet, die genannten 
 Stacheln aber daselbst verhältnissmässig nicht selten sind (die 
dieken Knöpfe der Stacheln nicht wohl zu den zierlichen Stachel- 
warzen passen), dann erscheint es unwahrscheinlich, dass dieselben 
zu Pleurocidaris regalis, oder zu den erwähnten kleinen Ge- 
 häusen gehören. 
Es steht demnach zu vermuthen, dass die Stacheln zu anderen 
grösseren, noch unbeschriebenen Gehäusen der Maestrichtschichten 
gehören. Unter diesen fallen die Asseln zweier sich scharf cha- 
racterisirender Arten auf. - 
Bei der einen Art sind die Interambulacralplatten ungefähr 
so hoch wie breit, die, anscheinend ausgewachsen, durchschnittlich 


) Fausas ve Saısı-Foxp, Hist. nat. de la mont. de Saint-Pierre de Maestricht, 
1739, pag. 174, tab. 30, fig. 13, 14. 

2) Desor, Synops. Echinid. foss. pag. 33, tab. 5, fig. 13. 

#) Correau, Paleont. frang. 1. e. pag. 318, tab. 1077, fig. 1. 

#) Man könnte eher geneigt sein, in den, Cidaris Hardouini Des. genannten 
Stacheln die zu diesem kleinen Gebäuse gehörigen Stacheln zu vermuthen. 


140 III. Cidaridae. [212] 


etwa 10—14”" messen. Die grossen und tiefen Warzenhöfe mit 
ihren Scrobicularringen nehmen meist nahezu die Platten ein, so 
dass die Miliärzone bei den obersten höchsten Platten fast gleich 
Null ist, auch bei den tieferen kaum die Breite des Scrobicular- 
ringes erreicht. Die Nähte der Asseln deutlich und ein wenig 
eingesenkt, besonders in dem Winkel, wo drei Platten zusammen- 
stossen. Stachelwarzen gross, durchbohrt, aber nicht crenelirt; 
Warzenkopf dick. Sekundärwärzchen der Scrobicularringe entfernt 
stehend, gross. — Porengänge eingesenkt. 

Gewöhnlich werden nur vereinzelte Asseln gefunden; das 
Museum für Naturkunde zu Berlin besitzt vier noch zusammen- 
hängende Platten. 

Dasselbe Museum besitzt aus den Maestricht-Schichten ein 
fast vollständiges kleines Gehäuse von eirca 15 %® Durchmesser 
und 7”® Höhe, die grössten Platten nur circa 4”® oross, welches 
in den einzelnen Verhältnissen bis auf die weniger deutliche 
Durchbohrung der Stachelwarzen !) so sehr mit jenem überein- 
stimmt, dass es für ein jugendliches Gehäuse derselben Art an- 
zusprechen ist. Fünf Stachelwarzen in einer Vertikalreihe. Ambu- 
lacra oben mehr, unten weniger gebogen. Ambulacralfelder mit 
zwei Reihen kräftiger Granulen. Zwischen ihnen eine alternirend 
geordnete Reihe von Körnchen, welche das obere und das untere 
Ende des Feldes nicht erreicht. 

Verwandt ist (idaris Forchhammeri Desor ?) aus dem jüngsten 
Senon (cale. pisolitigue), aber deren Warzenhöfe sind enger, die 
Miliärzone dagegen breiter. 

Inu beiden Punkten steht näher die schon von ÜOTTEAU zu- 
nächst mit Cidaris Forchhammeri verglichene (idaris mamillata Oott.?), 


welche von unsicherem Fundpunkte nur in einem Exemplare vor- 


!) Das Gehäuse erscheint zum Theil von einer dünnen secundären Kalkspath- 
lage glacirt. 

2) Wurde zunächst von Desor (Cat. rais. löchin. 1. e. 1846, pag. 328) auf 
Stacheln begrünuet, später durch Corrwau (Pal6ont. franc. 1. c. pag. 324, tab. 1078 
und 1070) auch das Gehäuse zur Darstellung gebracht. Es ist zu erwähnen, 
dass ähnliche Stacheln, meines Wissens, bei Maestricht nicht gefunden sind. 

3) Corrsau, l. ec. pag. 330, tab. 1099, fig. 11—14. 


[213] III. Cidaridae. 141 


lag. Wenn CorrEau angibt, dass 4 Granulenreihen auf den 

Ambulacralfeldern vorhanden seien, so kann diese Differenz auf 

die sehr verschiedene Grösse der Gehäuse zurückgeführt werden. 

Es hat aber auch den Anschein, dass die Sekundärwärzchen 

der Serobicularringe gedrängter stehen, und die Miliärzone etwas 

mehr entwickelt und stärker eingesenkt (fortement deprimee) ist. 
Bis diese Bedenken sich geklärt, können die Gehäuse als 


Cidaris cf. mamillata Corrzeau 
Para], Biel7, 8. 
bezeichnet werden. 

Aehnliche Verhältnisse zeigt auch Cidaris Royanus Schlüt.), 
aber die Warzenhöfe sind noch tiefer eingesenkt; der Warzenkopf 
kleiner und der Warzenkegel niedriger; die Sekundärwärzchen der 
 Serobieularringe kleiner; Ambulacralfelder mit 6 Reihen Gra- 
 nulen etc. ?). 

Einer zweiten Art gehören sehr grosse Asseln mit sehr 
breiter Miliärzone an. 

Das Museun für Naturkunde zu Berlin besitzt zwei noch 
zusammenhängende Asseln, welche der oberen Partie eines Inter- 
ambulacralfeldes angehören. 

Die Dimensionen der oberen I, und der unteren II Platte sind 
in Millimetern: | 


I, IT. 
Beeder Assel .2. . ..,.. 3 30 
ee A! . . 22 20 
Durchmesser des Warzenhofes . . 13 13,5 
Durchmesser der Stachelwarze . . 4 5 
Breite der (halben) Miliärzone . . 9 12 
Breite der Seitenzone . . 2... 4 5 


Die Dimensionen weisen auf ein Gehäuse von mehr als 
100 =" Durchmesser. 

Warzenhöfe kreisförmig, gross, tief, von einander entfernt; 
Serobienlarringe vollständig, nicht vortretend, mit grossen aber 


') Siehe oben, $. 110: Abbild. Paleont. france. tab. 1057, fig. 1. 
2) Auch Cidaris minuta Desor zeigt Beziehungen. 


142 | III. Cidaridae. oa 


nicht dicken Sekundärwarzen. Warzenkegel nicht hoch, Warzen- 
kopf kräftig, durchbohrt, aber nicht crenelirt. 

Miliärzone breit, breiter als die angrenzenden Warzenhöfe, 
auf der zweiten Assel schon fast doppelt so breit wie der Warzen- 
hof, gebildet von ziemlich groben Miliärgranulen, welche sich in 
minder oder mehr regelmässige Reihen ordnen, die zum Theil 
durch linienartige Furchen getrennt sind. 


Auch die schmale Seitenzone führt dieselben Granulen. Am- 
bulacralfelder unbekannt. 


Die Platten zeigen keine »Impressionen«, wodurch die Gattung 
Temnocidaris ausgeschlossen wird, welche in Temnocidaris magni- 
fica Cott. 1) oder Temnocidaris Danica Cott.?) auch sehr grosse 
Grehäuse besitzt. 


Die sehr grosse Rhabdocidaris venulosa Gott. besitzt ovale 
Warzenhöfe und eine Miliärzone, welche schmaler ist, als die an- 
liegenden Warzenhöfe, zeigt also ebenfalls keine näheren Be- 
ziehungen. 

Unter den übrigen Formen steht Cidaris Vendocinensis Agass. ?) 
(deren grösste Asseln 17”” breit und 10” hoch sind) am nächsten, 
aber die Miliärzone ist nicht, oder doch nur um ein Geringes 
breiter, als die anliegenden Warzenhöfe; beide können also schon 
aus diesem Grunde nicht als zusammengehörig betrachtet werden. 


So mögen diese Riesen-Cidariden der Maestricht-Schichten als 
Cidaris gigas 
bezeichnet werden, bis entschieden ist, ob etwa die als (kdaris 
Faujasi Des. bezeichneten Stacheln ihr angehören. 


Vorkommen. Plewrocidaris regalis fand sich nach Angabe 
von GOLDFUSS in der oberen Kreide von Maestricht. 


!) Pal&ont. franc. 1. c. pag. 357, tab. 1085, 1086. 
2) Siehe oben pag. 125, tab. 117. 
3) Paleont. franc., 1. c. pag. 269, tab. 1064, 1065. 


pı 5] III. Cidaridae. 


MTuelkblick, 


Im Neocom: 


Cidaris hirsuta Marc. 

»  muricata Ad. Röm. 

»  punctata Ad. Röm. 

» Sp. nov. 
Rhabdocidaris triangularis Schlüt. 

» Sp. nov. 
Leiocidaris Salviensis Cott. 
» Hilsii Schlüt. 
Im Gault wurde noch keine Art beobachtet. 


Im Cenoman: 


Tyloeidaris velifera Bronn. 
» Bowerbanki Forb. 
» asperula Ad. Röm. 


» Strombecki Des. 
Dorocidaris vesieulosa Goldf. sp. 
» coronoglobus Quenst. sp. 
» Essenensis Schlüt. 
Stereocidaris cf. Carteri Forb. 
» Hannoverana Schlüt. (Öenoman’?) 
Im Turon: 


Tyloeidaris elavigera Kön. (Stacheln). 
Dorocidaris perornata Forb. 
» subvesieulosa d’Orb. (?) 


143 


Verbreitung der Cidaridae in den norddeutschen Kreidebildungen. 


144 III. Cidaridae. [216] 
Stereocidaris subhercynica Schlüt. ö 
> Reussi Gein. sp. 
» punctillum Sorig. Sp. 
» Silesiaca Schlüt. 
» Merceyi Oott. sp. 
» sceptrifera Mant. sp. 


Im Emscher: 
Stereocidaris sceptrifera Mant.? (Stachel). 
Im Unter-Senon (Horizont des /noceramus lobatus): 


T'yloeidaris cf. elavigera Kön. sp. (Gehäuse). 
» Gosae Schlüt. 

Dorocidaris cf. hirudo Sorig. sp. 
» cf. pseudopistillum Vott. sp. 


Im Ober -Senon (Üoeloptychien - Kreide): 


Cidaris striatula v. d. M. 

»  alata Boll. 

» spinosa Boll. 

»  (Pseudoeidaris?) baltica Schlüt. 
Rhabdocidaris cf. cometes Boll. - 
T'yloeidaris vexilifera Schlüt. 
Doroeidaris Herthae Schlüt. 

> ? pistillum Quenst. sp. 
Stereocidaris Darupensis Schlüt. 
Temnoeidaris cf. Baylei Cott. 
Porocidaris sp. nov. 

» ?lingualis Des. sp. 


Im Danien: 


Cidaris Faujasi (Stacheln). 

» aff. mamillata Gott. 
Doroeidaris gigas Schlüt. 
Temnoeidaris danica Vott. 
Pleuroeidaris regalis Goldf. sp. 
Dorocidaris Forchhammeri Desor. 


IV. Salenidae. 


Gatt. Peltastes Acassız 1838 1). 
Syn. Hyposalenia DEsoR 1856. 


Peltastes stellulatus Acassız sp. 


Salenia stellulata Acassız, Monogr. des Salenies 1838, pag. 15, tab. II, fig. 25—32. 
» » » Echinid. foss. de la Suisse, II, 1840; pag. 90, tab. 23, 
fig. 6— 16. 
Peltastes stellulatus Acassız et Desor, Catal. rais. des Echin. Ann. se 
tom. 6, 1846, pag. 342. 
Hyposalenia stellulata Dssor, Synops. des Echinides foss. 1856, pag. 147, tab. 20, 


. nat. 3. ser., 


fig. 6—8. 
» » Corrzau, Etudes sur les Echin. foss. de I!’Yonne, tom. II, 
1859, pag. 60, tab. 54, fig. I—10, ibid. (1863), 
pag. 137. 
Peltastes stellulatus Correau , Paleontol. fraue. terr. eret. tom. VII, pag. 100, 
tab. 1023. 
» » Weicur, Brit. foss. Echinod. Cret. Form. 1871, pag. 152, 
tab. 31, fig. 1—3; tab. 41, fig. 1. 
» » 


pE Lor1oL, Eehinologie Helvetique II; 1873, pag. 68, tab. 11, 
fig. 10— 31. 


Maasse in Millimetern: 


1 II. III. 
he der Schale . . : . . c. 2 4 4,5 
Durchmesser der Schale . . c. 4 8,5 9,5 
Durchmesser des Scheitelschildes c. 3:5 7 7,5 
Durchmesser des Peristoms . c. 2 4 c. 4,5 


Durchmesser des Periprocts (oval) 2/;u.3/; «1-11/5 ec. 11/5-12/5 
Zahl der Interambulacralstachel- 

warzen in einer Vertikalreihe . 3—4 4 c.4 (—5?) 
Zahl der Ambulacralgranulen in 

einer Vertikalreihe . . . . . 9-6 8—9 9—10 


!) non! Peltastes Gray, Proc. Zool. Soc. 1869, pag. 171. 
Neue Folge. Heft 5. 10 


146 IV. Salenidae. [2 1 8] 


Gehäuse klein (die vorliegenden von 4 bis 9,5 "® Durch- 
messer, und 2 bis 4,5 ”® Höhe; CoTrTEAU kennt Exemplare von 
15 ®® Durchmesser und 7”® Höhe), kreisförmig, niedrig; Ober- 
seite ein wenig gewölbt, Unterseite fast plan, mit etwas einge- 
senktem Peristom. 

Ambulacralfelder schmal, gerade. Porengänge tiefer als 
das vortretende Mittelfeld gelegen, gebildet von leicht schräg ge- 
stellten Porenpaaren, welche gewissermaassen auf einem Walle 
liegen, indem die einzelnen Paare durch mehr oder minder deut- 
liche Thäler getrennt werden, resp. auch die Poren umrandet er- 
scheinen ). Die Gänge in der Nähe des Peristoms etwas ver- 
breitert. Die Zahl der Paare ist grösser als die der Sekundär- 
wärzchen. — 

Der Interporiferenraum ist besetzt mit zwei Reihen mame- 


lonirter, verhältnissmässig kräftiger Granulen. Dieselben sind 


etwas verlängert, nehmen von oben nach unten langsam an Grösse 
zu und verkleinern sich dann rasch zum Mundrande hin 2?) indem 
die dritt- oder vorletzte die grösste ist. Die Granulen jeder Reihe 
stehen oben etwas weiter getrennt wie unten, wo sie sich fast be- 
rühren. Die beiden Reihen stehen sehr nahe, treten aber am 
Rande des Gehäuses etwas auseinander, so dass sich hier kleine 
Körnchen einschieben können, welche sich nach oben hin allmäh- 
lich verlieren. 

Die Zahl der Granulen in jeder Reihe nimmt mit dem Wachs- 
thum des Gehäuses verhältnissmässig rasch zu: bei 4”"® Durch- 
messer des Gehäuses 5 bis 6 in jeder Reihe; bei 8,5 "® Durch- 
messer 8 bis 9 in jeder heihe; bei 9,5” Durchmesser 9 bis 10 
in jeder Reihe. WrıcHr zählt an Gehäusen von 15 "® Durch- 
messer 14 in jeder Reihe, ebenso CoTrEAU an gleich grossen 
Exemplaren 14 bis 15 Granulen. 

Interambulacralfelder breit, versehen mit 2 Reihen nicht 
durchbohrter, undeutlich crenelirter Stachelwarzen, 3 bis 4 in 


!) Die gleiche Wahrnehmung macht man an französischen Exemplaren von 
Bernouil. 

2) Diese Verhältnisse sind schon in der alten Abbildung bei Acassız (Echin. 
Suisse, tab. 23, fig. 10) gut zum Ausdrucke gebracht. 


= 


u Zn ee Eee 


[219] IV. Salenidae. 147 


jeder Reihe, bei den grösseren vielleicht 4 bis 5. Auch Acassız 
gab die Zahl auf 3 bis 4 an, COTTEAU, dem noch grössere Ge- 
häuse vorlagen 5 bis 6, und WRrıGHT bei eben so grossen 5. 


Die Warzen sind im allgemeinen kräftig, auf ziemlich hohen 
Kegeln ruhend, aber ungleich an Grösse, indem sie, sehr ausge- 
dehnt am Umfange, gegen das Peristom hin sich rasch verkleinern. 


Auf den Ecken jeder Interambulacralplatte stehen einige 
Granulen. In dem Mittelraume zwischen den beiden Warzen- 
reihen sind die Granulen zahlreicher, indem sie hier geschlossene 
Serobicularringe bilden. Tiefer nehmen sie auch ein paar mikro- 
skopische Körnchen zwischen sich. 


Der Scheitelschild flach convex, sehr gross, ein Verhalten, 
welches von AGassız selbst mit der niedergedrückten Gestalt als 
Hauptmerkmal der Art angesehen wurde 1). 


Bei jugendlichen Gehäusen ist er verhältnissmässig noch 
grösser als bei mehr erwachsenen. 

Die Oberfläche der Platten zeigt oft radiale Striemen, welche 
sich bisweilen rippenartig verstärken; die Nähte der Platten fein 
oder gröber punktirt. — Madreporenschlitz eng, wenig deutlich. 

Das Periproct der kleinsten Gehäuse quer oval, bei grösseren 
Exemplaren leicht drei- bis fünfeckig gerundet. 

Peristom gross, besonders in der Jugend, aber stets etwas 
kleiner als der Scheitelschild, mit undeutlichen Einschnitten. 


Bemerk. Schon CoTTEAU ?) und DE LORIOL?) wiesen auf 
die Aehnlichkeit des Gehäuses mit der im gleichen Lager vor- 
kommenden Salenia folium querei Ag. u. Des.*) hin, wovon Salenia 
depressa Gras), nur in einem Exemplare bekannt, vielleicht nicht 
verschieden ist, und es können namentlich dann Zweifel über die 
Zugehörigkeit entstehen, wenn das Periproct verzerrt ist. 


') »Salenia- ... depressa, disco ovariali amplissimo.« 

2) 1. e. pag. 134. 

%) pe Lorror, Echinologie Helvötique. 

%) Correau, Yonne, tab. 53, fig. 11—15; Correau, Paleont. frang. 1. ce. tab. 1030, 
fig. T7—13. 

») Pal. frang. 1. ce. tab. 1030, fig. 1—6. 


10* 


148 IV. Salenidae [220] 


AGassız und DESOR unterschieden neben Peltastes stellulatus 
noch Peltastes punctata !), welche auch von MARCOU, D’ÖRBIGNY, 
A. Gras, DESsOR (Synops. pag. 148) und PICTET angenommen, 
von CoTTEAU aber mit ersterer vereint wurde. Ebenso stellte 
CoTTEAU die von ihm selbstbenannte Peltastes Courtaudina 2) als 
synonym zu jener. Peltastes stellulata ist bis jetzt die einzige be- 
kannte Art der unteren Kreide in Deutschland. 

Vorkommen. Die Art liegt vor aus dem mittleren Neocom 
von Berklingen und Neindorf, sowie von Gross-Vahlberg. 

In Frankreich wird die Art von zahlreichen Lokalitäten aus 
unterem und mittlerem Neocom; auch in der Schweiz; in Eng- 
land aus dem Lower Greensand von Farringdon und dem Red- 
Chalk von Speeton genannt. 


Peltastes elathratus Acassız 1843 sp. 


Salenia clathrata Acassız mss. in Morrıs, Catalogue of British Fossils 1843. 


» » » WoopwArp, Mem. of Geol. Survey. App. to DecadeV, 
1356, pag. 6. k 
» » » Desor, Synops. des Echinides foss. 1856, pag. 151. 
Peltastes clathratus » Correau, Paleont. france. terr. eret. tom. VII, 1862, 
pag. 119, tab. 1028, fig. S— 18. 
» » » Corzeau et Trıcer, Echin. du departement de la Sarthe, 
1562, pag. 366, 408, tab. 61. 
» » » von StromgEck, Ueber Peltastes clathratus Cott. in Zeit- 
schrift d. Deutsch. geol. Ges. tom. 15, 1863, pag. 643. 
» » » Corrrau, Etudes sur les Eehinides fossiles du depart. 
de !’Yonne, tom. II, 1865, pag. 233, tab. 68, fig. 6—8. 
» » » Weıcur, Brit. foss. Echinodermata from the Cretaceous 
Format. (Pal. soe.) 1871, pag. 156, tab. 32, fig. 1—4. 
» » » pe Lorror, Echinol. Helvetique, Il, 1872, pag. 77, 
tab. 12, fig. 1. 
Maasse: 
I: N IM. IV. V; vl. 
Höhe der Schale . . 4 4,5 4,00 0 8 12 


Durchmesser d. Schale 6,8 7,5 8,2 12,4 13,5 21 
Durchmesser d. Schei- 
telschildes M. 2 5°) 6°. 6 9 10,4%) 15 


1) Catal. rais. des Echin. Ann. sc. nat. 3. ser. tom. VI, 1846, pag. 342. 
2) vergl. Disor, Synops. Echin. foss. pag. 148. 

3) Scheitelschild gewölbt. 

4) Scheitelschild flach. 


[221] IV. Salenidae. 149 


Durchmesser d. Peri- 
ii. Ne 2,5 3 3 4,5 AASPONL 
Durchmesser des Peri- 
eure 1,5 cc 1,5 c15 22-155 29 — 
Zahl der interambula- 
cralen Stachel-W ar- 
zen in einer verti- 
kalen Reihe . . . _ 4-50 — 4-5 —  5-6-7 
Zahl der ambulacralen 
Granulen in einer 
en Reihe . = 9 -.» - 18 
(15-16) 

Grösse des Gehäuses: klein bis von kaum mittlerer Grösse. 
Die aus der Tourtia von Essen vorliegenden Gehäuse haben einen 
Durchmesser von 6,8 bis 13,5 "” bei einer Höhe von 4 bis S""; 

Die Exemplare des deutschen Pläners messen 7 bis 13 ®" 
Durchmesser und 5 bis 9”""” Höhe. Ausserdem liegen aus letz- 
terem noch Gehäuse von 19 bis 20 (resp. 21)”" Durchmesser, 
bei 12 bis 13 "” Höhe vor, deren Zugehörigkeit nicht ganz zweifel- 
los ist. 

Der Gesammthabitus der Gehäuse ist, wie von den vorge- 
nannten Autoren bereits hervorgehoben, ein sehr wechselnder: 
bald mehr, bald weniger hoch, die Oberseite gewöhnlich convex, 
bisweilen subconisch, ausnahmsweise auch abgeflacht; die Unter- 
seite leicht abgeplattet bis flach gewölbt; am Umfange stark ge- 
rundet; sodann durch die wechselnde Sculptur des stets sehr 
grossen Scheitelschildes, sowie auch durch die mannichfache Form 
des Periprocts: rhombisch, unregelmässig rundlich, gerundet drei- 
eckig. 

Die Interambulacralfelder führen in jeder Vertikalreihe 4 
bis 5 erenelirte, nicht durchbohrte Stachelwarzen, wie auch 
CorTEAU, WRIGHT und DE LoRIOL angegeben. Dies ist zu- 
treffend für Gehäuse von 4 bis 8"" Durchmesser; die grossen 


1) Rhombisch. 
2) Rundlich. 


150 IV. Salenidae. [222] 


zweifelhaften Gehäuse von 19 bis 21 ”” führen 5 bis 6 oder 7 
Stachelwarzen in einer Reihe. Bei jenen kleineren Gehäusen 
finden sich ein oder zwei, in Folge kräftiger Entwicklung des 
Warzenkegels stark vortretende Stachelwarzen in jeder Reihe; bei 
den grössten Grehäusen (19 bis 21 ””) tritt dieses Verhalten we- 
niger hervor. Die Sekundärwärzchen und zwischengestreuten 
Körnchen, welche die Hauptwarzen umgeben, bilden keine ge- 
schlossenen Kreise. 

Die schmalen Ambulacralfelder gerade, oder fast gerade; - 
ebenso die nicht vertieften Porengänge; die schräggestellten Poren- 
paare von einem Wulst umgeben. Der Interporiferenraum springt 
vor und ist verziert mit 2 Reihen mamelonirter Sekundärwärz- 
chen, welche von oben nach unten langsam an Grösse zunehmen 
und sich dann bis zum Periproct rasch verkleinern. Bei Ge- 
häusen von 7”" Durchmesser zählt man 9 in einer Reihe, bei 
12 ”® Durchmesser 12 bis 13; bei den grossen Gehäusen (19 —22 ""®) 
14 bis 16. CoTTEAuU gibt die Zahl (bei 7—10 "® Grösse) auf 12 
bis 13 an, WRIGHT auf 14 bis 16. Der Raum zwischen beiden 
Reihen ist mit homogenen, gedrängt stehenden, scharfen Körnchen 
erfüllt; je ein Körnchen schiebt sich auch gern zwischen je 2 
Tuberkeln in den Vertikalreihen. 

Peristom verhältnissmässig eng, nicht, oder kaum einge- 
senkt, versehen mit deutlichen Einschnitten. 

Dass der Scheitelschild bald mehr, bald weniger gewölbt und 
hoch, selten auch flach erscheint, wurde schon erwähnt. Die 
den Schild bildenden Platten sind gewöhnlich flach, richten sich 
nur wulstförmig gegen das Periproct auf; in einzelnen Fällen er- 
scheint aber auch jede einzelne Platte leicht gewölbt. 

Bei den kleinen und mittelgrossen Gehäusen zeigen die Nähte 
der Asseln grosse oder sehr grosse, stark vertiefte Eindrücke. 
Bei einigen Gehäusen sind diese Impressionen sehr schmal und 
lang und zahlreich. 

Acassız !) bezeichnete diese Gehäuse als Salenia umbrella ?). 


Due. 
2) Bei diesen Gehäusen ist die rhombische Form des Periprocts am schärfsten 
ausgeprägt. 


[223] IV. Salenidae. 151 


COTTEAU stellt sie nach dem Vorgange WOoOoDwARDS unter die 
Synonyma von Peltastes clathratus; WRrıGHTr dagegen ist an- 
scheinend geneigt, sich an AGAssız anzuschliessen. 

Bisweilen zeigen die einzelnen Apical-Plättchen radiale Strie- 
men, andere nicht. CoTTEAu will das Fehlen derselben auf Ab- 
nutzung !) zurückführen. Nur zwei der vorliegenden Gehäuse 
zeigen Andeutungen dieser Striemen ?), eins statt derselben eine 
— freilich äusserst feine — Granulation. 

Bei den wiederholt angeführten grossen Gehäusen sind die 
Suturalimpressionen des Scheitelschildes nicht gross. Da auch 
A. VON STROMBECK bei seinem anscheinend umfangreichen Material 
— seine Gehäuse von Lüneburg und Broitzen haben einen Durch- 
messer von 20—21"" — die gleiche Wahrnehmung machte, eine 
grössere Zahl Primärwarzen vorhanden ist, und sich die Poren- 
gänge am Peristom verbreitern, was bei Peltastes clathratus und 
Sal. umbrella nicht wahrgenommen wurde, so dürften diese grossen 
Gehäuse noch weiterhin im Auge zu behalten sein, um ihre Ent- 
wicklung und Verwandtschaft sicherer zu ermitteln. 


Vorkommen. Wenn man die besprochenen Gehäuse im 
Sinne Acassız’s bezeichnen will, dann kommen Peltastes elathratus 
und Peltastes umbrella sowohl im tiefsten Cenoman, in der Tourtia 
von Essen, wie im jüngeren cenomanen Pläner vor. 

Die angeführten grossen Gehäuse haben sich in der Tourtia 
noch nicht gezeigt; sie fanden sich nur im jüngeren cenomanen 
Pläner, und zwar nach A. von STROMBECK insbesondere im 
Rotomagensis-Pläner und vielleicht schon im Varians-Pläner. 

Aus cenomanem Pläner liegen Gehäuse vor aus: Neu-Wall- 
moden, Salzgitter (Fleischercamp und Osterholz), Langelsheim 
und Lüneburg. 

In England sollen Gehäuse im Upper Greensand von War- 
minster nicht selten sein; 


1) »Pusure et la deeortication du test.« |]. c. pag. 121. 
2) Bei diesen Gehäusen nähert sich der Umriss des Periprocts mehr der 
Kreisform, als dem Rhombus. 


152 IV. Salenidae. [224] 


in Frankreich fanden sie sich spärlich in den cenomanen 
Scaphiten-Schichten bei Le Havre (Seine-Inferieure) und la Per- 
riere (Orne); 

in der Schweiz wurden sie mit mehreren cenomanen Arten 
bei Sainte-Croix (Vaud) in der »Etage vraconien« beobachtet, 
welche dem oberen Gault zugezählt wird. 

Auch in Algier ist Peltastes clathratus in cenomanen Schichten 
gefunden worden 1). 


Peltastes cfr. heliophorus Acassız sp. 1846. 


Peltastes heliophorus Corzeav, Paleont. frang. terr. eret. tom. VII, pag. 122, tab. 1029, 
fg. 1— 1. 
Maasse in Millimetern: 

Hlioheyderg Schale u. ur av. urseren ers 
Durchmesser der Schale . . . . . 7—8 
Durchmesser des Scheitelschildes . . 5 
Durchmesser des Peristoms . . . . 3— 9,9 
Durchmesser des Periprocts . . . . ec. 19 
Zahl der interambulacralen Warzen in 

ne 6—7 

Zahl der ambulacralen Sekundärwärz- 

chenfinzemerzkeihe. . .... 2 ..re po 5 


emerleihher en. 2.0. 


Durch Acassız und DESOR wurde im Catalogue raisonne des 
Echinides ?2) nach Exemplaren in der Sammlung DeEsHAYES’s eine 
Salenia heliophora aus der oberen Kreide von Maestricht und 
Ciply auf Grund der eigenthümlichen Sculptur der Platten des 
Scheitelschildes als besondere Species aufgestellt. DEsoR?) führte 


1) Coquann, Geologie et Paleontologie de la region Sud de la province de 
Constantin. Mem. de la soc. d’Emulation de la Provence. Marseille 1862, 
pag. 293, und Coquanp, Etudes supplömentaires sur la Pal&ontologie Algsrienne. 
Bone 1880, pag. 334. 

2) Ann, scienc. natur. 3. ser. tom. VI, 1846, pag. 342. »Se distingue par les 
ornements particuliers de son disque, qui sont disposes comme des rayons autour de 
plusieurs centres«. 

3) Desor, Synopsis des Rchinides fossiles pag. 148. »Se distingue par son 
disque tres orne, chaque plaque genitale et ocellaire etant le centre d’um systeme de 
fines rides qui rayonnent dans toutes les directions«, 


Ze 


[225] IV. Salenidae. 153 


die Art in seiner Synopsis von denselben Fundpunkten als Hypo- 
salenia heliophora, nach Exemplaren der Sammlung MiıcHeLin’s, auf. 
Erst Correau gab in der Pal&ontologie frangaise ]. c. eine ge- 


_ nauere Beschreibung und Abbildung unter Bezeichnung Peltastes 


heliophorus und nannte nur Maestricht als Fundpunkt, sich wie 
DESOoR stützend auf das Material der Sammlung MicHELIN’s. 

Mir ist kein Gehäuse von Maestricht oder Ciply bekannt. 
Die Art muss daselbst sehr selten sein, da selbst in der umfang- 
reichen Sammlung des Herrn von BINcKHORST, welche in den 
Besitz der Universität zu Berlin übergegangen ist, kein Exemplar 
vorgefunden ist. Dagegen besitzt das letztgenannte Museum ein 
nur 35”® im Durchmesser grosses Gesteinsstück von hellgrauem 
dichtem Sandstein oder Hornstein, in welchem vier Exemplare 
eines kleinen Peltastes als Abdruck und Steinkern stecken, welche 
sich nahe an das durch CorrEau abgebildete Gehäuse von 
Maestricht anschliessen. 

Die vorliegenden kleinen Gehäuse stimmen überein mit dem 
Maestrichter in der gleichen Zahl von interambulacralen Stachel- 
warzen, 6—7, welche bei Peltastes meist geringer ist; in der raschen 
Verkleinerung dieser Warzen an der Unterseite des Gehäuses, 
ferner darin, dass die Seitenzonen der Interambulacralfelder grös- 
sere und kleinere, zum Theil mamelonirte Granulen, wie die 
Miliärzone führen, was bei den übrigen Arten der Gattung nicht, 
oder doch nicht in gleich reicher und ausgedehnter Weise sich 
findet; ferner darin, dass die am Scheitelschilde schmalen Ambula- 
eralfelder sich am Umfange des Gehäuses stärker erweitern, hier 
stärkere Sekundärwärzchen führen und sich zwischen den 2 Reihen 
alternirende Körnchen einfügen. Sodann ist die Bildung des 
Scheitelschildes die gleiche. Derselbe ist sehr gross. Die ein- 
zelnen Platten führen zahlreiche, regelmässige, radiale Furchen, 
welche in diejenigen der benachbarten übergehen. Der Zwischen- 
raum zwischen den Furchen bildet zarte, fein granulirte Rippen. 
Endlich gilt die Uebereinstimmung von der — in der Gattung 
Peltastes einzig dastehenden — tiefen Einsenkung (»fortement de- 
primee au milieu«) der Unterseite des Gehäuses, in dessen Mitte das 
Peristom mit verhältnissmässig tiefen Einschnitten (fortes entailles). 


154 IV. Salenidae. [226] 


Die Unterschiede zwischen beiden sind: die vorliegenden 
Gehäuse sind nur halb so gross und niedriger; anscheinend treten 
auf der Unterseite des Gehäuses die Primärwarzen, wenigstens 
zuweilen, weiter auseinander, so dass sich Miliärgranulen zwischen- 
schieben können; ebenso berühren sich anscheinend die grösseren 
Sekundärwärzchen der Ambulacralfelder auf der Unterseite des 
Gehäuses nicht, und ist ihre Zahl kleiner (12—13 statt 16—19); 
das Periproct erscheint nicht mit gerundeten Ecken, sondern 
schärfer rhombisch, und endlich ist das Peristom verhältnissmässig 
etwas grösser. Der erste und letzte Punkt und die geringe Zahl der 
Sekundärwärzchen lassen sich durch verschiedenes Alter erklären, 
indem namentlich, betreffend den anscheinend bedeutungsvollen 
letzten Umstand, von mehreren Arten, von denen Entwicklungs- 
reihen vorliegen, bekannt ist, dass das Wachsthum des Peristoms 
nicht gleichen Schritt hält mit dem des Gehäuses. So hat ein 9"” 
im Durchmesser grosses Gehäuse von Salenia Heberti ein Peristom 
von 4” Weite, ein Gehäuse von 16% Durchmesser ein solches 
von ca. 5"” Weite. 

Betreffs des Näheraneinanderstehens der Warzen dürfte eine 
Prüfung von Maestrichter Originalen erforderlich sein. Bis diese 
erfolgt ist, mögen die Stücke als 


Peltastes cf. heliophorus Ag. sp. 
bezeichnet werden. 
Vorkommen. Das Gesteinsstück!) mit den besprochenen 
4 Exemplaren fand sich im Diluvium bei Berlin und stammt 
muthmaasslich aus der senonen baltischen Kreide. 


An primärer Lagerstätte anscheinend nur aus der oberen 
Kreide von Maestricht bekannt. 


!) In dem Stücke zeigt sich auch der Abdruck einer grossen Foraminifere, 
vielleicht von Nodosaria sulcata Nilson, welche besonders häufig im Sandstein 
mit Belemnitella mucronata von Köpinge (!) im südlichen Schweden vorkommt. 


227] IV. Salenidae. 155 


Gatt. Goniophorus Acassız 1838. 


Goniophorus lunulatus Acassız 1838. 


Goniophorus lunulatus Acassız, Monogr. des Sal6nies, 1838, pag. 30, Anh. pag. 2, 
tab. V, fig. 17— 241. 
apieulatus Acassız, ibid. fig. 25 — 32. 


» » Desor, Synops. Echinid. foss. 1858, pag. 146, tab. 20, 
fig. 12, 13. 
» lunulatus Correau, Paleont. franc. terr. eret. tom. VII, pag. 126, 
tab. 1029, fig. 8-19. 
» » Weıent, Brit. foss. Echinod. Cret. Form. 1871, pag. 166, 
tab-3p, Be. 1, 2. 
Maasse: 1. IL. 
Höhe des Gehäuses . . . am Tan 
Durchmesser des Gehäuses . 8 9,9 
Durchmesser des Scheitel- 
ai el = 5,5 6 
Durchmesser des Peristoms . c. 2,6 «3 
Durchmesser des Periprocts . 2 2 
Breite der Ambulacralfelder . c. 1 c. 1,4 
Breite der Interambulacral- 
I EHRE c.5 


Zahl der interambulacralen 

Stachelwarzen in 1 Vertikal- 

a a Be Pu 5 
Zahl der ambulacralen Sekun- 

därwärzchen in 1 Vertikal- 

Re De — 


_  M Eine Copie gab Broxs in der Lethaea geognostica, Kreid. pag. 184, 
b. 297, fig. 6 und später Quexsteor in den »Echiniden« pag. 249, tab. 69, fig. 89, 


156 IV. Salenidae. [228] 


Acassız’s Beschreibung des Goniophorus lunulatus beruht auf 
einem einzigen Exemplare aus der Craie chlorite vom Cap de la 
Heve. Von dem zugleich aufgestellten Goniophorus apieulatus, 
von dem ebenfalls nur ein Gehäuse vorlag, erfahren wir erst 
im Catalogue raisonne des Echinides, dass dasselbe ebenfalls aus 
der Oraie chlorite der Gegend von Havre stamme mit der Bemer- 
kung, dass es wohl nur eine Varietät der erstgenannten darstelle. 

Später benannte AGassız ein drittes Gehäuse, welches sich 
in der Sammlung des Herrn BunBURY in London befand und dem 
Upper Greensand von Warminster entstammt: Goniophorus favosus. 
Dieser Manuscriptname fand Aufnahme in der ersten Auflage von 
MoRrRIS, Catalogue of British Fossils, wurde aber schon bei der 
zweiten Auflage zugleich mit Goniophorus apiculatus unterdrückt, 
wo auch zugleich die Gattungsnamen Peltastes und Goniophorus 
verschwanden, und Salenia beibehalten wurde. 

Was die Artbezeichnung angeht, so schlossen sich die folgen- 
den Autoren, welche eigene Prüfung vornehmen konnten, diesem 
Vorgange an. 

Obwohl das Gehäuse neben verwandten Formen einen auf- 
fälligen und eigenthümlichen Habitus besitzt, so erhob doch DEsor) 
nicht unbegründete Bedenken gegen die Selbständigkeit der Gattung, 
welche in allen wesentlichen Merkmalen mit Peltastes übereinstimmt. 
Sie unterscheidet sich von den Arten dieser Gattung nur durch die 
excentrische, an den Aussenrand der Platten gerückte Lage der 
Ovarial-Oeffnung, durch die Breitenausdehnung der Ovarialplatten, 
durch die Grösse und sehr nach vorne gerückte Lage des Peri- 
procts, wodurch die angrenzenden Platten verkleinert, insbesondere 
die vordere Ovarialplatte zu einem schmalen Plättchen reducirt 
wird; weiter durch das Fehlen der Suturaleindrücke; durch das 
Vorhandensein kielartiger Leisten, welche quer über die Ovarial- 
platten laufen und jenseits des Periprocts einige grosse Dreiecke 
bilden; sowie dadurch, dass die Ecken des fünfseitigen Scheitel- 
schildes nicht von den Ovarial-, sondern den Ocellar-Platten ein- 


genommen werden. 


!) Desor, Synops. Eichin. foss. pag. 146. 


[229] IV. Salenidae. 157 


Die Gattung erhielt ein weiteres, sie mehr begründendes 
Merkmal, als es CoTTEAU gelang, ausser den Porenpaaren, welche 
die regulären Porengänge bilden, noch je in einer Einsenkung ge- 
legene Porenpaare nachzuweisen in der unteren Partie des 
Gehäuses, eingeschoben in jede Reihe der ambulacralen Sekundär- 
wärzchen, wodurch dieselben (welche hier kräftiger sind als 
die höheren nahestehenden) hier weiter auseinander gerückt 
werden D). 


Die deutschen Exemplare stimmen gut mit Gehäusen aus dem 
Upper Greensand von Warminster überein: Das Gehäuse ist 
klein, von kreisförmigem Umfang, hoch, gebläht, fast kugelig, aber 
Ober- und Unterseite etwas abgeflacht und letztere in der Mitte 
ein wenig eingedrückt, Seiten gerundet. 


Ambulacralfelder sehr schmal, leicht wellig gebogen. 
Porengänge nicht vertieft, gebildet von grossen, sehr schräg ge- 
stellten Poren, welche von einem Wulst umgeben sind. Der 
Interporiferen-Raum trägt zwei Reihen sehr kleiner, undeutlich 
mamelonirter Sekundärwärzchen, welche so gedrängt stehen, dass 
sie nur hin und wieder noch ein Körnchen zwischen sich nehmen 
können. Dieses ist besonders der Fall in der unteren Partie, wo 
die Wärzchen etwas grösser sind und zugleich weiter auseinander 


) Freilich hat Corrsau dieselbe Wahrnehmung an einem anderen kleinen 
dem ersten Anscheine nach ebenfalls nahe stehenden Gehäuse aus dem Cenoman 
(rhotomagien) von Aire ’Halmon, Setif (Algier) gemacht, welches er als Gonio- 
phorus prohlematicus beschrieb. (KEchinides nouveaux ou peu connus par 
G. Correav, Extrait de la revue et magazin de zoologie 1866, pag. 121, tab. 16, 
fig. 7—12.) Allein hier ist nicht nur das Periproct so gross, dass der Afterschild 
ringförmig erscheint, sondern es fehlt auch die elfte überzählige Platte der Sa- 
lenidae im Scheitelschilde. So lange nur ein Gehäuse bekannt war, konnte man 
vielleicht an eine Missbildung denken, nachdem aber von verschiedenen anderen 
Fundpunkten in Algier eine Mehrzahl von Gehäusen herbeigeschafft war, wurde 
für dieselben mit Recht eine neue Gattung errichtet und die Stücke Coptophyma 
problematicum genannt, welche nicht den Salenidae, sondern den Diadematidae 
anzureihen sind. Vgl. Echinid. foss. de l’Algerie par Corrzau, Prrox et Gaurnien, 
Paris, Masson 1879, pag. 209, tab. 15, fig. 6—11. Es ist von Interesse, dass 
nach Coqguanso (Etudes supl&mentaires sur la pal&ontologue algerienne, Bone 1580, 
pag. 334), sowie nach Corrzau, Prrox et Gauruser (]. c. pag. 187) Goniophorus 
lunulatus Ag. auch im Cenoman Algier’s beobachtet ist. 


158 IV. Salenidae. [230] 


treten. Hier beobachtet man bisweilen !) zwischen je zwei Wärzchen 
ein und derselben Reihe eine rundliche Vertiefung. Sie liegt nicht 
vollkommen in der Mittellinie der Granulen-Reihen, sondern etwas 
nach auswärts gerückt. In der Tiefe dieser Einsenkungen liegen 
die von COTTEAU zuerst beobachteten Extra-Porenpaare, welche 
man freilich nur hin und wieder mit genügender Deutlichkeit 
wahrnehmen kann. | 

WRIGHT erwähnt dieselben nicht in der Beschreibung seiner 
Gehäuse, zeichnet sie auch nicht in der vergrösserten Darstellung 
seiner Abbildung, gleichwohl fehlen sie den englischen Exemplaren 
nicht, wie mir vorliegende Gehäuse von Warminster darthun. 


Interambulacralfelder sehr breit, mit zwei Reihen Stachel- 
warzen, 5, ausnahmsweise 6 in jeder Reihe. Die in der Nähe des 
Peristoms befindlichen Warzen sind sehr klein; rasch nehmen sie 
an Grösse zu und ist der Warzenkegel ganz ausserordentlich ent- 
wickelt und vorspringend; die Warze, welche er trägt, bleibt ver- 
hältnissmässig klein, ist nicht durchbohrt, seine. Basis erenelirt. 
Der Fuss der Kegel erstreckt sich bis nahe an die Grenze der 
Platte, auf der sie sich erheben, so dass nur für eine Reihe spär- 
licher Granulen und Körnchen Raum übrig bleibt, welche in der 
Mittellinie des Feldes eine Zickzack-Linie bilden, so dass von 
einer Miliärzone nicht füglich. die Rede sein kann?). 


Peristom eng, ein wenig eingesenkt, mit wenig deutlichen 
Einschnitten. 


Scheitelschild scharf fünfseitig; Periproct gross, rhombisch- 
rundlich, sehr nach vorn gerückt, die Aussenränder des Schildes 
und des Periproctes von kielartigen Erhöhungen eingefasst; die 
Övarial-Platten werden von gleichen Kielen rechtwinklig durch- 
zogen, indem sie von den dem Aussenrande nahegelegenen Ovarial- 
öffnungen ausgehen. Da die vor dem Periproct gelegenen Platten 
in Folge der Lage und Grösse des Periprocts die ausgedehntesten 


1) Die Beobachtung ist nicht ohne Schwierigkeit, und mag solche in der 
meist wenig günstigen Erhaltungsart der vorliegenden Stücke begründet sein. 

2) So dass in dieser Beziehung die Bilder bei Corrwau, zum Theil auch bei 
Werıonr, sich zu den vorliegenden Stücken abweichend verhalten. 


[231] IV. Salenidae. 159 


sind, so sind auch auf diesen jene Kiele oder Rippen am ausge- 
zeichnetsten entwickelt. 

Sutural-Impressionen fehlen dem Scheitelschilde. 

Die Nähte der Scheitelplatten selbst sind an keinem vorliegen- 
den Stücke sichtbar. 


Bemerk. WrıcHT knüpft folgende Bemerkung an Gonio- 
phorus lunulatus: 


»Wenn man sieht, dass so viele Exemplare von Salenidae 
während der letzten 40 Jahre im Upper Greensand von 
England und Frankreich gesammelt worden sind, ist es 
bemerkenswerth, dass keine wahre zweite Species gefunden 
worden ist. Ich habe oft bedacht, dass dies eins von den 
vielen Problemen ähnlicher Natur ist, welche die Jünger 
DarwIns versuchen mögen zu lösen. Die geologische 
Urkunde der Kreide-Schichten, in denen die Salenidae sehr 
häufig sind, ist nicht unvollkommen, wie viele versichern, 
und verbindende Formen, wenn solche je wirklich existirten, 
mussten irgendwo gefunden werden in Lagern, welche so 
oft durchsucht und so fleissig bearbeitet sind wegen der 
paläontologischen Schätze, die sie enthalten. Ungeachtet 
all dieser Untersuchung bleibt Goniophorus lunulatus ein 
isolirtes Genus, repräsentirt durch eine einzige Spezies 
unter den Salenidae.« 


Vorkommen. Ich sammelte zwei Exemplare in der Tourtia 
von Essen. 

In Frankreich im Cenoman von Le Havre; les Vaches Noires, 
und Vimoutiere. (ÖOrne.) 

In England im Cenoman von Warminster. 

In Africa im Cenoman von El Moudjiana (Algier). 


160 | IV. Salenidae. [232] 


Gatt. Salenia GrAY 1835. 


Salenia petalifera DESMAREST sp. 1825. 
Taf. 19, Fig. 9. 


Echinus petaliferus DesmArest, in: Drrrancoz, Dict. sc. nat. tom. 37, 1825, pag. 101, 
unter Hinweis auf Parkınson tab. I, fig. 12. 
Salenia petalifera Acassız, Monogr. des Salenies 1838, pag. 9, tab. 1, fig. 17—24. 


» » Desor, Synops. Echin. foss. pag. 149, tab. 20, fig. 1—3. 
» » Corrzau, Pal. france. terr. eret. tom. 7, pag. 144, tab. 1034. 
» » Weie#r, Brit. foss. Echin. Cret. Form. 1371, pag. 170, tab. 33, 


tab. 42, fig. 3. 
»  (Echinus) petaliferus Av. Römer, Verstein. norddeutsch. Kreidegeb. 1841, 


pag. 30. 

» » Iiliputana Hass Gemırz, Elbthalgebirge, tom. I, 1871 — 1875, 
pag. 78, tab. 18, fig.2 (jugendliches 
Gehäuse). 


Maasse: 


Höhe des Gehäuses . . . . 2.2. ogım 
Durchmesser des Gehäuses . . . . . 20,5 


Durchmesser des Scheitelschildes . . . 11 
Durchmesser des Peristoms. . . ... 9 
Durchmesser des Periprocts . . . . 2,9—3 
Breite der Ambulacralfelder oben . . 2 
unten . . 6) 
Breite der Interambulacralfelder . . . 9 


Zahl der interambulacralen Stachelwarzen 


fer} 


in einer Vertikalreihe . 
Zahl der ambulacralen Sekundärwärzchen 
in einer Vertikalreihe . . . . .. 21 


Die Speciesbezeichnung wurde von DESMAREST aufgestellt 
unter Hinweis auf die Abbildung von PARKINSoN, welcher angibt )), 


I) Parkınson, Org. Rem. pag. 15. 


[233] IV. Salenidac. 161 


dass das Original aus dem cenomanen Grünsande von WILTSHIRE 
stamme. 

Ein Jahr nach DEsmArESsT (1826) wird auch in den Petrafacta 
Germaniae !) die angezogene Figur (und Fig. 13) 2) bei PARKINSON 
zu Cidaris scutigera Münster citirt. Die beigegebene Abbildung 
stellt eine Salenia aus dem (cenomanen) Kreidesandstein von 
Kehlheim an der Donau, unweit Regensburg dar. Wie sich dieses 
Gehäuse zu den englischen verhält, lässt sich nur durch Vergleich 
des Originales ermitteln. Dasselbe befindet sich nicht im Museum 
zu Bonn, es wird in München aufgesucht werden müssen ). 

Die Exemplare, auf welchen die Darstellung der Salenia peta- 
lifera bei AGassız beruht, stammen von Cap la Höve und Long- 
leat. Sämmtliche Originale gehören dem Cenoman an. 

Das am vollständigsten erhaltene Gehäuse (von 20,5 ”® Durch- 
messer und 13" Höhe) aus dem cenomanen Grünsande von 
Essen stimmt in der Grösse und Gestalt mit dem grössten von 
CorrTEau abgebildeten Exemplare überein. Es liegen aber auch 
Bruchstücke von Gehäusen aus der Tourtia von Essen vor, welche 
auf eine mehrere Grösse, auf einen Durchmesser von 24 "® hin- 
weisen %). Ein (etwas verdrücktes) Gehäuse gleicher Grösse liegt 
auch vor aus dem cenomanen Grünsande von Cap la Heve bei 
Havre 5). 


N) Gorpruss, Petref. German. pag. 121, tab. 49, fig. 4. 

2) Diese Figur aber irriger Weise als die untere Seite des Gehäuses auf- 
gefasst. 

% Manche Autoren, wie Anorrn Römer und Wrisur, betrachten Salenia 
scutigera Münster und Salenia petalifera als synonym; andere, wie Acassız und 
Corrsav, nicht. 

#) Das kleinste hierher gehörige Gehäuse von Essen misst $=m Durchmesser, 
4 wm Höhe, 4,5 "= der Scheitelschild, ce. 4 Peristom. H. G. Geisırz bezeich- 
nete solche jugendliche Schalen aus dem Cenoman von Plauen als Salenia lili- 
Pputana. 

) Dieses Gehäuse ist durch eigenthümliche Monstrosität bemerkenswerth, 
Es besitzt zwei Subanalplatten. Die zweite Platte bildet ein regelmässiges 
Fünfeck, und liegt zwischen der eigentlichen Subanalplatte und der Madreporen- 
platte und wird ausserdem diesseits von einer Ovarialplatte, jenseits von einer 
Övarial- und einer Ocellarplatte umgrenzt. In der Mitte der Platte eine un- 
regelmässig umgrenzte Vertiefung ist wohl nur zufällig. Siele Taf. 19, Fig. 9. 
Nene Folge. Heft 5. ll 


162 IV. Salenidae. [234] 


Das ausgewachsene Gehäuse verhältnissmässig gross, von 
kreisförmigem Umfang, ziemlich hoch, oben und unten fast gleich- 
mässig abgeplattet und flach convex, Mitte der Unterseite ein 
wenig eingesenkt, Seiten gerundet. 

Ambulacralfelder unten fast gerade, oben leicht gebogen. 
Vom Scheitelschilde bis zur Unterseite sich allmählich verbreiternd; 
durchschnittliche Breite verhältnissmässig gross. Leicht vortretend. 
Porengänge gebildet aus kleinen, schräg gestellten Poren, nur 
in der Nähe des Peristoms, wo sie sich etwas verbreitern, ein 
wenig eingesenkt. Im Interporiferenraum zeigen sich vier Reihen 
Granulen. Jede äussere Reihe führt 21 1) kräftige, mamelonirte, 
etwas verlängerte Granulen, deren Volumen nach unten hin zu- 
nimmt. . Die Granulen der beiden inneren Reihen sind kleiner, 
etwa halb so gross, nicht oder nicht deutlich mamelonirt, alter- 
nirend unter sich und zu der Aussenreihe gestellt, und erreichen 
nicht die höchste Partie des Feldes. Der Zwischenraum zwischen 


denselben ist in der mehr verbreiterten Partie der Felder von 


feinen Körnchen ausgefüllt. 

Die Interambulacralfelder führen in jeder Vertikalreihe 
6 primäre, crenelirte, aber nicht durchbohrte, mässig ausgedehnte 
Stachelwarzen, welche vom Umfange des Gehäuses zum Peristom 
hin sich stark verkleinern. Ihr Warzenkegel ist nicht hoch, 
Warzen selbst von mässigem Umfange. Ihre Höfchen sind ein- 
ander sehr genähert; ihr Warzenring, von mamelonirten Sekundär- 
warzen gebildet, nur an der Innenseite vollständig. Miliärzone 
breit; die sie zwischen den Scrobiculen bedeckenden Granulen zahl- 
reich, an Grösse wenig verschieden, hin und wieder noch ein 
Körnchen zwischen sich nehmend. 

Peristom nur ein Geringes eingesenkt, ziemlich gross; aber 
kleiner als der Scheitelschild, mit deutlichen Einschnitten, deren 
Ränder stark umgeschlagen. 

Scheitelschild verhältnissmässig nicht gross 2), gerundet 


fünfseitig, fast plan, nur flach convex. Periproct gerundet drei- 


I) Auch an französischen Gehäusen zähl» ich nieht mehr; Corrsau gibt 24 
bis 25 an. 
2) Nach Corrzau »bald mehr, bald weniger entwickelt«, 


hr a 0 


[235] IV. Salenidae. 163 


seitig mit aufgeworfenen Rande. Madreporenplatte mit fast kreis- 
_ förmigem »Spalt«, der auf seinem Grunde deutlich siebförmig 
durchbrochen. Genitalporen etwas excentrisch, gern von einem 
etwas geschwollenen Rande umgeben. Suturalimpressionen nicht 
gross. | 

_ Bemerk. Nach CorrEau unterscheidet sich Salenia peta- 
ifera von Salenia scutigera durch ihre etwas kräftigere Gestalt, 
durch ihre mehr entwickelten Interambulacraltuberkeln, insbe- 
sondere durch ihre Ambulacra, welche breiter und mit zahl- 
reicheren !) Wärzchen besät sind. Durch diese Umstände nähert 
sich Salenia petalifera der Salenia Austeni Forbes aus dem Lower- 
Chalk von Douvres so sehr, dass er sie nur als eine Varietät von 


Salenia petalifera betrachtet. 


Wrı6cHr bemerkt zu beiden: 

Salenia petalifera resembles Salenia Austeni Forb. ; the 
latter, however, has a more elevated test with a smaller apical 
disc, and a more prominent periprocte.« 


Derselbe Autor betrachtet, pag. 172, Salenia scutigera Münster 
als synonym mit Salenia petalifera Desor und stellt, pag. 182, 
Salenia scutigera bei CoTTEau, Pal. frang. ete., unter Salenia 
 geometrica Agassiz. 

Vorkommen. In der Tourtia bei Essen selten. Wahr- 
scheinlich auch im cenomanen Grünsande an der Waterlappe 
(weniger gut erhalten). 

Die Gehäuse aus dem cenomanen Pläner (welche höchstens 
15"® Durchmesser aufweisen) sind äusserst schwierig von dem 
anhaftenden festen Gestein zu befreien. Deshalb schwer für eine 
genauere Betrachtung zugänglich und bestimmbar; einigen Ge- 
häusen haftet kaum noch ein Zweifel der Bestimmung an; einige 
bleiben zweifelhaft. Unter diesen fallen einige auf durch die 


1) Salenia seutigera: » Ambulacres @troits, garnis de deux rangees de granules 

serrör, mamelonnes, legerement elliptiques dans le sens vertical, au nombre de qua- 

lorze ou quinze par serie; ces deux rangdes sont assez rapprochees, et laissent ce- 

Pendant la place ü quelques granules fins, Epars, homogenes, plus ou moins regu- 
ement disposes«. 

IL? 


164 IV. Salenidae. [236] 


Rauhheit des Scheitelschildes. Ein Gehäuse fällt auf durch ge- 
körnte Kiele auf den Platten des Scheitelschildes, welche sich von 
einer Platte auf die andere hinüber erstrecken. Die aus England 
und Frankreich vorliegenden Gehäuse zeigen, wie diejenigen aus 
der Tourtia von Essen, ein glattes Scheitelschild. Andere scheinen 
durch die Rauhheit des Scheitelschildes auf andere Arten (aus 
der Verwandtschaft von Salenia rugosa d’Arch. und Salenia gibba 
Agass.) hinzuweisen. 


Alle diese Stücke scheinen vorzugsweise dem Pläner mit 
Ammonites varians, zum Theil auch dem jüngsten Cenoman mit 
Ammonites Rotomagensis und Holaster subglobosus anzugehören und 
fanden sich vorzugsweise bei Salzgitter an der Kothwelle und am 
Fleischercamp; auch am Kahnstein bei Langelsheim ). 


Originale im Museum zu Bonn. 


In England im Upper Greensand von Longleat und im Grey 
Chalk bei Folkestone, nach WRIGHT. 


In Frankreich insbesondere am Cap la Heve. 


Salenia granulosa FORBES 1856. 
Taf. 18, Fig. 1—6. 


Salenia granulosa Forees in Morris, Catal. of British fossils, 2. Kdit., London 
1854, pag. 59. 
» incerustata Corrzau in Desor, Synops. Kchinides fossil. 1858, pag. 218; 488. 
» granulosa Corrzau, Pal&ontol. france. terr. er&t. tom. VII, 1561, pag. 167, 
tabs 1059, 210.6 21. 


» » Scuvörer, Zeitschr. d. Deutsch. geol. Ges. 1866, pag. 64. 
» » Wericur, British fossil Echinoderm. of the Cretac. Format. 1872, 
pag. 179, tab. 41, 43. 
?» Peroni Corınau, Behin. nouveaux ou peu connus. I. Ser. Ext. de revue et 


magasin de zoologie, 1867, pag. 130, tab. 17, fig. 1—8. 


Il) Das beste mir bekannte Exemplar wurde hier vom Oberhüttenmeister 
Grumereeme in Goslar gesammelt. Nach dessen Tode ging die Sammlung in den 
3esitz der Geologischen Landesanstalt und Bergakademie in Berlin über. — 
Schon Drsor, Syn. Kchin. pag. 485 nannte die Art von diesem Fundpunkte. 


[237] IV. Salenidae. 165 
Maasse in Millimetern: 

| R a, II. IV. WAHR 
Höhe des Gehäuses . 3 3,3 4,3 5,5 6,5 6 
Durchmesser des Ge- 

häuses . . . 5 6 8 10 10 10 
Durchmesser des Shen 
telschildes . . . . 45 5 6,5 71,2 aa: 
Durchmesser des Peri- 

ri. : 92,8 3 3-5 4 Zu ei 


Durchmesser ni ei 
rn), a); 1,4-1,6 1,4-1,6 1,62 
Zahl der ee eo 

eralen Stachelwarzen 

in einer Vertikalreihe ? 3-4 ?3-4 3-4 3-4 Anıv A 
Zahl der ambulacralen 
 Granulen in einer 

Mertikalreibe . . .  — ?8 ?8 — m 


No, I, HU von Salzgitter; III, IV von Graes; V vom Uhren- 
berge; VI von Dortmund. 


Gehäuse klein, von 5 bis 10 ®® Durchmesser und 3 bis 6 ®" 
Höhe; von kreisförmigem Umfang; Oberseite meist nur flach ge- 
wölbt, selten stärker gewölbt; Unterseite plan!); Rand gerundet. 
! Ambulacralfelder fast gerade, schmal, von oben nach 
‚unten sich wenig verbreiternd. Die Porengänge nicht vertieft, von 
verhältnissmässig grossen, schräg gestellten Poren gebildet; die 
Paare entfernt stehend, durch Einsenkungen der Schale getrennt. 
Der ikeren-Raum mit zwei ziemlich nahestehenden Reihen 
mamelonirter Sekundärwärzchen, welche zuweilen sich fast be- 
rühren, meist weiter auseinandertreten, und auch von den zwischen 
beiden Reihen stehenden, verschieden grossen Körnchen zwischen 
sich nehmen und hierdurch den Ambulacralfeldern einen cha- 


1) Ein Gehäuse vom Uhrenberge mit tief eingesenktem Peristom ist entweder 
werdrückt, oder monströs. 


166 ne IV. Salenidae. [238] 


rakteristischen Zug aufprägen. Es mögen 8 oder 9 Sekundär- 
wärzchen in einer Reihe stehen )). 


Die Interambulacralfelder der kleinsten Gehäuse führen 
3—4, der grössten Gehäuse 4 Primärwarzen in einer Vertikalreihe. 
Ein oder zwei in jeder Reihe sind stärker entwickelt und ragen 
weit vor. Sie sind crenelirt, aber nicht durchbohrt. Miliärzone 
sehr schmal, mit Granulen verschiedener Grösse besetzt. Seitlich, 
zunächst den Porengängen, tragen die grossen Platten (von einer 
Eck-Granul abgesehen) keine Granulen. 


Peristom rundlich, nicht vertieft, nicht gross, mit sehr kleinen 
Einschnitten. 


Scheitelschild sehr gross, fast die ganze Oberseite des 
Gehäuses einnehmend; gerundet fünfseitig, bald flach convex, bald 
etwas stärker gewölbt?). 


Der Aussenrand des Schildes erscheint gern gekerbt, oder 
gekörnt, gewöhnlich an den Ocellarplättchen am kräftigsten. Auch 
der das Periproct umgebende Wulst zeigt sich bisweilen gekörnt. 
Die Nähte der Platten sind meist deutlich, zeigen aber nur selten 
schwache Suturalimpressionen, solche schon bei kleinsten Gehäusen 
von 5"”® Durchmesser. Bei manchen Gehäusen zeigen auch die 
Övarial-Platten, und zwar nur in der Nähe des Aussenrandes, 
etwas in der Längsrichtung der Platten ausgezogene, tiefe Im- 
pressionen. Die ÖOvarial-Oeffnungen nicht deutlich, klein, die 
Oberfläche der Platten in eigenthümlicher Weise rauh, bald mehr, 
bald weniger. Die Rauhigkeit wird nicht durch .eigentliche 
Granulen bewirkt, sondern theils durch Vertiefungen, theils durch 
Erhöhungen veranlasst. Gewöhnlich ist diese Sculptur regellos, 
bisweilen ordnet sie sich auf den einzelnen Platten radial. 

Periproct ?) fast kreisförmig oder leicht oval bis gerundet 
dreieckig. 

') Corrwau gibt 12 bis 13 an. Vielleicht sind hier einige der grösseren 
Körnehen mitgezählt. 

2) Nur ein paar schlecht erhaltene Gehäuse ziemlielı hoch gewölbt. 

® Die oben erwähnten Gehäuse mit hochgewölbten Schildern scheinen wirk- 
liche Granulen auf diesen zu führen. Leider sind diese Stücke von sehr un- 
günstiger Erhaltung‘ 


[239] IV. Salenidae. 167 


Bemerk. CortEAu sagt über den Scheitelschild: 

»Der Scheitelschild löst sich in Folge seiner geringen 
Dicke nicht merklich von der übrigen Schale ab. Wie 
Abbe SORIGNET in der vollkommen genauen Beschreibung, 
die er von dieser Species!) gibt, bemerkt, ist die Trennung 
beim ersten Blick nur ganz klar unter den Ocellarplatten; 
an den Seiten, welche mit den Interambulacralfeldern 
correspondiren, entgeht die äussere Grenze der Genital- 
platten um so leichter dem ersten Blick, als ihre Orna- 
mente mehr den Granulationen gleichen, die diesen Theil 
der Schale bedecken. Die ganz besondere Physiognomie 
des Scheitelapparates hatte uns veranlasst diese Salenia 
mit dem Namen incrustata zu bezeichnen«, 


und WricHT sagt über denselben Gegenstand: 
>»... Der Scheitelschild ist so dünn und an den Rändern 
so eng an die Schale anhängend, dass er mit den Platten 
der Schale verschmolzen erscheint... .; eine Fortsetzung 
jeder Platte dehnt sich in die Interambulacra aus, deren 
Örnamentation von jener in der Mitte der Platte abweicht; 
die punktirten Linien sind am weitesten und mehr ge- 
bogen, und diese incrustirende Fortsetzung scheint sich 
mit den Granulationen der Schale zu verschmelzen... .« 


Diese eigenthümliche Beschaffenheit findet sich an der Mehr- 
zahl der vorliegenden Exemplare nicht, oder doch nicht in dem 
angegebenen Maasse ausgeprägt. Vielleicht sind sie deutlicher 
entwickelt an den 3 grösseren Exemplaren, von denen oben die 
Rede war?). Leider sind dieselben so ungünstig erhalten, dass sie 
einen genaueren Vergleich nicht gestatten. 

CorTTEAu erklärt zwar, dass er nach Vergleich von englischen 
Gehäusen, welche FORBES in Morrıs’ Catalogue of British Fossils 
(ohne Beschreibung)?) als Salenia granulosa bezeichnet hatte, die 


') Sorısser beschrieb, nach Corrzau, die Art unter der nicht zutreffenden Be- 
zeichnung Salenia [Peltastes] heliophora Agass., welche der jüngsten Kreide von 
Maestricht angehört. 

2) Vergl. S. 238, Anmerk. 3. 

5 #) Eine erste kurze Beschreibung zu den in Morkıs’ Catalog veröffentlichten 
Manuscript-Namen Foxses’ brachte der Appendix, welcher der V. Decade der 


168 IV. Salenidae. [240] 


Ueberzeugung gewonnen habe, dieselben seien von seiner, in DESOR’s 
Synopsis des Echinides aufgestellten Salenia inerustata nicht ver- 
schieden, und obwohl DEsoR ein vor mir liegendes deutsches 
Gehäuse vom Ringelberge als Salenia inerustata Gott. etikettirte, 
so wird doch darauf zu achten sein, ob unter der bisherigen Dar- 
stellung nicht verschiedene Formen zusammengefasst sind, z. B. 
auch die verwandte Salenia obnupta Schlüt. 

Sehr nahe steht die afrikanische Salenia Peroni Cott. von 
132 Durchmesser, 8” Höhe, mit 4 bis 5 Primärwarzen auf den 
Interambulacralfeldern, und 12 bis 14 Secundärwärzchen auf den 
Ambulacralfeldern. CorTrEAu selbst hatte schon darauf hinge- 
wiesen, dass die Art nur mit Salenia granulosa Forb. verwandt, 
sich aber (von abweichenden Verhältnissen, welche sich durch die 
verschiedene Grösse erklären lassen, abgesehen) »surtout par la 
structure toute particuliere de Fappareil apical« unterscheide. Diese 
aber beschreibt er so: 

»Les plagues genitales, dans tous les ewemplaires que M. 

Peron nous a envoyes, presentent ce singulier caractere 

d’avoir leur angle externe margue d’impressions profondes, 

inegales, qui lui donnent un aspect fortement dechiquete<, 
also eine Eigenthümlichkeit, welche auch von verschiedenen 
deutschen Fundpunkten vorliegende Gehäuse!) zeigen, wodurch 
also die Hauptverschiedenheit der Salenia Peroni von Salenia gra- 
nulosa hinweggenommen wird. 


Vorkommen. Salenia granulosa ist schon 1865 von mir 
unter den Leitformen des Unter-turonen Pläners aufgeführt 
worden. 

Ich sammelte sie am Südrande des westphälischen Kreide- 
beckens in den Schichten des /noceramus mytiloides am Uhren- 


memoirs of the Geological Survey of the United Kingdom. Figures and de- 
seriptions illustr. of British Organic Remains. London 1856 von S. T.Woodward 
angehängt ist. Von Cidaris granulosa heisst es hier: 
»Body small, let. 6, alt. 3!/a mill., — sometimes it measures only 1!/a lines 
in diameter ; oval opening finely sculptured with rugose lines, sometimes 
radiated, sutures quite simple; primary tubercles few and prominent; 
miliary Zone irregular granulose; ambulacra narrow.« 
!) Man glaubt dergleichen Impressionen auch in der vergrösserten Abbildung 
von Salenia granulosa bei Corrsau, 1. c. tab. 1039, fig. 10 zu erkennen. 


[241] IV. Salenidae. 169 


berge bei Herbram, bei Ebbinghausen zwischen Dortmund und 
Hörde etc. 

In gleichem Niveau zeigte sie sich im Rothen Pläner der 
subhereynischen Kreide, am Ringelberge bei Salzgitter. 

Die Art fand sich ferner am Nordwestrande des westphälischen 
Beckens bei Graes?), unweit Ahaus, wahrscheinlich im mittel-turonen 
Pläner, d. bh. in der Galeriten - Facies der Schichten mit /no- 
ceramus Brogniarti. Aus gleichem Niveau der subhercynischen 
Kreide liegt sie vor vom Fleischercamp?) westlich von Salzgitter, 
zwischen Beuchte und Weddingen unweit Goslar. 

WRIGHT kennt die Art in England nur als Seltenheit aus 
den »hard gritty whitish beds« des Lower Chalk bei Dover, wo 
sie in Gesellschaft von Phymosoma radiata und vieler Bryozoen 
gefunden wird. I 

Von CoTTEAU wird sie in Frankreich als im Eure - Departe- 
ment bei Andely, Penterville und im Oise- Departement in der 
Umgebung von Beauvais als ziemlich häufig vorkommend an- 
gegeben. 

CoTTEAu®) führte Salenia Peroni aus der Etage c&nomanien der 
Umgegend von Batna (Alsier) an; in dem Werke über die Echi- 
niden Algierst) wird sie aus der Etage albien, couche ä Tere- 
bratula Dutemplei, als Seltenheit genannt. 


!) Daselbst fand sich auch das grösste vorliegende (oben nicht mit erwähnte) 
Gehäuse, von 11mm Durchmesser, 7®m Höhe, 8mm weitem Scheitelschild und 
Som weiter Mundlücke. Der Scheitelschild zeigt etwas verlängerte Sutural-Ein- 
drücke (wie das von Corrzau tab. 39, fig. 18—21 abgebildete englische Gehäuse), 
welche zur Bildung flacher radialer Rippen führen, wodurch man an Formen 
wie Salenia Prestensis, Salenia anthophora oder Peltastes heliophorus erinnert wird. 
Der Scheitelschild ist ziemlich stark gewölbt; die Ambulacralfelder etwas mehr 
wellig als gewöhnlich und eindringend in die Ocellarplatten (Correau tab. 1039, 
fig. 11), was bei den übrigen Stücken nicht der Fall ist. — Auch die Poren sind 
enger wie gewöhnlich. 

2) Schon Dr. Unsax ScnLössach führte die Art nach Bestimmung G. Correau’s 
von hier an in »Norddeutsche Galeriten-Schichten« pag. 5, Wiener Akademie, 
Sitzungsberichte 1868, nachdem sie vorher schon von Desor als daselbst vor- 
kommend genannt war. 

3) Correau, ]. e. pag. 131. 

%) Correau, P&rox u. Gauruier, Echinides foss. de l’Algerie. 3 fasc, Paris, 
Masson, 1876, pag. 89. 


170 IV. Salenidae. [242] 


Salenia Gehrdenensis SCHLÜTER. 


Maasse in Millimetern: 
I— IV verschiedene Gehäuse von Salenia areolata Wahlenberg; 
V von Salenia Gehrdenensis; VI Salenia sp., vielleicht von Gehrden. 
I. I: 11. a a \ 

Flöhe (des /Gehansessgar 7... 24,5: 21555. 4308 10, 6a 
. Dürehmesser!des Gehäuses ., 9: 10,4 152.2 18 11 0% 
Durchmesser des Scheitel- 

schildes@ re: 6 7 39-10 e.127 722108 
Durchmesser des Peristoms . DE LCHOTEIS 9 (De 0. 
Durchmesser ‘des Periprocts . e.1.2 1-14 15-2 2-3 15 33 
Breite der Ambulacralfelder: 


a)obenn ner. ar — "else 

b)“unten um 256,2 ir vera Vera ee 
Breite d. Interambulacralfelder c.4,1 — \ Ber © 
Zahl der Primärwarzen in 

einer Reiben ee ne end 2. 
Zahl der ambulacralen Wärz- 

chen in einer Reihe. . . 12 — €. 15-16 19712 a8 


Gehäuse (No. V) klein, von kreisförmigem Umfang, mässig 
hoch; Scheitel abgeplattet; Unterseite fast plan; Seiten gerundet. 


Ambulacralfelder etwas vortretend, fast gerade, nur oben 
sehr leicht gebogen, auf der oberen Hälfte des Gehäuses sehr 
schmal, unten verbreitert. Porengänge nicht vertieft, am Peristom 
etwas verbreitert; Poren klein, etwas schräg gestellt; Porenpaare 
zahlreicher als die Sekundärwärzchen. 

Interporiferenraum mit zwei seitlichen Reihen kräftiger, mame- 
lonirter Sekundärwärzchen, oben fast bis zum Berühren nahe- 
stehend, dann langsam sich erweiternd, um dann unter dem Um- 
fange rasch auseinander zu treten, so dass ein paar Körnchen 
zwischen den Reihen Platz finden; je ein um ein Geringes grösseres 
Körnchen findet in dem Winkel zwischen zwei Sekundärwärzchen, 
mit diesen alternirend, Platz. Unterhalb des Randes sind die 


Sekundärwärzchen am kräftigsten. Vor dem Mundsaume stossen 


[243] IV. Salenidae. 174 


die beiden Wärzchenreihen wieder zusammen, wobei die letzten 
wieder etwas kleiner sind. 

Die Interambulacralfelder führen 5 bis 6 crenelirte, nicht 
durehbohrte Stachelwarzen. Ihre Höfchen sind von einem unvoll- 
ständigen, aus mamelonirten Sekundärwärzchen gebildeten Ringe 
umgeben, der nur nach der Miliärzone hin vollständig geschlossen 
ist, so dass die aufeinander folgenden Höfchen sich berühren, und 
auf den Seitenzonen der Felder nur die Ecken der Coronalplatten 
mit einem Wärzchen besetzt sind. Die Miliärzone oben so schmal, 
dass sich die Scrobicularringe fast berühren, am Gehäuse-Umfange 
und tiefer etwas breiter, hier spärlich mit kleinen und etwas 
grösseren Granulen besetzt. 

Peristom nicht oder kaum sichtbar eingesenkt; gross, etwas 
kleiner als der Scheitelschild; Einschnitte klein, mit aufgeworfenem 
Rande. 

Scheitelschild mässig gross, gerundet fünfseitig bis kreis- 
förmig, plan bis flach convex. Die Nähte mit unregelmässig rund- 
lichen, tiefen Impressionen. Auch die Ovarial-Oeffnungen unregel- 
mässig rundlich und etwas excentrisch nach aussen gelegen. 
Periproct mässig gross, gerundet dreiseitig, Rand nicht bis wenig 
vortretend. 

Bemerk. Die Beschaffenheit der Ambulacralfelder: das ın 
auffallender Schmalheit sich ungewöhnlich weit hinabziehende, 
oben erst langsam, darauf sich rasch verbreiternde Mittelfeld mit 
der in die Augen fallenden Vergrösserung der Sekundärwärzchen 
an der Unterseite bildet im Verein mit dem grossen Peristom, 
welches nur etwas kleiner als der Scheitelschild ist, den wesent- 
lichen Charakter des kleinen, niedrigen Gehäuses. 

Von älteren Formen wird man erinnert an Salenia rugosa 
d’Arch.!) aus der Tourtia von Tournay und dem Cenoman von 
le Mans, nicht allein durch die ähnliche Bildung und Stellung 


1) p’Arcnsac, Rapport sur les foss. du Tourtia, in: Me&m. Soe. geolog. de 
France, 2. ser. tom. II, 1846, pag. 299, tab. 13, fig. 6. — Correau und Triser, 
Echinid. de la Sarthe, 1859, pag. 167, tab. 29, fig. 14—18, und besonders 

Correavu, Pal&ontol. franc. terr. er6t. tom. VIl, pag. 144, tab. 1035, brachten 
eines der beiden bei le Mans gefundenen Exeinplare zur Darstellung. 


172 IV. Salenidae. [244] 


der Sekundärwärzchen auf den Ambulacralfeldern!), sondern auch 
rücksichtlich der Suturalimpressionen des Scheitelschildes. 

Das cenomane Gehäuse ist höher (11:15), sein Scheitelschild 
»runzlich und chagrinirt«, die Zahl der ambulacralen Sekundär- 
wärzchen grösser (20—21), das Peristom grösser als der Scheitel- 
schild A. 

In der Gesammterscheinung erinnert das Gehäuse an die 
anscheinend gleichalterige ?) Salenia Bourgeoisi, welche durch 
CoTTEAU in den »Echiniden des Sarthe- Departements« ?) von 
Salenia geometrica Ag. abgetrennt wurde, und die später in der 
Paleontologie frangaise *) eine erweiterte Darstellung erfuhr. Die 
wichtigste Differenz beruht in der abweichenden Beschaffenheit 
der Ambulacralfelder. Die Sekundärwärzchen dieser Felder sind, 
wie eine Anzahl vorliegender Gehäuse aus der französischen Kreide 
darthut, kräftiger, gleichmässiger an Grösse, die Reihen unter dem 
Umfange nicht weiter auseinandertretend, die Sekundärwärzchen 
selbst hier, resp. unter dem Rande der Schale sich nicht ver- 
grössernd, sondern das Volumen vom Umfange oder Rande bis 
zum Peristom langsam vermindernd. 

Sodann ist bei Salenia Bourgeoisi, wenigstens bei grösseren 
Gehäusen, wie sie die Paleontologie frangaise abbildet, die Miliär- 
zone mehr entwickelt 5). 


1) » Ambulacres tres-etroits, surtout au sommet, garnis de deux rangees de petits 
granules serres, mamelonnes, au nombre de vingt ou vingt et un par serie; 
ces rangces sont assez rapprochees, et cependant laissent la place a quel- 
ques verrues intermediaires fines et homogenes. Au dessous de "ambitus, 
les ambulacres s’elargissent un peu, et les granules augmentent legerement 
de volume.« Pal. france. 1. ce. 

2) In Frankreich nannte Arsaup (Etudes pratiqgues sur la eraie du Sud- 
Ouest. Quart. Part. Actes de la Societe Linn&enne de Bordeaux, Vol. 37, Bordeaux 
1883, pag. 13) vergesellschaftet mit: 

Belemnitella quadrata, Scaphites binodosus, Turritella sexlineata, Janira 
quadricostata, Inoceramus Cripsü, Ostrea Santonensis, Exogyra laciniata, 
Cidaris pseudopistillum etc. 

3) Correau et Trıger, Echin. de la Sarthe, 1360, pag. 276, 409, tab. 46, 
fig. 8-10. 

4) Palöont. france. terr. eret. tom. VII, pag. 162, tab. 6038. 

5) Nach der Abbildung von Correau tab. 1058, fig. 5 sogar sehr breit. 


[245] IV. Salenidae. 173 


Auch ist der Scheitelschild von Salenia Bourgeoisi dieker und 
etwas mehr gewölbt. 

Das Verhältniss zwischen Peristom und Scheitelschild ist so, 
dass das Peristom bei Salenia Bourgeoisi etwas weniger weit 
erscheint wie bei den deutschen Gehäusen. 

Durch die geringe Entwicklung der Miliärzone steht nahe 
Salenia Mexicana Schlüt.!), ist aber verschieden durch abweichende 
Bildung der Ambulacralfelder und vielleicht durch weites Peristom. 
Dasselbe gilt anscheinend auch von jungen Gehäusen der Salenia 
Texana Cred.?). 

Der mexikanischen Art steht sehr nahe eine Salenia aus 
der Kreide Palestinas, welche FRAAS?) 1878 als Salenia petalifera 
Agass. bezeichnete, unter welchem Namen auch BLANKENHORN #) 
sie aufführ. Während die orientalische Art von der echten 
Salenia petalifera in auffallender Weise abweicht, so dass 
CorrTEau?) mit Recht sie für verschieden erklärte und Salenia 
Fraasi nannte, springt nur ein Unterschied von Salenia Mewi- 
cana in die Augen: dass die Sekundärwarzen der Ambulacral- 
felder bei Salenia Fraasi rund sein sollen, während sie bei Salenia 
Mexicana oval erscheinen. Mithin kann die vorliegende Art auch 
nicht mit jener vereint werden. 

Salenia nutris Peron®) aus dem Senon von Kef Matrek in 


!) Schtürer, die regulären Echiniden der Kreide Nordamerika’s, Ueber eine 
neue Salenia, im Sitzungsberichte der niederrhein. Gesellsch. für Natur- u. Heil- 
kunde in Bonn, 7. März 1887, pag. 41. — Der Fundort des Stückes ist: »Gold 
Placers von Guadalupe, 75 e. Me. von Chihuahua in Mexico«. 

Correau hat neuerlich eine Salenia vom selben Fundpunkte mit einer Art 
aus dem Neocom, mit Salenia Prestensis Gras verglichen (Bull. soc. g&ol. France 
III. ser. tom. 18, 1890, pag. 294). Die fraglichen Schichten scheinen, auch nach 
den Andeutungen von W. Gase (Acad. nat. sc. Philadelphia 1872) und Roserr 
Hiuı (Geological Survey of Texas, Bulletin No. 4, Austin 1889) der oberen Kreide 
anzugehören. 

2) Zeitschrift für die gesammt. Naturwissenschaften 1875, tom. 46, pag. I1l, 
tab. V, fig. 1—6. 

%) Aus dem Orient. Geol. Beobachtungen am Libanon 1875, pag. 31, tab. II, fig. 4. 

#) Beiträge zur Geologie Syriens 1890, pag. 64. 

5) Echinid. nouveaux ou peu connus, I1.ser., 4fasc. 1885, pag.59, tab. 8, fig.I—5. 

6) Correau, Püros et Gawrmer, Kchinides fossiles de l’Algerie, 80 fascie., 
2. part. Paris, Masson, 1881, pag. 167, tab. 18, fig. 4—10. 


174 IV. Salenidae. [246] 


Algier ist doppelt so gross wie Salenia Fraasi, aber sonst kaum 
verschieden. 

Auch Salenia Chofati Lor.!) und Salenia lusitanica Lor.?) 
aus der Kreide Portugals zeigen eine sehr gering entwickelte 
Miliärzone, unterscheiden sich aber beide von der vorliegenden 
Art durch vollständige Scrobicularringe, gewellte Ambulacral- 
felder etc. 

Zuletzt ist zu erwähnen, dass jugendliche Gehäuse von 
Salenia areolata Wahlenberg aus den untersenonen Trümmerkalken 
Schwedens nahe Beziehungen zu unserem Gehäuse bieten: 


in der niedrigen Gestalt des Gehäuses, 
in der Weite der Mundlücke, 


in der Grösse des flach-convexen Scheitelschildes, 


in der ähnlichen Bildung der Ambulacralfelder, 
in der Erweiterung der Porengänge am Peristom, 
in der Zahl der Primärwarzen. 


Verschieden ist, dass die ambulacralen Wärzchen-Reihen 
weniger plötzlich auseinander treten und die beiden Reihen dort 
wo auf der Unterseite die Wärzchen sich auffällig vergrössern, 
wieder berühren; bei mehr erwachsenen Gehäusen, dass die 
beiden Wärzchenreihen gleichmässig auseinander treten und zwei 
Reihen alternirender Granulen und zwischen diesen feine Körn- 
chen zwischen sich nehmen, und dann auch die Miliärzone sich 
reichlich entwickelt zeigt; 

verschieden weiter dadurch, dass die schwedischen Grehäuse 
entweder völlig glatte Nähte der Scheitelschildplatten oder doch 
nur punktförmige Sutural-Impressionen zeigen. 

Herr G. CoTTEAU?) hat neuerlich die schwedische Art in zwei 


1) Recueil d’etudes pal&ontologiques sur la faune eretacique du Portugal. 
r | te] 
Vol II, Desceript. des lKöchinides par P. pn Lorıor. Lisbonne, 1887, pag. 15 
l ’ ’ ie} ’ 
tab. III, fig. 2—3. 
2) ibid. pag. 16, tab. III, fig. 4. 
3) Corrsau, Kehinides nouveaux ou peu connus, IT. ser, VII. faseieule, 1888, 
’ ’ 
pag. 105, tab. Xlll. Die daselbst gegebenen vergrösserten Darstellungen der 
Ambulaeralfel "er sind völlig verzeichnet wie die zutreffende Bemerkung des 
Textes ergibt, welche die Art der Granulirung als ähnlich jener der Salenia 


[247] IV. Salenidae. 175 


Arten zerlegt. Er nennt die hohen Gehäuse Salenia areolata 
Wahl., die wenig hohen und deprimirten Gehäuse Salenia Loveni 
Cott.; nun sagt aber WAHLENBERG !) ganz bestimmt: 
»Testa variat a magnitudine lentis majoris usque ad Nueis 
vomicae; figura ejusdem adeo depressa vel rotularis, ut 
diameter dupplo superest crassitatem wel axwin inter os et 
anum« ?). 


Man dürfte demnach, wenn zwei Arten aufrecht zu erhalten 
sind, für die niedrigen Gehäuse die Bezeichnung Salenia areolata 
beibehalten. Hier kommen diese Gehäuse nicht in Frage. 

Nach dieser Prüfung lässt sich das vorliegende Gehäuse auf 
keine bekannte Art zurückführen und mag dasselbe, bis etwa ver- 
mehrtes Material weitere Belehrung über die Entwickelungsge- 
schichte des Gehäuses und damit vielleicht weitere Beziehung auf- 
deckt, nach seinem Fundpunkte als Salenia Gehrdenensis bezeichnet 
werden ?®). 

‘ Vorkommen. Das beschriebene Gehäuse wurde im Unter- 
Senon, Zone des Inoceramus lobatus, bei Gehrden, südlich Hannover 
gefunden. 


Original im Museum zu Bonn. 


petalifera bezeichnet. Auch kommen nicht 3 Porenpaare sondern 2 auf die Höhe 
eines Wärzehens, wie Exemplare lehren, die ich am Balsberge selbst gesammelt 
habe. 

ı) Petrificata telluris Suecanae examinata Grorcıo Wantengerg, in: Acta 
socielatis scientiarum Upsalensis, Vol VIII, 1821, pag. 47. 

2) Die von Corrsau abgebildete Salenia areolata misst 14" in der Höhe 
und 19 "m jm Durchmesser und 10" Scheitelschild. Die abgebildete Salenia 
Loveni dagegen 12 "m ho.h, 23,5 "® im Durchmesser und 16 ®"% Scheitelschild. 

3) Nachträglich habe ich durch die Gefälligkeit des Herrn Professor Dames 
Kenntniss von einer Salenia erlangt, welche vielleicht auch von Gehrden 
stammt. Das Gehäuse ist einst durch Graf Müssrur in das Universitäts-Museum 
nach Berlin gelangt. 

Das Gehäuse, nicht ganz doppelt so gross (siehe die Maasse oben unter 
No. VI) als das besprochene, zeigt zu diesem nahe Beziehungen in den Verhält- 
nissen der Ambulacralfeldler und der Weite des Peristoms. Die Miliärzone ist 
entsprechend der mehreren Grösse des Gehäuses mehr entwickelt. Abweichend 
ist der etwas mehr eonvexe Scheitelschild, indem die Nähte nur mit punkt- 
förmigen und spärlichen Suturalimpressionen versehen sind. Da die Platten auch 
glatt sind, so erinnert der Scheitelschild zunächst an Salenia areolata. 


176 IV. Salenidae. [248] 


Salenia Quenstedti SCHLÜTER. 


Salenia areolata Quensteor (non! Wantenegere !)), Handbuch d. Petrefactenkunde, 
1852, pag. 576, tab. 49, fig. 1 (male!). 

» » Quensteor, Petrefactenkunde Deutschlands, tom. III, Echiniden, 
1872—1875, pag. 244, tab. 69, fig. 81. 


Maasse des leicht ovalen Gehäuses in Millimetern: 


Hlohe dest&ehausess 1. .5, Va 


Höhe (des Schewelsekildes ; nr. „urn 
Durchmesser des Gehäuses . . . . . . .. 175—18,5 
Durchmesser des Scheitelschildes . . . . . 11 —1I 
Durchmesser des Peristoms . . 2 .2.2.2..2...63— 6,5 
Breite der Ambulaeralfelder . .:.0.202.....05255 


Breite der Interambulaeralfelder . . . .. 27 —8 
Breite des grössten Warzenhofes . . . . . 23,9— 83 
Breiterder Muhärzeneses 1. ur anna ma 
Zahl der Primärwarzen ın einer Reihe . .. 6 —7 
Zahl der Ambulacral-Granulen in einer Reihe 18 —19 


QUENSTEDT betrachtete das Gehäuse als übereinstimmend mit 
Salenia areolata Wahlenberg, welche im Unter-Senon Schwedens 
gemein ist. Mir liegen zum Vergleiche eine Anzahl Exemplare 
vor, welche ich bei Ignaberga und am Balsberge gesammelt habe. 

Beide Gehäuse unterscheiden sich bei gleicher Grösse: 

1. Durch die abweichende Beschaffenheit des Scheitel- 
schildes. Derselbe ist bei Salenia areolata plan bis flach 
convex, dünn, vollkommen glatt mit deutlichen aber nicht vertieften 
Nähten; Suturalimpressionen fehlend oder schwach; Periproct mehr 
oval als dreieckig. 

Bei Sal. Quenstedti ist der Schild stark gewölbt bis subconisch, 
dick, mit undeutlichen ?) radialen Striemen, die einzelnen Platten 
wölbig vortretend, daher Nähte vertieft; Ovarial-Oeffnungen weiter, 
Suturalimpressionen markirt 9); Periproct ausgesprochen dreiseitig. 

I) Gsorcıus Wanuensere, Petrificata Suecanae oxaminata. Acta socictatis 
scientiarum Upsalensis, Vol. VIII, 1821, pag. 46, tab. III, fig. 4, 5. 

2) Wohl hauptsächlich in Folge der vorgenommenen Reinigung. 

®») Anscheinend fehlen sie der dem Periproct gegenüberliegenden Mittelnaht, 


[249] IV. Salenidae. 177 


2. Durch abweichende Grösse des Peristoms; Durchmesser 
bei Sal. Quenstedti 6 bis 6,5”, bei Sal. areolata 9,5 "®, Kiemen- 
Einschnitte bei Sal. Quenstedti kaum wahrnehmbar und ohne Um- 
schlag, bei Sal. areolata deutlich, mit kräftigem Umschlag. 

3. Durch abweichende Beschaffenheit der Ambulacralfelder; 
bei Sal. areolata oben leicht gebogen, bei Sal. Quenstedti im ganzen 
Verlaufe gerade. 

Bei Sal. Quenstedti ist das Mittelfeld schmaler, die beiden 
Wärzchenreihen stehen sehr nahe, bis zum Berühren, indem sie 
nur vom Umfange bis zum Rande soweit auseinander treten, dass 
eine alternirende Reihe kleiner Körnchen sich in die Winkel ein- 
schieben kann; bei Sal. areolata stehen die Wärzchenreihen weiter 
auseinander, so dass ausser zwei Reihen Granulen auch noch 
einige Körnchen Platz finden. 

Bei Sal. areolata nehmen die Sekundärwärzchen unten sicht- 
bar etwas an Grösse zu, bei Sal. Quenstedti nicht. 

Die Poren bei Sal. areolata klein, bei Sal. Quenstedti gross; 
die Porenpaare bei beiden gedrängt stehend und zahlreicher als 
die Sekundärwärzchen. 

Die Porengänge verbreitern sich am Mundrande bei Sal. 
Quenstedti, anscheinend auch bei Sal. areolata. 

4. Betreffend die Interambulacralfelder, so zählt man bei 
Sal. areolata 5 bis 6 Primärwarzen in einer Vertikalreihe; bei 
Sal. (Quenstedti 6 bis 7. 

Bei Sal. areolata sind die grossen Warzenhöfe breiter als die 
Miliärzone; bei Sal. Quenstedti sind die grossen Warzenhöfe enger 
wie bei jener Art, die Miliärzone so breit oder breiter wie an- 
liegende Höfchen ?). 

Demnach kann die Salzberg-Salenia nicht mit der alten ?) 
schwedischen Art vereint werden. 


) Quesstepr zeichnet an seinem Exemplare den Serobieularring auch an 
der den Porengängen zunächst gelegenen Seite der Höfchen; in der That ist er 
am Originale eben daselbst offen, in gleicher Weise an der schwedischen Sal. 
areolata. 

2) Auch nicht mit einer der neuerlich durch Corrzau aus der schwedischen 
Kreide aufgestellten Arten, welche er Salenia Loveni und Salenia Lundgreni 
nannte. Siehe pag. 174. 

Neue Folge. Heft 5. 12 


178 IV. Salenidae. [250] 


Rücksichtlich des Gesammthabitus, der Zahl der Primärwarzen, 
der Weite des Peristoms, des hohen Scheitelschildes und drei- 
eckigen Periprocts steht 


Salenia Heberti 


von Coesfeld nahe; aber der Schild bei Sal. Quenstedti ist grösser, 
dicker und die Täfelchen desselben weniger flach und weniger 
glatt und deren Nähte vertieft. 

Bei Salenia Heberti ıst auf den Ambulacralfeldern die Inter- 
poriferenzone breiter und reichlich granulirt; auf den Interambula- 
cralfeldern sind die Warzenhöfe stärker vertieft und die auf der 
Unterseite gelegenen Höfe rascher verengt; der Warzenkegel 
ist weniger stark, dagegen sind die Warzenköpfe, obwohl bei 
beiden klein, etwas stärker entwickelt und die grossen Höfe er- 
heblich breiter als die Miliärzone, während bei Salenia Quenstedti 
die Miliärzone so breit oder etwas beiter ist, wie die grossen 
Warzenhöfe. 

Rücksichtlich des kräftigen Scheitelschildes, der Schmalheit 
der ambulacralen Interporiferenzone und der Ausdehnung des 
Peristoms bietet 

Salenia anthophora 


von Aachen Beziehungen; jedoch ist der Schild dieser Art noch 
dicker, grösser und mit stärkeren Nahtimpressionen versehen; die 
Ambulacralfelder sind leicht gebogen, ihre Sekundärwärzchen 
nehmen vom Umfange nach oben und nach unten an Grösse ab; 
auf den Interambulacralfeldern nur 5 bis 6 Primärwarzen und unter 
diesen 1 oder 2 in jeder Reihe, welche sich durch Grösse aus- 
zeichnen, während die Grösse derselben bei Sal. Quenstedti von 
unten nach oben gleichmässig zunimmt; jedoch die in jedem 
Felde oberste, dem Scheitelschilde zunächst gelegene Stachel- 
warze wieder etwas kleiner ist. Auch pflest das ganze Gehäuse 


etwas höher zu sein. 
Dass bei 
Salenia stellifera 
von Rügen, abgesehen von anderen Umständen, der Scheitelschild 
grösser ist als bei Sal. Quenstedti, hat bereits QUENSTEDT bemerkt. 


- [251] IV. Salenidae. 179 


Zu der zweiten, aus deutschem Unter-Senon bekannten Art 
Salenia Gehrdenensis 
bestehen keine Beziehungen. 


Demnach lässt sich das Gehäuse auf keine bekannte Art zu- 
rückführen. 


Vorkommen. sSalenia Quenstedti fand sich in den sandigen 
Schichten des Salzberges bei Quedlinburg, welche dem tieferen 
Unter-Senon, Schichten mit /noceramus lobatus Goldf. angehören. 

Die Kenntniss des einzigen bekannten Gehäuses, welches sich 
im Besitz des Museums der Universität zu Tübingen befindet, 
_ verdanke ich der gefälligen Mittheilung des Herrn Professor 
BRANCO. 


Salenia Heberti CoTTEAv. 


726.18, Fio, 11. 
Taf. 19, Fig. 8. 
Taf. 20, Fig. 6—10. 


Salenia Heberti Correau, Paleont. franc. terr. eret. tom. VII, 1861, pag. 173, 
tab. 1040, fig. 11-24. 
Salenia ef. Heberti ScuLürer, Ueber die Spongitarien-Bänke der oberen Mukro- 
naten- und unteren Quadraten - Schichten des 
Münsterlandes 1372, pag. 23. 
? Salenia magnifica Wricaur, Brit. foss. Echin. Cret. Format. 1872, pag. 184, 
tab. 44. 


Die Maasse siehe folgende Seite. 


Die vorliegenden Gehäuse klein bis mittelgross, von 9 
bis 18"" Durchmesser und 6 bis 15"" Höhe; minder oder mehr 
hoch; Oberseite (Schild) mässig convex bis stark gewölbt oder 
subeonisch; Unterseite fast bis völlig plan, Rand abgerundet. 

Ambulacralfelder verhältnissmässig schmal, etwas vor- 
tretend, fast gerade, oben wenig gebogen. 

Porengänge nicht vertieft, auf einer Abschrägung der Fel- 
_ der gelegen, gebildet von schräg gerichteten, fern gestellten 
 Porenpaaren, welche meist mit den Sekundärwärzchen correspon- 
diren, bisweilen noch ein überzähliges Paar zwischen sich nehmen. 

12* 


IV. Salenidae. [252] 


180 


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[253] IV. Salenidae. 181 


Die Poren selbst sehr klein, auf einer Erhöhung gelegen. Eine 
Verbreiterung der Porengänge am Peristom zeigt sich nicht. 

Interporiferenzone mit 2 seitlichen Reihen, verhältnissmässig 
nicht sehr kräftiger, mamelonirter, gedrängt stehender Granulen, 
welche von oben nach unten nur langsam an Grösse zunehmen. 
In der Nähe des Peristoms näheren sich die Wärzchen beider 
Reihen bis zur Berührung, wobei öfter ein oder zwei das Volumen 
vergrössern, die letzten wieder klein sind. 


An den kleinsten Gehäusen 16 in jeder Reihe, steigt ihre 
Zahl bis zu 24 resp. 28 an den grössten Gehäusen. 

Die beiden Reihen näheren sich gegen den Scheitel nur lang- 
sam. Bei zunehmender Grösse des Gehäuses treten die beiden 
randlichen Reihen weiter auseinander. Alsdann treten mehr und 
mehr deutlich zwischen ihnen noch 2 Reihen erheblich kleinerer 
Granulen hervor, ausserdem der übrige Zwischenraum mit kleineren 
Körnchen ausgefüllt. 

Die Interambulacralfelder der kleineren Gehäuse führen 
6, die grösseren 7 (ausnahmsweise 8) Primärwarzen in jeder Verti- 
kalreihe. Von den Warzen und ihren Höfchen nehmen, vom Peri- 
stom an, die drei bis vier kleineren, tiefsten langsam und ziemlich 
gleichmässig an Grösse zu, daraufin gleicher Weise die grösseren, 
höher gelegenen !), wobei die zu höchst gelegenen wieder etwas 
kleiner sind. 

Stachelwarzen crenelirt, nicht durchbohrt. Warzenkegel, 
Knöpfe und Warzenhöfe nur mässig gross. Letztere mit einander 
in Berührung stehend; Scrobiceularringe im allgemeinen nicht ge- 
schlossen. Bisweilen der oberste mehr oder minder geschlossen. 
Bis auf die kleinen, dem Peristom zunächst gelegenen Höfchen 
sind die Ringe neben den Porengängen often. Die sie bildenden 
Sekundärwärzchen am Umfange und auf der Oberseite des Ge- 
häuses kräftiger als die Sekundärwärzchen der Ambulacralfelder. 

Miliärzone verhältnissmässig breit, jedoch erheblich schmaler 
als die grossen Warzenhöfe, abwärts, wo die Warzenhöfe sich 


') Dieselben haben ungefähr den dreifachen Durchmesser jener. 


182 IV. Salenidae. [254] 


plötzlich verengen, sich verbreiternd; wohl besetzt mit grösseren, 
theilweise mamelonirten und kleineren Granulen und Körnchen. 


Peristom klein, auch bei den grösseren Gehäusen nur wenig 
an Grösse zunehmend: 4 bis 5", kreisförmig, nicht oder kaum 
sichtbar eingesenkt, mit sehr kleinen Einschnitten. 


Scheitelschild dünn, mässig gross, aber im Gegensatze 
zum Peristom bei weiterem Wachsthum des Gehäuses proportional 
an Ausdehnung zunehmend; fünfseitig, bis gerundet fünfseitig; flach 
convex bis subconisch. Nähte nicht vertieft. 


Suturalimpressionen weder gross noch zahlreich, bisweilen 
fast verschwindend. Platten zuweilen mit Spuren von radialen 
Striemen; sonst glatt. ÖOvarial-Oeffnungen fast central. Madre- 
poren-Einsenkung gross, sehr deutlich, granulirt. 


Periproct sehr gross, gerundet dreiseitig, meist mit wenig, 
oder nicht geblähtem Rande. 


Bemerk. Die vorliegenden Gehäuse sind schon 1872 1. c. 
als Salenia cf. Heberti von mir bezeichnet. Die Bedenken gegen 
die Identitätserklärung liegen besonders auch in dem Umstande, 
dass anscheinend bei dem Originale die Sekundärwärzchen der Am- 
bulacralfelder kräftiger sind und in dem Zusatze: » En approchant du 
peristome, deux ou trois de ces tubercules par rangee augmentent 
un peu de volume«, was ım allgemeinen bei den deutschen Ge- 
häusen nicht, oder nur ausnahmsweise, deutlich hervortritt. Die 
Bedenken vermindern sich, wenn man erwägt, dass der Beschrei- 
bung ÜCoTTEAU’s nur ein Exemplar von Meudon zu Grunde lag, 
aber schon der Autor selbst ein Gehäuse aus gleichen Schichten 
von Civieres (Eure), welches diese Abweichungen nicht erkennen 
lässt, hinzuzog. So möchte auch hier auf jene weiter kein Gewicht 
zu legen sein. 

Wenn aber ein kleines Gehäuse von nur 7 "® Durchmesser 
und 4 "= Höhe, aus der Kreide mit Belemnitella mueronata von 
Villethierey (Yonne), mit verhältnissmässig weiten Suturalimpres- 
sionen, dicken Warzenknöpfen (nur 5—6 in einer Reihe), grös- 


serem und leicht granulirtem Scheitelschilde und mehr ovalem 


[255] IV. Salenidae. 183 


Periproct, welches CorTEau !) später ebenfalls zu Salenia Heberti 
zog, wirklich dieser Art angehört — wogegen noch Zweifel be- 
stehen —, dann könnte die Zugehörigkeit der deutschen Stücke 
von neuem Bedenken erregen. 


Eine zweite jüngst von Meudon beschriebene kleine Art, Sa- 
lenia Janetti Cott. ?), unterscheidet sich von Salenia Heberti durch 
das grosse Peristom, durch die grossen Sekundärwärzchen der 
Ambulacralfelder und das Fehlen der intermediären Granulen, durch 
das fast kreisförmige Periproct, durch die Granulirung des Scheitel- 
schildes etc. 

Im Gesammthabitus steht Salenia geometrica Agass. der Sa- 
lenia Heberti nahe, aber bei ersterer ist bei gleicher Grösse: 

der Scheitelschild flacher und das Periproct kleiner; 

das Peristom c. 1/3 breiter; Einschnitte deutlicher; 

die Ampbulacralfelder schmaler; die beiden Reihen von 
Sekundärwärzchen mehr genähert, und zwar so nahe, 
dass nur unterhalb der Mitte einige Körnchen zwischen 
ihnen Platz finden; die Porengänge am Peristom ver- 
breitert; 

die Zahl der Porenpaare in jedem Gange doppelt so gross 
wie die Zahl der anliegenden Sekundärwärzchen; 

die Warzenhöfe enger und weniger tief und nehmen 
gleichmässiger an Grösse zu; die Miliärzone weniger 
stark granulirt. | 


Salenia magnifica Wright, ein Unicum aus dem Upper White 
Chalk bei Norwich, scheint ein etwas grösseres Gehäuse dieser 
Art (von 21 "" Durchmesser und 18 "" Höhe) zu sein. Dass das 
Periproct in der Richtung der Subanalplatte oval ist, dürfte nur 
als Missbildung aufzufassen sein. 


1) Corrzau, Echin. foss. du depart. de l’Yonne, tom. II, 1376, pag. 456, 
tab. 79, fig. 4—8. 

9) Correav, Echinides nouveaux ou peu connus, 2. ser., V. fasc. Paris (Bull. 
Soc. zool. de France XI), pag. 76, tab. X, fig. 1—5. 


184 IV. Salenidae. [256] 


Salenia Lundgreni Cott.!) aus den Schichten mit Belemnitella 
mucronata von Mörby in Schweden, durch Grösse ausgezeichnet, 
mit 9 primären Stachelwarzen in einer Reihe, unterscheidet sich 
durch die Grösse des Peristoms, dessen Durchmesser den des 
Scheitelschildes noch etwas übertrifft; durch die Höhe des Ge- 
häuses; durch die flach convexe Gestalt des Scheitelschildes; durch 
die spärliche Entwicklung der Körnchen zwischen den mamelo- 
nirten Granulen der Ambulacralfelder. 


Vorkommen. Die Hauptlagerstätte der Art bildet die Zone 
der Becksia Soekelandi Schlüt., d. ı. die obersten Schichten mit 
Actinocamazx quadratus. Sämmtliche Exemplare habe ich in der- 
selben zwischen Coesfeld-Lette und Üoesfeld-Holtwick gesammelt. 
In den darüberliegenden Schichten mit Belemnitella mucronata 
ist, obwohl dieselben viele Jahrzehnte hindurch ausgebeutet sind, 
niemals ein Exemplar gesammelt ?). 


Auch bei Lüneburg sind in der Belemnitella-Kreide einige 
Exemplare gesammelt °). 


1) Corrzav, 1. e., VII. fasce., 1388, pag. 109, tab. XIII, fig. 10—13. 

2) Im Museum für Naturkunde zu Berlin befindet sich ein durch Professor 
Dames auf der Insel Rügen gesammeltes Gehäuse, von dem nur die untere Hälfte 
sichtbar ist, indem die obere Hälfte von Feuerstein verdeckt ist. Möglicher 
Weise gehört das Gehäuse hierher, doch ist zu der näheren Bestimmung noch 
ein Vergleich mit dem Originale von Salenia stellifera Hagen. erforderlich. 

In demselben Museum befindet sich ein aus der Sammlung des Herrn vox 
Bınxuorstr stammendes Gehäuse, von unbekanntem Fundpunkte. Das Gehäuse 
ist ausgefüllt von einem weissen Kalkmergel, der zahlreiche hellgrüne Glaukonit- 
körnchen enthält. Das Stück hat folgende Maasse: 


HoberdestGehäausese mi 2 0 Ram 
Durchmesser des Gehäuses . . . . 2. ....14» 
Durchmesser des Scheitelschildes . . . . . . 85mm 
Durchmesser des Peristoms. . . . .. 0... mm 
Zahl der Primärwarzen in einer Reihe. . . . 7 


Zahl der ambulacralen Wärzchen in einer Reihe 22—23. 
Das Stück fällt auf durch das Fehlen der Suranal-Platte, in Folge dessen das 
Anal-Feld sehr gross ist, ein fast völlig regelmässiges Längs-Oval darstellt, und 
von allen Ovarial- Platten berührt wird, welche sich gegen den Rand desselben 
aufheben, hinten stärker, vorn weniger. Vergl. Taf. 19, Fig. 8. 
3) Nachträglich habe ich durch die Gefälligkeit des Herrn Professor Dames 
noch von zwei weiteren Exemplaren desselben Museums Kenntniss erlangt, welche 


[257] - IV. Salenidae. 185 


In Frankreich sind als Seltenheit ein paar Gehäuse in Schichten 
mit Belemnitella mueronata beobachtet worden. Das wichtigste 
unter diesen Stücken ist das Gehäuse von Meudon bei Paris. 


Salenia sigillata SchLürer. 
Taf. 21, Fig. 1—5. 
Taf. 18,. Fig. 12. 

Das einzige vorliegende Gehäuse hat etwas durch Druck ge- 
litten, so dass der Umfang nicht kreisförmig, sondern leicht oval 
ist, und wahrscheinlich der Scheitelschild mehr conisch erscheint, 
als ursprünglich der Fall war. 


Maasse in Millimetern: 


Biobe des Gehäuses °. . 2... 27 
Höhe des Scheitelschildes . . ce. 6 


Durchmesser des Gehäuses . . 26—29 
Durchmesser des Scheitelschildes 17— 19,5 
Durchmesser des Peristoms . . 7—9 
Durchmesser des Periproctes . 6 
Breite der Ambulacralfelder . . 4 
Breite der Interambulacralfelder 13 
Zahl der interambulacralen War- 

zen in einer Reihe . . . . 7—8 


Zahl der ambulacralen Wärzchen 
in emer Reihe . . . ... c.30 u. 60 Porenpaare. 


Gehäuse sehr gross, sehr hoch, ungefähr so hoch wie breit, 
oben und unten etwas verengt, Unterseite in der Mitte etwas 
concav, Rand gerundet, Scheitelschild hoch gewölbt, conisch. 


Ambulacralfelder schmal, etwa !/, so breit wie die Inter- 
ambulacralfelder; fast linear, auf der Oberseite sich langsam zum 


bei Lüneburg, angeblich in der Zone der Belemnitella mucronata ge- 
sammelt sind. Die Stücke zeichnen sich durch Grösse (20 ”® Durchmesser) und 
Höhe 15"", aus. Die Maasse sind vorn unter Nummer XII beigefügt worden. 
Die grösste Weite der Gehäuse liegt oberhalb der Mitte. Die vier dem Periproct 
zunächst gelegenen Warzenhöfe nehmen nur 4"® Länge ein, die drei oberen 
11,5 "= Länge, und von diesen die beiden höchsten fast 9 "", 


186 : IV. Salenidae. [258] 


Scheitelschilde hin verschmälernd, auf der Unterseite sich rascher 
zum Peristom hin verengend; nur oben am Gehäuse leicht gebogen, 
sonst im ganzen Verlaufe gerade. 


Porengänge, etwas tiefer gelegen als das Mittelfeld, gebildet 
aus rundlichen, leicht schräg gestellten Poren, welche am Umfange 
des Gehäuses grösser sind und weiter auseinander stehen als oben 
und unten. Am Mundsaume verbreitern sich die Gänge nicht. 
Etwa 60 Porenpaare bilden einen Gang. 

Das Mittelfeld trägt jederseits eine Reihe Sekundärwärzchen, 
etwa 30 in jeder Reihe. Unten sind dieselben mehr rundlich, 
gedrängt stehend, und die dem Peristom zunächst gelegenen etwas 
umfangreicher. Höher, am Umfange des Gehäuses, erscheinen die 
Wärzchen etwas oval in der Richtung des Feldes ausgezogen 
und etwas weiter von einander entfernt. Zwischen den beiden 
Wärzchenreihen noch alternirend gestellte kleinere, minder oder 
mehr deutlich mamelonirte Granulen. Der enge Zwischenraum 
ausgefüllt von ganz kleinen Körnchen. 


Die Interambulacralfelder führen 7 bis 8 Primärwarzen 
in jeder vertikalen Reihe. Die 3 oder 4 tiefsten, dem Peristom 
zunächst gelegenen Warzen jeder Reihe sind verhältnissmässig 
klein, von einem sehr engen Warzenhofe umgeben, der fast ganz 
von dem Warzenkegel ausgefüllt wird, und damit einander sehr 
nahe gerückt. 

Weiter aufwärts vergrössern sich die Warzen und ihre Höf- 
chen gleichmässiger und langsamer, wobei jedoch die oberste Warze 
jedes Feldes, welche dem Scheitelschilde zunächst liest, wiederum 
etwas kleiner ist. 

Warzen nicht durchbohrt, kräftig crenelirt, ihre Höfchen etwas 
vertieft; ihre Scrobicularringe von Sekundärwärzchen gebildet, 
welche an Stärke denen der Ambulacralfelder nicht nachstehen, 
an den Aussenseiten der Felder, d. i. zunächst den Porengängen, 
ınit Ausnahme der kleinen auf der Unterseite gelegenen, offen, 
und bei den aufeinander folgenden Höfchen unten ebenfalls often, 


bei den oben gelegenen minder oder mehr geschlossen. 


[259] IV. Salenidae. 187 


Miliärzone auf den Seiten des Gehäuses von unten nach 
oben kaum an Breite zunehmend, so dass ihre Breite unten dem 
Durchmesser der anstossenden Höfchen, am Umfange des Gehäuses 
dem halben Durchmesser derselben gleichkommt. Sie trägt kleinere 
und grössere, zum Theil mamelonirte Granulen und zwischen diesen 
feine Körnchen. 


Peristom etwas eingesenkt, klein, nicht halb so gross 
wie der Scheitelschild, mit verhältnissmässig nicht tiefen Ein- 
schnitten. 


Scheitelschild mässig gross, aber hochgewölbt, subconisch. 
Die Oberfläche, welche durch Verwitterung gelitten hat, lässt 
einige undeutliche Spuren schwacher radialer Striemen wahrnehmen, 
sowie einige kleine rundliche Suturaleindrücke und die deutlich 
siebförmige Durchbrechung der Madreporen-Platte.e Die Durch- 
bohrung der Ovarial-Platten excentrisch, im äusseren Drittel der 
Platten; die feine Durchbohrung der herzförmigen Ocellar-Platten 
am: äussersten Rande. 


Die Ovarial-Platten zeigen eine sehr auffallende, bisher 
wohl ganz isolirt stehende Erscheinung darin, dass auf jeder 
Platte die Ovarial-Oeffnung in einem vertieften, von scharfen, 
etwas überhangenden Rändern begrenzten Feldchen liegt. Diese 
Feldchen sind auf den drei vorderen Platten, wie die Platten selbst, 
oblong, hinten etwas breiter wie vorn; die Längsseiten einwärts 
gebogen; die Vorderseite einen stumpfen nach auswärts gerichteten 
Winkel bildend und die Hinterseite etwas abgerundet, gleichen 
sie etwa einem Wappenschilde oder eingedrückten Siegel. Die 
Länge der Feldchen beträgt stark 2", die Breite ist etwas ge- 
ringer, die Länge der Platten selbst 7 "". 


Bei den beiden hinteren Ovarial-Platten, deren Umriss durch 
das einschneidende Periproct alterirt ist, scheint auch der Umriss 
der Feldchen ein anderer zu sein, aber in Folge der Verwitterung 
und Abblätterung weniger genau festzustellen. 

Die Ovarial-Oeffnung liegt in den Feldchen dem nach auswärts 
gerichteten stumpfen Winkel genähert. Der Boden der Feldchen 


188 IV. Salenidae. [260] 


trägt eine Anzahl Granulen von !/; bis 2/;”® Durchmesser. Drei 
oder vier Granulen stehen unmittelbar an der Ovarial-Oeffnung )), 
diese zwischen sich nehmend. 

Das Periproct gross, dreiseitig, der verdickte Rand nur 
theilweise erhalten. 


Bemerk. In Bezug auf Grösse und Höhe des Gehäuses im 
Verein mit der Zahl der Primärwarzen in einer Vertikalreihe steht 
am nächsten 

Salenia Lindströmi ÜOTTEAU?) 
aus der oberen Kreide mit Belemnitella mucronata von Mörby in 
der schwedischen Landschaft Blekinge, welche, bis jetzt ebenfalls 
nur in einem Exemplare bekannt, im Museum der Universität 
Lund aufbewahrt wird. 

DiezTlohesbeträstz . 2..@ ...... un Dun 

der Durchmesser . . ..... „2. 29055 

dassBeristomsan. en no 


Die Verschiedenheiten bestehen darin, dass bei der schwe- 
dischen Art: 

die Porengänge sich am Peristom verbreitern, 

die Stachelwarzen und ihre Höfchen sich nach aufwärts 
gleichmässiger zu vergrössern scheinen und stärker 
mamelonirt sind, 

die Miliärzone im allgemeinen schmaler ist und sich vom 
Scheitel zum Umfange hin verbreitert, 

das Peristom nicht eingesenkt, sondern in der Ebene der 
Schale liegt, 2 | 

das Peristom sehr gross, so gross wie der Scheitelschild ist, 

der Scheitelschild fast flach, nur ein wenig convex ist, 

das Periproct nicht dreieckig, sondern subcircular ist, 

die Ovarial-Poren nicht in einem Feldchen liegen, 


!) Anscheinend besitzen die Platten roch einige kleine, regellos gestaltete 
Vertiefungen mit je einem oder zwei Körnchen auf dem Grunde. Bei dem an- 
gewitterten Zustande der Platten ist vielleicht hier ein Zweifel nicht aus- 
geschlossen. 

2) ÜoTTEAU, Kehin. nouv. ou peu connus. 2. Ser. VII. fasc. Extrait des 
möm. de la soc. zoolog. de France. 1888, pag. 109, tab. 13, fig. 10—13, 


[261] IV. Salenidae. 189 


demnach beide Gehäuse durch Umstände von einander abweichen, 
welche nicht durch die freilich auch nur geringe Differenz in der 
Grösse begründet werden können, und sie als verschiedenen Arten 
angehörig zu betrachten sind. 

Näher steht das Gehäuse von Salenia Heberti, dessen 
zahlreich vorliegende Gehäuse im allgemeinen niedriger, durch- 
schnittlich kaum die halbe Grösse erreichen, indem die Extreme 
der Höhe zwischen 6 und 10,5 ”%, und des Durchmessers zwischen 
9 und 17”® liesen, während Salenia sigillata eine Höhe von 
27" und einen Durchmesser von 29", ausserdem eine grosse 
Stachelwarze mit weitem Höfchen mehr in der Vertikalreihe besitzt, 
die obersten Höfchen einen Scerobicular-Ring haben, der nur an 
der Aussenseite der Felder nicht völlig geschlossen ist, die Zahl 
der Porenpaare erheblich grösser als diejenige der anliegenden 
Granulen, ihr Gehäuse unten etwas mehr eingezogen, das Peristom 
bestimmt eingesenkt und der Scheitelschild mehr ausgesprochen 
conisch erscheint und die Genital-Poren von eingesenkten, mit 
Granulen besetzten Höfchen umgeben sind, welche der Salenia 
Heberti fehlen. 

Das Verhältniss zwischen Salenia Heberti und Salenia sigillata 
wird sich noch bestimmter ergeben, wenn die noch fehlenden 
Gehäuse zwischenliesender Grösse, von 18 bis 28" Durchmesser 
ebenfalls zum Vergleiche vorliegen. ' 

Vorkommen. salenia sigillata wurde an sekundärer Lager- 
stätte in einem 12 Fuss tiefen diluvialen Kieslager, hinter dem 
neuen Palais bei Potsdam gefunden. 

Die Ausfüllungsmasse des Gehäuses besteht aus nicht festem 
grobkörnigem Sandstein mit kalkig-thonigem Bindemittel und ver- 
einzelten dunkelen Glaukonitkörnern, also einem Gestein, wie es 
von verschiedenen Lokalitäten der baltischen oberen Kreide!) 
bekannt ist. 


I) Und zwar sowohl aus dem Cenoman, wie aus dem Senon. Vergl. F. Römer, 
Lethaea erratica oder Aufzählung und Beschreibung der in. der norddeutschen 
Ebene vorkommenden Diluvial-Geschiebe nordischer Sedimentär-Gesteine. Berlin 
1885 (Pal. Abhandl. von Dames u. Kayser), pag. 151, woselbst die ganze ein- 
schlägige Litteratur zusammengestellt ist. 


190 IV. Salenidae. [262] 


Wahrschemlich lag dieses Gehäuse einem Vortrage des Herrn 
LeopoLp v. Buch zu Grunde, den derselbe unter dem Titel: 

»Ueber eine neue bei Potsdam fossil gefundene Salenia, 
Salenia tripartita« 
in der »Gesellschaft der naturforschenden Freunde zu Berlin« im 
März 1846 gehalten hat. Der Vortrag selbst ist in den Berichten 
der Gesellschaft nicht abgedruckt worden, da dieselbe in den 
Jahren 1839—1859 die in ihren Sitzungen gehaltenen Vorträge 
nicht selbst publicirte). Worauf die Bezeichnung tripartita hin- 
weisen will, ist nicht mit einiger Sicherheit festzustellen. 


Das Original, im Museum für Naturkunde zu Berlin, verdanke 
ich der gefälligen Mittheilung der Herren Professoren BEYRICH 
und DAMES. 


Salenia obnupta SCHLÜTER. 
Darı19, Kia, 16. 


Maasse: 
Gesammt-Höhe des Gehäuses . . . .„ 12 mm 
Höhe des Scheitelschildes . . . . . . e5» 
Durchmesser des Gehäuses . . . „nal 
Durchmesser des Scheitelschildes . . . e.16 » 
Durchmesser des Peristoms . . . . . 6» 
Durchmesser des Periprocts, fat . . . A» 


Zahl der interambulacralen Stachelwarzen 
in einer Vertikalreihe . . . . ......4(—-5) 
Zahl der ambulacralen Granulen in einer 
Vertikaleeikegs wc au na EL 


Gehäuse von mittlerer Grösse; Umfang kreisförmig, Ober- 
seite gebläht, subconisch; Unterseite fast plan, Rand gerundet. 
Ambulacralfelder schmal, mässig vortretend, leicht ge- 
bogen, scheinbar sich tief in die Ocellar- Platten einschiebend. 
Porengänge nicht eingesenkt, auf einer Abschrägung der 
Felder liegend. Poren klein, etwas schräg gestellt; Porenpaare 
') Der Sitzungsbericht der Gesellschaft vom Jahre 1866 enthält als Anhang 


ein Register, das die in dem genannten Zeitraume gehaltenen Vorträge, den hier 
in Rede stehenden Seite 3, aufführt. 


[2 63] IV. Salenidae. 191 


durch eine Einsenkung der Schale getrennt, zahlreicher als die 
ambulacralen Sekundärwärzchen der anliegenden Reihe. 

Der Interporiferenraum trägt jederseits eine Reihe nicht starker 
mamelonirter Sekundärwärzchen, 13 bis 16 jederseits, welche von 
oben nach unten langsam an Grösse zunehmen; sie stehen von 
einander entfernt, so dass sich die unregelmässigen, den verhältniss- 
mässig breiten Mittelraum dicht gedrängt ausfüllenden Granulen 
in die Lücken der Reihen einschieben können. 

Die Interambulacralfelder führen in jeder Vertikalreihe 4, 
ausnahmsweise 5 Primärwarzen, von denen die dem Peristom zu- 
nächst gelegenen sehr klein und einander genähert sind, so dass 
jede Reihe nur eine oder zwei grosse Stachelwarzen enthält. Sie 
sind gekerbt, aber nicht durchbohrt; ihre von unten nach oben an 
Grösse zunehmenden Höfchen von einem Ringe mamelonirter, 
mässig zahlreicher Sekundärwärzchen umgeben, welcher an der 
Aussenseite des Feldes nicht geschlossen ist. An den zu unterst 
stehenden Warzen fehlt der Raum für die Entwicklung eines 
Scrobicularringes. 

Die Miliärzone trägt, wie die Mitte der Ambulacralfelder, 
unregelmässige, gedrängt stehende, zum Theil mamelonirte Gra- 
nulen und Knötchen. 

Peristom nicht oder kaum wahrnehmbar eingesenkt, rund- 
lich, mit kleinen aber kräftig umgeschlagenen Einschnitten; klein, 
nur 22/3 des Scheitelschildes. 

Scheitelschild sehr gross, die ganze Oberseite so weit be- 
deckend, dass in der oberen Ansicht nur noch die höheren Stachel- 
warzen und die obere Partie der Ambulacralfelder sichtbar sind. 

Der Scheitelschild setzt sich nicht von dem übrigen Gehäuse 
ab; die Coronalplatten stossen vielmehr mit den Platten des Scheitel- 
schildes in der Weise zusammen, dass beide in derselben Ebene 
liegen, und da die Granulation der Miliärzone sich in der oberen 
Partie der Interambulacralfelder ausdehnt und auf den Scheitel- 
schild übergeht, hier mit geringen Nüancirungen Ovarial- wie 
Öcellarplatten gleichmässig bedeckt, so sind die Grenzen nicht 
leicht zu sehen, und erscheint die Oberseite des Gehäuses wie 


verhüllt. Wahrscheimlich entspringt hieraus an einigen Stellen 


192 IV. Salenidae. [264] 


der täuschende Anblick, als ob der Aussenrand der Ocellarplatten 
tief ausgeschnitten sei. Keine Sutural-Impressionen. 

Die Övarialöffnungen sind so klein und in der kräftigen 
Granulation der Platten verschwindend, dass sie nicht leicht ge- 
sehen werden. 

Periproct sehr gross, gerundet dreieckig, mit aufgeworfenem 
Rande, der auch von der gemeinsamen Granulation überzogen ist. 

Bemerk. Verwandt ist nur Salenia granulosa Forb., deren 
Gehäuse durchschnittlich nur halb so gross, deren Scheitelschild 
weniger gross, deren Ambulacralfelder mehr gerade, deren Granu- 
lation auf beiden Feldern und dem Schilde weniger entwickelt ist, 
und bei der an den guten deutschen Exemplaren der Scheitel- 
schild immer deutlich sich abhebt. Unter den beschriebenen aus- 
ländischen Gehäusen befinden sich, wie erwähnt, solche, bei denen 
ebenfalls sich der Scheitelschild nicht abhebt. Diese Stücke werden 
in ihrem Verhältniss zu Salenia-obnupta noch näher zu prüfen sein. 

Zu den angegebenen Verschiedenheiten tritt das verschiedene 
geologische Alter. Während Salenia rugosa dem Unteren Turon 
angehört, trat Salenia obnupta erst im jüngsten Senon auf. 

Vorkommen. sSalenia obnupta wurde in den hellen Kreide- 
mergeln mit Belemnitella mueronata bei Berkum unweit Peine 
(Hannover) durch Herrn U. SCHLÖNBACH gesammelt, dessen 
Freundlichkeit ich das Stück verdanke. 

Original im Museum zu Bonn. 


Salenia anthophora Jos. MÜLLER 1847. 
a 19, Bis, 7. 
Taf. 20, Fig. 1—5. 
Salenia anthophora Jos. Münuer, Monogr. d. Petrefact. d. Aachener Kreideform. 
Bonn 1847, pag. 7, tab. 1, fig. 1. 


»  Bonnissenti Corrau, lehin. nouveaux ou peu connus. 1. ser. 1866, 
pag. 110, tab. XV, fig. 4—7. 


Maasse in Millimetern: 


I. II. II. IV. 
Höhe des’ Gebiges "77 77..... 12 14 c. 17 18,5 
Durchmesser des Gehäuses . . » 18 195 21 25 


Durchmesser des Scheitelschildes . 12 c.14,5 c.15 20 


} 


IE, DT DU ER 


DEI 1 EEE 


[265] IV. Salenidae. 193 
Ik I. III. IV. 

Durchmesser des Peristoms . . . 6 6,5 6,5 9 

Durchmesser des Periprocts. . . 2,5-3 3 3 c.4 


Breite der Interambulacralfelder . «8 c. 9 10 11,5 
Breite der Ambulacralfelder. . . e.2,5 0.25 c3 e. 3,5 
Zahl der Ambulacralwärzchen in 
BumersVertikälreihe . 2.1. 24-25 20 22-23 21-23 
Zahl der Interambulacralwärzchen 
in einer Vertikalreihe . . . . 6(-) 5-6 5-6 5-6 
I. Etwas verkrüppeltes Gehäuse, in Aachen. 

II. Original in Bonn. 

III. Originalexemplar von Jos. MÜLLER in Aachen. 

IV. Original im Museum zu Berlin. — Der stark gewölbte 

Scheitelschild hat 5"” Höhe. 

Gehäuse ziemlich gross, von kreisförmigem Umfang, ver- 
hältnissmässig hoch, Oberseite gewölbt, Unterseite fast plan, Rand 
abgerundet. 

Ambulacralfelder schmal, etwas vortretend, fast gerade, 
nur oben leicht gebogen. 

Porengänge nicht vertieft, auf einer Abschrägung der Felder 
gelegen, gebildet von entfernt stehenden, schräg gestellten Poren- 
paaren, welche mit den ambulacralen Sekundärwärzchen correspon- 
diren. 

Interporiferenzone mit genäherten Reihen mamelonirter Sekun- 
därwärzchen, mindestens 20 in jeder Reihe. Bei den grösseren 
mehr !). Die Wärzchen sind am Umfange des Gehäuses am 
stärksten und nehmen langsam an Grösse gegen den Scheitel und 
gegen das Peristom hin ab. Die beiden Reihen stehen so nahe, 
dass nur noch eine Reihe Körnchen Platz findet. Je ein etwas 
grösseres Körnchen schiebt sich in den Winkel zwischen je zwei 
folgende Wärzchen. 

Die Interambulacralfelder führen 5 oder 6 crenelirte, 
nicht durchbohrte’Stachelwarzen in jeder Vertikalreihe, von denen 


!) Das unter I gemessene kleinere Gehäuse mit 24 — 25 Sekundärwärzchen 


hat noch lebend durch Druck oder Bruch gelittten. Wohl ist auch der Scheitel- 
schild flacher. 


Neue Folge. Heft 5. 13 


194 IV. Salenidae. [266] 


die zwei oder drei dem Peristom zunächst gelegenen sehr klein 
sind. Eine oder zwei zeichnen sich in jeder Reihe durch Grösse 
aus. Verhältnissmässig ist ihr Warzenkegel nicht dick und die 
Warze nur von geringem Umfange. 

Die Scrobicularringe, gebildet von mamelonirten Sekundär- 
wärzchen, welche an Grösse denen der Ambulacralfelder gleich 
kommen, sind nicht geschlossen, so dass sich die aufeinander 
folgenden Warzenhöfe berühren, und dieselben gegen die Poren- 
zonen ganz offen sind, indem hier nur ein Wärzchen jede Ecke 
der Coronalplatten besetzt, und der Anschein entsteht, als lägen 
die Porenpaare auf dem sich aufhebenden Rande der Höfchen. 

Miliärzone nicht breit, besetzt mit kleineren mamelonirten 
Wärzchen und zwischen ihnen kleinere und ganz kleine Körnchen. 

Peristom nicht, oder kaum wahrnehmbar eingesenkt, kreis- 
förmig, klein, durchschnittlich kaum halb so gross als der Scheitel- 
schild; mit sehr geringen Einschnitten. 

Scheitelschild gross, gewölbt und sehr dick; es ist wohl 
der dickste Schild, den eine bekannte Salenia führt. 

Die etwas ausgeschnittenen Ocellarplatten treten aus dem 
Umfange des Schildes vor, die convexe Aussenseite der Ovarial- 
platten um ebenso viel zurück. Die Nähte der Platten sehr deut- 
lich, mit tiefen Impressionen. Ovarialöffnungen central. 

Die einzelnen Platten senken sich gern, minder oder mehr 
gegen die Suturalimpressionen ein, während die zwischenliegenden 
Theile wölbig vortreten, und die Wölbungen gegen den Mittel- 
punkt der Platte sich verlieren. In einzelnen Fällen sind diese 
Wölbungen bis zu aufliegenden excentrischen Rippen entwickelt, 
welche von einer Platte auf die andere Platte übersetzen. 

Bemerk. Die Art wurde zuerst durch JOSEPH MÜLLER aus 
den weissen Mergeln des Schneeberges bei Aachen, welche den 
Schichten mit Belemnitella mueronata angehören, beschrieben. Es 
ist nur ein halbes, im Uebrigen vortrefflich erhaltenes Gehäuse. 
Es zeichnet sich durch einen hohen (4 "") subconischen Scheitel- 
schild aus. Die einzelnen Platten convex mit mittelstarken Radial- 
leisten. Ausserdem liegen noch 3 Gehäuse vom selben Fundpunkte 
vor; das eine mit etwas weniger hohem Scheitelschilde und kaum 


[267] IV. Salenidae. 195 


angedeuteten radialen Rippen auf den Platten (No. II), das dritte 
(No. I) etwas verkrüppelt, mit flachem Scheitelschilde und sehr 
starken Radialrippen auf den Platten. 

CorrEau beschrieb sie ce. zwanzig Jahre später aus der jüngsten 
Kreide von Orglande !) (Manche) und fügte dann noch Ciply 
(Belgien)?) als Fundpunkt bei, und meinte zugleich, die kleineren, 
früher von ihm als Salenia Bourgeoisi angesprochenen Gehäuse 
aus dem Kreidetuff von Maestricht ?) mit der Art vereinen zu 
können. 

Mir liegen von allen diesen Fundpunkten Exemplare vor, und 
ich finde, dass das Aachener Gehäuse nicht von den französischen 
und belgischen Stücken abweicht. Die kleinen, nicht seltenen Ge- 
häuse von Maestricht zeigen ein Peristom, welches verhältniss- 
mässig viel grösser und von fünfseitigem Umriss ist. Interambu- 
lacralplatten etwas gewölbt, ihre deutlichen Nähte, besonders die 
Mittelnaht ein wenig eingesenkt. Miliärgranulen kräftiger, nur 3 
oder 4 Primärwarzen in einer Reihe. Sie sind in dieser Schrift 
als Salenia Maestrichtensis aufgeführt. 


DEsoR %) und CoTTEaAu 5) brachten (nach einem Abgusse) Dar- 
stellungen von Salenia anthophora Müll., aber die Bilder sind 
nicht zutreffend; es haben hierbei Verwechselungen der Etiketten 
stattgefunden. Ohne Zweifel liegt beiden Darstellungen ein Ab- 
guss der 

Salenia stellifera Hagenow 
aus der oberen Kreide der Insel Rügen zu Grunde, wie auch 
ein Vergleich der von QUENSTEDT 6) gelieferten Abbildung des 
Hagenow’schen Modelles darthut. 


1) Vergleiche unter Maasse No. 5 und 6. 

2) Correau, Echinides eretaces du Hainaut, Bull. soc. geol. de France 1874, 
pag. 115. Die mir bekannten Exemplare von Ciply sind alle mehr oder minder 
abgerieben. 

3%) Correau, Paleont. france. terr. eret. tom. 7, pag. 165, tab. 1040, fig. 26— 28. 

4) Desor, Synopsis des Echinides fossiles, pag. 151, tab. 20, fig. 4. 

5) Correau, Palöontol. frang. terr. er&t. pag. 166, tab. 1039, fig. 1—5. 

6) Quessreor, Echiniden, tab. 69, fig. 82. Die Abbildung ist nicht ganz zu- 
treffend, indem ebenso wie in dem Bilde bei Disor die Ovarial- Platten zu weit 
vortreten. In dieser Hinsicht ist die Abbildung bei Correau richtiger. 


15* 


196 er IV. Salenidae. [268] 


Das nähere Verhältniss von Salenia anthophora zu Salenia 
stellifera, welche sich durch etwas niedrigere Gestalt und zahl- 
reichere und kleinere Suturalimpressionen in dem anscheinend etwas 
kleineren und dünneren (?) Scheitelschilde unterscheidet, kann 
nur ein Vergleich des Originals darthun. Nach dem nicht voll- 
kommenen Abgusse scheinen auf den Ambulacral-Feldern die 
beiden Wärzchen-Reihen etwas weiter auseinander zu stehen, ins- 
besondere die Wärzchen jeder Reihe am Umfange und auf der 
Oberseite des Gehäuses weiter von einander entfernt zu stehen; die 
Zahl der Primärwarzen aber scheint die gleiche zu sein: 5 bis 61). 

Das Gehäuse, welches DEsor?) als Salenia stellifera Hag. ab- 
bildet, ist etwas ganz Fremdes, und hat, wie schon QUENSTEDT ®) 
bemerkte, nichts mit der Art von Rügen zu thun. 


Vorkommen. Salenia anthophora gehört der jüngsten Kreide 
mit Belemnitella mucronata an. Im Deutschland bis jetzt mit 
Sicherheit nur vom Schneeberge bei Aachen bekannt. 

Ein Gehäuse im Museum zu Bonn; zwei Gehäuse, einschliesslich 
das Original von Jos. MÜLLER, im Polytechnicum zu Aachen; und 
ein sehr grosses Gehäuse aus der Sammlung BINKHORST im Mu- 
seum für Naturkunde zu Berlin. 


Ausserdem bei Ciply und Valognes. 


Salenia Maestriehtensis SCHLÜTER. 


Salenia Bourgeoisi Correau, zum Theil, Paleont. franc. terr. eret. tom. VII, 1861, 
pag. 165, tab. 1040, fig. 25—28 (non! tab. 1038, 
fig. 1—18). — Maestricht. 

Salenia Bonissenti Corrzau, zum Theil, Echin. eretaces du Hainaut, Bull, soe. 
geol. France 1874, pag. 115. — Maestricht. 


!) Ein nahestehendes, vielleicht identes Gehäuse hat Lanusex in seiner (russisch 
geschriebenen) Abhandlung über die weisse Kreide des Gouvernements Simbirsk 
(Petersburg 1873, pag. 15, tab. III, fig. 9) unter der Bezeichnung 

Salenia Jerofejewü 
beschrieben. Peristom ebenfalls sehr eng, Scheitelschild gross, jenes nicht halb 
so gross, wie dieses. Suturalimpressionen punktförmig; Scheitel mit leichter 
Strahlung. 5—6 interambulacrale Stachelwarzen ete. 
2) Desor, Syn. lehinid. foss. pag. 151, tab. 20, fig. 5. 
3) Quessıepr, Echiniden, 1. ec. pag. 245. 


[269] IV. Salenidae. 197 


Maasse in Millimetern. 

Höhe der Schale. . c.1,8 c. 2,2 Sfr 6 
Durchmesser der 

Schale 
Durchmesser des 

Scheitelschildes . .22 2,8 035 5 5,8 7 
Durchmesser des 

Beristoms.. ....:. 0. 1,6 1,8 2 c.3 4 4,2 
Durchmesser des 

BeroBles en 00,8, 06 50,8 1 1,3 
Zahl d. Primärwarzen 

in einer Rihe . ?4 (3-)4 4A(-5) 4 4-5 B) 
Zahl der ambulacralen 


Sekundärwärzchen 
in einer Reihe . 10 c.13 216 16-17 


[e} 

> 
SS 
oo 


7 fast9 10,5 


Gewisse kleine, im Kreidetuff von Maestricht nicht seltene 
Salenien !) waren von COTTEAU 1861 zu Salenia Bourgeoisi ge- 
stellt, welche einem tieferen Niveau angehört; diese Bestimmung 
wurde 1874 als irrig bezeichnet, dagegen als sehr wahrscheinlich 
angenommen, dass dieselben zu Salenia Bonissenti Cott. (= Sale- 
nia anthophora Müller) gehören ?). 

Die vorliegenden Gehäuse von Maestricht und Falkenberg (mehr 
als zwei Dutzend) unterscheiden sich von der letztgenannten Art 

1. durch geringeren Durchmesser von 3 bis 11”"”, während 

die Salenia anthophora nur in Gehäusen von 16 bis 25"” 
Durchmesser bekannt ist; 
2. durch verhältnissmässig niedrigere Gestalt; 
3. durch verhältnissmässig breitere Miliärzone; 
4. durch gröbere und mehr gleichmässige Miliärgranulen ; 


!) Gleich gross wie der begleitende Goniopygus Heberti! 

”) Wenn Salenia Bourgeoisi später nochmals auch aus höheren Kreide- 
Schichten genannt wird (Echinides Jurassiques, Cretaces, Kocönes, du Sud-Ouest 
de la France par G. Correau, Acad&mie des belles-lettres, sciences et arts de la 
Rochelle. La Rochelle 1883, pag. 192 et 194), so macht der Umstand, dass die 
Abbildungen |]. ce. tab. 1040, fig. 25—28 nun wiederum zu Salenia Bourgeoisi 
eitirt werden, die ganze Angabe bedenklich, 


198 IV. Salenidae. [27 0] 


5. durch Einsenken der Interambulacralfelder gegen ihre 
Mittelnaht, welche immer deutlich, bei Salenia anthophora 
versteckt ist; 

6. durch den fünfseitigen Umriss des Peristoms). 


Die Punkte 3 bis 6 lassen sich nicht auf Entwickelungsdiffe- 
renzen zurückführen. Bis der Nachweis dieser, der vorzugsweise in 
Gehäusen von 10 bis 16%® Durchmesser zu suchen ist, gelungen 
sein wird, dürfte es correcter sein, beide Formen auseinander zu 
halten, und die kleinen, geologisch jüngeren Gehäuse nach ihrem 
Fundpunkte als Salenia Maestrichtensis zu bezeichnen. 

Betreffend das fünfseitige Peristom dürfte zu erwähnen sein, 
dass einer anderen Art angehörige, ebenfalls sehr kleine Salenien 
von Maestricht, ein kreisförmiges Peristom besitzen. 

Unter den bereits beschriebenen kleinen Salenien der oberen 
Kreide zeigt ein fünfseitiges Peristom die ebenfalls mit einem 
dicken, grossen Scheitelschilde und verhältnissmässig starken Su- 
turalimpressionen versehene 

Salenia pygmaea Hag. ?), 
aus der Schreibkreide der Insel Rügen, von der wir A. Kunt#°) 
eine erneute Darstellung nach einem diluvialen Exemplare ver- 
danken. — Es wird noch das nähere Verhältniss der Rügener und 
Maestrichter Gehäuse zu ermitteln und festzustellen sein, ob letz- 
teren ebenfalls die Bezeichnung Salenia pygmaea zukomme. 

Bemerk. Auch aus deutschem turonen Pläner ist Salenia 
Bourgeoisi genannt worden. 

U. ScHLönBacH #) führt aus den Galeriten-Schichten auch 

»Salenia Bourgeoisi?« 


l) In der Abbildung bei Corırau nicht deutlich zum Ausdruck gebracht. 

2) von Hacenow , Monographie der Rügen’schen Kreide-Versteinerungen. 
II. Abth. Radiaren und Annulaten. Jahrb. für Mineral. 1840, pag. 630, tab. 9, 
fig. 4. 

Salenia minima Desor (Paleontol. france.) pag. 171, tab. 1040, fig. 1—10. 
von Ciply besitzt keine Suturalimpressionen. 

3) A. Kunrn, die losen Versteinerungen von Tempelhof bei Berlin. Zeitschr. 
d. Deutsch. geol. Ges. Bd. XVII, 1865, pag. 327, tab. 7, fig. 7. 

4) Ueber die norddeutschen Galeriten-Schichten und ihre Brachiopoden-Fauna. 
Sitzungsber. d. Wiener Akad. 1568. 


[27 1] IV. Salenidae. 199 


nach einer Bestimmung COTTEAU'S auf. Zu dieser Angabe ist zu 
bemerken, dass das einzige Gehäuse, auf welchem dieselbe be- 
ruht, sowohl nach seinem geologischen Vorkommen, wie nach 
seiner paläontologischen Bedeutung zweifelhaft ist. 


Ueber die Lagerstätte des Gehäuses lässt sich nur angeben, 
dass es im »nordöstlichen Theile des Fleischercamp bei Salzgitter, 
wahrscheinlich über dem cenomanen Pläner« gefunden wurde, 
demnach sein geologisches Alter nicht völlig sicher ist. 


Das kleine Gehäuse, dessen 
Durchmesser? .,. ..8,50m 
Eicher. 2.,.5% 
Scheitelschild . . . 5 » 
Bere en . 39» 


beträgt, hat einige Aehnlichkeit mit 
Salenia Gehrdenensis Schlüt. 


aus dem Unter-Senon, doch stehen die Wärzchen-Reihen der 
Ambulacralfelder (oben) etwas weiter auseinander, und ist die 
Miliärzone auch auf der oberen Seite des Grehäuses mehr ent- 
wickelt, ebendort auch die Scrobicularringe mehr geschlossen, nur 
an der Aussenseite der Felder offen. 

Mehr nähert sich das Gehäuse den Formen aus der Gruppe der 

Salenia Austeni, 
welche FORBES ?) aus dem Lower grey Chalk von Folkstone be- 
schrieb. 

Als jugendliches Gehäuse ist das Stück in seinen Bezie- 
hungen zweifelhaft. Die Zweifel werden sich lichten, sobald weitere 
Funde über den Entwicklungsgang Aufklärung geben. 

Wenn die angegebene Lagerstätte zutreffend ist, so kann es 
sich nur um Unter-Turone-Schichten, also um Mytiloides- oder 
Brongniarti-Pläner handeln. Aus beiden ist in Deutschland nur 
eine Salenia, Salenia granulosa Forb. bekannt, zu welcher das 
fragliche Gehäuse keinerlei Beziehungen hat. 


') Weisur, Brit. foss. Echin. ]. c. pag. 176, tab, 37, fig. 1. 


A a ee 


200 IV. ade [272] Be 


ellich stammt das Gehäuse, trotz Angabe, demnach Bi 


aus cenomanen Schichten. 


Vorkommen. sSalenia Maestrichtensis findet sich nicht selten 
in den Schichten der jüngsten Kreide bei Maestricht und Falken- 
burg. 


ur 


[273] 


IV. Salenidae. 201 


Gatt. Gauthieria LAMBERT 1888 1), 
Taf. 19, Fig. 10. 


Seitdem Phymosoma radiatum Sorign., die verbreitetste 
Art der Gattung in unserem turonen Pläner, Heft I, pag. 12, be- 
sprochen wurde, hat J. LAMBERT in den Steinbrüchen von Armeau, 
deren Bänke dem Turon mit Holaster planus angehören, das erste 
Gehäuse aufgefunden, an welchem der sonst stets ausgefallene 
Scheitelschild nahezu vollständig erhalten ist. 

Dieser Schild ist gross, pentagonal, mit leicht welligem Rande; 
einer der Winkel des Pentagons spitzer als die übrigen und so- 
mit weiter vorspringend. Der Schild setzt sich zusammen aus: 


1: 
2. 
3. 


einer hexagonalen Centralplatte; 

drei vorderen hexagonalen Sekundärplatten; 

aus wahrscheinlich acht ungleichförmigen Superanalplatten, 
von denen nur noch zwei sichtbar sind; 

in den Winkeln des Pentagons fünf kleinen Genital-Platten, 
von denen die paarigen unregelmässig hexagonal sind, die 
unpaarige sehr schmal und vorspringend ist. Die vordere 
Platte zur Rechten fein spongiös: Madreporenplatte. Alle 
fünf Genitalplatten dicht an ihrem Aussenrande durchbohrt; 
fünf trapezförmigen Ocellar-Platten, von denen die drei 
vorderen genau ein Halbhexagon darstellen, die hinteren 
sich rückwärts verlängern bis zur Berührung mit der un- 
paarigen Genitalplatte und die Einfassung des Periprocts 
bilden, welche die fehlenden Superanalplatten vervoll- 
ständigen müssten. 


) J. Lamsertr, Note sur un nouveau genre d’Echinides de la eraie de l’Yonne. 
Bullet. de la societ& des sciences histor, et natur, de l’Yonne, 1888. Mit Abbild. 


im Text, 


2023 IV. Salenidae. [2 74] 


Alle Platten mit einer äusserst feinen Körnelung bedeckt und 
ausserdem einige submamelonirte, regellos vertheilte Granulen. 

Das völlig excentrisch, ganz vorn gelegene Periproct dürfte 
einen subeirculären Umfang gehabt haben. 


Bei dieser Beschaffenheit des Scheitelschildes musste Phym. 
radiatum von Phymosoma und der Familie der Diadematidae selbst 
entfernt und der Familie der Salenidae beigefügt werden. Auch 
in dieser Familie nimmt die neue Gattung Gauthieria mit ihren 
breiten Ambulacralfeldern, welche crenelirte, nicht durchbohrte 
Stachelwarzen tragen, die an Grösse denjenigen der Interambula- 
cralfelder fast gleich kommen, eine isolirte Stellung ein, wenn- 
gleich sie sich hier der Gattung Aecrosalenia mit den verhältniss- 
mässig breitesten Ambulacralfeldern, aber durchbohrten Stachel- 
warzen zunächst stellt. 


Was das Vorkommen von 
Gauthieria radiata 


anbetrifft, so habe ich den bereits früher angeführten Fundpunkten 
hinzuzufügen, dass sich im turonen Grünsande über der westfäli- 
schen Steinkohlenformation noch ein zweites Exemplar im Dort- 
munder Revier gezeigt hat, sowie dass ich auch im Cwvieri-Pläner 
bei Paderborn ein Exemplar gesammelt habe. 


Sonach ist Gauthieria radiata aus den 3 oberen Gliedern des 
Turon, aus der Zone des /noceramus Brongniarti, aus der des 
Heteroceras Reussianum und aus der Zone des /noceramus Cuvieri 
nachgewiesen, bisher aber noch nicht in dem tiefsten Gliede, der 
Zone des /noceramus problematicus gesehen worden. 

Ihre Hauptentwicklung scheint die Art in der Zone des 
Heteroceras Reussianum (Scaphiten-Pläner), im östlichen Deutsch- 
land, Sachsen, Böhmen, Schlesien, gehabt zu haben. 


IV. Salenidase. 203 


Rückblick. 


F Verbreitung der Salenidae in den norddeutschen Kreidebildungen. 


Im Neocom: 


Peltastes stellulatus Agass. 
Im Gault wurde noch keine Art beobachtet. 


Im Cenoman: 


Peltastes clathratus Agass. 
Goniophorus lunulatus Agass. 
Salenia petalifera Desm. 


Im Turon: 
Salenia granulosa Forb. 
Gauthieria radiatum Sorig. sp. 


Im Emscher wurde noch keine Art beobachtet. 


Im Unter-Senon (Horizont des /noceramus lobatus): 


Salenia Gehrdenensis Schlüt. 
Salenia (Juenstedti Schlüt. 


Im Ober-Senon (Coeloptychien - Kreide): 
Salenia Heberti Gott. 
Salenia obnupta Schlüt. 
Salenia anthophora Müll. 
Salenia stellifera Hagenow. 
Salenia pygmaea Hagenow. 


204 IV. Salenidae. [276] 


. 


Im Danien: 


Salenia Maestrichtensis Schlüt. 
Peltastes heliophorus Agass. 


An sekundärer Lagerstätte im Diluvium: 


Peltastes heliophorus Agass. 
Salenia sigillata Schlüt. 
Salenia pygmaea Hag. 


IV. Salenidae. 205 


Nachtrag. 


Gatt. Zeuglopleurus GREGoRY 1889 1). 


»Schale klein, globular, circular, unten abgeflacht, oben leicht 
conisch, Seiten gebläht. Tuberkeln angeordnet in ein oder zwei 
Verticalreihen in jedem Ambulacrum, etwas kleiner als diejenigen 
in jedem Interradius. 

Scheitelschild mässig »solid«, die beiden hinteren seitlichen 
Öcellarplatten treten in den Analring ein; die vorderen Ovarial- 
platten treffen die angrenzenden Ovarialplatten auf jeder Seite 
von ihnen, und so sind drei vorn gelegene Ocellarplatten von dem 
Analringe ausgeschlossen, während der Anus gegen die Hinter- 
seite gedrängt ist; die hintere Ovarialplatte ist sehr schmal. 

Ambulacra ziemlich schmal, gerade. Jede trägt eine oder 
zwei Reihen von Primärtuberkeln, welche crenelirt und nicht 
durchbohrt sind, und umgeben von kleinen Scrobiculen, unter- 
brochen von rippenförmigen, radial gestellten Erhöhungen, welche 
sich mit denjenigen der angrenzenden Platten oben und unten 
vereinen. Der Rest der Platten ist bedeckt mit ziemlich regel- 
mässig geordneten Miliärgranulen. Die Horizontalnähte sind ein- 
geschnitten von Vertiefungen, so wie bei @/yphocyphus, welche be- 
sonders das Adoralende der Platten treffen, so dass die untere 
Platte über die obere vorspringt. 


) J. Warrer Geesory, On Zeuglopleurus, a new Genus of the Family Tem- 
nopleuridae from Upper Üretaceous. Ann. mag. nat. hist. June 1359, pag. 490. 

Duscas, On some Points in the Anatomy of the Temnopleuridae, ibid. ser. 6, 
vol. I, pag. 110. 


206 | IV. Salenidae. [2 78] 


Struktur der Porengänge. Die Porenpaare bilden ein- 
fache, fast gerade Reihen. Die dem Scheitelschilde zunächst ge- 
legenen Platten sind primäre, aber weiter abwärts verschmelzen 
sie, so dass sie zusammengesetzte Platten aus zwei oder drei 
primären bilden; eine einzelne primäre ist oft zwischen 2 zusammen- 
gesetzte eingeschoben. 

Interambulacralfelder, ungefähr 11/3 Mal so breit als die 
Ambulacralfelder; das Epistroma ist ähnlich dem auf den Ambu- 
lacralfeldern, aber ist noch mehr entwickelt; eine einzige Reihe 
von Primärtuberkeln kommt auf jeder Seite eines jeden Inter- 
radius vor; die Tuberkeln sind verbunden durch rippenförmige 
Erhöhungen, und der Rest der Platte ist bedeckt mit sehr eng 
stehenden, grossen Miliärgranulen; eine kleine Reihe von Secundär- 
tuberkeln kann entwickelt sein in der äusseren Aboralecke jeder 
Platte. Die Tuberkeln sind erenelirt, aber nicht durchbohrt. 

Peristom ungefähr gleich gross wie der Scheitelschild, mit 
sehr kleinen Kiemen-Einschnitten. 

Verwandtschaft und Unterschiede des Genus Zeuwglo- 
pleurus: 

Die beiden nächsten Verwandten von Zeuglopleurus sind seine 
Zeitgenossen G/lyphocyphus und Echinocyphus. Die Hauptzüge, 
welche es mit dem ersteren verbinden, sind die tiefen Einsen- 
kungen unter den Tuberkeln, und die Aehnlichkeit des Epistroma, 
dessen allgemeine Facies dieselbe ist, obgleich verschieden in den 
Details. Es unterscheidet sich jedoch klar von diesem Genus 
durch die Nichtdurchbohrung der Stachelwarzen und durch die 
Thatsache, dass nur 2 der Ocellar-Platten in den Analring ein- 
treten. 

Es steht wahrscheinlich Echinocyphus näher, obgleich sein 
allgemeines Aussehen unähnlicher ist; es stimmt mit ihm überein 
in der Nichtdurchbohrung der Tuberkeln, unterscheidet sich jedoch 
von ihm durch die Abwesenheit der horizontalen, regelmässigen 
Nahtfurchen, an deren Stelle sich kleine Grübchen befinden, durch 
eine viel grössere Entwicklung des Epistroma, und durch die 
Structur des Scheitelschildes, welcher oval ist in Zeuglopleurus 


und subpentagonal in Kehinoeyphus; in den letzteren verbinden 


[279] IV. Salenidae. 207 


sich ausserdem die hinteren parigen Ovarialplatten, sowohl wie 
die vorderen quer durch die Mitte des Scheitelschildes hindurch, 
wodurch das Periproct weit nach hinten gedrängt wird. 

Ein anderes (fenus, mit welchem Zeuglopleurus verwandt ist, 
ist Dietyopleurus Duncan and Sladen !) aus dem Eocän von Sind, 
in welchem der Scheitelschild dieselbe Anordnung hat, aber regel- 
mässiger ist. Zeuglopleurus unterscheidet sich von diesem durch 
feine, nicht durchbohrte Tuberkeln, die Vertheilung des Epi- 
stroma, sowie dadurch, dass das Scheitelschild nicht schräg ge- 
stellt ist, wie es sehr markirt ist in Dietyopleurus. Im Zeuglo- 
pleurus stimmt die Anordnung überein mit derjenigen von Evechinus?) 
und anderen Genera, mit welchen es jedoch nur wenig gemein 
hat, während diejenige von Echinocyphus verglichen werden kann 
mit Pygaster, in welchem die hintere Ovarialplatte nicht vollständig 
absorbirt wird durch das Zurückweichen des Periprocts. 

Die Gattung Zeuglopleurus wurde von GREGORY von Echino- 
cyphus abgetrennt auf Grund eines vollkommen erhaltenen Ge- 
häuses aus dem Mid.-Chalk von Charlton (Kent) (11"”" Durch- 
messer, 6"” Höhe) und Zeuylopleurus costulatus genannt. 

Als wahrscheinlich zu derselben Gattung gehörig, wurde 
Glyphocyphus Cannabis Desor?) aus der Craie blanche von Hougue- 
mare (Eure) bezeichnet, und ausserdem das kleine von ADOLF 
Römer als Echinopsis pusilla, oben) als Echinocyphus pisum an- 
geführte Gehäuse von Gehrden zu Zeuglopleurus gestellt. 

Diese Mittheilungen haben Veranlassung gegeben, die letzt- 
genannten Gehäuse einer erneuten Prüfung zu unterwerfen, nach- 
dem nochmals versucht war, dieselben trotz ihrer Kleinheit und 
Gebrechlichkeit mehr von dem anhaftenden Gestein zu befreien. 

Ein Gehäuse von Bülten und ein solches von Recklinghausen 
zeigen folgende Maasse: 


ı) Duscax and Stanes, The fossil Echinoidea from the Ranikot Series of 
Nummulitie Strata in W. Sind. pag. 38, tab. 9, fig. 2, in Palaeontologia Indica, 
ser. XIV, vol. I, pl. 3, 1882. 

2) Arkx. Acassız, Revision of the Echin. Mem. Mus. Comp. Zool. Cambridge, 
Mass. 1873, pag. 502, tab. IVb, fig. 7. 

%) Desor, Synops. Echin. foss. pag. 450. 

#) pag. 49. 


208 | IV. Salenidae. [280] 
Höhe des Gehäuses . . ..... A mm 
Durchmesser des Gehäuses . . . . 6» 
Durchmesser des Scheitelschildes . . 985 
Durchmesser des Periproctes . . . 1u.1,5 2 
Durchmesser des Peristoms. . . . 21002 


Das Gehäuse klein, von kreisförmigem Umfang, unten ab- 
geflacht, Rand gerundet, Oberseite gewölbt, Stachelwarzen nicht 
durchbohrt und, wohl nur in Folge der Erhaltung, nicht deutlich 
crenelirt, 11 oder 12 in jeder Reihe, gleichartig auf beiderlei 
Feldern, auf den Ambulacralfeldern um ein Geringes kleiner, als 
auf den Interambulacralfeldern, auf der Unterseite sehr genähert, 
oben weiter entfernt. Am Umfange des ‚Gehäuses zeigt das Stück 
von Bülten unter den Primärwarzen eine undeutliche Vertiefung, 
in welche zwei oder drei der reichlich die übrige Oberfläche be- 
deckenden Miliärkörnchen sich rippenartig hinein erstrecken. Die 
Längsnaht der Interambulacralfelder erscheint auf der Oberseite 
des Gehäuses glatt und ein wenig eingesenkt. 

An dem Gehäuse von Recklinghausen sind die Eindrücke 
unter den Warzen tiefer und etwas winklig. 

Die Porenpaare stehen sehr steil, die Porengänge gebildet wie 
GREGORY angegeben. 

Das Scheitelschild tritt um ein Geringes vor. Das Periproct, 
oval, 1mm breit, 1,5”" lang, ist ganz nach hinten gerückt, so 
dass die hintere Ovarialplatte sehr niedrig, aber in die Breite aus- 
gedehnt erscheint, neben ihr, das Periproct berührend, rechts und 
links die hinteren Ocellarplatten. Die paarigen, sich berührenden 
Övarialplatten sind nach aussen spitz ausgezogen. In der Spitze 
die Durchbohrung. Alle vier Platten etwas gewölbt, am stärksten 
die Madreporenplatte. Die beiden vorderen seitlichen Ocellar- 
platten fügen sich nur in die äusseren Winkel der Ovarialplatten, 
nicht an das Periproct herantretend. Bei der fünften, der vorder- 
sten Ocellarplatte ist dies weniger deutlich wahrzunehmen. 

Sonach dürfte die Vermuthung GREGORY's, dass Echinopsis 
pusilla A. Röm. zu Zeuglopleurus zu stellen sei, gerechtfertigt er- 
scheinen. 


Rückblick. 


Verbreitung der regulären Echiniden in der norddeutschen Kreide. 


Im Neocom: 


Phymosoma cf. Peroni Cotteau, 


» Hilsii Schlüter, 
Pseudodiadema rotulare Agassiz, 
» Bourgueti Agassiz, 
» macrostoma Agassiz, 


Codiopsis Lorini Cotteau, 
Psammechinus fallax Agassiz, 
Cidaris hirsuta Marcou,- 

»  muricata Ad. Römer, 

» punctata Ad. Römer, 
Rhabdocidaris triangularis Schlüter, 

» Sp- n. 
Leiocidaris Salviensis Cotteau, 
» Hilsii Schlüter, 

Peltastes stellulatus Agassiz. 


Im Gault (oberen, Flammenmergel): 


Pseudodiadema Brongniarti Agassız. 


Im Cenoman: 
Phymosoma Goldfussi Schlüter, 
» cenomanense Votteau, 


Pseudodiadema tenue Agassiz, 
Neue Folge. Heft 5. 14 


310 | Rückblick. [282] 


Pseudodiadema variolare Brongniart, 
» Michelini Agassiz, 
Orthopsis granularis Cotteau?, 
Echinocyphus diffieilis Agassiz, 
Goniopygus cf. Bronni Agassız, 
Codiopsis doma Desmarest, 
Cottaldia Benettiae Koenig (bei Plauen in Sachsen), 
Tylocidaris velifera Bronn, 


» Bowerbanki Forbes, 
» asperula Ad. Römer, 
» Strombecki Desor, 
Syn. » 2? Dixoni Cotteau, 
Dorocidaris vesiculosa Goldfuss sp. 
» coronoglobus Quenstedt sp. 
» Essenensis Schlüter, 


Stereocidaris cf. Carteri Forbes, 

» Hannoverana Schlüter, 
Peltastes clathratus Agassiz, 
Goniophorus lunulatus Agassiz, 
Salenia petalifera Desmoulin, 


Im Turon: 


Phymosoma regulare Agassiz? 

> quwinguangulare Schlüter, 
Echinocyphus mespilia Woodward, 
Tylocidaris clavigera Koenig (Stacheln), 
Dorocidarıs perornata Forbes, 


> subvesiculosa d’Orbigny? 
Stereocidaris subhercynica Schlüter, 

> Reussi Geinitz sp., 

» punctillum Sorignet sp., 

> Silesiaca Schlüter, 

> Merceyi Cotteau, 

» sceptrifera Mantell, 


Salenia granulosa Forbes, 


Gauthieria radiatum Sorignet Sp., 


[283] Rückblick. 911 


Im Emscher: 
Phymosoma cf. spathuliferum Forbes (Stacheln), 
Stereocidaris sceptrifera Mantell? (Stacheln). 
Im Unter-Senon (Horizont des /moceramus lobatus); 
Phymosoma Gehrdenense Schlüter, 
» cf. magnificum Agassiz, 
Echinocyphus tenuistriatus Desor, 
Zeuglopleurus pusilla Ad. Römer sp., 
Cidaris cf. hirudo Sorignet, 
Tylocidaris cf. elavigera Koenig sp. (Gehäuse), 


» Gosae Schlüter, 
Dorocidaris cf. hirudo Sorignet sp., 
» cf. pseudopistillum Cotteau sp., 


Salenia Gehrdenensis Schlüter, 
» Quenstedti Schlüter, 


Im Ober-Senon (Coeloptychien-Kreide): 


Phymosoma ornatissimum Agassiz, 


» pseudoradiatum Schlüter, 

» princeps Hagenow, 

» taeniatum Hagenow, 

» granulosum Goldfuss (vielleicht aus Danien), 
» maeandrinum Schlüter » » » 


» pentagonale Müller, 

» polygonophorum Schlüter !), 
Phymechinus ceretaceus Schlüter, 
Diplotagma altum Schlüter ?), 


1) Nachdem die kantigen, von Gorvruss tab. 40, fig. 9e abgebildeten Stacheln, 
welche bisher nur aus dem Aachen-Limburger Becken bekannt, nachträglich auch 
von der Insel Rügen bekannt geworden sind, dürften sie mit einem besonderen 
Namen zu bezeichnen sein. — Ausserdem fallen unter den Formen von Rügen 
dicke, verhältnissmässig kurze, rasch verjüngte, d. h. fast konische Stacheln 
auf. — Die schlanken, cylindrischen Stacheln von Phymosoma ornatissimum sind 
insbesondere aus Mucronaten-Kreide von Coesfeld und Lüneburg bekannt, 

2) Nach gef. Mittheilung des Herrn Prof. Horzarrer in Aachen hat Herr 
Iox. Beısser, ein Gehäuse dieser Art bei Aubel gesammelt, welches nach dessen 
Tode mit dem Haupttheile seiner Sammlung in den Besitz der Geol. Landesanstalt 
und Bergakademie in Berlin übergegangen ist. Auf dieses Exemplar, welches ich 


14* 


213 


Rückblick. [284] 


Cidaris striatula von der Marck (non! Cotteau), 
»  alata Boll (non! Münster), 
» spinosa Boll (non! Agassiz, non! Münster), 
»  (Pseudocidaris?) baltica Schlüter, 
Rhabdocidarıs cf. cometes Boll sp., 
Tylocidaris vexilifera Schlüter (diluvial), 
Dorocidaris Herthae Schlüter, 
> ? pistillum Quenstedt sp., 
Stereocidaris Darupensis Schlüter, 
Temnocidaris cf. Baylei Cotteau, 
Porocidaris sp. n. 
» ? lingualis Desor sp., 
Salenia Heberti Cotteau, 
»  obnupta Schlüter, 
» anthophora Jos. Müller, 


Syn. » Bonissenti Cotteau, 


» stellifera Hagenow, 
»  pygmaea Hagenow, 


Im Danien: 


Goniopygus Heberti Cotteau, 
Cidaris Faujasi Desor (Stacheln), 


» Hardowini Desor 1), 
Dorocidaris gigas Schlüter (Asseln), 
> mamuillata Cotteau (Asseln), 


Temnoeidaris cf. Danica Cotteau (Asseln), 
Pleurocidaris regalis Goldfuss sp., 
Peltastes heliophorus Agassiz, 

Salenia Maestrichtensis Schlüter, 


An sekundärer Lagerstätte im Diluvium: 


Temnocidaris Danica Cotteau, 
> rimulosa Quenstedt sp., 
Salenia sigillata Schlüter. 


vor vielen Jahren bei Ian. Brısseu gesehen hatte, bezog sich die Angabe $. 69, 
dass die Art vielleicht auch am Schneeberge bei Aachen vorkomme. 


kreide?) 


') Nach Correau auch bei Maestricht. (Ob im Tuff, oder in der Schreib- 
Ich kenne die Stacheln nur von Ciply. 


Rückblick. 213 


[285] 


In der vorliegenden Besprechung der regulären Echiniden 
der norddeutschen Kreide sind 

die Diadematidae mit 8 Gattungen und 34 Arten ver- 
treten, unter diesen 7 neue; 

die Eehinidae mit 3 Gattungen und 3 Arten, unter diesen 
2 neue; 

die Cidaridae mit 9 Gattungen und 48 Arten, unter 
diesen 15 neue; 

die Salenidae mit 4 Gattungen und 17 Arten, unter 
diesen 5 neue. 


Von diesen 102 Arten waren bereits 30 Arten aus deutschen 
Kreidebildungen bekannt; 42 Arten aus der Kreide Frankreichs, 
Belgiens, Englands oder den baltischen Ländern; die übrigen 
29 Arten sind neue. 


Von den 102 Arten fanden sich in 


Bienen: 23 7 „- 15 Arten, 
Unterem Gault . . - keine 
BneemGanlE .. .. 1 Ar, 
BeHamanı 1 3... 22 Arten, 
er ..l14 >» 
Beeren. .-2 » 
Unter-Senon . . . . 10 » 
Ober-Senon . . . . 28 » 


Maestricht-Schichten . 10  » 


Einen Ueberblick über die geologische Verbreitung der Arten 
gibt die nachstehende Tabelle: 


[286] 


Uebersicht über die vertikale Verbreitung ete. 


214 


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215 


Uebersicht über die vertikale Verbreitung etc. 


[287] 


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Uebersicht über die vertikale Verbreitung etc. 


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Uebersicht über die vertikale Verbreitung ete. 217 


[289] 


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218 ‚Uebersicht über die vertikale Verbreitung etc. [290] 


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 Alphabetisches V erzeichniss 
der in Band IV, Heft 1 und in diesem Hefte aufge- 
führten Gattungen und Arten. 


Seite 1) Tafel Figur 
Alterechinus Quesst. = Phymechinus Dur ET. 62 
Arbacia alutacea bei Acass. -. . . 2... 59 
Chrysomelon pictum Lause. . . 64 
» Vicentiae Lause = Beanedisn Vi. 
ET AN ER ER 64 
la Müsse.. 2, 0.20... 86 
» SE ar 128 
» nenn... 86, 128 
» » Core. = Tyloeidaris vexilifera 
Se ee 127 
»  alpina Com. . . 82, 85 
»  asperula An. Rön. —Tyloeidaris asperula 113 10 BER 
»  Autisssodorensis Cor... . . . ERL. 80 
» Avenionensis Desmou.. . . .». :. . 148 
en Someim. .; >.» 2.00. 88 
» DBargesi. . rer N RP 118 
»  Berthelini bei Ta ea re 114 
» Bowerbanki Fors. — Tylocidaris Bower- 
=: 104, 112 
118, 127 
Carteri Fors. — Stereoeidaris Carteri 158, 175, 180 10 3—6 
elavigera Kös. = Tylocidaris elavigera 104, 117, 125 14 1—5 
clavigera bei Reuss, bei Geisırz —= (i- 
daris Sorigneti Des. . . . 120 
»  clavigera bei Av. Römer, bei H. Den 
etc. = (idaris Gosae SchLürer . . 122 
»  clavigera bei Hısıscer —= Tylocidaris 
squamifera Scktör. . . . 5 x 124 
»  clunifera Acıss. — ade un- 
fera Das. . . ap 89 
» _ cometes Bouı, — Rhabdocidaris cometes 95 


1) Die Seitenzahlen beziehen sich auf die fortlaufenden, in diesem Hefte in 
[ ] gesetzten Zahlen am inneren Rande der Seiten, Die beschriebenen Arten 
sind durch fetteren Druck kenntlich gemacht. 


” 


a 


220 Alphabetisches Verzeichniss der aufgeführten Gattungen und Arten. [292] 


Seite Tafel Figur 
Cidaris coronoglobus Quenst. = Doroeidaris co- 
ronoslobus ae... 0. %.:.2. 138,198 10 12—14 
» _ coronata bei Geın. — Dorocidaris vesi- 
Culosası ee augen 129 


>, orelosanManE ee... 159e: 
174, 176, 180, 


182, 186 

» » bei Commau . . . 2.2. ..182, 187,193 
»  Danica Des. — Temnocidaris Danica . 197 17 1-2 
» N arupensis ma en ee 153 
»  dissimilis Fore. . . 0 Son 
»  Dixoni Corr. = Tyloeidaris Strombecki 

Des spe 0 115 10 15 
>.  Fawası Das mer... 20 
»  Farringdonensis Wricat. . .» 2.2.0... 8 
2 filamentosa N ers. ie 183 
» - Korchhammen DENE... 212 
>» KHriburgensis Toro. nen 82 
>».  GaultianaBoreygma. 2. rn: 136 
»  Gehroenensse ee. 9. 152 
2 FgihberaulaDANCESSe r 108 
»  gigas Schrör. . . 5 2 214 21 6 
»  glandifera Goupr. bei an = Ber 

docidaris Saussurei LorioL . . . .» 89 
» glandifer Gouor. bei Boun . . . . . 90 
»  globiceps Quexsr. = Tyloeidaris velifera 

Bronn sp SR... 03 120 9 1—7 
»  Gosae Scutör. — Tyloeidaris &osae . 117, 124 
»  gramulosa Woopw. = Salenia granulosa 240 
»7 Hordoumn DESTaEr I nn Zelle, 

125, 211 


».> Hagenow Des m 2.0, 0% 87, 149 
> - Heberti Des, Kst... .2....109,100,124 


». , BirsutasMare Bee. 179 8 15—18 
»  hirudo Sorıc. — Doroeidaris hirndo . 171, 146 
»  hirudo Sorıc. bei Corr. z. Th. = Cidaris 
VESUCUL OB Ze en 157 
2. JanonicnnDoD Teen 204 
» "Lande DEBsne sa en. ur, Od ad 
»  Ligeriensis Com. . . 151 
»  lingualis Des. — Poroeidaris Tingualis 206 
»  mamillata em 2 SR EEE 213 21 AR) 
» . WMoantelk Dusw meer nen 176 
» marımus GOLDEIT rn 87 
»  Merceyi Com. . » 2 » © 0... 140,160, 163, 13 1—8 


169, 173, 177 


[2 93] Alphabetisches Verzeichniss der aufgeführten Gattungen und Arten. 221 


SU SH v»ıN“ By NH Y Be Zu 2 SE Ze“, Nyy ı RUHR 


u ze Su Zu 


Oidaris Michelini Sorıs. — Tyloeidaris velifera 


Bros sp. . 
minuta Des. . 
muricata An. Rönm. i 
muricata An. Röm. bei Hvurk . 

» An. Röm. bei Corr. Lox. Quensr. 

— (idaris hirsuta Marc. 
Neocomiensis Marc. 
nevescensis Lor. 


nobilis M. . er 
Oliva Des. = Tylocidaris asperula An; 
Rön. sp. . ; 
papillata Youne u. 2 
» Manr. . ! 
» _ conoidea Parr.. 
» Manr. bei Reuss . 
perlata Corr. 2 


perornata Fors. —= Doroeidaris peror- 
nata . er N er 

perornata Foxe. bei ae Cidaris 
spinosa Borv 

perornata bei Corr. 

Phillipsüi Corr. . en SL 

pisifera Acass. — Tyloeidaris velifera 
Bros sp. 2 

pisiformis Ac. Mei Oidaris ofen Kae. 

pistillum Quessr. 

pleracantha Acass. BE 

» bei Wricar = vo oc 

asperula An. Rön. sp. Er. 

princeps Has. —= Phymosoma N & 

pomifera Bow? — Tyloeidaris vexili- 
ee a: een 

prismatica Gras = Rhabdocidaris pris- 
matica . Dt ic Si Re 

praenobilis Goähr... 

pseudohirudo Corr. 

pseudoserrata Corr. 

punctata Av. Rön. . 

punctillum Soxıc. 


nd A. Gras, . .. e, 
ramifera A. Gras . : 
Ramondi Leyn. . : 
Ratisbonnensis Günme. . 

Raulini Corr. 


Seite 


113 

169 
182, 186 

186 


„. 141, 167, 169 


143, 201 
139 


88 
127, 144 
82 


103 

110 

148 
110, 114 


113 
21 


127 


91 
94 
146 
204 
81, 83 
146, 169 
179, 185 
81 
92 
118, 127 
139 
151 


Tafel 


) 


8 


je 2) 


10 


10 


Figur 


11 


11 


21 
9—10 


332 Alphabetisches Verzeichniss der aufgeführten Gattungen und Arten. 


Seite Tafel 

Cidaris regalis GoLpr. — Pleuroeidaris regalis 208 
»  Reussi Geis. — Stereoveidaris Reussi . 166 12 
14 

»  rimatus (nicht rimosus) Quessı.? = Tem- 

noeidaris Daniea Des. . . .. . 197 17 

» Royanus Scatör. . . ne 213 
»  Salviensis Corr. = nen mans 80, 83, 98 8 


»  sceptrifera Manr. — Stereoeidaris Scep- 
triferan een ., 146, 1942163, 14516 
166, 176, 182 
»  sceptrifera var. spinis truncatis For. bei 


Disos = (hrs ir 6 oc era 
» . sceptrifera bei Corrzau z. Th. = Cidaris 
Royanensis . . . ö 182 
»  Schmidelii GoLpr. — Be seidarıs Seh: 
dee SOEBEN ESE 20. 0:0 203 
»  scutigera Münsr. — Salenia scutigera . 233 
»  serraria Bronsn = Porocidaris serraria 204 
De SserpatasDzsaeme ur na 155 
» »  n’ArcH. = Porocidaris serrata . 204 
> sermjena Norsa En‘ 
DE SorionehaDEs Er NT 
» » bei Selen u. Desos za Ih: 
— (ml) Ola so 121 
DI SpiInOSISSInDENGRSSEn an 2 ST 
DIE SDINOSUSCN RSS au: 88 
.- » Born a SU, 1 
» » Mönszı(2 2 12. RER: 88 
De spıntgenan Vor e 82 
WEESDINUlOSOEN RSS ee 136 
» » KEIESTIE erityage ui 136 
» » NDSIROMSET all ah 136 
DE TRSgquamijeranSchüah en nr 17 
»  stemmacantha Acass.. . » » ....2..%..148, 156 
» » An. Röm. — Doroeidaris 
pseudopistillnm Corr. p. . . . . 148, 156 
» stmoto-NodoSEnE ee 86 
DI EstmarulonsaD Mare ne: 85 
» » GOTT ee s6 
»  Strombecki Des. = Tylocidaris Strom- 
beckil vu a es. 115 10 
»  subhereyniea ScHVim .- . 2.2 u... 144 
»  subvesiculosa DORB. »- : » 2... ..189, 173, 187 
»  sulcata Fors. — Üidaris hirudo Sorıc. . 147 
»  taeniatum Has. — Phymosoma taeniatum 21 
»  Tiara Hac. = Phymosoma Tiara . . 20 


Drincaninato GOENSsI 9] 


[294] 
Figur 


I—5 
s—10 


\—2 


an 


[295] Alphabetisches Verzeichniss der aufgeführten Gattungen und Arten. 223 


Cidaris trieuleata Quest. 


» 


» 


» 


trispinata Quenst. 

tuberosa Gras 

uniformis Sorıc. Rn re 

variabilis Dung. u. Kocu z. Th. = (i- 
daris muricata An. Röm. 


variabilis Dunk. u. Koch z. Th. = (i- 
daris punetata An. Röm. 
variolarıs Broxes. = Pseudodiadema va- 


riolare DE ROTER ET 
variolaris GoLpr. — Phymosoma O0rNa- 
tissimum Acass. ; : 
variolaris Ac. GoLDF. 2. Th. = nn. 
soma radiatum Sorıc. 


velifera Brosn — Tyloeidaris velifora 

Vendocinensis Corr. a 
Veronensis Mar. —= Porocidaris Vero- 
nensis ER a le 

vesiculosa En — Doroveidaris vesi- 
eulosa 


vesiculosa bei PuGGArD en; 
» bei CottEau 2. Th. — Doro- 
eidaris Essenensis Schtür. . 5 
vesiculosa bei Corrzau z. Th. = Tylo- 
eidaris velifera Bronn sp. 


Cidarites granulosus GoLDr. 


» 


» 


ornatus GoLDF. ä £ 
variolaris Broxen. bei ar DE. — Phy- 
mosoma ornatıssimum Acass. . 


Codechinus Des. 
Codiopsis Acass. 


Aissa Per. u. Gaurn. 

Alpina Gras — Üodiopsis Bor an 
Arnaudi Corr. 5 { 
Cotteaui Coa. — ebene Ben 
disculus Per. u. Gautn. 

doma Desm. 

Jaccardi Corr. 

Lorini Corr. . 

major Corr. 

Meslei Gautn . A . ; 
Michelin! Gu&r. — (od. doma Desn. 
Nicaisei Gaurn. 

pisum Des. — (od. ni Di: sm. 


Seite 


91 
91 
92 
135 


Tafel Figur 


80, 81 


83 


19739 


18, 30 


12 
103, 
127, 


117 b) I—7 
153 


143, 177, 214 


204 


129, 134,139 9 10, 15 
141, 188 


IQ 


133 


103, 105,132 9 N 
78 


40 


224 Alphabetisches Verzeichniss der aufgeführten Gattungen und Arten. [296] 


Seite Tafel Figur 
Codiopsis Pratei Des. . . - a 57 
» simplece = Cod. doma Dis Er 98 
Cyphosoma Acass. — Phymosoma Hımz . . 1 
» Borges Vor n ... . . 8 
» cenomanense Comm. . ..... 8 9 
» corollore Kram sp. 1.0. 21, 3l 
» difficiis Acass. — Eehinoeyphus 
ditteilis Reason. 2. 20; 44 
» dimidiatum Corr. . . . ie 206 
» granulosum GoLpF. Sp. Bi Ger 
—= Phymosoma radiatum Sorıc. 12 
» granulosum Goupr. sp. bei Corr. 
Wer... . ; 8 
» mognpieum Ass - . 2»... 20 
» remis en... - 206 
» TUgOSUM BAUEN... .. 8 
» saxatle RABransaspı 2... .. 21 
» SUNDIeXRoRB EN nn 14 
» sulcata Acass. . . . a 18 
» subcompressum Cor. Ds ee == 
Gone aNN, BR) 
» Tora Herner. en. 20 
» Metheneli@Korsm nn 14, 31 
Dietyopleura Dune, u. sem 2 a... 2.. 279 


Dradema‘ Benetnae Wer we: 40, 43 
» Michelini Acass. Pseudodiadema Mi- 


Cholera 40 
» princeps Hıczn. — a prin- 
GODS. SAT 21, 22 6 1—5 
» Roissyi Acass. u. De SE Nee 39 
» SBEHOSON ENGER ae 22 
» subnudum Acass. u. Des... . . . 39 
» taeniatum Hacen. = Be tae- 
nlatım oe > ; 21, 23 7 1—5 
» tenue Acass. bei An. Rön. he: 
soma radiatum Sorıc. . . 5 12 
» variolarıs Strehlenensis Quesst. = Ei 
mosoma radiatum SorIe. . . » 14 
Diplopodia Roissyi Acass. —= I adindema 
VOTOLOTE ee 39 
Diplotagma Sositr. Ev. mn. 63 
» altum Somman, ee 66 4 1—5 
Doroeidaris eoronoglobus Quesse. Sp... » 138 10 12— 14 
» Essenensis Schtür. . . 2... 133 9 15 
» Herthae Somtir. Tr... 153 16 ha 
» kirudo Sonre ep men „0. 2, 146 


[297] Alphabetisches Verzeichniss der aufgeführten Gattungen und Arten. 225 


Seite Tafel Figur 
Dorocidaris perornata Fors. pP. . . ... 139 
» pistillum Quesse. SP. » 2.20. . 156 
» pseudopistillum Com. . . .. . 148 
» subvesiculosa D’ORe. . . . . . 139, 155, 176 
» vesieulosa Gowor. SP... 2... 129 9, 10, 15 
Echinocyphus Com. . . ee. , 44,278 
» diffieilis Kids. „aulelillahr % 14, 44 
» mespilia Woonw. Pp. .. . . . 45 
» pisum Scarör. — Zeuglopleurus 
pasilla An. Röm. sp. .: . . . 49, 279 
» Bu Cams . 20. ae» 14 
» tenuistriatas Des. sp. . . 44, 47 
Echinopsis pusilla An. Rön. = Echinoe sohn 
pisum Scatür. . . 49 
» pusilla An. Rön. = Zeglopluru Br 
SL 7, 2 ME EV A 279 
Echinus alutaceus Goıpr. . . . b 59 
»  fallax Acass. = iunsehniz alla: c 99 
» mirabilis Acass. = Phymechinus mirabilis 62 
»  vpetaliferus Desvar. — Salenia De 232 
»  pusillus GoLor. . . ö 50 
» radiatus Hösınen. bei Bord —  Eohi- 
nocyphus diffieilis Acass. sp. . . 45 
22.2... ee :* Sr Be Er re 59 
Bar Acass. 2. . 2 2 sun. 274 
2 Er ee 3 1 273 
» BEE FIE non» 274 19 10 
Glyphoceyphus . . . a an 278 
» cannabis Dis. a 279 
» tenuistriatus Dis. — Echinocyphus 
BONISBHSEUS: - = = 0. . 44, 47 
Gonioeidaris elypeata Döv. . ». ..... 204 
Goniopygus ef. Bromni Acas. . 2.2... 5l 
» BE UOEN aaa. 269 
» Menardı Aakes. . - » = = =» . 52 
» Be BORBe 5 a. 52 
HA ie} MR 227 
» apieulatus Acass. — Goniophorus 
Iuunlatus Acsss.. . . “us. 227 
SEE JENE, 2 ie ER 223 
» lunnlatus Acas. . . .... 227 
» pentagonalis J. Mürz. = Phymo- 
soma pentagonalis . - . . 28 
» problematicum Corr. — puma 
problematicum Corr., Pur. et 
Be 2 Fe De ER 229 


Neue Folge. Heft 5. 15 


226 Alphabetisches Verzeichniss der aufgeführten Gattungen und Arten. [298] 


Seite Tafel Figur 
Hemicidaris clunifera Acass. SP... . .». .» . .- 89 
Heliocidaris mirabils Acass. —= Phymechinus 
TOTODUN SE er 62 
Hyposalenia Des. — FPeltastes Acass. . . . - 217 
» heliophora Des. — Peltastes helio- 
phorusg rer 0: 225 
» stellulata — Peltastes stellulatus . 217 
Leioeidaris Des en Be in ca 98 
» alta Dam. = Pleurocidaris alta Dövd. 102, 210 
» NONE UIOD... 2 101 Ba 
» (DH DEE... 2% 100 Rs) 1—4 
» Merzeange, DausEl na 210 
» pseudojurassica LauBE . . . . » 210 
» Salyiensis Com mn... ....: 98 S 1—4 
» PTEIKEN RER 5 3 5 De ol 
Teiopedıno Gore 64 
» Sumus Bay an. 64 
» Tallavignesı Woman N. 2. 64 
Leiosoma rugosum Acass. SP... . » 2... 1! 
» Tournouen Gone Ra a 27 
Lorioho Neu. De ne a: 36 
Mespiha" Das N N N, 63 
MierocypluseNgass a me: 64 
Orthopsis Bone ee 43 
» granUloSs Vomp. u. 44 
Beltastes Nuassı wen se. 0 2. 217 
» SAN 2.1 53 © 07 ee 217 
>» „elathratusAgassespan ı.. . 0. .+ 220 
» courtaudna Co una. 220 
»  heliophorus Acass. Pp.. . . . . . 224 
»  »munciata Nexse ee Des, - „ou. 220 
» -, ‚stellulatus NCkssWep nn an 217 
Phymechmus Des Sem rn Zum 60 
» alternans QuENSL. . x 2 2... 62 
» eretaceus Schtür. 60 5 1—7 
» Long lospe a. an u... 62 
» mirabilis AGESS. SP -» . ... 6l 
» Thiolieri En. . >... 62 
Phymosoma Hamz = Üyphosoma Acass. l 
» Algirum oa ae ned 33 
» Amehoe Worae. mm. u 2,“ 32 
» Aguitonicum Com, „su. 4, 27, 32 
» ArchiaeMBom. 2 a 3288 
» ‚Adublnm Coma. WW 34, 35 
» Bargesm Come un a ei en 32 
» Bamnenee Come es urn, 27, 34 


[299] Alphabetisches Verzeichniss der aufgeführten Gattungen und Arten. 227 


Seite Tafel Figur 
Phymosoma Baylei Co. . .» : 2.2... 34, 35 
» Bonsssenä Cori. - » » » =.» . 33 
» Bones Curt... - = 0 .%. 32 
» Carantonianum Des. . . ... 32 
» eenomanense Com. . » » 2... 30 
» ereinatum Ass. . 2 2... 32 
» man Gh. 30 a 0 wre. 11, 34 
» Comek Got. „an. 25. 29, 31 
» EREHUGEBFÄGASS.. . 2 en. 32 
» costulatum Cort. . . LE 82 
» Delamarrei Desn., z. Th. —E Bar 
Bere. 0a. 34, 35 
» Delsmmm.Cost: . - - :.. :°. 32 
» Desmoulinsi Com. . .». .... 32 
» dimidiatum Ass. . » 2... 33 
» Benmae Gorz ı.. ist, 29 
» Banane, u 5 lan. 33 
» engolismense Am. .: » . 2... 33 
» Foukanense Per. et Gaumm. . . . 35 
» Gehrdenense Scktör. . . .». . 15, 30 3 1—6 
» Girumnense Des. . . -. . ... 32 
» Goldfussi Scn.ör. . . . ... 6, 30 2 6—10 
» granulosum GoLdr. . .» 2»... 30, 33 
» Eat DERL 2.0. 8 ee, 25 
» Re ei 2 us 3, 30 l 1—5 
» inflatum Ans. . . ee; 3 
» Joudi Per. et aan EEE 35 
» Koenigi Mast... . . zumal. 19,31338 
» » bei Desor, z. Th. — Phy- 
mos. ornatissimum Acass. . . . 39 
» Bm Emma Es :8,5,832,88 
» maeandrivum Schwüör. . . .» . . 25, 30 3 6—10 
» magnificum Acass. . . . . . . 17,30, 32, 35 
» Mahdid Per. et Gaum. . . . .' 35 
» 2 Sa RE ER 34 
» Mansur Per. et Gaumm. . . . . 55 
) Maresi Cor. . . BaREneE. , 34, 35 
» Meecied Per. et a, Een. 55 
» meridianense Com. . .». » .».. 5 
» Meslei Per. et Gaumm. . . . . © 35 
» microtuberculatum Com. . . . .» 32 
» RN D-. 9e a E 33 
» Neocomiense Com. . . . ... 5 
» MOEDBRIEe N: iu. 33 
» ornatissimum Acıs . . 2... 18 


15* 


228 Alphabetisches Verzeichniss der aufgeführten Gattungen und Arten. [300] 


Phymosoma ornatum Goupr. bei Corrzau, Wrrcur 


= sp. noy. & 
paucituberculatum Gras 
pentagonale J. Mürr. sp. 
perfectum Acass. . 

ef. Perroni Corr. 
Pistrinense Prr. et Gaurn. 
princeps Hac. sp. 
propinguum Arn.. 
pseudoradiatam Scrrtür. 
pseudomagnificum Corr. 
pulchellum Coır. - i 
quinquangulare Scarür. 
radiatum Sorıc. 


»  Sorıe. = Wauthieria radiata 


rarituberculatum Corr. 
Raulini Corn. A 
rectilineatum Per. et Gaumm. . 
regalis Per. et Gaurn. . 
regulare Acass.? 
nemus Comm ne 
rotatum Fore. = Echinocyphus difi- 
cilis Acass. bei Wricnur 
Saemanni Con. 
Said Per. et Gaurn. 
Schlumbergeri Corr. . 
sohtarium Per. et Gautu. . 
spatuliferum Fore. Sp. 
subasperum Per. et Gaurn. 
subnudum Corr. 
supracorallinum Oorr. 
taeviatnm Hacen. sp. 5 
Tamarisnense Per. et. GautH. 
tenuistriatum Aaass. . 
Therestanense Per. et Gaurn. 
Tiara Hasen. 
Wetherelli For». 


Pedinopsis Corr. 
Pleurocidaris Pom. 


regalis Goror. Sp. . 


Porocidaris Des. 


cretacea SconLür, 
elegans Au. Acass. 
gracilis Dön. 
lingualis Dres. sp. 


Seite Tafel Figur 


32 
1, 30, 32, 33 1 1 


22, 30 6 


\—5 


274 19 10 


9, 30, 32 


25, 30, 31 


23, 30 7 5 


32 

31 

65 
208 
208 
203 

96, 205 

204 
204 
206 


[301] Alphabetisches Verzeichniss der aufgeführten Gattungen und Arten. 229 


Seite Tafel Figur 
Porocidaris Sharreri Au. Aus. . .... 204 
» purpurata Tuosmes. . » 2.2... 204 
Psammechinus Acass. es 59 
» alutaceus bei Desor . . . . .» 59 
» Zallax Acass. .. oh bin, 59 
Pseudoeidaris Saussurei LorioL . .» . 2... 89 
» (2) baltiea Scatör. .. 2... 88 
oamlema Dest ı. I M . 2 une. 36 
» Algirum Per. et Gaumm. . . . 43 
» annulareöDes.. .» nu #0. 42 
» Anouelense Gaum. . .» ... 43 
» Autissodorense Com. . . . . 4l 
» IBIGRENEESEDEN. wen. 42 
» Bonreuell Ausss.. -. - ..» - 5, 36, 41 
» Brongniarti Acass. . . . . . 37,39, 42, 43 
» carinella Corr. —= Goniopygus 
Menardi Acass. e- ; 52 
» Carthusianum Des. . . . . .» 42 
» DeshayesiCor. . . ». . .: 42 
» Diyuniice. . =»... >». 42 
» elongatum Comm. . » » 0.» .» 42, 43 
» Fittoni Wricuor . . .» . .. 42 
» MomsfemimsCorr. an. 8»... 41 
» Gauthieri Coa. = Phymosoma 
Baylei Com. . . . 35 
» GuerangeaCom., >»... . 42 
» Guirandi Com. . .» .... 41. 
» Gras Des$b%. . . : .. .» 41 
» JaceasdCorz!t . - » . =». 41, 42 
» incertum Com. WWW. ine. 41 
» macilentum Per. et Gaum. . . 43 
» maerostoma Acass. . . . . . 36, 42 
» Malbos Corı. .: ellamilind, vo. 42, 45 
» EEE ne ii » 42 
» margaritatum Pix. et Gau. . 43 
» Marticense Com. 2% 2... . 39, 42 
» Michelini Acass.. . . . . . 40, 41, 42 
» Neocomiense Com. . . .» . .- 5 
» Normanniae Cor. . .». .. - 42, 45 
» omatım Des; . aimalet .— : 43 
» pastillum Gaumm. . . .» .. .» 45 
» Picieb DB + „o.aulanilain #")% 4l 
» ER 41, 42 
» piniforme Com. . » ».. - 42 
» porosum Gaumm. . . 2... 43 
» pseudoornatum Com. . . . .» 40, 42 


230 Alphabetisches Verzeichniss der aufgeführten Gattungen und Arten. [302] 


Seite Tafel Figur 
Pseudodiadema pulchellum Com... . . .. . 40 
» Raul Come rn. 42 
» Renevieru Com. . . .-...- 42 
» Rhodan@Desemr a: 49, 43 
» Römeri Des. = Tetagramma de- 
pressum An. Röm. — Pseudo- 
diadema variolare Broxen. . 39 
» rotulare Acass. . . . . . . 36, 41, 42, 43 
» tenne Aeassyee cr». .Wällae 37, 4l 
» TrgerVome an. 42 
» variolare Brosen. . . . . . 38,41, 42, 43 
» Vernemla&om. 020m 42 
» Maltshirenerssan aa: 43 
PRhabolocidansMDESyERmEBeIER nr: 9] 
» cf. eometes Bouu pP. . . .. 95, 157 N 5—8 
>» Cortazarı Vommarae. & il 
» oxymaeMennen 0... 97 
» Sahrensis%orre 2... 99 
» Schlönbachi Scatör. . » . . . 55 
» Thunenssnlore a. nun 93, 97 
» Towonne Com 2... 6%» 210 
» triangularis Scatön. . . . . 9 8 11—14 
» tuberosa maS a. ans 32533 
» vennlosa Bor. nun. 210 
» sp. neuster. 0.2... 92 8 5—10 
Salemdae . „mn 3 ee 217 
Salenia anthophora Jos! "Minr. ee AR 19 fl 
264, 269 20 1—5 
» areolata WaAntene . . aa 2425:246,,247 
» » bei Quexsteor = Salem Quen- 


stedtiScatma a. un.) } 248 
» Austent ForBSe Be me. 0 re 
»  Bonissenti Corr. — Salenia Antlıophora 


Jos. Mur 264 19 7 
) 20 1—5 

»  Bonissenti Corr., z. Th. — Salenia 

Maestrichtensis Scutör. . . . » 268 
»  ‚ Bourgeoissi Come 0 En IDEE 

269, 270 

» » Corr., z. Th. = Salenia 

Maestrichtensis Schwör. . . . 268 
» clathrata Acass. — Peltastes clathratas 220 
» Chofanı Lou Arm net 246 
»  .depressa Gray . . . a ce 219 
» folium.querei Acass. et Din. a, 219 


» Iraasi Covr. AU 1 RE EN: 245 


[303] Alphabetisches Verzeichnis der aufgeführten Gattungen und Arten. 231 


i Seite Tafel Figur 
Salenıa Gehrdenensis Schiör. . . 2 2. . 242, 251, 271 


rien AGBSS. Bbl- 0. Saum a . 285, 255 
» granulosa Fore. . 2 2. 2 2.2... 236, 264, 271 
Be Gore. Ki 0 = 0.05 250, 251, 18,19, 20 


261 
»  heliophora Sorıs. —= Salenia granulosa 
BEE IR NBR 02. 239 
TEE a ar RR 255 
inerustata Corr. — Salenia granulosa 
Bonus. , ee. ,'296,:239 
»  diliputana H.B. Be — Salenia pe- 
SL De ] er 233 
Beenröms Com.!i. - . 0.00. . 260 
Ba N nn sr 247,249 
Ber as en 248, 256 
ea Tiorzh |. .» 5 won» 246 
Maestrichtensis Scatör. . . 267, 268 
magnifica Wricar? —= Salenia Heberti 
a an. 15 
BeeMeriema ScHLön.|. » . . .. 0. .: 245 
weg Den . WE. 2. 0 Sonne. 270 
» obnupta Scavör. . . . 262 19 1—6 
»  Peroni Corr. —= Salenia granulosa mon. 236 
Berekfern DeESmARr. DD. - - - . . . 292, 235 19 9 
GE ee. ee. 241, 245 
Besen Bien. . : .» 2. a... 270 
wre ScaLür. . . - - =... 248 
Be Anm. nn. 243 
Bee born. are. 235 
reale Somir. > =, 2:0 20.0.» 257 21 1—5 
18 12 
Beer Bicen, .» » » 2 20. . 250, 256, 
267, 268 
»  stellulata Acass. = Peltastes stellulatus 217 
"» Gtriparüita L. von Bun . . ... . 262 
»  umbrella Acass. . . 222 
»  wvelifera Bros = Tylocidaris velifera 
EL DEE ee a 103 9 1—7 
en: „Br EEE 158 
» PaRee Boss. Er. u 158,19 10 
» Darupensis Scutör. . . . . . 162, 190 15 1—7 
» Hannoverana Scurör.. . . . . 160, 193, 195 11 
» 37» Pa a 207 
» Meoressk. Born un. . . . . 177 13 1-8 
» RR urn . 166, 172, 14 8—10 


185 12 1—5 


232 Alphabetisches Verzeichniss der aufgeführten Gattungen und Arten. [304] 


Seite Tafel Figur 
Stereocidaris Silesiaea Scrtört. . . . 2... 174 11 1—4 
» sceptrifera Könte, Manteın . . 182, 193 14 6—7 
16 56 
» subhereyniea Schuör. . . . . 163 12 6—9 
Temnocıdarıse ee, 1 
» Baylei Gore re nee 
» Danica Deswep 2... .- .- 197.214, 214 som 1,2 
11—13 
» magnifica Cor. . a NER A 
Tetagramma depressum Av. Röm. —= Pseudodia- 
dema variolare Bronen. . - . 39 
Tylocidaris Pomeu 31.8500 103 
» aspenulo, NoWone an eo... 113 10 11 
» Bowerbanki Fore. sp. . . . . . 109, 110 
» elavigeradKoue@) 2 4.02... all 14 1—5 


» GOsaeNScanmeat ae 117, 124 
» Hebern, Deswepan 2... 0: 107 


» (2) Stromhecke Des. span. Nimm: 115 10 15 
» velifera Bensepı ...... . 103 9 1—7 
» vexilifera Sentit. . . 2... 126 17 4 
Zeuglopleurus Greoorr - 2... 2.2.2. 277 
» COSDUOUSMGREG Er a ee 279 
» pusilus An. Röm. sp. . . .. 280 


Fig. 11—14. 
11; 
12. 


13. 
14. 


Erklärung der Tafeln. 


Tafel 8. 


Leiocidaris (?) Hilsii Schrörer. Aus dem Hils (Neocom) 
von Achim (Braunschweig) 


Original im Universitäts-Museum zu Göttingen. 


. Ansicht eines unvollständig erhaltenen Gehäuses in natürlicher 


Grösse, von der Seite gesehen. 
Durchschnitt durch dasselbe. 
Theil eines Ambulacralganges in ungefähr 9facher Grösse. 


. Interambulacralplatte mit anliegendem Ambulacrum in circa 


3Sfacher Grösse. 


. Rhabdoeidaris sp. Aus dem oberen Neocom der Eisenstein- 


grube »Zuversicht« im Sommerholz bei 
Kniestedt, unweit Salzgitter (Hannover) 
Eine vereinzelte Interambulacralplatte mittlerer Grösse. 
Eine grosse, unvollständig erhaltene Interambulacralplatte. 


Original im Universitäts-Museum zu Bonn. 


. Rhabdocidaris sp. Vom gleichen Fundpunkte wie Fig. 5, 6 


Fragment eines breiten, flachen Stachels, von der Seite ge- 
sehen. In natürlicher Grösse. 

Dasselbe Stück von der entgegengesetzten Seite gesehen. 

Querschnitt desselben. 

Ein Theil der Oberfläche vergrössert dargestellt. 


Original im Universitäts-Museum zu Bonn. 

Rhabdoeidaris triangularis Scrwürer. Aus dem mittleren 
Neocom von Achim bei Börsum 
Fragment eines Stachels von der Seite gesehen. Natürliche 
Grösse. 

Dasselbe Stück von der entgegengesetzten Seite gesehen. 
Querschnitt desselben. 
Ein Theil der Oberfläche vergrössert dargestellt. 

Original im Universitäts- Museum zu Bonn. 


Seite 


100 


92 


91 


234 


Fig. 15—18. 


13. 
16. 
1b78 
18. 


Inlen 118), 


Fig. 20. 


Fig. 21. 


Fig. 22. 


Fig. 1— 7. 
. Unvollständiges Gehäuse von unten gesehen. — Natürl, Grösse. 


Erklärung der Tafeln. [306] 


. Seite 
Cidaris hirsuta MaArcov. Aus dem mittleren Neocom von 


Berklingen "7 2 re 
Ein Stachel von der Seite gesehen. — Natürliche Grösse. 
Derselbe Stachel von der entgegengesetzten Seite gesehen. 
Querschnitt. 
Ein Theil der Oberfläche vergrössert dargestellt. 


79 


Original im Universitäts-Museum zu Bonn. 


Cidaris sp. n. Aus dem mittleren Neocom von Achim bei 
IBörssum Braunschweig) . rn 


Original im Universitäts-Museum zu Bonn. 


Zwei Interambulacralplatten mittlerer Grösse. — Natürliche 
Grösse. 

Cidarıs murieat® An. Römer .... 2 Sue en 

Aus Grube »Marie« bei Steinlah. Oberste Schicht des Hils- 
eisenstein. — Natürliche Grösse. 


Original im Universitäts-Museum zu Bonn. 


Gidarıs sp. or on era aut a A 

Unteres Ende eines Stachels, vielleicht zur vorigen Art gehörig. 

Aus der Eisensteingrube »Zuversicht« bei Kniestedt. — Doppelte 
Grösse. 


sl 


Original im Universitäts-Museum zu Bonn. 


Cidaris punetata Av. Römerd) . . . uno udeın nm. es 
Fragment eines Stachels vom Ellisser Brink. 
Oberer Hils. 


Original im Universitäts-Museum zu Bonn. 


Tafel 9. 


Tylocidaris velifera Broxs. Aus der Tourtia von Essen . 108 


Original im Universitäts- Museum zu Breslau. 


Dasselbe Gehäuse von der Seite gesehen. 
Dasselbe Gehäuse von oben gesehen. 
Interambulacralfeld eines kleineren Gehäuses. 
Original im Universitäts- Museum zu Bonn. 
Interambulacralfeld mit seitlich anhaftenden Ambulacralfeldern 
von der Innenseite gesehen, um die Wölbung in der Mitte 
der Interambulacraltafeln und die Aurikeln zu zeigen. 
Theil eines Ambulacralfeldes aus der Nähe des Scheitels. 


. Theil eines Ambulacralfeldes vom Umfange des Gehäuses. 


!) Seite 83 ist Zeile fünf Fig. 22 statt Fig. 21 zu lesen! 


[307] Erklärung der Tafeln. 
Fig. S. Doroeidaris Essenensis Scutürer. Aus der Tourtia von Essen. 
Bruchstück eines Gehäuses mittlerer Grösse. — Natürliche 
Grösse. 


Original im Universitäts- Museum zu Bonn. 
Vergl. Taf. 15, Fig. 8. 


Fig. 9. Doroeidaris vesiculosa Goupruss. Aus der Tourtia von Essen. 
Bruchstück eines Gehäuses mittlerer Grösse. — Natürliche 
Grösse. 


Original im Universitäts-Museum zu Bonn. 
Verel. Tai. 15, Fig, 9. 


Fig. 10—14. Dorocidaris cf. vesiculosa Gorpruss. Kleinstes bekanntes Ge- 
häuse aus der Tourtia von Essen 
Original im Universitäts- Museum zu Berlin. 
10. Das Gehäuse von oben gesehen. — Natürliche Grösse. 
ll. Das Gehäuse von unten gesehen. 
12. Das Gehäuse in seitlicher Ansicht. 
13. Ein Interambulacralfeld in vierfacher Grösse. 
14. Ein Theil des Gehäuses von der Innenseite, um die Aurikeln 
und die einfache Wölbung der Schale zu zeigen. — Drei- 
fache Grösse. 


Siehe die vergrösserten Ambulacralfelder Taf. 10. Fig. 1 u. 2. 


Tate 10. 


Fig. 1, 2. Dorocidaris cf. vesiculosa Gornoruss . 
Zu Taf. 9, Fig. 10— 14 gehörig. 
1. Theil eines Ambulacralfeldes vom Umfange des Gehäuses. — 
12fache Grösse. 
2. Theil eines Ambulacralfeldes aus der Nähe des Scheitels. — 
12fache Grösse. 


Fig. 3— 6. Stereoeidaris Carteri Wricnr. Aus dem oberen cenomanen 
Pläner von Rethen (Hannover) 
Original im Universitäts-Museum zu Göttingen. 


3. Das Gehäuse von unten gesehen. — Natürliche Grösse. 
4. Das Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

5. Das Gehäuse von oben gesehen. 

6. Ein Theil eines Ambulacralfeldes in ca. Yfacher Grösse. 
8 


. Goniopygus sp. Aus der Tourtia von Essen . 
Originale im Universitäts-Museum zu Bonn. 


7. Ein grösserer Stachel, welcher unten abgewittert ist. — Na- 
türliche Grösse. 
8. Ein kleinerer Stachel 


235 


Seite 


133 


129 


131 


Fig. 11. 


Fig. 12—14. 


12. 
13. 
14. 


Fig. 15. 


Fig. 16. 


Fig. 17. 


Fig. 1—4. 


=> 


Original im Universitäts- Museum zu Breslau. 


. Gehäuse von der Oberseite gesehen. Durch erlittenen Druck 


sind die Ambulacralfelder zum Theil etwas über einander 
geschoben. — Natürliche Grösse. 

Dasselbe Gehäuse von der Unterseite. 

Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

Ein Theil eines Ambulacralfeldes in 6facher Grösse. 


Erklärung der Tafeln. [308] 
Seite 
. 6oniopygus cf. Bronni Acass. Aus der Tourtia von Essen 51 
Originale im Universitäts- Museum zu Bonn. 
Ein Stachel in natürlicher Grösse. 
Derselbe Stachel in doppelter Grösse, von drei verschiedenen 
Seiten gesehen. 
Tyloeidaris asperula Av. Römer. Aus dem cenomanen Pläner 
des Mahnerberges bei Salzgitter 113 
Original im Universitäts-Museum zu Bonn. 
Unvollständiger Stachel in seitlicher Ansicht. — Natürliche 
Grösse. 
Doroeidaris coronoglobus Quexstepr. Aus der Tourtia von 
Essen . RN... a 138 
Originale im Tnveriitäls: Mod zu Bonn. 
Grosser Stachel in seitlicher Ansicht. — Natürliche Grösse. 
Kleiner Stachel in seitlicher Ansicht. — Natürliche Grösse. 
Ein Stachel gegen das abgestumpfte Oberende gesehen. — 
Dreifache Grösse. 
Tylocidaris Strombecki Dzesor. Aus cenomanem Grünsande 
der Steinkohlenzeche »Holland« bei 
Wattenscheid in Westphalen. 
Original im Universitäts- Museum in Bonn. 
Unvollständiger Stachel von der Seite gesehen. — Natürliche 
Grösse 5 ag 115 
Cidaris sp. Aus der Tourtia von Essen 129 
Original im Universitäts- Museum zu Bonn. 
Interambulacraltafel mit crenelirtem Warzenkegel. — Natür- 
liche Grösse. 
Cidaris cf. armata Reuss. Aus der Tourtia von Essen 129 
Original im Universitäts-Museum zu Bonn. 
Interambulacraltafel mit elliptischem Warzenhofe. — Natür- 
liche Grösse. 
Tafel 11. 
Stereoeidaris Silesiaca SchLürer. Aus dem Turon, Scaphiten- 
Pläner von Oppeln in Schlesien 174 


[309] 


Fig. 5—9. 


[En 2) 


Erklärung der Tafeln. 


Stereoeidaris Hannoverana Schrürer. Angeblich aus dem 
oberen Cenoman von Rethen in 
Hannover ATi Dr 

Gehäuse von der Oberseite gesehen. — Natürliche Grösse. 


. Dasselbe Gehäuse von der Unterseite. 
. Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 
. Interambulacralfeld mit anhaftendem Ambulacralfelde und den 


nächst anstossenden Platten des Scheitelschildes in doppelter 
Grösse. 


. Theil eines Ambulacralfeldes in Afacher Grösse. 


Tafel 12. 
Fig. 1—5. Stereoeidaris Reussi Gemrrz. Aus dem turonen Pläner von 
Wolfenbüttel . 
Original im Museum zu Braunschweig. 
1. Das Gehäuse gegen die Unterseite gesehen. — Natürliche 
Grösse. 
2. Dasselbe Gehäuse von oben gesehen. 
3. Interambulacralfeld. — Doppelte Grösse. 
4. Theil eines Ambulacralfeldes aus der Nähe des Scheitels. — 
Vergrössert. 
5. Theil eines Ambulacralfeldes vom Umfange des Gehäuses. — 
Vergrössert. 

Fig. 6— 9. Stereoeidaris subhereynica Sckrürer. Aus dem turonen 
Brongniarti- Pläner des Gitter- 
berges bei Salzgitter (Hannover) 

Original im Universitäts-Museum zu Bonn. 
6. Verdrücktes Gehäuse von oben gesehen. — Natürliche Grösse. 
7. Dasselbe Gehäuse gegen die Unterseite gesehen. 
8. Interambulacralplatte mit ansitzenden Ambulacralplatten. — 
Ueber doppelte Grösse. 
9. Theil eines Ambulacralfeldes. Sechsfache Grösse. 
Tafel 13. 
Fig. I— 7. Stereocidaris Merceyi Correav. Aus einem der Schreibkreide 


E 


ähnlichen Gestein von Lüneburg 
Original im Universitäts-Museum zu Göttingen. 
Theilweise verdrücktes Gehäuse mit einigen ansitzenden 
Stacheln gegen die Unterseite gesehen. An der linken 
Seite tritt unter fortgenommener Assel ein Theil des Kau- 
apparates hervor. — Natürliche Grösse. 


237 


Seite 


160 


166 


163 


177 


238 


en, 6 


Fig. 9— 10. 


10. 
11. 


> (w 


Erklärung der Tafeln. [310] 


Dasselbe Gehäuse von der Seite gesehen. Links ist unter 
den fehlenden Interambulacralplatten der zerdrückte Kau- 
apparat sichtbar. 

Eine vereinzelte Interambulacralplatte in doppelter Grösse. 


Theil aus der oberen Partie eines Stachels.. — Fünffache 
Grösse. 
Theil aus der mittleren Partie desselben Stachels.. — Fünf- 


fache Grösse. 
Unterer Theil desselben Stachels. — Fünffache Grösse. 


Stereoeidaris Merceyi Correav. Aus dem jüngsten turonen 
Pläner mit J/noceramus Cwvieri von 
Paderborn 


Original im Universitäts-Museum zu Bonn. 
Interambulacralfeld mit anhaftendem Ambulacralfelde. — Na- 
türliche Stärke. 


Theil eines Ambulacralfeldes, ohne die seitlichen Poren- 
gänge. — Achtfache Grösse. 


Cidaris punetillum Sorıeser. Aus dem turonen Pläner des 
Galgenberges bei Quedlinburg 
Original im Universitäts-Museum zu Berlin. 

Gehäuse mit ansitzenden Stacheln in seitlicher Ansicht. — 
Natürliche Grösse. 

Dasselbe Gehäuse von oben gesehen. 

Vereinzelte Interambulacralplatte mit anhaftenden Ambulacral- 
platten. — Dreifache Grösse. 

Unvollständiger Stachel in dreifacher Grösse. 


Tafel 14. 


. Tyloeidaris cf. elavigera Könıs? (vielleicht Tylocidaris Gosae). 


Aus dem Unter-Senon, Zone des 
Inoceramus lobatus, von Bülten 


(Hanänover): . ; 2... ale 


Original im Universitäts- Museum zu Göttingen. 


Gehäuse von oben gesehen. — Natürliche Grösse. 

Dasselbe Gehäuse von unten gesehen. 

Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

Theil eines Ambulacralfeldes aus der Nähe des Scheitels. — 
Zehnfache Grösse. 

Theil eines Ambulacralfeldes vom Umfange des Gehäuses. — 
Zehnfache Grösse, 


Seite 


177 


169 


124 


10. 


Fig. 1— 7. 


Be En e 


Fig. 8. 


Erklärung der Tafeln. 


. Stereoeidaris cf. sceptrifera Manrterr.. Aus dem ober-turonen 


Pläner mit Inoceramus Cuvieri des 
Windmühlenberges bei Salzgitter 
(Hannover) . 


Original im Universitäts-Museum zu Bonn. 


. Das Gehäuse von der Oberseite gesehen. — Natürliche Grösse. 
. Dasselbe Gehäuse von unten gesehen. 


Fig. S- 10. 


Stereoeidaris Reussi Gersırz. Aus dem oberen Scaphiten- 
oder unteren Cuvieri-Pläner (Ober -Tu- 
ron) des Hackelnberges bei Steinlah 
(Hannover) . 

Original im Universitäts- Museum zu Bonn. 


Unvollständig erhaltenes Gehäuse, welches mit 5 Stacheln auf 
einer Gesteinsplatte liegt. 

Interambulacralplatte mit ansitzendem Ambulacralplättchen. 
Die Granulation der letzteren ist am Originale nicht so 
deutlich erhalten, wie die Zeichnung sie darstellt. — Drei- 
fache Grösse. 

Fragment eines Stachels in dreifacher Grösse. 


Makel 15. 


Stereoeidaris Darupensis Schrürer. Aus dem Ober-Senon 
mit Belemnitella mucronata von 
Darup (Westphalen) 
Originale im Universitäts-Museum zu Bonn. 


Gehäuse von oben gesehen. — Natürliche Grösse. 

Dasselbe Gehäuse von unten gesehen. 

Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

Ein Interambulacralfeld mit anhaftendem Ambulacralfelde. — 
Doppelte Grösse, 

Interambulacralplatte mit anhaftenden Ambulacralplättchen. — 
Vierfache Grösse. 

Gehäuse mit zum Theil abgenommenen Platten. Der Stein- 
kern zeigt, dass die Interambulacralplatten auf der Unter- 
seite ebene Flächen bilden. 

Theil eines Ambulacralfeldes stärker vergrössert, um die reich- 
lich entwickelten Granulen zu zeigen. 


Doroeildaris Essenensis Scurörer. Aus der Tourtia von Essen 
Vergl. Taf. 9, Fig. 8. 


Drei zusammenhangende Platten; vergrössert; etwa !/3 grösser 
als die grössten vorliegenden Platten. 


166 


190 


940 Erklärung der Tafeln. [312] 
Seite 
Fig. 9. Doroeidaris vesienlosa Gororuss. Aus der Tourtia von 
Essen . 129 
Vergl. Taf. 9, Fig. 9. 
Drei zusammenhangende Platten; vergrössert, etwa !/3 grösser _ 
als die grössten vorliegenden Platten. 
Tafel 16. 
Fig. 1—4. Dorocidaris Herthae Schrürer. Aus der ober-senonen Kreide 
’ mit Belemnitella mucronata der Insel 
Rügen 153 
Original im Universitäts- Museum zu Breslau. 
1. Nicht ganz vollständiges Gehäuse von oben gesehen. — Na- 
türliche Grösse. 
2. Dasselbe Gehäuse gegen die Unterseite gesehen. 
3. Dasselbe Gebäuse in seitlicher Ansicht. 
4. Theil eines Ambulaeralfeldes. — Sechsfache Grösse. 
Fig. 5 —7. Stereveidaris sceptrifera MaxteıL. Aus der ober-senonen 
Kreide mit Belemnitella mucronata 
der Insel Rügen . 132 
Gezeichnet nach einem im Universitäts- Museum zu Berlin 
befindlichen Wachsabgusse. 
5. Das Gehäuse in seitlicher Ansicht. — Natürliche Grösse. 
6. Das Gehäuse gegen die Oberkante gesehen. 
7. Das Gehäuse von unten gesehen. 
Tafel 17. 
Fig. 1, 2. Temnocidaris danica Desor. Grosses, unvollständiges Gehäuse 
aus der oberen dänischen Kreide von Faxe. 197 
Original im Universitäts-Museum zu Bonn. 
1. Das unvollständige Gehäuse in seitlicher Ansicht. — Natür- 
liche Grösse. 
2. Vertikalschnitt durch dasselbe. 
Fig. 3, 4. Tyloeidaris vexilifera sp. n. Stacheln aus der weissen Kreide 
von Stevensklint . 126 
Originale im Universitäts- Museum zu Bonn. 
3. Stachel mit flügelförmigen Ausbreitungen am Scheitel in seit- 
licher Ansicht. 
4. Ein Stachel ohne Flügel. 


U ZU LU CZ oe ie 


Fig. 5 —8. 
B) 
6 
7 
8 
Fig. 9 — 11 


10. 


21: 
Fig. 11—13. 


11. 


12. 
13. 


T. 


8. 
Neue Folge. 


Erklärung der Tafeln. 


Rhabdoeidaris cf. eometes Borr. Stachel aus der weissen 
Kreide der Insel Rügen 


Original im Universitäts-Museum zu Bonn. 


. Unvollständiger Stachel gegen die breite Seite gesehen. — 


Natürliche Grösse. 


. Derselbe Stachel gegen die schmale Seite gesehen. 
. Querschnitt durch denselben am oberen Ende. 
. Querschnitt durch denselben am unteren Ende. 


. Cidaris (Pseudocidaris?) baltica sp. n. Wahrscheinlich aus 


Schreibkreide von Steven- 
sklint auf Seeland 


Originale im Universitäts-Museum in Bonn. 


. Zwei Stacheln nebst Bruchstück eines Abdruckes. 


Querschnitt durch einen hohlen Stachel, das Innere mit Kreide 
ausgefüllt. 
Querschnitt durch einen zweiten, im Inneren späthigen Stachel. 
Temnoeidaris cf. daniea Desor (C. rimosa Quessr.). Feuer- 
steinabdruck 
Original im Universitäts-Museum in Berlin. 
Theil eines Interambulacral- und Ambulacralfeldes , nebst 
Stachel. — Natürliche Grösse. 
Interambulacralplatte. — Dreifache Grösse. 
Theil eines Ambulacralfeldes. — Dreifache Grösse. 
NB. Die Figuren 11 und 12 sind mit Benutzung von Gyps- 
abgüssen gezeichnet. 


Tafel 18. 


. Salenia granulosa Forers. Aus dem Pläner-Mergel mit /no- 


ceramus problematicus bei Wattenscheid 


. Das Gehäuse in natürlicher Grösse von oben gesehen. 


Dasselbe Gehäuse von unten gesehen. 
Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 
Interambulacralfeld in fünffacher Grösse. 
Ambulacralfeld in fünffacher Grösse. 
Scheitelschild in dreifacher Grösse. 


Salenia Heberti Corrzav. Mässig grosses, nicht hohes Ge- 
häuse aus den obersten Schichten mit Acti- 
nocamaz quadratus (— Zone der Becksia 
Soekelandi) zwischen Coesfeld und Lette 

Gehäuse in natürlicher Grösse, von oben gesehen. 

Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

Heft 5. 16 


241 
Seite 


95 


88 


197 


256 


251 


242 


Fig. 12. 


Rio. I 6. 


Se 


Erklärung der Tafeln. [314] 


Seite 
Mittlere und untere Partie eines Ambulacralfeldes in vier- 


facher Grösse. 
Scheitelschild desselben Exemplares in vierfacher Grösse. 


. Scheitelschild eines anderen Gehäuses vom selben Fundpunkte 


in doppelter Grösse. 


Salenia sigillata Scatörer. Aus dem norddeutschen Diluvium. 257 
Genitalplatte in dreifacher Grösse, um das vertiefte, Gra- 
nulen-tragende Feldchen, welches die Ovarial-Oeffnung um- 
gibt, zu zeigen. 


Tafel 19. 


Salenia obnupta Scauürer. Gehäuse aus dem Kreidemergel 
mit Belemnitella mucronata bei Berkum un- 
weit Peine . . . 5 SERIE RD 

Gehäuse in natürlicher Grösse von oben hen 

Dasselbe Gehäuse von unten gesehen. 

Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

Interambulacralfeld in dreifacher Grösse. 

Theil eines Ambulacralfeldes in dreifacher Grösse. 

NB. Zuviel gebogen dargestellt; am Original fast völlig 
gerade. 

Scheitelschild zugleich mit der anliegerden Partie der Inter- 

ambulacralfelder, deren Grenzen nicht deutlich sichtbar 
. sind. — Doppelte Grösse. 


. Salenia anthophora Jos. Mürzer. Aus dem Kreidemergel mit 


Belemmnitella mucronata vom 

bei Aachen. . . . . 264 
Scheitelschild eines sehr grossen Gohansen in natuchehes 
Grösse. 


. Salenia Heberti Corrzav . . n. Kal a 
Scheitelschild mit fehlender Soranalpieite — Dreifache 
Grösse. 

. Salenia petalifera Acassız . . 2 ee 


Scheitelschild mit zwei enkralplarlän)) 


. Gauthieria radiata:Sorıa, SP. - » . 2 2.0 0 000 0. aa 


Scheitelschild, vergrössert. Copie. 


. Zeuglopleurus costulatus Grar. . .» 2 2 2 2 nn nn 279 


Scheitelschild. Dreifache Grösse. Copie. 


. Echinoeyphus diffieilis Acass. . » » 2 2 2 2 nn. 4 


Scheitelschild. Vergrössert. Copie. 


[315] 
Fig. 1—5 
1. 

2. 

3. 

4. 

5. 

Fig. 6 — 10 
6. 

° 

8. 

2 

10. 

Fig. 1—5. 
B. 

2. 

3. 

Fig. 6. 
Fig. 7, 8 
{p 

8. 


Erklärung der Tafeln. 


Tafel 20. 


. Salenia anthophora Jos. Mürzer. Gehäuse aus dem Kreide- 


mergel mit Belemnitella mucronata vom 
Schneeberge bei Aachen . 

Gehäuse in natürlicher Grösse von oben gesehen. 

Dasselbe Gehäuse von unten gesehen. 

Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

Ambulacralfeld in dreifacher Grösse. 

Interambulacralfeld in dreifacher Grösse. 


. Salenia Heberti Corrzau. Gehäuse aus der Belemnitellen- 


Kreide von Lüneburg > 
Gehäuse in natürlicher Grösse, von oben gesehen. 
Dasselbe- Gehäuse von unten gesehen. 
Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 
Ambulacralfeld in dreifacher Grösse. 
Interambulacralfeld in dreifacher Grösse. 


Datrel 21: 


Salenia sigillata Schrürer. Aus dem Diluvium von Pots- 
dam, wahrscheinlich aus baltischer Kreide 
stammend . SR - 

Gehäuse in natürlicher Grösse, von oben chen, 

Dasselbe Gehäuse von unten gesehen. 

Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 


Cidaris gigas Schuörer. Aus dem Kreidetuff von Maestricht- 

Falkenburg . a? 7 

Zwei obere Platten eines ER nbulacraltsldes, in natür- 
licher Grösse. 


. Cidaris mamillata Corrzav. Aus dem Kreidetuff von Mae- 


stricht- Falkenburg 5 
Jugendliches Gehäuse in natürlicher Grösse, in "soiklcten 
Ansicht. 
Ein Theil des Gehäuses in dreifacher Grösse. 


A.W.Schade’s Buchdruckerei (L. Schade) in Berlin, Stallschreiberstr, 45/46. 


243 


Seite 


264 


256 


257 


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C. Schlüter, Kreide -Echiniden. 


Abhandl.d.Kgl. Preuss. geolog, Landesanstalt Neue Kolge, Heft V. 


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1-4, Leiocidaris Hilsii, Schlüt._Neocom. 5-10.Rhabdocidaris,sp_Neocom. 


Lichtdruck v. A.Frisch. Berlin. 


Tar..8. 


C. Schlüter, Kreide-Echiniden, 


Abhandl. d.Kql. Preuss. geolog' Landesanstalt Neue Folge, Heft V. 


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sidaris velifera, Br. _Tourtia. ! rocıdaris Essenensis. Schlüt._Tourtia 
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9-14. Vorocıdarl 1. vesiculosa, Goldf._lourtia 


Lichtdruck v. A.Frisch, Berlin. 


C. Schlüter, Kreide -Echiniden. 


Abhandl. d.Kgl. Preuss. geolog, Landesanstalt Neue Folge, Heft V. 


Tar 10: 


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Vorociıdarıs ci. vesiculosa, vuoldi_lourtla l ® 
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7-10. Goniopygus sp.-Tourtia 11. Tylocidaris asperı 1.F 
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ronoglobus, Onst. _ 


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16. Cidaris sp. _ Tourtia. 17. Cidaris cf.armatus, Rs: 


Lichtdruck v. A Frisch, Berlin. 


15. Tylocidaris. Strombecka, Des._CGenoman 


C. Schlüter, Kreide -Echiniden. 


Abhandl. d.Kgl. Preuss. geolog, Landesanstalt Neue Folge, Heft V. 


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1-2. stereocidaris »ilesiaca, »Schlut. _Luron 
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979. »tereocidaris Hannoverana, Schlüt. _ Cenoman. 


Lichtdruck v. AFrisch, Berlin. 


C. Schlüter, Kreide -Echiniden. 


Taf. 12. 


e, Heft V. 


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eolog. Landesanstalt Neue Fol 


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Abhandl.d. Kql. Preuss. 


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Lichtdruck v. A.Frisch, Berlin. 


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- €. Sehlüter, Kreide-Echiniden. 


Abhandl.d.Kgl. Preuss. geolog. Landesanstalt Neue Folge, Heft V. Taf 13 


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1-8. Stereocidaris Mercevi, Cott. _Turon 


9-10. Stere 


ocidaris punctillum, Sorig._Turon 


Lichtdruck v. AFrisch, Berlin. 


C. Schlüter, Kreide-Eehiniden. 


Abhandl. d.Kgl. Preuss. geolog. Landesanstalt Neue Folge, Heft \. Taf. 14. 


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1-5 Tylocidaris cf. clavigera, König. _Unt Senon. 
6-7 Stereocidaris cf. sceptrifera Mnt. _ Turon. 


8-9. Stereocidaris Reussi, Gein._Turon. 


Lichtdruck v. AFrisch, Berlin. 


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C. Schlüter, Kreide-Echiniden. 


Abhandl d.Kgl. Preuss. geolog. Landesanstalt Neue Folge, Heft V. 


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ocidaris Darupensis, Schlüt._ Ob.- Senon 
8. Dorocidaris Essenensis, Schlüt.__Tourtia. 
9. Dorocidaris vesiculosa, Goldf 


Lichtdruck v. A-Frisch. Berlin. 


C. Schlüter, Kreide -Echiniden. 


Abhandl. d.Kql. Preuss. geolog, Landesanstalt Neue Folge, Heft V. Tat, In, 


Lichtdruck v. A Frisch. Berlin. 


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Abhandl.d.Kgl. Preuss. Seolog. Landesanstalt Neue Folge, Heft V. 


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1-2, Jemnocidaris Danica, ] h b-Senon. 2 cidaı 2 a 
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Lichtdruck v. AFrischı. Berlin. 


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C. Schlüter, Kreide -Echiniden. 


Abhandl. d.Kgl. Preuss. geolog Landesanstalt Neue Folge, Heft V. Taf. 18. 


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C. Schlüter, Kreide-Echiniden. 
Abhandl. d.Kgl. Preuss. geolog, Landesanstalt Neue Folge, Heft V. Tat 18 


1-6. Salenia obnupta. Schlüt. _Ob.Senon. 7. Salenia anthophora Müll. — Ob. Senon, 
8. Salenia Heberti Cott. 9. Salenia petalifera Agass._ Cenoman. 10. Gauthieria 
radiata Sorig._ luron 11. Zeuglopleurus costulatus, Gray. 
42. Echinocyphus difficilis Agass 


Lichtdruck v. AFrisch, Berlin 


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C. Schlüter, Kreide -Echiniden. 


Abhandl. d.Kgl. Preuss. geolog. Landesanstalt Neue Folge, Heft Y. Taf. 20. 


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1-5. Salenia anthophora, Jos. Müll. _ Ob. Senon 
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6-10 Salenia Heberti, Cott._ Senon 


Lichtdruck v. A.Frisch, Berlin. 


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C. Sehlüter, Kreide -F 


Taf. 21, 


Landesanstalt Neue Folge, Heft V. 


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Abhandl. d.Kgl. Preuss. geolo 


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Cidari: 


Lichtdruck v. AFrisch, Berlin. 


Veröffentlichungen der Königl. Preussischen geologischen 
Landesanstalt. 


Die mit 7 bezeichneten Karten und Schriften sind in Vertrieb bei 
Paul Parey hier, alle übrigen bei der Simon Schropp’schen Hoflandkartenhand- 
lung (J. H. Neumann) hier erschienen. 


I. Geologische Specialkarte von Preussen u. den Thüringischen Staaten. 
Im Maalsstabe von 1: 25000. 


» » Doppelblatt der mit obigem 7 bez. Lieferungen 3 » 


für das einzelne Blatt nebst 1 Heft Erläuterungen ... . 2 Mark. 
(Frei ) 
» >» » » übrigen Lieferungen ...... 4» 


Mark 
Lieferung 1. Blatt Zorge, Benneckenstein, er Ellrieh, Nord- 
hausen”), Stolberg . . . . 12 — 


» 2. »  Buttstedt, Eckartsberga, Rosla, Ee, et Jena“) 12 — 
» 3.» Worbis, Bleicherode, a Ndr.-Orschla, Gr. Een 


Immenrode ln 12 — 
» 4. » Sömmerda, Cölleda, Stotterahen, en Erfurt, 

Weimar) „u. . ER A el = 
» 9. »  Gröbzig, Zörbig, Bolsrshefte an Bull 2, Ba a 
» 6. »  Ittersdorf, *Bouss, *Saarbrücken, *Dudweiler, Lauter- 

bach, Emmersweiler, Hanweiler Sr 3* Do 

blätter) a er. 7280 SR £ . 20 — 
» T. » a rd EHenweiler, *Priedrichs- 


thal, *Neunkirchen (darunter 4 * Doppelblätter) . . 18 — 


» 8. »  Waldkappel, Berner Sontra, a Hönebach, 
Gerstungen A 5 } 12 — 


» =F »  Heringen, Kelbra nenst Blatt mit 2 Profilen aaa das 
Kyffhäusergebirge sowie einem geogn. Kärtchen im 
Anhange, Sangerhausen, Sondershausen, Franken- 
hausen, Artern, Greussen, Kindelbrück, Schillingstedt 20 — 


2 2.10, »  Wincheringen, Saarburg, Beuren, Freudenburg, Perl, 
Teer ee TOURER 


» 11. » + Linum, Cremmen, Nauen, Marwitz, Markau, Rohrbeck 12 — 


» 12. » Naumburg, Stössen, Camburg, Osterfeld, Bürgel, 
TRHUoE 0 EHE ne neue Sue. A 


» 13. » Langenberg, Grossenstein, Gera, Ronneburg . . ». . 83— 
» 14. » + Oranienburg, Hennigsdorf, Spandow . . . . . d— 


» 15. »  Langenschwalbach, Platte, BONN Wies- 
baden, Hochheim . . . A . 12 — 


*) (Bereits in 2. ae} 


Lieferung 16. Blatt ee PB Leimbach, nz Winpte, 


» 


”» 


IE 
18. 
19: 


20. 


21. 


22. 


36. 


39. 


Mansfeld 
»  Roda, Gangloff, Neustadt, Triptis, Pörmitz, Zeulenroda 
» _ Gerbstedt, Cönnern, Eisleben, Wettin . . . . 


»  Riestedt, Schraplau, Teutschenthal, Ziegelroda, Quer- 
furt, Schafstädt, Wiehe, Bibra, Freiburg Elle 


» + Teltow, Tempelhof, *Gr.-Beeren, *Lichtenrade, Trebbin, 
Zossen (darunter 2* mit Bohrkarte und Bohr- 
register) a aa 

» Rödelheim, Frankfurt a. M., Schwanheim, Sachsen- 
hausen . R & 

» T Ketzin, Fahrland ne Potsdam, Beelitz, Wildenbruch 


»  Ermschwerd, Witzenhausen, Grossalmerode, Allendorf 
(die beid.letzteren m. je 1 Profiltaf. u.1 geogn. Kärtch.) 


»  Tennstedt, Gebesee, Gräfen-Tonna, Andisleben 


» Mühlhausen, Körner, Ebeleben 


» 7 Cöpenick, Rüdersdorf, Königs- en it ne 
mannsdorf, Mittenwalde, Friedersdorf ; 


» _ Gieboldehausen, Lauterberg, Duderstadt, Gerode 


»  Osthausen, Kranichfeld, Blankenhain, Dan Rudol- 
stadt, Orlamünde . 2 


» + Wandlitz, Biesenthal, Grünthal, Schönerlinde, Bernau, 
Werneuchen, Berlin, Friedrichsfelde, Alt - Lands- 
berg. (Sämmtlich mit Bohrkarte und Bohrregister) 


» Eisfeld, Steinheid, Spechtsbrunn, en Neustadt 
an der Heide, Sonneberg 


» Limburg, Eisenbach (nebst ee. 
Kettenbach {nebst 1 Lagerstättenkärtchen), Idstein 


» r Calbe a.M., Bismark, Schinne, Gardelegen, Klinke, 
Lüderitz. (Mit Bohrkarte und Bohrregister) . ne 


»  Schillingen, Hermeskeil, Losheim, Wadern, Wahlen 
Lebach 


» 7 Lindow, ee Kl. oe RE Ba 
Nassenheide. (Mit Bohrkarte und Bohrregister) . 


» T Rhinow, Friesack, Brunne, Rathenow, Haage, Ribbeck, 
Bamme, Garlitz, Tremmen. Eh Bohrkarte und 
Bohrregister) 

» Hersfeld, Friedewald, Vacha, Eiterfeld , Geis, 
Lengsfeld . e 

»  Altenbreitungen,, race. Oberkatz naht 1 Profi. 
tafel), Meiningen, Helmershausen (nebst 1 Profiltafel ) 


» Hindenburg, Sandau, Strodehne, Stendal, Arneburg, 
Schollene. (Mit Bohrkarte und Bohrregister) . 


» Gotha, Neudietendorf, Ohrdruf, Arnstadt (hierzu 
eine Illustration) Tr u Te Pie wert ee 


10 


2 


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Mark 
Lieferung 40. Blatt Saalfeld, Ziegenrück, Probstzella, Liebengrün . . . S— 

» 41. » Marienberg, Rennerod, Selters, Westerburg, Men- 
gerskirchen, Montabaur, Girod, Hadamar . . . 16 — 

» 42. » Tangermünde, Jerichow, Vieritz,  Schernebeck, 

| Weissewarthe, Genthin, Schlagenthin. a Bohr- 
karte und Bohrregister) . . . . .. ? 21 — 

» 43. » rRehhof, Mewe, Münsterwalde, RE ci 
Bohrkarte und Bohrregister) . . . . . 12 — 

» 44. »  Coblenz, Ems (mit 2 ne), Schaumburg, 
Dachsenhausen, Rettert . . . 10 — 

» 45. » Melsungen, Lichtenau, lenbkschen er 
Ludwigseck, Rotenburg . . . 12 — 


» 46. »  Buhlenbere, Birkenfeld, Nohfelden, I Freisen, Olkweiler, 
St. Wendel. (In Vorbereitung.) 


» 47. » rHeilsberg, Gallingen, Wernegitten, Siegfriedswalde. 
(Mit Bohrkarte und. Bohrregister) . . . . .. B-— 


» 48. » Parey, Parchen, Karow, Burg, Theessen, Ziesar. 
(Mit Bohrkarte und Bohrregister) . . .... 18 — 
» 49. » Gelnhausen, Langenselbold, Bieber (hierzu eine 
Prohltatel) Kohrhauptem.y ale. I. 000 Fre 


I. Abhandlungen zur geologischen Speecialkarte von Preussen und 
den Thüringischen Staaten. Mark 


Bd. I, Heft 1. Rüdersdorf und Umgegend, eine geognostische Mono- 
grapbie, nebst 1 Taf. Abbild. von Verstein., 1 geogn. 

Karte und Profilen; von Dr. H. Eck . . . 8— 
» 2. Ueber den Unteren Keuper des östlichen Thüringens, 
nebst Holzschn. und 1 Taf. Abbild. von Verstein.; von 

Prof. Dr. E. E. Schmid . . 2,50 
» 3. 6Geogn. Darstellung des Steinkohlengebirges und. Roth- 
liegenden in der Gegend nördlich von Halle a. S., 
nebst 1 gr. geoyn. Karte, 1 geogn. Uebersichtsblättchen, 

1 Taf. Profile und 16 Holzschn.; von Dr. H. Laspeyres 12 — 
4. Geogn. Beschreibung der Insel Sylt, nebst 1 geogn. 
Karte, 2 Taf. ad 1 Titelbilde und 1 Holzschn.; von 

Dr. L.Meyn .. - s— 


Bd. II, Heft 1. Beiträge zur fossilen Flora. Fhetükohten- anna, 
mit besonderer Berücksichtigung ihrer Fructificationen, 
nebst 1 Atlas von 19 Taf. und 2 Holzschn.; von Prof. 
Drzih, REWelIse.. .. ,; . 20 — 
2. + Rüdersdorf und Umgegend. Auf geogn. a Brundiage agro- 
nomisch bearbeitet, nebst 1 geogn.-agronomischen Karte; 
LT ROT EN. ©. 5 RE 
» 3. 7 Die Umgegend von Berlin. Allgem. Erläuter. z. geogn.- 
agronomischen Karte derselben. I. Der Nordwesten 
Berlins, nebst 10 Holzschn. und 1 Kärtchen; von Prof. 
Dr. G. Berendt . . . 3— 
» 4. Die Fauna der ältesten Devon-Ablagerungen des Harzes, 
nebst 1 Atlas von 36 Taf.; von Dr. E. Kayser. . . 24 — 


Bd. II, Heft 1. Beiträge zur fossilen Flora. II. Die Flora des Roth- 
liegenden von Wünschendorf bei Lauban in Schlesien, 
nebst 3 Taf. Abbild.; von Prof. Dr. Ch. E. Weiss 


» 2. r Mittheilungen aus dem Laboratorium f. Bodenkunde d. 
Kgl. Preuss. geolog. Landesanstalt. Untersuchungen 
des Bodens der Umgegend von Berlin; von Dr. 
E. Laufer und Dr. F. Wahnschaffe.. EURE 


» 3. Die Bodenverhältnisse der Prov. Schleswig-Holstein als 
Erläut. zu der dazu gehörigen Geolog. Uebersichtskarte 
von Schleswig-Holstein; von Dr. 1 Meyn. Mit An- 
merkungen, einem Schriftenverzeichniss und Lebens- 
abriss des Verf.; von Prof. Dr. @. Berendt 


» 4. Geogn.Darstellung des Niederschlesisch-Böhmischen Stein- 
kohlenbeckens, nebst 1 Uebersichtskarte, 4 Taf. Profile 
etc.; von Bergrath A. Schütze 308 


Bd. IV, Heft 1. Die regulären Echiniden der norddeutschen Kreide, I. Gly- 
phostoma (Latistellata), nebst 7 nn von Prof. Dr. 
Clemens Schlüter . R eg 


» 2. Monographie der Homalonotus-Arten des Rheinischen 
Unterdevon, mit Atlas von S Taf.; von Dr. Carl Koch. 
Nebst einem Bildniss von C. Koch und einem Lebens- 
abriss desselben von Dr. H. v. Dechen 


» 3. Beiträge zur Kenntniss der Tertiärflora der Provinz 
Sachsen, mit 2 Holzschn., 1 Uebersichtskarte und einem 
Atlas mit 31 Lichtdrucktafeln; von Dr. P. Friedrich 


» 4. Abbildungen der Bivalven der Casseler Tertiärbildungen 
von Dr. O0. Speyer nebst dem Bildniss des Verfassers, 
und mit einem Vorwort von Prof. Dr. A. v. Koenem 


Bd. V, Heft 1. Die geologischen Verhältnisse der Stadt Hildesheim, 
nebst einer geogn. Karte; von Dr. Herm. Roemer 


» 2. Beiträge zur fossilen Flora. III. Steinkohlen-Calamarien II, 
nebst 1 Atlas von 28 Tafeln; von Prof. Dr. Ch. E. Weiss 


» 3. + Die Werder’schen Weinberge. Eine Studie zur Kennt- 
niss des märkischen Bodens von Dr. E. Laufer. Mit 
1 Titelbilde, 1 Zinkogr: EPNID: 2 Holzschnitten und einer 
Bodenkarte ER le HE en 


» 4. Uebersicht über den Schichtenaufbau Ostthüringens, 
nebst 2 vorläufigen geogn. Uebersichtskarten von Ost- 
thüringen; von Prof. Dr. K. Th. Liebe 


Bd. VI, Heft 1. Beiträge zur Kenntniss des Oberharzer Spiriferensand- 
steins und seiner Fauna, nebst 1 Atlas mit 6 lithogr. 
Tafeln; von Dr. L. Beushausen SUR, 


» 2. Die Trias am Nordrande der Eifel zwischen Commern, 
Zülpich und dem Roerthale. Von Max Blancken- 
horn. Mit 1 rer en 1 Profil- und 
1 Petrefakten- Tafel : a 


(Fortsetzung auf dem Umschlage!) 


Mark 


\Ü= 


14 — 


24 — 


Bd. VI, Heft 3. 


Bd. VII, Heft 1. 
32:9: 


» 4, 


Bd. IX, Heft 1. 


Bd. VII, Heft 1. 


Die Fauna des samländischen Tertiärs. Von Dr. 
Fritz Noetling. I. Theil, Lieferung 1: Vertebrata. 
Lieferung II: Crustacea und Vermes. Lieferung VI: 
Echinodermata, Nebst Tafelerklärungen und zwei Text- 
tafelo, : Hierzu ein Atlas mit 27 Tafeln 


Die Fauna des samländischen Tertiärs. Von Dr. 
Fritz Noetling. Il. Theil. Lieferung III: Gastropoda. 
Lieferung IV: Pelecypoda. Lieferung V: Bryozoa. 
Schluss: Geologischer Theil. Hierzu ein Atlas mit 12 Taf. 


Die Quartärbillungen der Umgegend von Magdeburg, 
mit besonderer Berücksichtigung der Börde. ° Von 
Dr. Felix Wahnschaffe. Mit einer Karte in Bunt- 
druck und 8 Zinkographien im Text. 


. Die bisherigen Aufschlüsse des märkisch- MANN 


Tertiärs und ihre Uebereinstimmung mit den Tiefbohr- 
ergebnissen dieser Gegend, von Prof. Dr. G. Berendt. 
Mit 2 Tafeln und 2 Profilen im Text : 


Untersuchungen übor den inneren Bau westfälischer 
Carbon-Pflanzen. Von Dr. Johannes Felix. Hierzu 
Tafel I—VI. — Beiträge zur fossilen Flora. IV. Die 
Sigillarien der preussischen Steinkohlengebiete. I. Die 
Gruppe der Favularien, übersichtlich zusammengestellt 
von Prof. Dr. Ch. E, Weiss. Hierzu Tafel VII—XV 
(1—9). — Aus der Anatomie lebender Pteridophyten 
und von Cycas revoluta. Vergleichsmaterial für das 
phytopalaeontologische Studium der Pflanzen - Arten 
älterer Formationen. Von. Dr. H. Potonie.- Hierzu 
Tafel XVI-XXI (1-6) .. 


Beiträge zur Kenntniss der #attung Look Von 
Prof. Dr. W. Branco in KonenVerg Nie Hierzu 
ein Atlas mit Tafel I-VIII  ... EEE 


+ (Siehe unter IV. No. 8.) 


Ueber die geognostischen Verhältnisse der Umgegend 
von Dörnten nördlich Goslar, mit besonderer Be- 
rücksichtigung. der Fauna des oberen Lias, Von 
Dr. August Dencekmann in Anden Hierzu ein 
Atlas mit Tafel I—X Kar A 


Geologie der Umgegend von Haiger bei Dillenburg 
(Nassan). Nebst einem palaeontologischen Anhang. 
Von Dr. Fritz Frech. Hierzu 1 geognostische Karte 
und 2 Petrefacten-Tafeln VE RR 


Anthozoen des rlieinischen Mittel-Devon. Von Dr. 
Clemens Schlüter. Mit 16 lithographirten Tafeln . 


Die Ecluiniden des Nord- und Mitteldeutschen Vligocäns. 
Von Dr. Theodor Ebert in Berlin. Hierzu ein Atlas 
mit 10 Tafeln und eine Texttafel ‚ \ 


BR. Caspary: Einige fossile Hölzer Preussens. Nach 
dem handschriftlieben Nachlasse des Verfassers be- 
arbeitet von R. Triebel. Hierzu ein Atlas mit 15 Taf, 


Die devonisehen Avieuliden Deutschlands. Ein Beitrag 
zur Systematik und Stammesgeschichte der Zweischaler. 
Von Dr. Fritz Frech. Hierzu 5 Tabellen, 23 Text- 
bilder und ein Atlas mit 18 lithographirten Tafeln . 


Märk 


20 — 


20 — 


12 — 


10 — 


10 — 


10 — 


20 — 


Bd. X, Heft 1. Das Norddeutsche Unter- Alsgnsan und: seine Mollasker: ©; sn 


‘ Fauna. Von Prof. Dr. A. von Koenen in Göttingen." 
. Lieferung I: . Strombidae — Murieidae,: na Buceinidae, Der 


Nebst Vorwort und 23-Tafeln 


» 2. Das Norddeutsche Unter-Oligoeän und seine, Mollusken. 1 


Fauna. Von Pröf. Dr. A. von Koenen in Göttingen. 


Lieferung Il; "Conidae — Yolntidae — : Oypraeidae. Be 
16 — 


Nebst 16 Tafeln 

» 3. Das Norddentsche Unter-Bligocin a seine Mollusken- 
Fauna. Von Prof, Dr. A. von Kosnen:in Göttingen, 
Lieferung III: Naticidae — Pyramidellidae — Eali- 


midae — Cerithidae - _ er Nebst 13 Tafeln. 


Nene Folge 


(Fortsetzung ‚dieser Abhandlungen in. RER Heflen) 


.Unterharzes. Von E. Rn ‚Mit 13 Steindruck- und u Licht: 
drucktafeln : 


Heft 3. Die Foraminiferen der Aukhöler Kane: a. 1 Eu en 
Hierzu ein Atlas mit 16 Tafeln ; 


Heft 5. Die regulären Echiniden . der arena Byeide, A, ci 


daridae. Salenidae. Von Prof. Dr. Clemens Schlüter. Mit 14 Taf. 


ml. Jahrbuch der Königl. Preuss. geolog. Landesanstalt 
| und Bergakademie. 


Jahrbuch der König]. Preuss. geolas. Landesanstalt n. ergaben für 
das Jahr 1880. ‘Mit geogn. Kärten, Profilen ete. . . en 


Dasselbe für die Jahre 1881-1888. Mit del. a Profilen 'ete. 
8 Bände, & Band. EEE E A ; 


IV, Sonätiue Karten und Schriften. 
1: Höhenschiehtenkarte des Harzgebirges, im Maafsstabe von 1: 100.000 


2. Geologische Vebersichtskarte des Harzgebirges, im -Maafsstabe‘ von 
1:100000; zusammengestellt von Dr. K. A. Lossen . 


3. Aus der Flora der Steinkohlenformation (20 Taf. Abbild. d. ieh 
Steinkohlenpflanzen m. kurzer Beschreibung); von Prof.Dr. Ch.E.Weiss 


4... Dr. Ludewig Meyn. : Lebensabriss und Schriftenverzeichniss desselben; - 


von Prof. Dr.G.Berendt. Mit einem Liehtdruckbildniss von L. Meyn 


5. eologische Karte der Umgegend von Thale, bearb. von K. A, Lossen 
und W. Dames. Maalsstab '1:'25000 rs 


6. Geologische Karte der Stadt Berlin im een L: 15000; Kecioh, 


aufgenommen unter Benutzung der K. A. Lossen’schen. gecl Karte 


der Stadt Berlin durch G. Berendt . 


7. + Geognastisch-agronomische Farben-Erklärung für RN Kartenhlätter 
der Umgegend von Berlin, von Prof. Dr. G. Berendt 


8. + Geologische Vebersichtskarte der Umgegend von Berlin im Maass- 
stabe 1:100000, in 2 Blättern. Herausgegeben von der Königl. 
Preuss. geolog. Landesanstalt. Hierzu. als »Bd. VIII, Heft I« der 
vorstehend genannten Abhandlungen: Geognostische Beschreibung 
der Umgegend von Berlin, von G. Berendt und W. Dames unter 
Mitwirkung von F.Klockmann .. . .... EN NR TNN 


A,W,Schäde’s Buchdruckerei (CL, Böhnaey in Berlin, Stallschreiberstr, 45/46 


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Heft 1. Die Fauna des Haupfquarzits und der. Zorger. Sehiefer dB 


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